iZombie 1x11

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Scott E (Bryce Hodgson), der erst kĂŒrzlich Major (Robert Buckley) zurĂŒck auf die FĂ€hrte der Zombies brachte, hat permanent aus der Psychiatrie ausgecheckt. Doch sein angeblicher Suizid ist Blendwerk und damit nicht die einzige Illusion, die in dieser Episode platziert wurde.
The Devil and Miss Moore
FĂŒr Clive (Malcolm Goodwin) und Liv (Rose McIver) steht schnell fest, dass jemand beim Tod von Scott E nicht unwesentlich nachgeholfen hat. Unter dessen Besuchern findet sie auch Blaine (David Anders) (unter dem einfallsreichen Namen John Deaux), der ihr passenderweise einen Besuch in der Gerichtsmedizin abstattet, um sie im Auge zu behalten. Denn seine Informationsquelle bei der Polizei offenbart seine blasse Bekannte als potentielle Gefahrenquelle fĂŒr ihn und sein Unternehmen.
Dieses scheint unter anderem die nĂ€chste Phase seines Businessplans einzuleiten, denn er steckt mitten in der PrĂ€paration seines neusten und bisher teuersten Produktes, fĂŒr das sich ein bekannter Astronaut unfreiwillig zur VerfĂŒgung stellen musste. Zudem versucht er dank der Informationen von Liv, ein Video aufzutreiben beziehungsweise zu vernichten, welches Scott E wĂ€hrend der verhĂ€ngnisvollen Bootsparty aufgenommen hat.
Auch Liv versucht, an das Beweisvideo zu gelangen und bekommt in Form von Wettermann und Entertainer Johnny Frost (Daran Norris) unerwartete UnterstĂŒtzung. Ihre Beziehung zu Major entwickelt sich ebenso in eine fĂŒr sie unerwartete Richtung, als sie sich ĂŒberwindet, diesem die Wahrheit ĂŒber die Unterwanderung der lebenden Toten in Seattle zu gestehen.
Allerdings hĂ€lt ihre Freude ĂŒber den glimpflichen Ausgang ihres GestĂ€ndnisses und die Wiedervereinigung mit Major nicht lange an, denn das Gehirn von Scott E lieĂ nicht nur den Teufel mit ihr sprechen, auch Wettermann Johnny Frost und ihr GesprĂ€ch mit Major stellen sich als eine Halluzination heraus. Diese schockierende Kenntnis wird zudem durch Majors Diebstahl von Blaines wertvollen GourmethĂ€ppchen und seinem Schwur, diesen Kreaturen ein Ende zu bereiten, noch getoppt.
Classic reverse Sicilian gambit
iZombie bleibt, was den Fall der Woche betrifft, seinem Konzept aus der letzten Episode treu, indem besagter Fall ausgedĂŒnnt und dafĂŒr ausschlaggebender in die Haupthandlung miteinbezogen wird. Etwas zufĂ€llig wirkt dabei, dass ausgerechnet die Person, die mehrere HandlungsstrĂ€nge miteinander verbindet, zu diesem Zeitpunkt ermordet wird.
Die Ermittlungen fallen dementsprechend kurz aus, um den sich zuspitzenden Storylines mehr Platz zu lassen, was so kurz vor dem Staffelfinale durchaus sinnvoll ist. Doch die sich daraus ergebende Konsequenz ist auch, dass es dem Fall dadurch zwar nicht an Relevanz, dafĂŒr aber an Substanz fehlt.
Clive (Malcolm Goodwin) und Liv (Rose McIver) bekommen zwar ein paar gute Sequenzen, wie die Szene am Snackautomaten, zusammen, doch grundsĂ€tzlich wird gerade Clive etwas an der kurzen Leine gehalten. Da stellt sich die Frage, wie sehr man gewillt ist, ihn in das kommende Staffelfinale zu involvieren. DafĂŒr sollte ihm ein wenig mehr Screentime gewĂ€hrt werden. Dies gilt grundsĂ€tzlich auch fĂŒr Ravi (Rahul Kohli), dessen Auftritte konstant ihren Entertainmentfaktor bewahren und dessen Beitrag zur Geschichte sich im Wesentlichen auf die Entdeckung eines möglichen Gegenmittels beschrĂ€nkte.

