How I Met Your Mother 8x04

Zugegeben, oberflächlich betrachtet ist Who Wants to Be a Godparent? wieder eine „Kinder“-Folge und bringt die Handlung von How I Met Your Mother nicht wirklich weiter, auf der Suche nach der Mutter. Gleichzeitig bringt sie aber Einblicke in das Seelenleben aller Protagonisten, auch wenn diese recht vorhersehbar sind.
Im Falle ihres Todes
Nachdem Lily (Alyson Hannigan) und Marshall (Jason Segel) jetzt einen Babysitter haben, können sie endlich einen Abend ohne Kind mit ihren Freunden verbringen. Nur leider haben weder Ted (Josh Radnor) noch Robin (Cobie Smulders) und Barney (Neil Patrick Harris) ihnen etwas zu sagen, was auf der Wichtigkeitsskala, die Lily und Marshall nach Marvins Geburt angesetzt haben, hoch genug ist.
Aber die beiden bleiben eh nur kurz bei ihren Freunden, da sie Zeit für sich haben möchten. So gehen sie spazieren und kommen fast unter die Räder eines Taxis. Diese Erfahrung veranlasst sie, sich Gedanken über ein Testament zu machen - und vor allem: wer sich Marvin annimmt, sollte ihnen etwas passieren. Nachdem die nächsten Verwandten im Schnelldurchlauf ausgeschlossen werden, bleiben nur noch ihre Freunde. Diese versuchen nun mit übergroßen Teddys und umgetexteten Kinderliedern im Wettbewerb „Bester Pate“, sich gegenseitig zu überbieten.
Daher veranstalten die Eltern eine Art Gameshow, in der die drei ihre Fähigkeiten als Paten in den verschiedenen Disziplinen wie „Wie sag ich Marvin, dass ihre Eltern verstorben sind?“, „Wie kläre ich ihn auf?“ und „Wie bestrafe ich ihn?“ unter Beweis stellen sollen.
Wer ist der schlechteste Freund?
Die Antworten bei diesem Wettbewerb geben Einsicht in die Erfahrungen und Meinungen der drei: Robin verarbeitet ganz offensichtlich immer noch die Erziehung durch ihren Vater, Ted erfindet die Handpuppe Infosaurus und Barney kreiert einen kleinen Mini-Barney. In einem Wort - nach Ende der Spielzeit ist noch kein geeigneter Pate in Sicht, nachdem Marshall festgestellt hat, dass keiner der drei auch nur eine Ahnung hat, was es bedeutet, Eltern zu sein.
Daraufhin kontert Barney, Lily und Marshall hätten keine Ahnung mehr, was es bedeutet, ein guter Freund zu sein. Robin und Ted stimmen zu, dass beide nur noch im „Elternspace“ zu Hause sind und sich nicht mehr wirklich für das Leben der anderen interessieren. Damit verlassen sie die Wohnung. Nach einigem Überlegen müssen sich Lily und Marshall eingestehen, absolut keine Ahnung mehr zu haben, was ihre Freunde bewegt oder was sie gerade durchmachen.
Sie heuern noch mal Lilys Vater an, gehen runter ins MacLaren's und informieren ihre Freunde darüber, dass sie ab jetzt wieder alles über sie wissen wollen - ohne jegliche Wichtigkeitswertung. Außerdem machen sie mit ihnen die Nacht durch. Im Gegenzug nehmen die anderen Marvin, als er um kurz nach fünf morgens wach wird, was allerdings durchaus vorhersehbar ist.
Ebenfalls sehr vorhersehbar setzen Lily und Marshall dann auch alle drei als Paten für das Kind im Falle ihres Todes ein.
Fazit
Was die Bewertung dieser Folge sehr schwierig macht, ist die Diskrepanz zwischen dem Thema der Episode und der schauspielerischen Leistung.
Denn das Thema ist eine logische Folge des Elternseins von Lily und Marshall. Die meisten frischgebackenen Eltern denken automatisch über den eigenen Tod - und was dann mit dem Kind geschieht - nach. Ebenso befinden sich fast alle Neueltern in ihrer eigenen kleinen Blase, in der nur noch sie und ihr Kind zählen. Diese beiden Dinge werden sehr glaubhaft dargestellt, was für mich ein großer Pluspunkt ist. Die Art und Weise, wie Robin, Barney und Ted mit den an sie gestellten Aufgaben umgehen, ist zudem originell, entspricht ihrem Charakter und gibt zumindest bei Robin und Ted schöne Einblicke.
Leider ist es aber auch eine der ganz wenigen Folgen, in denen - bis auf Marshall - die Schauspieler komplett versagen. Während Marshall in den letzten Folgen eher schwach war, zeigt ausgerechnet er in Who wants to be a godparent? endlich mal wieder, was er kann. Das Spiel aller anderen hingegen wirkt aufgesetzt und künstlich.
Ganz grauenhaft und übertrieben ist auch das Geschluchze von Lily, sobald irgendjemand das Wort Tod nur erwähnt. Nicht nur die Tatsache, dass sie dauernd in Tränen ausbricht, nervt - auch die gekünstelte Art des Weinens war schrecklich. Teds Professor Infosaurus ist selbst für seine Verhältnisse kindisch - auch wenn er die Handpuppe anscheinend bei seinen eigenen - von der hoffentlich irgendwann mal auftauchenden Mutter noch zu gebärenden - Kindern wiederbeleben wird. Robin wirkt bei all dem nicht, als ob sie überhaupt Patin werden möchte. Es wirkt so, als mache sie nur mit, weil sie nicht hinter den anderen anstehen will und ein ordentlicher Wettkampf von ihr erwartet wird. Einzig bei Barney könnte man noch gelten lassen, dass er mit der halbherzigen Darstellung vermitteln will, dass er gar nicht mehr der Womanizer ist, der er sein will. Aber da ist schon sehr viel guter Willen hineininterpretiert... Dazu gehört auch der „Broller“, ein Kinderwagen mit integrierter Busen-Spann-Kamera, der nett, aber sehr bemüht daherkommt.
Die drei Sterne bekommt die Folge also eher für das konsequente und realitätsnahe Weiterspinnen der Geschichte, nicht jedoch für ihre Ausführung oder gar ihre Witzigkeit.
Verfasser: Sabine Stevenson am Dienstag, 16. Oktober 2012(How I Met Your Mother 8x04)
Schauspieler in der Episode How I Met Your Mother 8x04
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