How I Met Your Mother 8x03

How I Met Your Mother 8x03

Bangtoberfest, ein Kindermädchen für Barney und zwei fast perfekte Beziehungen - How I Met Your Mother nimmt Fahrt auf. In der dritten Folge der achten Staffel relativiert sich Lilys Kindheit, Barney versucht in sein altes Ich zurück zu schlüpfen und Ted und Robin machen sich was vor.

Mickey (Chris Elliott) und Lily (Alyson Hannigan) in der Episode „Nannies“ der Serie „How I Met Your Mother“ / (c) CBS
Mickey (Chris Elliott) und Lily (Alyson Hannigan) in der Episode „Nannies“ der Serie „How I Met Your Mother“ / (c) CBS

Es scheint fast, als könnte How I Met Your Mother im Moment nicht ohne Anlehnung an die deutsche Sprache auskommen. In Nannies ruft man das „Bangtoberfest“ aus, mit dem der alte Barney (Neil Patrick Harris) mit dem ganz großen, noch nie da gewesenen Coup allen zeigen will, dass er wieder zurück ist.

Mary Poppins 2012
Lily (Alyson Hannigan) hat ganz andere Probleme. Sie soll am nächsten Montag wieder arbeiten gehen und noch immer ist keine Nanny in Sicht. Dafür steht ihr Vater Mickey (Chris Elliot) vor der Tür. Sein Haus ist niedergebrannt - er kam sogar in die Nachrichten damit, weil er in das brennende Haus zurückgerannt war, um seinen Kartoffelsalat zu retten. Er bietet an, sich um Marvin zu kümmern, was aufgrund Lilys Kindheit für Marshall (Jason Segel) und Lily natürlich nicht in Frage kommt.

Während sich Lily und Marshall also durch ein Heer entweder zu teurer oder zu unfähiger Nannys kämpfen, stellt Barney fest, dass alles, was er sich einfallen lässt, um Frauen ins Bett zu bekommen, schon mal da gewesen ist. Schlimmer: Es fällt ihm einfach nichts Neues ein, um seine neu gewonnene Freiheit wirklich gebührend zu feiern. Bis er Lily trifft, die zwar mittlerweile in Mrs. Buckminster (Jane Carr) das perfekte Kindermädchen gefunden hat, sie aber leider nicht bezahlen kann.

Während Lily auf einer Tagesmutterseite surft, um eine bezahlbare und fähige Nanny zu finden, hat Barney endlich die zündende Idee: Er gibt sich als alleinerziehender Milliardär aus, der ein Kindermädchen für seinen nicht existenten Sohn sucht, das er dann vorgibt, heiraten zu wollen. Eines dieser bedauernswerten Geschöpfe war Lilys und Marshalls letzte Hoffnung, so dass sie den, mit Blick auf Marvin, „Son of a....itch-bay“ zur Rede stellen und Lily ihn als den mit Leichtigkeit kindischsten Mann der Welt betitelt - noch vor Marshall.

Best babysitter of all
Am nächsten Morgen steht Mrs. Burkminster bei den dreien vor der Tür. Barney hat sie für Marvin angeheurt und bezahlt. Dumm nur, dass Lily einen Gluckenanfall bekommt und Klein-Marvin nicht hergeben will. Sie nimmt ihn, geht ins Kinderzimmer und schläft mit ihm auf dem Arm ein, wo sie Marshall nachmittags immer noch schlummernd findet. Nur hat sie statt ihres Kindes einen Stoffaffen im Arm. Marvin hingegen war mit seinem Opa im Park - gleich nachdem der so ungefähr alle Arbeiten, die gemeinhin mit einem Baby zu tun haben, erledigt hatte.

Es stellt sich raus, dass Mickey nicht von Anfang an ein Rabenvater war - er hat sich die ersten Jahre um Lily gekümmert, während ihre Mutter arbeiten war. Als sie dann zur Schule kam, wusste er nicht mehr, was er mit sich anfangen sollte, wurde zum Spieler und damit ein hundsmiserabler Vater. Als Beweis zeigt er ihr ein Fotoalbum, in dem diese ersten Jahre dokumentiert sind - das, nicht der Kartoffelsalat, war es, weswegen er eigentlich in das brennende Haus zurückgerannt war. Ein kurzer Blick in die Zukunft zeigt, dass er für Marvin ein ganz hervorragender Babysitter und Großvater werden wird.