Das Wiedersehen mit Rob-Thomas-Veteran Daran Norris war erneut ein VergnĂŒgen, denn dieser lĂ€sst mit seinen SprĂŒchen und Tanzeinlagen nicht nur Liv lĂ€cheln. Gleichzeitig wirkt er mit Major (Robert Buckley) an der groĂen Illusion, dem clever konstruierten Twist am Ende von Astroburger mit. ZunĂ€chst war ich bereit, die Episode als eher durchschnittlich oder sogar vergleichsweise mĂ€Ăig abzuhaken, da mir einerseits Livs EnthĂŒllung vor Major und deren Wiedervereinigung viel zu einfach vorkamen und irgendetwas an Daran Norris trotz lustiger Performance einfach seltsam wirkte. Es lieĂ sich allerdings nicht direkt mit dem Finger darauf zeigen - vielleicht war es der Fakt, dass Johnny sie einfach wesentlich weiter begleitete als nötig, eine Sache, die mich stutzig machte.
Auch der Teufel hatte nach einem kurzen Lacher eher Potential, einem auf die Nerven zu fallen. Doch all dies hatte im Gesamtplan der Episode auf einmal Sinn, zumal Beelzebub davon ablenkte, dass möglicherweise noch weitere Halluzinationen auf das Konto des Gehirns von Scott E gehen könnten. Doch selbst, wenn man Johnny frĂŒhzeitig als Hirngespinst enttarnt, so war mit der ĂŒberraschenden Wahrheit hinter Livs GestĂ€ndnis gegenĂŒber Major nur schwer zu rechnen. Dieser Art von Twist hatte sich die Serie bisher noch nicht bedient und in Anbetracht der Seherfahrung der meisten Fernsehzuschauer ist es zudem nicht gerade einfach, solche Ăberraschungen so gekonnt ohne auffĂ€llige Logiklöcher ĂŒber die BĂŒhne zu bringen. Und das, ohne sie dabei zu sehr anzukĂŒndigen. Erst im Nachhinein fĂ€llt auf, dass an mehreren Stellen kleine Hinweise dazu frĂŒhzeitig eingestreut wurden.
Major trouble
Vielmehr ist das Ganze zudem als interessante Projektion aus dem Wunschdenken von Liv heraus zu betrachten. Dabei sind ihre grundsĂ€tzlichen Ăngste durchaus nachvollziehbar, ist das Bild von Zombies in den Medien als blutgierige Monster doch sehr prĂ€sent. Wir sind gewohnt, sie als bösartige Kreaturen zu betrachten und da Major durch seine bisherigen Begegnungen in dieser Hinsicht im Gegensatz zu Ravi bereits negativ vorbelastet ist, wĂ€re dieses GestĂ€ndnis ein riesiger entlastender Schritt fĂŒr Liv gewesen. Sicherlich wird es allmĂ€hlich Zeit fĂŒr Major, die Wahrheit zu erfahren, doch die Aussicht, dass die beiden trotz ihrer GefĂŒhle fĂŒreinander auf verschiedenen Seiten enden könnten, klingt fĂŒr den kommenden Spannungsbogen ziemlich verlockend.
Um das zu vermeiden, darf Major allerdings auch nicht an das Video kommen, das sich nun möglicherweise in den HĂ€nden eines Reporters befindet und fĂŒr alle Zombies der Stadt und vor allem Liv eine nicht unerhebliche Gefahr darstellt. Zudem wird es Ă€uĂert spannend, wie Blaine konkret auf den Diebstahl der Gehirne in Anbetracht auf Major als naheliegenden VerdĂ€chtigen reagiert. Majors Ausgangslage ist, zusammengefasst, allerdings neutral betrachtet alles andere als gĂŒnstig: Er ist erst kĂŒrzlich freiwilliger Insasse einer Nervenheilanstalt gewesen und im Besitz von Tupperdosen mit Gehirnen von Mordopfern. Nicht nur dĂŒrften sich seine FingerabdrĂŒcke darauf befinden, die Polizei ist zudem fest in der Hand Blaines. Deswegen sollte Major seinen nĂ€chsten Schritt mit Ă€uĂerster Vorsicht planen.
Fazit
Wieder wird der Fall der Woche sinnvoll mit der Hauptstory verknĂŒpft, bleibt aber dieses Mal besonders blass. DafĂŒr versorgt die intelligent konstruierte Wendung den Zuschauer mit der nötigen Vorfreude und lĂ€sst durch die zahlreichen Optionen Raum fĂŒr spannende Episoden zum Abschluss der Staffel.
Der Trailer zur nĂ€chsten Episode, âDead Rat, Live Rat, Brown Rat, White Ratâ (1x12), der US-Serie âiZombieâ:
Verfasser: Tim KrĂŒger am Mittwoch, 27. Mai 2015iZombie 1x11 Trailer
(iZombie 1x11)
Schauspieler in der Episode iZombie 1x11
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