How I Met Your Mother 8x07

Während die letzten beiden Folgen von How I Met Your Mother wieder leise die Hoffnung auf den alten Sinn für Humor aufkeimen ließen, erstickt The Stamp Tramp dieses zarte Pflänzchen leider wieder im Keime. Trotzdem gibt es Punkte für wichtige Hinweise auf das, was (hoffentlich) noch kommen mag - und für eine nette Idee in der Storyline. Und, weil die Autorin die Serie an sich eigentlich mag...
Von Stripclubs und Anwälten
Barney (Neil Patrick Harris) hat es schwer. Seit er sich von Quinn getrennt hat, kann er nicht mehr in seinen bevorzugten Stripclub Lusty Leopard gehen. Die einschlägigen Lokalitäten reißen sich um ihn und er kann sich nicht entscheiden, wen er mit seiner Anwesenheit beehren soll. Derweil trifft Marshall (Jason Segel) seinen alten Kommilitonen Brad (Joe Manganiello), der offensichtlich einen sozialen Absturz hinter sich hat. Weil Marshall ein guter Mensch ist, will er versuchen, bei seinem Chef ein gutes Wort für ihn einzulegen.

Dies löst eine Diskussion darüber aus, auf wessen Einschätzungen man sich verlassen kann und auf wessen nicht. Alle bis auf Ted (Josh Radnor) sind der einhelligen Meinung, dass Lily (Alyson Hannigan) die Königin in dieser Disziplin ist - und dass Marshall viel zu gut ist für diese Welt.
Und während Barney Robin (Cobie Smulders) als Stripclub-Agentin anstellt, versucht Ted die Gang davon zu überzeugen, dass er nicht nur auf die Ideen anderer Leute anspringt, sondern selbst immer schon die besten hatte. Marshall hingegen stellt Brad seinem Chef vor. Das geht aber nicht wirklich gut aus - und das, obwohl der Chef Brad nach einer Pause, in der Brad allein im Konferenzraum zurückbleibt, noch eine letzte Chance gibt. Danach fliegt er raus und Marshall ist endgültig so dermaßen unten durch, dass ihm die Teilnahme an einem großen Fall entzogen wird.
Das Leben ist kein Ponyhof
Als Stripclub-Agentin ist Robin komplett in ihrem Element und versucht auf der Suche nach dem neuen Stamm-Striplokal das Beste für Barney - und sich - 'rauszuholen. Vor allem für sich, wie eine Rolex und ein geschmackloser Kettenanhänger zeigen, die sie als Bestechung angenommen hat. Ted, der mit Lily durch all seine Videotagebücher aus seiner Studienzeit geht, stellt fest, dass er tatsächlich immer nur Trittbrettfahrer bei anderer Leute Ideen war. Und Marshall schafft es, sich nach Lilys Anweisungen wieder in das Team zurück zu schleimen, das den großen Gruber-Fall bearbeitet.

Am Ende stellt sich heraus, dass Ted durchaus den einen Moment hatte, in dem er selbst einen guten und richtigen Rat gab: Er war es, der Marshall dazu riet, seinem Gefühl für Lily nachzugeben, auch wenn er sie kaum kannte.
Vor Gericht steht Marshall plötzlich Brad gegenüber, der mitnichten ein Penner, sondern ein erfolgreicher Anwalt der gegnerischen Partei geworden ist. Er hat Marshall und seine Gutmütigkeit ausgenutzt, um an die Verhandlungsstrategie des Gegners heranzukommen - was Marshall seinen Job kosten könnte.
Barney und Robin hingegen kommen lachend und trunken gemeinsam aus einem Striplokal und versichern sich gegenseitig, wie viel Spaß sie miteinander haben. Bis Barney Robin küßt. Als sie ihn nach ein paar Sekunden zurückweist, bleibt Barney schwankend und allein zurück.
Fazit
Zwei Herzen wohnen in der Brust der Rezensentin: Auf der einen Seite gab es wirklich mal so was wie eine Charakterentwicklung. Ted stellt fest, dass er nie der innovative, hippe und unkonventionelle Kerl war, für den er sich immer gehalten hat. Er beginnt, sich realistischer zu sehen. Eine Tatsache, die die zukünftige Frau sicherlich zu schätzen weiß, sollte sie denn jemals auftauchen.
Marshall wird nach dieser herben menschlichen Enttäuschung eine andere Gangart in seiner Karriere einschlagen - oder zumindest wird uns das versprochen. Und Robin und Barney küssen sich zwar, springen aber nicht sofort wieder in alte Verhaltensmuster zurück und damit direkt in eine Beziehung (und/oder ins Bett).
Zudem war die Story um Brad unerwartet und die Idee ziemlich gut. Auch wenn die Umsetzung total überdreht und leicht unglaubwürdig war.
Von daher war die Folge durchaus produktiv und zukunftsweisend.
Aber sie war auch düster und hinterlässt irgendwie ein schales Gefühl. Zudem kann man langsam den Satz "But we get to that later" nicht mehr hören. Irgendwann möchte man auch einfach mal, dass später jetzt ist. Insgesamt wäre The Stamp Tramp eine wunderbare Folge für ein TV-Drama gewesen, für eine Comedy war sie einfach zu schwer.
Verfasser: Sabine Stevenson am Dienstag, 20. November 2012(How I Met Your Mother 8x07)
Schauspieler in der Episode How I Met Your Mother 8x07
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