iZombie 1x13

Die ermordeten Teenager und die Involvierung von Max Rager in diese VorfĂ€lle sind zunĂ€chst PrioritĂ€t auf der Liste von Liv (Rose McIver) und Clive (Malcolm Goodwin). Danach leitet ein Anruf von Blaine (David Anders) Ereignisse ein, die zu einem explosiven Showdown im âMeat Cuteâ fĂŒhren.
Daddy issues, megalomania and greed
Im Anschluss an die Ereignisse der letzten Episode kommt trotz des Notrufs jede Hilfe fĂŒr Teenagerin Teresa zu spĂ€t (Bex Taylor-Klaus). Auch Cameron, das letzte verbleibende Bandmitglied (Rhys Ward) scheint sich in akuter Gefahr zu befinden. So soll es zumindest aussehen, doch Liv und Clive enttarnen dessen Hilferufe schnell als falsche Spur und bekommen den MordverdĂ€chtigen bald darauf zu fassen.
Dieser verrĂ€t ihnen die Wahrheit ĂŒber seinen Deal mit Max Rager, die nach der GeldĂŒbergabe bereits versucht haben, ihn in die Luft zu sprengen. Mit einer Kopie des Datensticks können sie schlieĂlich beweisen, dass der Konzern Hinweise auf das von seinem Energydrink verursachte Gewaltpotential absichtlich ignoriert hat, womit der Konzern vor ein nicht unwesentliches PR-Problem und strafrechtliche Konsequenzen gestellt wird. Parallel zu diesen Geschehnissen gelingt es Ravi (Rahul Kohli), ein potentielles Heilmittel zu erstellen, er ist allerdings nur in der Lage, eine geringe Menge ohne direkte Aussicht auf mehr replizieren zu können.
WĂ€hrenddessen versucht Major (Robert Buckley) den eisigen Verhörmethoden von Blaine zu widerstehen und werkelt dazu noch an einem Fluchtplan, um aus seiner misslichen Lage zu entkommen. Als ihm es ihm tatsĂ€chlich gelingt aus dem âMeat Cuteâ zu entkommen, macht er sich jedoch nicht, wie man vermuten könnte, schneller als der Roadrunner aus dem Staub, sondern legt lediglich einen Boxenstopp ein, um sein kĂŒrzlich erworbenes Waffenarsenal aus seinem Auto zu holen.
Bis an die ZĂ€hne bewaffnet, mischt er den Fleischerladen und seine unfreundlichen Angestellten gehörig auf und macht dort keine Gefangenen. Dabei entgeht ihm allerdings Blaine, der zuvor Liv ĂŒbers Ohr gehauen hatte, um an sein wertvolles Astronautenhirn zu gelangen. Dieser lĂ€sst Major schwer verwundet zurĂŒck, um im vorderen Teil des Ladens durch eine Kugel von Liv begrĂŒĂt zu werden, die ihn als Zombie allerdings mehr verĂ€rgert als in Gefahr bringt.
Doch Blaines Versuche, Liv einzuschĂŒchtern und zu provozieren gehen fĂŒr ihn gehörig nach hinten los, da sie kurz darauf eine Spritze mit Gegenmittel in seinem Bein versenkt und ihn somit wieder menschlich werden lĂ€sst. Damit Major ĂŒberleben kann, ist jedoch der umgekehrte Prozess von Nöten, sodass Liv nicht lange zögert, ihn zu infizieren.
Als Major kurze Zeit spĂ€ter in Sicherheit aufwacht, ist er allerdings alles andere als dankbar fĂŒr seine Rettung und verleitet durch seine EnttĂ€uschung und seinen Schmerz Liv dazu, ihm den Rest des Gegenmittels zu verabreichen. WĂ€hrenddessen resultiert Lieutenant Suzukis Versuch, das Blutbad im âMeat Cuteâ auf Blaine zu schieben, in lebensbedrohlichen Verletzungen fĂŒr Livs Bruder Evan (Nick Purcha). Zum GlĂŒck hat Liv mit Null negativ genau die richtige Blutgruppe, um ihrem Bruder zu helfen, wenn da nicht das kleine Problem mit der daraus resultierenden Verwandlung im Weg stehen wĂŒrde.
