iZombie 4x09

© ose McIver und Malcolm Goodwin in „iZombie“ (c) The CW
Als Fillmore-Graves in der iZombie-Episode Mac-Liv-Moore in Erfahrung bringt, dass ein Serienmörder namens Zombiekiller Cain (James Jordan) das Massaker der Insassen des Gefängnistransports überlebt hat und nun Jagd auf die Zombies der Stadt macht, rufen sie kurzerhand im Rahmen dieses Notstands eine sofortige Ausgangssperre aus. Liv (Rose McIver) sowie ihre Freunde und Kollegen stecken deswegen auf dem Polizeirevier fest.
(W)raps und D&D
FG durchkämmt die Straßen von Seattle nach Cain, der mit einem gehörigen Groll gegen alle Zombies eine akute Gefahr für einen mittlerweile nicht unerheblichen Teil der Bewohner darstellt. Über Umwege findet Major (Robert Buckley) heraus, dass dieser offenbar die Zentrale als Ziel auserkoren hat. Das stellt sich jedoch als späte Erkenntnis heraus, denn mit einer gestohlenen ID-Karte ist Cain zu diesem Zeitpunkt bereits ins Büro von Chase Graves (Jason Dohring) spaziert und bedroht diesen mit einer Schrotflinte. Nachdem dieser bereits Bekanntschaft mit einer Ladung Schrot machen musste, rettet ihn Major schließlich in letzter Sekunde.
Auf dem Polizeirevier ist Liv unter dem Einfluss eines Rappers, dessen Gehirn sie sich einverleiben musste, um Cain auf die Spur zu kommen, welcher den Wortakrobaten wiederum auf dem eher mäßig vorhandenen Gewissen hat. Clive nutzt die Zwangspause auf dem Revier, um gemeinsam mit Ravi (Rahul Kohli), Vampire Steve (Kett Turton), Phantombildzeichner Jimmy (Ryan Beil) und später auch mit Michelle (Christie Laing) als Spielleiter eine gepflegte Runde Dungeons & Dragons zu leiten.
Ravi macht sich, nachdem er erfährt, dass Peyton (Aly Michalka) ebenfalls im Gebäude ist, auf den Weg, um seine Freundin zu begrüßen. Dabei lernt er Isobel (Izabela Vidovic) kennen, die mit Peyton und Liv unterwegs gewesen ist, bevor die Ausgangssperre verhängt wurde. Im Zuge dessen erfährt er auch übers Livs Tätigkeiten als Renegades Nachfolgerin und Isobels Immunität gegen das Zombievirus, welche ihn dazu veranlasst, durch sie an einem neuen Heilmittel und den Schwachstellen des Virus zu forschen.
Blaine (David Anders) arbeitet derweil gemeinsam mit Don E (Bryce Hodgson) an einem Plan, sein Imperium zu erweitern und noch reicher zu werden. Dafür will er nicht nur in Immobilien investieren, sondern er fasst zudem die Entscheidung, die gesamte Welt mit dem Zombievirus zu infizieren, damit sein Investmentplan aufgeht. Für das nötige Startkapital versucht er, seine mit Ravis Heilmittel gefüllten Ampullen über das Darknet an den meistbietenden zu verscherbeln. Um die Authentizität des Mittels zu demonstrieren, muss allerdings Bürgermeister Floyd Baracus (Kurt Evans) ins Gras beißen.
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Als ich vom Gehirn für diese Woche erfuhr, bereitete ich mich auf einige peinliche Fremdschämmomente vor, doch das Gimmick blieb glücklicherweise im Hintergrund. Das scheint derzeit besser zu funktionieren, auch wenn sich iZombie endlich einmal festlegen sollte, wie stark ein Gehirn Einfluss auf den Charakter haben sollte, da diese Inkonsistenz zum einen nicht glaubwürdig wirkt und zum anderen die dezenteren Einflüsse und zugefügten Nuancen wesentlich besser funktionieren als Persönlichkeitsveränderungen um 180 Grad.
