iZombie 4x10

© avid Anders und Jessica Harmon in „iZombie“ / (c) The CW
In der iZombie-Episode Yipee Ki Brain; Motherscratcher widmet sich Liv (Rose McIver) nach einer Suspendierung ihrer Aufgabe als Renegade in vollem Umfang und expandiert ihre Bemühungen. Doch schon bald steckt sie in einer großen Zwickmühle, als eines ihrer Mitglieder von Fillmore-Graves aufgegriffen wird. Ravi (Rahul Kohli) werkelt weiterhin gemeinsam mit Isobel (Izabela Vidovic) an einem Impfstoff oder Heilmittel, während Blaine (David Anders) sich von seinem Vater (Robert Knepper) einspannen lässt.
I'm the bad cop
Dass Liv die Gewohnheiten das hartgesottenen Old-School-Cops Lou Benedetto (Enrico Colantoni, der für diese Folge auf dem Regiestuhl Platz nimmt) adaptiert, brockt ihr prompt eine Suspendierung wegen übertriebener Härte im Einsatz ein. Das räumt ihr dafür allerdings die Zeit ein, sich vollends in ihre Rolle als Renegade zu stürzen und ihre Organisation und ihre Fälle zu erweitern. Als das Mitglied Curtis (Samuel Patrick Chu) von Fillmore-Graves in die Enge getrieben wird, sieht sie sich gezwungen einzugreifen, wobei sie nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch Majors (Robert Buckley) riskiert, um Curtis zu finden. Das resultiert allerdings auch darin, dass Major sie als Renegade enttarnt und die beiden im Streit auseinandergehen.
Clive (Malcolm Goodwin) jagt derweil alleine dem Mörder von Benedetto hinterher und zeichnet seinen Kollegen mit lebhaften Details ein ganz genaues Bild von seinen actionreichen Eskapaden. Ravi forscht weiterhin gemeinsam mit Isobel an einem Mittel gegen das Zombievirus und organisiert gleichzeitig zur Aufmunterung ein Date mit einem Serienstar. Nachdem er ihrer Mutter allerdings versprochen hat, gut auf die Teenagerin Acht zu geben, gibt er sich alle Mühe, dass sie bei ihrer Begegnung nicht zu weit geht.
Bozzio (Jessica Harmon) rückt derweil Blaine im Zuge ihrer Ermittlungen im Fall des ermordeten Bürgermeisters auf die Pelle. Doch dieser ist wie immer antihaftbeschichtet, wenn es um Anschuldigungen geht. Sein Vater scheint ein wenig besser zu ihm durchzudringen, denn er bietet ihm eine Schlüsselrolle in dessen Kirche an, die Blaine, wie es scheint, auch tatsächlich antreten will, nachdem Angus für seinen Sohn ein ganz besonders grausiges Spektakel inszeniert.
Major erfreut sich nach seiner Rettung von Chase (Jason Dohring) auf allen Ebenen von Fillmore-Graves äußerst großer Beliebtheit, was er auch gleichzeitig nutzt, um im Auftrag von Chase bei Roche (Giacomo Baessato) für eine bessere Position in dessen lukrativem Nebenverdienst zu werben. Seine Entdeckung in Bezug auf Liv stellt ihn gerade aufgrund ihrer unterschiedlichen Ansichten vor ein moralisches Dilemma, das sich in Zukunft nur noch zuspitzen kann.
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48 hours to die hard, too. With a vengeance.
Auch diese Woche mischt sich bei iZombie viel Positives und Negatives, viel Chaos und nur wenig Ordnung. Schauen wir uns zunächst einmal den Fall und das Gehirn der Woche an: Enrico Colantoni nahm nach einem kurzen Cameo seines Charakters, den wir bereits in den Episoden Eternal Sunshine of the Caffeinated Mind und Reflections of the Way Liv Used to Be kennenlernten, den Platz hinter der Kamera ein. Liv (Rose McIver) dementsprechend als harten Hund der guten alten Detective-Schule im Stil der Action-Filme der 80er und 90er Jahre zu erleben, stellt sich als hit & miss mit insgesamt jedoch ordentlicher Trefferquote heraus. Zwar spielt sie die Rolle wieder einmal grenzwertig überspitzt, doch zumindest stellenweise sind die Szenen wirklich witzig. Alleine mit anzusehen, wie sie einen Verdächtigen mit einem riesigen Fisch weichklopft, rechtfertigt die Existenz dieses Gimmicks.