Der Kommisar is in town
Blaine's World fĂ€ngt mit der VervollstĂ€ndigung der Geschichte aus der letzten Episode Ă€uĂerst langsam an und bringt damit zunĂ€chst Max Rager wieder ins Spiel, um sie zum Ende hin wieder auszubremsen. Der Konzern wird dadurch temporĂ€r auf die Ersatzbank geschickt, wĂ€hrend trotzdem deutlich gemacht wird, dass dieser sich noch lange nicht geschlagen gibt. Ein wirklich interessanter Aspekt dabei ist, dass Max Rager vorhat, die Zombiekomponente in ihrem Energydrink loszuwerden und durch die Eliminierung der dadurch entstandenen Zombies aus ihrer Sicht Schadensbegrenzung betreibt. Wenn die Bereitschaft vorhanden ist, die lebenden Toten loszuwerden, wĂ€re vielleicht eine Kooperation mit Ravi fĂŒr ein Heilmittel nicht auszuschlieĂen, da beide prinzipiell das gleiche Ziel verbindet, auch wenn sie unterschiedliche Methoden einsetzen.
Camerons Flucht stellte uns Vaughns Assistentin (Leanne Lapp) vor, die neben Brian Markinson ein weiter Neuzugang fĂŒr Team Max Rager unter der Leitung von Vaughn (Steven Weber) sein könnte. Eigentlich war ich auch sehr sicher, dass sie den Milchshake vergiftet hat, was wohl auch besser als die Autobombe funktioniert hĂ€tte, aber weniger Vorhersagbarkeit ist fast immer eine gute Sache. GrundsĂ€tzlich empfand ich die erste HĂ€lfte der Episode als ein wenig zu langgezogen, da ich unbedingt wissen wollte, was im âMeat Cuteâ passiert und so der Eindruck entstand, dass durch den langsamen Anfang ein wenig das Momentum der Episode ausgebremst wurde.
DafĂŒr war Blaine's World, sobald die Folge ins Rollen geriet, nicht mehr zu bremsen. ZunĂ€chst ist die Mischung aus Sarkasmus, Humor und Ernsthaftigkeit seitens Blaine (David Anders) wirklich gut gewĂ€hlt. David Anders bringt mit seiner Darstellung einen lockeren Unterton mit in sein Schauspiel, ohne dass seine Figur ins LĂ€cherliche abrutscht und trotzdem jederzeit bedrohlich bleibt. Davon abgesehen sind gerade diese Folge einige seiner SprĂŒche einfach zum einrahmen. AuĂerdem wirkt er trotz seiner Vorgeschichte und seinen Taten durch sein charismatisches Auftreten zu keinem Zeitpunkt wirklich unsympathisch.

Sein GegenĂŒber in Form von Major durfte diese Episode seine gröĂte Evolution als Charakter entwickeln. Wer hĂ€tte gedacht, dass der zum Anfang der Staffel so ruhig und harmlos wirkende Exfreund unserer Protagonistin nach seiner erfolgreichen Flucht eine Kehrtwende macht, um als Ein-Mann-Armee dermaĂen in Blaines Laden aufzurĂ€umen. Die englischsprachige Version von Falcos Song âDer Kommisarâ der Band After The Fire sorgt dabei fĂŒr ein einmaliges Flair und bringt dabei auch noch akute Ohrwurmgefahr mit sich.
Major lies mich als Figur eine ganze Weile lang kalt, doch wĂ€hrend dieser Szenen ist es schwer, ihn nicht anzufeuern. Allerdings stellt er ironischerweise eine Gefahr fĂŒr die Balance in Seattle dar. Wie Blaine richtigerweise anmerkt, ist kaum vorherzusagen welche Konsequenzen es haben wird, wenn er seine Kunden nicht mehr mit Gehirnen beliefert. Zudem kennt er die Namen und die Anzahl dieser Zombies, die schlieĂlich nicht alle wie Liv durch ihren Job mit Nahrung versorgt werden. Somit könnte Blaine sogar ein wichtiger Faktor sein, der die Stadt vor der Zombieapokalypse bewahrt. Die Frage wird jetzt sein, ob seine Gier trotz seiner Heilung groĂ genug bleibt, um ohne sein GeschĂ€ft weiterzuarbeiten. Vielleicht reicht ihm auch einfach der Erlös der Astronautenhirne. Auf jeden Fall ist es eine gute Entscheidung, ihn weiterhin als Antagonisten im Boot zu behalten und somit die emotionale Spannung zur Hauptfigur der Serie ĂŒber die Staffel hinaus beizubehalten, schlieĂlich hat man darin bereits eine Menge investiert.
