iZombie 4x07

iZombie 4x07

Um den Mordfall der Woche aufzuklären, steht für Liv das Gehirn eines professionellen Aufreißers an, dessen Verführungskünste ihn möglicherweise das Leben gekostet haben. Für Major stehen währenddessen eine Beförderung und härtere Methoden auf dem Plan.

Malcolm Goodwin und Rose McIver in „iZombie“ (c) The CW
Malcolm Goodwin und Rose McIver in „iZombie“ (c) The CW
© alcolm Goodwin und Rose McIver in „iZombie“ (c) The CW

In der iZombie-Episode Don't Hate the Player, Hate the Brain gilt es für Liv (Rose McIver) und Clive (Malcolm Goodwin), den Mord an einem vergifteten Aufreißer aufzuklären, der seine Dienste als Wingman im Internet anbot. Major (Robert Buckley) wird derweil von Chase Graves (Jason Dohring) befördert und bekommt gleich eine kontroverse Mission aufgetragen.

Just hate the brain

Die Ermittlungen im Mordfall führen Liv und Clive nach einer Vision wieder einmal in die Zentrale von Fillmore-Graves, in welcher sie nach einem Tag Wartezeit von einem aufgetauten Soldaten erfahren, dass dieser das Opfer agierte, um seine Chancen beim weiblichen Geschlecht zu verbessern. Da dessen Alibi also wasserdicht und tiefgefroren ist, suchen sie nach Verbindungen zwischen möglichen Tätern und dem Fillmore-Graves Soldaten, der eine Frau durch sexuellen Kontakt zum Zombie gemacht hat.

Bei der Behörde zur Ausstellung der Papiere für neue Zombies werden sie schließlich fündig, denn einer der frisch gebackenen Zombies sieht einer der Verdächtigen besonders ähnlich. Diese muss schließlich zugeben, das Opfer vergiftet zu haben, da dieser demjenigen die Künste der Verführung beibrachte, die sie ungewollt zum Zombie machten. Gleichzeitig ist Liv in ihrer adaptierten Rolle als Renegade auf der Suche nach Nahrungsquellen für die Neuankömmlinge. Dabei lernt sie auch Prophet Angus (Robert Knepper) in dessen Kirche kennen und bringt in Erfahrung, dass er Blaines (David Anders) Vater ist und von diesem regelmäßig am Brain-Buffet versorgt wird.

Clive's Beziehung zu Bozzio (Jessica Harmon) setzt seine Talfahrt nach einigen Vorkommnissen weiter fort, während es beruflich für Major steil bergauf geht. Dessen Mission als neu ernannte rechte Hand von Chase Graves ist nicht nur, sich mit einem seiner Kameraden anzufreunden, der unter Verdacht steht, die Gehirnrationen von FG zu verdünnen und zu verhökern. Er soll zudem eine lokale Zeitung schließen, die negative Presse über Chase und dessen Firma verbreitet. Dabei sieht er auch Rachel (Ella Cannon) wieder, die gemeinsam mit ihren Kollegen zu spüren bekommt, dass Major und seine Kumpanen sie nicht mit Samthandschuhen anfassen, um die Schließung durchzusetzen.

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Vice President of Getting Stuff Done

Don't Hate the Player, Hate the Brain ist leider in vielerlei Hinsicht ein Lowlight der bisherigen Staffel. Das fängt mit dem Fall der Woche und der Wahl des Gehirns an: Während Gehirne mit ähnlicher Prämisse wie etwa die Domina in Spanking the Zombie für einige Lacher sorgen konnten, wirkt es/sie hier bis auf einen kurzen Lacher am Tatort gemeinsam mit Ravi als Verführungskünstlerin einfach unsympathisch. Klar ist das der Persönlichkeit des Opfers geschuldet, aber die Wahl dazu liegt natürlich bei den Autoren und auch grundsätzlich fallen die davon ausgehenden Witze größtenteils einfach flach.

Die Lösung des Falls selbst hätte auch besser durchdacht sein können, denn, wenn das Gift nur aus einer bestimmten Branche stammen kann, wieso wird dann nicht eher nach dem Beruf der Verdächtigen gefragt? Selbst wenn der toxikologische Bericht zu diesem Zeitpunkt noch nicht fertig ist, so gehört das doch zu den Grundinformationen bei Ermittlungen und Vorladungen. Zudem wirkt die erste Szene seltsam und ich habe das Gefühl, dass sie nicht zu den bisherigen Zombieregeln passt, denn: Noch sprechen zu können, wenn die Rübe ab ist, gehört mehr in die übernatürliche Kategorie im Vergleich zu den bisherigen vergleichsweise eher bodenständigeren Erklärungen des Virus...

