How I Met Your Mother 7x12

An dieser Stelle wurde schon viel spekuliert, wie es bei How I Met Your Mother weitergehen wird, denn die Entwicklungen der letzten Handvoll Episoden boten reichlich GesprĂ€chsstoff. Die Symphony of Illumination sorgt nun zumindest fĂŒr einige AufklĂ€rung, was Robins (Cobie Smulders) Geschichte angeht.
Symphony of Illumination
Die Episode startet mit einem unerwarteten Bild und einer ungewöhnlichen ErzĂ€hlung. Robin erzĂ€hlt ihren zwei Kindern nĂ€mlich, wie sie ihren Vater kennengelernt hat. Dabei handelt es sich angeblich um niemand geringeren als Barney (Neil Patrick Harris), der nicht umhin kommt, Robins Schwangerschaftsoffenbarung mit dummen Kommentaren ĂŒber ihr Gewicht und ihre BrĂŒste zu begleiten und wird dafĂŒr gekonnt mehrfach von Robin ausgeknockt. Robin hat zwar noch keinen Schwangerschaftstest gemacht, aber sie ist in diesem Monat „spĂ€t“ dran, was ihr, nach eigener Aussage, noch nie passiert ist. Sie möchte auch nicht die anderen Cliquenmitglieder und ihren Freund Kevin (Kal Penn) darĂŒber informieren. Was die Lage noch verkompliziert: Bisher hat sie noch nicht mit Kevin geschlafen, was Barney zum einzigen Vaterschaftskandidaten macht. WĂ€hrend sich Barney freut, dass die Möglichkeit besteht, Vater zu werden, bricht fĂŒr Robin eine Welt zusammen, denn eigentlich wollte sie nie Kinder haben.
Die beiden möglichen zukĂŒnftigen Eltern begleiten nun Lily (Alyson Hannigan) bei einer Einkaufstour fĂŒr Schwangerschaftsutensilien und werden dabei von einigen Horrorgeschichten abgeschreckt. Etwa Produkten, die Schwangere brauchen, weil die Geburt einige empfindliche Körperteile deutlich mitnimmt oder ehemalige Freunde, die frĂŒher Partylöwen waren und nun als mehrfache Eltern zu Familienmenschen mutiert sind.
Marshall (Jason Segel) versucht sich derweil im kompetitiven HĂ€userschmĂŒcken, denn ein Internetvideo zeigt die Weihnachtsdekoration eines Konkurrenten aus der „Tri-State-Area“, die eine beeindruckende Sound- und Klangkulisse vorweist. Marshall möchte nun Ăhnliches an seinem neuen Haus in Long Island schaffen. Als ein Nachbarsjunge ihn anspricht und ihm Hilfe anbietet, kommt der Vaterschaftsinstinkt in ihm durch und er freut sich darĂŒber. Doch bald stellt sich heraus, dass Scott (Chase Ellison) finstere Motive verfolgt und das Haus nur fĂŒr ein wildes Saufgelage missbrauchen will. Denn nachdem Marshalls Handy vom Dach fĂ€llt, stiehlt Scott dessen Leiter.
Bei Robin stellt sich bald heraus, dass es sich um einen Fehlalarm handelt - und die nĂ€chste Hiobsbotschaft kommt gleich hinterher: Sie kann keine Kinder haben. Sie lĂ€sst ihre Freunde jedoch darĂŒber im Dunkeln tappen, obgleich diese ihr ansehen, dass etwas nicht stimmt. Die Kanadierin schiebt die hanebĂŒchene ErklĂ€rung hinterher, dass sie keine Chance hat, einmal Stabhochspringerin zu werden. Auch wenn sie sich entschlieĂt, Weihnachten allein zu verbringen, hat ihr Kumpel Ted (Josh Radnor) eine charmante Ăberraschung fĂŒr sie parat.
How I Met Your Father
Symphony of Illumination, die zwölfte Episode der siebten Staffel von How I Met Your Mother wagt einen interessanten Ansatz, der mit den Erwartungen der Zuschauer spielt. Robin ĂŒbernimmt die Rolle des ErzĂ€hlers und lĂ€sst die Fans im Glauben, dass Robin nicht nur eines sondern gleich zwei Kinder bekommen könnte und dass Barney der Vater ist. Dazu gehören natĂŒrlich auch Ted-esque fake outs.
