How I Met Your Mother 7x20

© usschnitt aus der âHow I Met Your Motherâ-Episode âTrilogy Timeâ / (c) CBS
„Was wĂ€re, wenn...“ wird sich in der How I Met Your Mother-Episode Trilogy Time gefragt. Oder muss die Frage vielleicht eher lauten: „Wie wird es wohl in drei Jahren werden?“ Dabei weicht die Vorstellung signifikant von der RealitĂ€t ab.
Trilogy Time
Es gehört zur Tradition, dass Marshall (Jason Segel) und Ted (Josh Radnor) - und seit dem Ende der Collegezeit auch Barney (Neil Patrick Harris) -, immer wenn sie die Star-Wars-Trilogie anschauen, darĂŒber philosophieren, wie sich ihr Leben innerhalb der nĂ€chsten drei Jahre wohl entwickeln wird.
WĂ€hrend Marshall und Barney ĂŒber weite Teile zunĂ€chst konstante Vorstellungen haben, liegt Ted am weitesten von der RealitĂ€t entfernt. Denn Teds Suche nach der perfekten Frau hat sich, wie wir wissen, dadurch ausgedrĂŒckt, dass er zum Beispiel mit Frauen zusammen war, die sich wie Robin (Cobie Smulders) nicht binden wollten, bzw. fast getraut wurde, wobei er jedoch von Stella (Sarah Chalke) vor dem Altar verlassen worden war. Und in Teds Vorstellung sind die Frauen noch viel spezieller. Entweder sind sie Rockstars, Heimchen oder aber seine Traumfrau ist eine schwerreiche Französin.
Bei Marshall spielt (fast) immer Lily (Alyson Hannigan) eine Rolle. Fast, da das perfekte Paar ja im Jahr 2006 durch eine kurze Trennungsphase gegangen war. Doch stets geht es darum, dass Lily mit Marshall liiert ist und/oder Nachwuchs - und das nicht zu knapp - unterwegs ist. ErgĂ€nzt wird das Ganze, Marshalls Vorstellungskraft nach, durch einen stylischen Bart und immer ausufernderer Kleidung und Anstellungen - bis hin zur RitterwĂŒrde. Bei Barney geht es zumeist darum, mit möglichst vielen verschiedenen Frauen anzubandeln. Doch im Jahr 2012 Ă€ndert sich seine Vision fĂŒr die Zukunft fundamental. Denn mittlerweile ist er mit Quinn (Becki Newton) zusammengezogen und daran möchte er zunĂ€chst nichts Ă€ndern, sondern ist sogar zu Kompromissen bereit.
Can I make one little adjustment?

Wieder einmal klingt das Konzept dieser Gimmick-Episode - und das ist Trilogy Time nun mal - auf dem Papier recht vielversprechend und man kann sich wahrlich nicht ĂŒber Ideenmangel beschweren; sondern wohl eher darĂŒber, dass die Vorlagen nicht richtig zu Lachern verwandelt werden. Denn die Fantasien wirken hĂ€ufig etwas lahm und zahm, auch wenn sie einigermaĂen konsequent auf die Charaktere gemĂŒnzt sind. Marshall ist selbstredend blind in Lily, seine absolute Traumfrau, verschossen, und will nur die nĂ€chsten logischen Schritte mit ihr gehen - inklusive „just a little adjustment“ (dem angesprochenen Schnurrbart).
Barney lebt den Traum und hat immer eine andere, wenngleich er sich ertrĂ€umt, dass irgendwann auch einmal „back boobs“ bei Frauen möglich wĂ€ren. Und Ted hat reichlich unrealistische Vorstellungen, von der Frau, mit der er gerne einmal zusammenleben wĂŒrde, die in der Regel von einem Platzhalter (also Cobie Smulders, die diesmal als Stormtrooper glĂ€nzen darf) verkörpert wird. Witzig sind dabei kleine eingestreute Details, wie die Titelseiten von Zeitungen, die beispielsweise PrĂ€sident Gore oder eine dritte Amtszeit von George W. Bush thematisieren.
Die Visionen werden jeweils mit der RealitĂ€t verglichen, was gleichzeitig bedeutet, dass die Zuschauer einen Blick durch die Geschichte der Serie, aber auch einen Querschnitt durch die Freundschaft der drei MĂ€nner erhalten. In der Gegenwart angekommen, ergibt sich jedoch ein anderes Bild: Plötzlich lebt Marshall den Traum, Barney sucht nach Bindung und Quinn scheint die AuserwĂ€hlte zu sein, was auch in der gemeinsamen Wohnung durch die Opferung einiger Tassen symbolisch besiegelt wird. Nebenbei wird ein Problem behandelt, das wohl manche frische Paare kennen. Was macht man, wenn sich der Magen mit zu viel ĂŒberflĂŒssiger Luft fĂŒllt? Barney regelt das durch einen tĂ€glichen Trip vor die TĂŒr, nach dem so mancher seine Uhr stellen kann. Doch auch Quinn hat offenbar Ă€hnliche Probleme, wie sich herausstellt. Passen die beiden wirklich so gut zusammen oder nimmt das ein böses Ende? Immerhin geht Quinn auch auf Barneys Stormtrooper-Fantasie ein... Vielleicht sollte man bezĂŒglich der Hochzeit noch einmal die Szene aus dem Jahr 2015 betrachten - da versteckt Barney seine Hand ziemlich auffĂ€llig...
Meet Baby Mosby
Ted merkt wĂ€hrenddessen zum gefĂŒhlten x-ten Mal , dass er nicht glĂŒcklich, beziehungsweise nicht da ist, wo er gerne wĂ€re und es so nicht weiter gehen kann. Doch langsam wird ernst gemacht. Die Autoren setzen sich nĂ€mlich selbst eine Deadline, indem sie drei weitere Jahre ins Jahr 2015 blicken und offenbaren, dass Ted eine kleine Tochter hat, die als Baby zum ersten Mal „Star Wars“ guckt.
Das bedeutet also, dass Ted nicht nur die Mutter spĂ€testens 2014 trifft (was aber bedeuten wĂŒrde, dass er sie unter UmstĂ€nden sofort schwĂ€ngert) oder aber er trifft sie frĂŒher, damit der Zuschauer sich auch etwas an sie gewöhnen kann. Zumindest wenn es sich dabei nicht um eine Kandidatin handelt, die bereits zuvor in der Serie aufgetaucht war. So oder so, das Treffen rĂŒckt unumstöĂlich nĂ€her. Noch sind in dieser siebten Staffel drei Episoden offen und glaubt man den Showrunnern, so lernt Ted die Frau bei Barneys Hochzeit kennen. Aber das will ja bei How I Met Your Mother noch nicht heiĂen, dass die Zuschauer sofort eingeweiht werden oder dass nicht wieder irgendwie getrickst wird.
Fazit
Wieder einmal eine Gimmick-Episode, die vielleicht nicht einen BrĂŒller nach dem anderen liefert, aber ein paar nette emotionale Momente und Offenbarungen enthĂ€lt. Gutes MittelmaĂ.
Verfasser: Adam Arndt am Donnerstag, 12. April 2012(How I Met Your Mother 7x20)
Schauspieler in der Episode How I Met Your Mother 7x20
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?