Clives (Malcolm Goodwin) Beziehung wird auch in dieser Episode wieder thematisiert und auch hier wirken die Dinge nicht so richtig stimmig: Reden er und Dale (Jessica Harmon) eigentlich nicht miteinander? Dales Überraschung, nun doch nicht mit ihren Dates geschlafen zu haben, kommt tatsächlich ziemlich plötzlich und mutet schon ein wenig konstruiert an. Das Verfallsdatum ihrer Beziehung scheint jedenfalls langsam, aber sicher abgelaufen zu sein. Auch Livs (Rose McIver) Beziehung zu Dokumentarfilmer Levon (Daniel Bonjour) startet mit einem unangenehmen Hin und Her, das mir irgendwie nicht so richtig gefallen will. Das liegt zum einen daran, dass Livs Verführungsgehirn auch in dieser Situation nicht sonderlich sympathisch rüberkommt und zum anderen kann ich mich mit Levon als Charakter nicht wirklich anfreunden, da seine Figur als love interest einfach sehr plötzlich in die Geschichte reingedrängt wird. Zudem ist es aufgrund des Filmmaterials und Livs „völlig unauffälligen“ Diebstahls per Kopfbedeckung, der ungefähr genauso subtil wie Homers Kamerahut in einer The Simpsons-Folge war, nur eine Frage der Zeit, bis sie von jemand anderem als Peyton (Aly Michalka) erwischt wird...

Ganz besonders seltsam ist die Richtung, die im Hause Fillmore-Graves eingeschlagen wird: Chase Graves (Jason Dohring) war bisher ein ambivalenter Charakter, für den immer wieder in kleinen Schüben Empathie aufgebaut werden konnte, da seine Motive nachvollziehbar waren. Auch diese Episode ist seine Erklärung der Situation völlig verständlich, aber woher kommt dieser radikale Wandel in seinen Methoden? Begriffe wie „Fake News“ zu verwenden um eine Beziehung zur Realität aufzubauen und die Zuschauer damit zu lenken, wirkt auf mich irgendwie billig und unnötig. Und seit wann zieht Major bei solchen Aktionen eigentlich, ohne mit der Wimper zu zucken, mit? Wenn ich nicht vermuten würde, dass er dies nur macht, um vor Russ Roche (Giacomo Baessato) besser dazustehen und näher an diesen heranzukommen, wäre sein Verhalten komplett out of character. Selbst wenn das der Fall sein sollte, geht er dafür sehr weit und handelt gegen seine bisherigen Prinzipien.

Mag sein, dass ich mich nun etwas in Rage geschrieben habe, aber es gibt einerseits tatsächlich einiges zu meckern und andererseits hat sich vielleicht auch ein wenig Frust über die aktuelle Richtung der Serie und ihre Entscheidungen angestaut. Das sticht so deutlich hervor, weil iZombie ansonsten eine wirklich tolle und unterhaltsame Serie ist und Rob Thomas und sein Team uns oft bewiesen haben, dass sie es eigentlich viel besser können...

Fazit

Ein schwaches Hirn der Woche und einige Unstimmigkeiten in der Charakterentwicklung machen Don't Hate the Player, Hate the Brain zur bisher schwächsten Episode der Staffel. Viele ärgerliche Kleinigkeiten kommen am Ende einfach in einer ungewohnt hohen Summe zusammen. Die Macher um Rob Thomas haben schon oft gezeigt, wie talentiert sie sind und dass sie wesentlich mehr auf dem Kasten haben, als diese Episode gezeigt hat. Hoffentlich kehrt die Serie bald zu ihrer gewohnten Stärke zurück und verheddert sich nun nicht in seiner eigenen Story und in den getroffenen Entscheidungen.

The CW
The CW - © The CW
Verfasser: Tim Krüger am Mittwoch, 18. April 2018

iZombie 4x07 Trailer

Episode
Staffel 4, Episode 7
(iZombie 4x07)
Deutscher Titel der Episode
Im Netz des Playboys
Titel der Episode im Original
Don't Hate the Player, Hate the Brain
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 16. April 2018 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 1. November 2018
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Donnerstag, 1. November 2018
Autor
Sara Saedi
Regisseur
Tuan Quoc Le

Schauspieler in der Episode iZombie 4x07

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