Derweil rächen sich die belogenen Kindermädchen sehr schlagkräftig an Barney und er hat keine Ahnung, wie ihm geschieht. Vor allem versteht er nicht, warum er nicht mehr der Barney von früher sein kann, der keinerlei Probleme mit irgendwelchen Frauen und deren Gefühlen hat. So heuert er selbst Mrs. Buckminster an, die dazwischengeht, wenn er wieder in alte Verhaltensmuster zurückfällt. Und sie hat eine sehr effektive Methode: Die Dame im sehr gesetzten Alter geht selbst mit ihm ins Bett. Mehrmals - zumindest in einer Nacht.

My relationship is better than your relationship
Im Nebenplot streiten sich Ted (Josh Radnor) und Robin (Cobie Smulders) darum, wer glücklicher und wessen Partnerschaft perfekter ist. Nach dem üblichen Geplänkel stellt sich raus, dass Nick (Michael Trucco) ein absolutes Weichei ist und Victoria (Ashley Williams) ein Messie. Dennoch, Ted und Robin sehen darin die Chance, persönlich zu wachsen und stoßen auf ihre Beziehungen an. Aus dem Off klärt Zukunfts-Ted auf, dass beide Beziehungen innerhalb eines Monats beendet sein werden.

Fazit
Ein weiteres loses Ende wird aufgenommen und sozusagen verknotet - die Geschichte um Lilys Vater ist aufgelöst und relativiert sich. Und er wird weiterhin ein fester Bestandteil in ihrem Leben bleiben. Sehr positiv hebt sich How I Met Your Mother im Allgemeinen übrigens darin ab, dass überall, wo Marshall und Lily gemeinsam sind, auch das Kind ist - so und genauso ist es nun mal, wenn man ein Baby und keinen Babysiter hat. Ein Realismus, der nicht in jeder Serie so gegeben ist und die hiesige Darstellung junger Eltern sehr sympathisch macht.

Das angekündigte Ende von Robins und Teds Beziehungen wird plausibel vorbereitet und geht seinen Gang - schön, dass es diesmal nicht im Nebensatz erwähnt wird, sondern dass die beiden wirklich versuchen, ihre Beziehung aufrechtzuerhalten und nicht bei der ersten Schwierigkeit gleich wieder die Flinte ins Korn werfen. Hier hat man sich anscheinend endlich mal zu einer Charakterentwicklung entschlossen.

Und, wo wir gerade bei Charakterentwicklungen sind, sind wir auch schon bei Barney. Er will wieder das werden, was er vor Quinn war, aber ganz offensichtlich kann er das nicht. Der Konflikt, bei dem er teilweise wieder ganz der Alte zu sein scheint, teilweise aber merkt, dass es das nicht mehr sein kann, ist glaubhaft dargestellt. Er lässt den Zuschauer im positiven Sinne fragend zurück, in welche Richtung der - einstige (?) - Womanizer jetzt im Endeffekt gehen wird. Auch deswegen, weil er seinen eigenen Schwur gebrochen hat, mit keiner Frau über 30 ins Bett zu gehen.

Übrigens seit langem mal wieder eine Folge, die gleich zwei zitierwürdige Quotes bringt. Bezeichnenderweise beide von Nebendarstellern, denn so ganz haben die Hauptdarsteller immer noch nicht ihre Form gefunden.

Nicks „I don't want you to fix this. I just want to be heard.“ fasst nicht nur seine Beziehung mit Robin ziemlich gut zusammen.

Und Mrs. Burkins (die im Gegensatz zu ihrem deutschen Kollegen einen ganz hinreißenden und authentischen Akzent hat) „Off with you, dear. Go, make better decisions.“ war einfach nur großartig.

Alles in allem eine gute, vorwärtsbringende Folge - und eine, die endlich mal wieder ein Ende hat, mit dem keiner wirklich gerechnet hatte. Noch immer nicht ganz das Niveau früherer Staffeln, aber es wird... es wird.

Verfasser: Sabine Stevenson am Dienstag, 9. Oktober 2012
Episode
Staffel 8, Episode 3
(How I Met Your Mother 8x03)
Deutscher Titel der Episode
Die Super-Nanny
Titel der Episode im Original
Nannies
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 8. Oktober 2012 (CBS)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 8. Mai 2013
Autor
Chuck Tatham
Regisseur
Pamela Fryman

Schauspieler in der Episode How I Met Your Mother 8x03

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