iZombie 1x12

iZombie 1x12

Die vorletzte Episode der ersten Staffel iZombie ist schlichtweg als aufregend zu bezeichnen und vermag den Zuschauer über die gesamte Laufzeit vor den Bildschirm zu bannen und das kommende Staffelfinale gebührend vorzubereiten.

Aly Michalka und Rose McIver in „Dead Rat, Live Rat, Brown Rat, White Rat “ / (c) The CW
Aly Michalka und Rose McIver in „Dead Rat, Live Rat, Brown Rat, White Rat “ / (c) The CW
© (c) The CW

Vier Teenager fahren mit einem gestohlenen Wagen einen Fremden über und beerdigen diesen in einem flachen Grab. Doch dieser Fremde bleibt nicht tot und es dauert nicht lange, bis die ersten Jugendlichen für ihre Tat mit dem Leben bezahlen müssen. Sehr zur Überraschung von Liv (Rose McIver) ist der Täter ein alter Bekannter, der einen unangenehmen Hausbesuch bei der blassen Gerichtsmedizinerin plant.

Why did the Zombie cross the road?

Die ermordete Cheerleaderin führt Liv und Clive (Malcolm Goodwin) ins Umfeld von deren High School. Der Gehirncocktail der sonnigen Persönlichkeit lässt Liv auf Augenhöhe mit der besten Freundin der Teenagerin kommunizieren, sodass deren Hinweis unser falsches Medium auf die Fährte der Band mit dem wohlklingenden Namen „Asshats“ bringt.

Diese wissen als Insassen des Unfallautos natürlich mehr, als sie bereit sind zuzugeben, sodass erst ein weiteres totes Bandmitglied nötig ist, um die Musiker zur Kooperation zu bringen. In Zuge dessen konsumiert Liv für weitere Einsicht in den Fall dann noch eine Portion Kifferhirn. Dies löst zwar eine Vision aus, ist aber für ihre Aufmerksamkeitsspanne eher kontraproduktiv.

Dementsprechend bremst es auch ihre Beziehung zu Peyton (Aly Michalka) nachdem Cheery-Liv bei dieser ziemlich gut ankam, ein wenig aus, weswegen sie daraufhin schnell wieder auf vorige umsteigt. Währenddessen ist Blaine (David Anders) immer noch auf der Suche nach seinem vermissten und wertvollen Astronautenhirn, wobei sich dessen Geduld allmählich dem Ende zuneigt. Glücklicherweise spaziert der Verantwortliche Dieb in Form von „Gesundheitsinspektor“ Major (Robert Buckley) direkt in sein bescheidenes Etablissement und damit in die Höhle des Löwen.

Derweil hat Liv ein äußerst unliebsames Wiedersehen mit Max-Rager-Vollstrecker Sebastian Meyer (Matthew MacCaull), der nach seinen schmerzhaften Begegnungen mit einer Schiffsschraube und der Kühlerhaube eines Autos alles andere als gut auf sie zu sprechen ist. Dementsprechend trägt der von seinem Zombiehunger verursachte Tod seiner Großmutter ebenso wenig zur Schlichtung bei.

So kommt es zum Kampf Zombie-a-Zombie bei dem beide nicht gerade zimperlich miteinander umspringen und Liv mit glühenden Augen im vollen Zombiemodus schließlich die Oberhand gewinnen kann. Allerdings muss Peyton die Horrorshow aus der ersten Reihe mit ansehen und Livs anschließendes Geständnis vermag es nicht, den Schock aus ihren Augen zu tilgen, womit die Art, wie der sie ihre beste Freundin betrachtet, möglicherweise irreparabel und für immer verändert ist.

Hope's dead. How on the nose.

Nach Dead Rat Live Rat Brown Rat White Rat muss man erst einmal durchatmen, denn es gab einige Szenen, bei denen der Atem angehalten werden konnte. Schrauben wir das aber noch für einen Moment zurück und adressieren ein paar andere kleinere Dinge.

Zunächst fängt die Episode mit einem düsteren Ereignis an, das jedoch auf eine lockere Art inszeniert wurde und vor Referenzen zu „I Know What You Did Last Summer“ nur so sprüht. Das ist allerdings keine lieblose Kopie, sondern vielmehr eine gut gemeinte Hommage an den Teenieslasher von 1997 was durch Bex Taylor-Klaus dementsprechend später auch aufgrund der Eindeutigkeit noch einmal erwähnt wurde. Trotz des lockeren Untertons zeigt sich wegen des kurzen aber ziemlich atmosphärischen Abschnitts, dass die Macher von iZombie ihr Handwerk aus dem Effeff beherrschen.

Bex Taylor-Klaus (The Killing, Arrow) weiß dabei mit ihrem kurzen Auftritt zu gefallen. Es ist fast ein wenig schade, dass nach dem Abschluss der Folge wenig Hoffnung besteht, die talentierte junge Schauspielerin noch einmal wiedersehen zu können. Eben dieser Abschluss scheint eine mögliche Einleitung für ein neues Mysterium zu sein, welches sich über das Staffelfinale hinausstrecken dürfte.

Dies wurde durch die Gänsehautszene des letzten Telefonanrufs der Teenagerin noch einmal unterstrichen. Ohne diese Szene wären durch die turbulenten Ereignisse vor diesem Abschnitt beinahe unter den Tisch gefallen, dass der Fall der Woche gar nicht abgeschlossen wurde. Dieser baut dabei auch eine Brücke zu Livs ungebetenen Hausgast auf, während andere Dinge, wie die Neuigkeiten an der Forschungsfront kurz in Erinnerung gerufen werden, um zu zeigen, dass sie trotz anderer Prioritäten nicht einfach fallengelassen werden.

