How I Met Your Mother 8x08

Als Liebhaberin der Comedyserie How I Met Your Mother fragte man sich ja schon bei einigen der letzten Folgen, warum man sich das noch antut. Und dann kommen Folgen wie Twelve Horny Women und man weiß es wieder. Die Folge ist einfach „klassisch“ zu nennen. So, und genau so muss „HIMYM“ sein.
A little ways down the road
Aber was genau macht Twelve Horny Women nun so klassisch? Nun, da wäre zuerst Plot Nummer Eins: Marshall (Jason Segel), der vor Gericht gegen Brad (Joe Manganiello) antritt, findet sich vor einem Richtergremium wieder, dem er offensichtlich Rede und Antwort stehen muss. Und während der Zuschauer noch denkt, Marshall habe sich im Prozess total daneben benommen, kommt am Ende eben heraus, dass er sich lediglich für das Amt eines Richters bewerben will. Das war unerwartet und ein sehr raffinierter Schachzug, aus einer nominellen Niederlage (trotz des offiziellen Prozessgewinns) eine positive Entwicklung zu generieren.
Wirklich schön bei der Anhörung ist, dass Marshall die Richter genauso hinhält wie Ted seine Kinder (und das Publikum) - aber wenigstens kommt Marshall in der Folge noch zu einem Ende für seine Geschichte. Highlight der Episode: die Gerichtszeichnerin (Nancy Stone), und wie sie auf Brad und Marshall reagiert - grandios. Glaubwürdig auch wie Marshall im Prozess und auf den Ausgang agiert. Das Ganze gepaart mit der Überzogenheit von Brads Prozessführung - wirklich gut.
Bad Ass
Und auch der zweite Plot bleibt in der bewährten Struktur „Und es kommt anders, als man denkt“. Fast jedenfalls. Während sich die rebellische Phase von Ted (Josh Radnor), Robin (Cobie Smulders) und Barney (Neil Patrick Harris) wie erwartet als Lug und Trug herausstellt, scheint Lily wirklich ein Bad Ass gewesen zu sein. Jedenfalls bis zu einem bestimmten Maß. Wunderbar, wie sie in Anlehnung an ihre Rolle als böse Willow in Doppelgangland (Buffy the Vampire Slayer) die Straße leerfegt und Angst und Schrecken verbreitet.
(Kleine Fußnote am Rande: Scooter (David Burtka) sagt hier selbst, er hieße Jeff. In Something Borrowed wird jedoch gesagt, sein bürgerlicher Name sei Bill. Aber wer wird denn kleinlich sein?)
Der übergreifende Plot um Barney und Robin hingegen birgt keine Überraschungen, zumindest nicht in dieser Folge. Was aber auffällt ist, wie gut und natürlich ihre Reaktionen rüber kommen, vor allem, wenn man die letzten Folgen als Maßstab nimmt. Besonders Barneys Monolog am Ende ist glaubhafter als alles, was er bisher in dieser Staffel von sich gegeben hat - was die Frage aufwirft, ob Harris Darstellung von Barney in den letzten Episoden eben vielleicht bewusst so unglaubwürdig angelegt war. Jedenfalls steht das so zu hoffen.
Fazit
Eine fast-fünf-Sterne-Folge.
Zwar wissen wir jetzt, dass es noch ein wenig dauern wird, bis Marshall erfährt, ob er Richter wird oder nicht, aber irgendetwas wird sich definitiv bei ihm in absehbarer Zeit ändern.
Durch Barneys Ansprache wird Robin anscheinend bewusst, dass ihr irgendetwas an der Tatsache nicht gefällt, dass Barney nicht mehr alles tun wird, um sie zurück zu bekommen. Ob er nun einfach „hard to get“ spielt oder anders zum Ziel kommt: Die bereits etablierte Tatsache, dass er schließlich mit Robin vor dem Altar landen wird, beweist, das er damit richtig gefahren ist.
Eine ganz andere Frage stellt sich in diesem Zusammenhang dem Zuschauer: Marshall geht weiter seinen Karriereweg in die Richtung, um das zu tun, was ihm wirklich am Herzen liegt. Bei Robin und Barney stehen ganz offensichtlich auch Veränderungen an. Ted ist - wieder mal - derjenige der stillsteht und der endlich sein Leben in die Hand nehmen muss.
Bleibt zu hoffen, dass er es endlich - und bald - tut. Und das der Weg dahin mit genau so guten Folgen gespickt ist wie Twelve Horny Women.
Verfasser: Sabine Stevenson am Donnerstag, 29. November 2012(How I Met Your Mother 8x08)
Schauspieler in der Episode How I Met Your Mother 8x08
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