Bloodbath and beyond
Ein besonders beachtenswerter Aspekt ist auch die Rolle, die Liv im Staffelfinale ausfĂŒllt. Im Gegensatz zum GroĂteil der anderen Figuren ist sie nie direkt in Lebensgefahr, da Blaine keine Bedrohung in ihr sieht. DafĂŒr gerĂ€t sie von einem moralischen Dilemma ins nĂ€chste. Major durch die Infizierung zu retten schien fĂŒr sie dabei zunĂ€chst relativ einfach, doch dieser will anscheinend nicht zu dem werden, was er hasst, auch wenn sein Leben davon abhĂ€ngt. Dadurch fĂ€llt sie eine Entscheidung die Segen und Fluch gleichzeitig fĂŒr ihr Gewissen ist. Damit setzt sie die mögliche Heilung fĂŒr sich und alle anderen Zombies aufs Spiel, was sich in der zweiten Staffel definitiv zu rĂ€chen droht. Auf jeden Fall wird sie sich deswegen fĂŒr kommende Schwierigkeiten, welche von den lebenden Toten verursacht werden, ziemlich sicher Verantwortlich fĂŒhlen.

So oder so ist es eine drastische und impulsive Entscheidung, die zeigt, wie wichtig ihr Major tatsĂ€chlich ist. Dass nun im Krankenhaus ausgerechnet kein Blut der seltenen Null-negativ-Gruppe ihres Bruders mehr vorhanden ist, wirkt zwar ein wenig weit hergeholt (wenn auch nicht unmöglich), dient aber zum Aufbau eines weiteren groĂen Konflikts, der sie erneut in die Bredouille bringt. Zumindest scheint sie sich dagegen entschieden zu haben, einen weiteren Untoten zu kreieren. Das Gehirn der Woche scheint dieses Mal bei ihren wichtigen EntschlĂŒssen nur eine marginale Rolle gespielt zu haben.
Eine weitere Frage fĂ€llt in der ganzen Aufregung beinahe weg: Wo war eigentlich Ravi? Davon abgesehen, dass er generell etwas mehr Screentime vertragen könnte, wĂ€re es schön, wenn er mehr als nur der Hersteller des Heilmittels fĂŒr die Story bleiben wĂŒrde.
Fazit
Blaine's World fĂ€ngt etwas behĂ€big an, um sich in der zweiten HĂ€lfte nicht mehr bremsen zu lassen. iZombie dreht noch einmal auf, lĂ€sst im wahrsten Sinne des Wortes keinen Stein mehr auf dem anderen stehen und liefert ein emotionales und packendes Staffelfinale. Damit wird eine ohnehin schon sehr gute erste Staffel auf einer spektakulĂ€ren Note beendet. Viele der Darsteller dĂŒrfen im Zuge dessen noch einmal ihr Können unter Beweis stellen. Dabei wurden genug BrĂŒcken intakt gelassen, um eine spannende zweite Staffel mit diversen neu gemischten Karten und Voraussetzungen zu beginnen. iZombie gehört fĂŒr mich dieses Jahr zu den positiven Ăberraschungen, was unter anderem der tollen Leistung von Rose McIver zu verdanken ist. Sollte die Serie ihr qualitatives Niveau aufrecht erhalten oder gar noch steigern können, so ist ihr eine Langlebigkeit zu gönnen, die vergangenen Serien unter der Leitung von Rob Thomas leider nicht zuteil wurde.
Verfasser: Tim KrĂŒger am Mittwoch, 10. Juni 2015iZombie 1x13 Trailer
(iZombie 1x13)
Schauspieler in der Episode iZombie 1x13
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