Zudem nutzt man die Einbindung von Tim Chiou als Gangster AJ in den Fall geschickt, um ein bekanntes Gesicht als Anführer hinter der Organisation von Roche (Giacomo Baessato) zu präsentieren. Doch nicht alles fügt sich in der Episode wunderbar zusammen, wie es beispielsweise beim Schicksal von Curtis (Samuel Patrick Chu) der Fall ist. Es ist einfach nur schwer nachzuvollziehen, dass wir für eine Nebenfigur Empathie empfinden sollen, über die wir vor dieser Folge quasi gar nichts wussten. Vor allem, da Liv sowohl ihr eigenes Leben, aber vor allem auch das von Major (Robert Buckley) für ihn aufs Spiel setzt.
Genau das ist auch eins der größten Mankos der Episode, denn Livs Verhalten als Renegade und ihr Verhalten gegenüber Major stoßen irgendwie doch ziemlich sauer auf. Zunächst einmal ist es unglaublich kurzsichtig, neue Zombies in einer ohnehin überfüllten Stadt weiter in einer noch größeren Masse zu produzieren, nur damit sie sich besser fühlt. Und ist das Schicksal, möglicherweise zu verhungern und dabei zum Monster zu werden, wirklich besser? Denn darauf steuert sie die Stadt damit zu. Außerdem nutzt sie Major auf eine ganz schön perfide Art und Weise aus, nur weil sie im Grunde weiß, dass er nicht zurückschlägt, falls er etwas herauskriegt, da er sie immer noch liebt. So berechnend und gleichzeitig kaltblütig mit seinem Leben zu spielen, will einfach nicht in ihre betont herzliche Charakterzeichnung passen.
Ravis (Rahul Kohli) und Isobels (Izabela Vidovic) Story kann ich diese Woche trotz ihrer sympathischen Darsteller nicht wirklich viel abgewinnen, weil sich das Ganze doch arg wie Füllmaterial anfühlt. Bei Blaine (David Anders), seinem Vater (Robert Knepper) und auch dem wohl bald konvertierten Enzo (French-Dude John Emmet Tracy) ist es momentan nur schwer einzuordnen, wohin ihre Reise gehen soll. Dass der stets opportunistische Blaine sicherlich einige Hintergedanken bei seiner neuen Rolle in der Kirche mit sich bringt, hält zumindest viele mögliche Szenarien und potentielle Überraschungsmomente für den Endspurt der Staffel bereit, der langsam, aber sicher begonnen hat.
Clive (Malcolm Goodwin) wird mit seiner leidenschaftlichen Performance dazu benutzt, den Metawitz über zu wenig Budget herüberzubringen, was ehrlich gesagt nicht komplett funktioniert, da ein paar Actionszenen der alten Hollywood-Schule (Clive beschreibt unter anderem die Hotel/Pool-Szene aus „Lethal Weapon 2“) zu lässigen Jazz-Klängen das Herz eines jeden Nostalgikers hätten höherschlagen lassen können und man diese nun eigentlich auch direkt vermisst. Dafür hat Malcolm Goodwin aber sichtlich alles gegeben, um ein sehr lebendiges Bild von den Erlebnissen zu zeichnen, und das ist ehrlich gesagt auch schon einiges wert.
Fazit
Manchen Teilen von Yipee Ki Brain; Motherscratcher merkt man an, dass die Storylines dieser Staffel im Vergleich zu den vorherigen nicht so langfristig vorbereitet werden, denn viele Geschehnisse wirken einfach zu hastig. Zudem kann man sich zunehmend über einige von Livs fragwürdigen Entscheidungen wundern, welche sie als Protagonistin derzeit von den Zuschauern entfernen lassen. Wenn die Autoren vielleicht ein paar von ihren inneren Schlussmonologen wieder einführen würden, könnten sie selbst etwas über das unlogische Chaos in ihren Handlungen reflektieren. Ansonsten sorgt die Folge zumindest mit einigen witzigen Szenen für passable Unterhaltung, die aber nach wie vor dem Niveau der vorigen Staffeln hinterherläuft.

iZombie 4x10 Trailer
(iZombie 4x10)
Schauspieler in der Episode iZombie 4x10
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