Umso besser ist es, dass wir diese Woche abseits und im Einklang mit dem Plot ein paar Charaktermomente erleben durften: Clive (Malcolm Goodwin) und seiner D&D-Truppe könnte ich den ganzen Tag beim Spielen zuschauen, denn sie harmonieren perfekt miteinander und bringen Auflockerung in das Ganze, welche die ansonsten düstere Episode gut gebrauchen kann. Grundsätzlich machte es bisher immer Spaß, wenn die Gastcharaktere Vampire Steve (Kett Turton) und Phantombildzeichner Jimmy (Ryan Beil) auftauchen und gemeinsam Clives nerdige Seite bestärken. Der Kuss zwischen ihm und Michelle (Christie Laing) bahnte sich bereits an, so dass seine Beziehung zu Bozzio (Jessica Harmon) sich weiterhin auf dem absteigenden Ast befindet.
Ansonsten versucht man derzeit sehr deutlich, Sympathie für Isobel zu wecken, was bisweilen auch sehr gut gelingt, da Jungdarstellerin Izabela Vidovic bestens mit dem Cast harmoniert. Dass Ravi zeitnah hinter Livs Geheimnis vor allem wegen Isobels Immunität und seiner eigenen Forschung kommen würde, war bereits vorauszusehen. Ravis Mitgefühl und Verständnis passen wunderbar in seine Charakterzeichnung, so dass es quasi selbstverständlich ist, dass er nun ins Team Renegade aufgenommen wurde.
Auffällig ist an dieser Episode, dass der sonst mäßig bis moderate Gewaltgrad der Serie heraufgeschraubt wird: Die Gerichtsmedizin sieht aus wie ein Schlachthaus und auch Chase Graves (Jason Dohring) Begegnung mit Zombiekiller Cain (James Jordan) ist schon etwas expliziter, als man es von „iZombie“ sonst gewohnt ist. Das scheint mit dem Wechsel zu einer düsteren Tonart der Serie einherzugehen. Im Zusammenhang mit Chase Graves ist es interessant zu sehen, dass er nun endlich einmal über die wilde Kirchenhorde von Angus im Bild ist und dass ihm solche Informationen anscheinend vorenthalten worden sind. Es stellt sich die Frage, wieso und wer dies tun sollte und ob Major nun trotz leichten Zögerns wirklich jeden seiner Befehle befolgt.
Seltsam mutet aber in erster Linie neben dem immer noch seltsamen und befremdlichen Autorengroll gegen Franzosen (oder Frankokanadier) die Storyline um Blaine (David Anders) und Don E an. Während die beiden und auch ihr neuer Handlanger (Nemo Cartwright) eine tolle Dynamik mit- und untereinander haben, ist es der Plan an sich, der nicht wirklich gut durchdacht wirkt: Zunächst einmal scheint Bürgermeister Baracus (Kurt Evans) nicht wirklich der Hellste zu sein, wenn sich spätestens nach der Erwähnung der „Vitaminspritze“ noch keine Skepsis einstellt. Vor allem aber wirkt Blaines Vorhaben ungewohnt kurzsichtig, denn, wenn es ihm gelingen sollte, den Rest der Welt außerhalb der Stadtmauern zu infizieren, dann ist das Ende nah. Bereits jetzt schon gibt es im kleinen Rahmen der Stadt Nahrungsprobleme für Zombies. Wenn der Rest der Welt infiziert wird, dann werden auch Menschen und ihre Gehirne immer mehr zu einem knappen Gut. Daraufhin wird es immer mehr hungernde Zombies ohne Verstand und Bewusstsein geben und das resultiert dann im Prinzip unausweichlich mehr oder weniger in The Walking Dead. Da hilft einem auch ein schickes Portfolio voller Immobilien nicht wirklich beim Überleben...
Fazit
Wenn man den Comedyelementen und vor allem Interaktionen der Charaktere mehr Zeit einräumt, punktet iZombie. Doch der wirre Storypfad, für den man sich entschieden hat, birgt in sich nach wie vor mehr Löcher als die Mauer um Seattle zu haben scheint. In vielen Momenten in Mac-Liv-Moore scheinen die Stärken des Casts und dessen tolle Chemie mit gelungenem Humor und Charme durch, doch in den ernsteren Momenten offenbaren sich immer noch konstant die Probleme des Staffelkonzepts.

iZombie 4x09 Trailer
(iZombie 4x09)
Schauspieler in der Episode iZombie 4x09
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