Peyton (Aly Michalka) © The CW
Peyton (Aly Michalka) © The CW

Rose McIver darf diesmal gleich zwei neue Persönlichkeitsprofile adaptieren. Während die Cheerleaderin sowohl für die Geschichte ergiebiger war, als auch für mehr witzige Momente sorgte, empfand ich den Kiffer als ein wenig übertrieben und klischeebehaftet und wenig subtil. Auch ist es eigentlich mittlerweile eigentlich nicht mehr nötig, dass Ravi (Rahul Kohli) das Einsetzen der Fremdgehirne bei Liv für den Zuschauer mit einem Kommentar einleitet.

Dafür trugen die beiden Persönlichkeiten in ihrem Verhältnis zu Peyton (Aly Michalka) zu einem nachvollziehbaren und interessanten Auf und Ab bei. Sowohl Peyton als auch Clive (Malcolm Goodwin) dürften nicht das erste Mal von Livs Stimmungsschwankungen irritiert sein, wobei Clive auch dieses Mal seine Augenbraue so hoch ziehen muss, dass man Angst haben muss, dass sie so stecken bleibt. Es hatte sich früher oder später bereits angedeutet, dass Livs appetitlich aussehende Snacks eines Tages in den falschen Händen landen könnten, doch Clives herzhafter Biss in die Pizza war dennoch ein kleiner „Oje-Moment“. Hoffentlich kann er sich nicht mehr daran erinnern, sollte er demnächst über Seattles Zombieproblem aufgeklärt werden.

Der Kreis der Zombiekenner wurde dafür diese Episode auf spannende und schockierende Weise erweitert, was gleichzeitig auch die intensivsten und spannendsten Szenen der Episode ausmacht. Zunächst sollte noch anerkennend erwähnt werden, dass Sebastians (Matthew MacCaull) Motivation über die Schiene von „ich bin ein Soziopath und auf Rache aus“ hinaus ging, indem man zusätzlich ein nachvollziehbar tragisches Ereignis durch den Tod seiner Großmutter in die Geschichte seines Rachefeldzugs implementierte.

Der spannende Kern beziehungsweise Höhepunkt dieser Episode war der Kampf zwischen Sebastian und Liv sowie die daraus resultierenden Konsequenzen. Beide bekämpfen sich offen und brutal in einer Form, die uns als Zuschauer Dank der emotionalen Bindung zu unserer Protagonistin trotz Gewissheit, dass sie es mehr oder weniger heil überstehen wird, mitfiebern lässt. Doch der eigentliche Schock ist, dass Peyton das Ganze mitangesehen hat. Für Liv ist dies natürlich ein Albtraum-Szenario, denn ihre beste Freundin hat so ohne Vorbereitung das Schlimmste in ihr sehen müssen. Sowohl Peyton als auch Livs Entsetzen darüber fühlt sich sehr nachvollziehbar an und dieser kurze Moment wird sowohl von Aly Michalka als auch von Rose McIver beeindruckend gespielt.

Liv (Rose McIver) © The CW
Liv (Rose McIver) © The CW

iZombie zeigt sich somit diese Folge in ausgewählten Momenten überwiegend von seiner dramatischen Seite und lässt ebenfalls aufblitzen, dass die Zombiethematik immer noch dem Horrorgenre entsprungen ist. Nach wie vor fügen sich diese Elemente zu einer sehr unterhaltsamen Symbiose mit dem lockeren Unterton zusammen. Der Spagat, innerhalb der selben Episode von lustig auf ernst zu wechseln ist eine Aufgabe, bei der jeweils eine kleine Prise das Ganze aus dem Gleichgewicht bringen könnte. Doch die Rob-Thomas-Serie glänzt ebenfalls besonders, wenn es sich von seiner dramatischen Seite zeigt.

Major (Robert Buckley) muss sich allerdings vorwerfen lassen, dass seine Aktion nicht allzu gründlich durchdacht war. Trotz seiner durchaus sinnvollen Tarnung hätte ihn Julian, (Aleks Paunovic), falls er anwesend gewesen wäre, sowieso direkt enttarnt. Dafür bin ich sehr gespannt, wie sich die diese Sache nun auflöst und ob Major nun endlich die Wahrheit erfährt, an die er sich die ganze Staffel über herangepirscht hat. Ob nun durch Evan (Nick Purcha) noch ein Familienmitglied der Moores in das kommende Finale hineingezogen werden musste, ist zumindest zum jetzigen Standpunkt eher fraglich.

Fazit

Dead Rat Live Rat Brown Rat White Rat sorgt mit einigen Gänsehautmomenten für Spannung, die sich beinahe greifen lässt, sodass iZombie trotz geringfügiger Unebenheiten eine ganz starke Folge liefert. Die Konfrontation von Blaine (David Anders) und Liv im Staffelfinale scheint unausweichlich, während bereits Platz für eine neue Mytholgie für die zweite Staffel geschaffen wird. Dementsprechend groß darf die Vorfreude auf die kommenden Ereignisse ausfallen.

Der Trailer zur nächsten Episode „iZombie“:

Verfasser: Tim Krüger am Mittwoch, 3. Juni 2015

iZombie 1x12 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 12
(iZombie 1x12)
Deutscher Titel der Episode
Tote Ratte, lebende Ratte … (weiße Ratte, braune Ratte)
Titel der Episode im Original
Dead Rat, Live Rat, Brown Rat, White Rat
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 2. Juni 2015 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 22. Oktober 2015
Regisseur
Mairzee Almas

Schauspieler in der Episode iZombie 1x12

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