Die Episode ist schon eine Achterbahnfahrt der GefĂŒhle, auch wenn man sich als aufmerksamer Zuschauer zusammenreimen kann, dass Robin eigentlich keine Kinder möchte, sollte man bei dieser Serie die Möglichkeit eines plötzlichen Sinneswandels wohl nie ausschlieĂen. Doch so konsequent wie hier der Figur Robin nicht nur die Mutterschaft eines Kindes mit Barney verwehrt wird - denn hier sollten auch die letzten vereinzelten Stimmen verstummen, die die nahezu unmögliche Auflösung erwarten, dass Robin „die“ Mutter (von Teds Kindern) sein könnte. GĂ€nzlich ausgeschlossen ist es selbstredend nicht, dass Dr. Sonya (Vicki Lewis) eine Fehldiagnose stellt, aber gleichzeitig wurde schon des Ăfteren betont, dass „Aunt Robin“ einmal eine Karriere als reisende Reporterin machen wird.
Insgesamt kann man sagen, dass die einleitenden Minuten mit dem einseitigen Faustkampf zwischen Robin und Barney und dem Twist mit der ErzĂ€hlung sowie die Schlussminuten, mit der AufklĂ€rung bezĂŒglich der Kinder als Robins Gedankenkonstrukt und Teds „AC/DC“-Weihnachtsbeleuchtung, einfach nur stark sind. Wie toll ist eigentlich Teds Geste?

Cobie Smulders liefert in der gesamten Episode eine starke schauspielerische Leistung ab, die den Balanceakt zwischen Drama und Comedy spielend meistert. Hier begibt sich How I Met Your Mother auf ein Herzschmerz-Terrain, das sonst meisterlich von Serien wie Scrubs und vereinzelten Futurama-Episoden (ja, „Futurama“! Vergleiche die Episode Jurassic Bark) bedient wird. Plötzlich ist es ĂŒbrigens wieder unklar, ob Robin tatsĂ€chlich Barney heiraten könnte. Denn es scheint, dass die Nachwuchsfrage fĂŒr Barney doch wichtiger sein könnte als man dachte.
Von hinterlistigen Nachbarn und den TĂŒcken der Schwangerschaft
Marshalls Nebengeschichte ist diesmal etwas weniger ĂŒberzeugend als sonst in dieser Staffel, auch wenn die Idee an sich ziemlich nett scheint. Ein paar kleine Schmunzler gibt es doch. Zum Beispiel Scotts Versuch, sich mithilfe von Marshalls Handy ein Foto von Lilys BrĂŒsten zu sichern und seine Erpressungsversuche.
Auch der mittlere Teil der Episode, in dem Robin und Barney Lily begleiten und von einigen Produkten mit „Too-Much-Information“-Charakter - wie Brustwarzencreme - erfahren, ist amĂŒsant. Ebenso wie die Tatsache, dass, wann immer Barney in letzter Zeit mit Babys interagiert, sein Charme noch besser zur Geltung kommt. In diesem Kontext ist auch Robins Aussage „God damn it. That thing's as cute as crap“ hervorhebenswert. Der Einschub mit Insane Duane (Todd Grinnell) hinterlĂ€sst einen gemischten Eindruck. Irgendwie kommt das Ganze aus dem Nichts, liefert aber ein paar solide Gags und ein mögliches Zukunftsszenario fĂŒr Barney.
Eine Szene, die RĂ€tsel aufgibt, ist die zwischen Ted, Lily und Barney in McLaren's Pub. Dort wird ĂŒber die GrĂŒnde fĂŒr Robins Niedergeschlagenheit gerĂ€tselt und auch ein Seitensprung mit Barney witzelnd in den Raum geworfen. Ted weiĂ jedoch aus der Episode Tick Tick Tick..., dass da eventuell etwas zwischen Barney und Robin gelaufen ist. Haben die Autoren das vergessen oder spielen sie bewusst damit, um die Situation bald eskalieren zu lassen?
Fazit
Symphony of Illumination spielt mit bekannten Konventionen der Serie und bietet einige interessante Wendungen und zuvor nicht genutzte AnsÀtze, wie zum Beispiel den Perspektivenwechsel durch einen anderen ErzÀhler. Die Zuschauer werden hier zum Spielball der Autoren, die demonstrieren, wie dicht bei How I Met Mother Komödie und Tragödie beieinander liegen und es dabei sehr gut verstehen, mit Erwartungen zu spielen. Nur um am Ende doch noch einmal einen emotionalen Tritt in die Weichteile auszuteilen, der die Zuschauer in die Weihnachtspause entlÀsst. Merry Christmas indeed!
Verfasser: Adam Arndt am Donnerstag, 8. Dezember 2011(How I Met Your Mother 7x12)
Schauspieler in der Episode How I Met Your Mother 7x12
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?