House of Cards 4x09

House of Cards 4x09

In der House of Cards-Episode Parteitag kommt es zum ersten Aufeinandertreffen zweier erbitterter politischer Rivalen. Die Verschwörung in Camp Underwood zur Beförderung von Claire ins Amt der VizeprÀsidentin ist derweil in vollem Gange.

Zwei AlphamÀnnchen unter sich: Frank Underwood (Kevin Spacey, l.) und Will Conway (Joel Kinnaman) / (c) Netflix
Zwei AlphamÀnnchen unter sich: Frank Underwood (Kevin Spacey, l.) und Will Conway (Joel Kinnaman) / (c) Netflix

Die Intrigenmaschine lĂ€uft in der House of Cards-Episode Parteitag auf Hochtouren. Einmal mehr steht dabei die amerikanische VizeprĂ€sidentschaft im Zentrum sĂ€mtlicher Begierden. Claire Underwood (Robin Wright) will sich diese unter den Nagel reißen, was aber möglichst lange niemand mitbekommen soll. Ein Erfolg wĂ€re die ErfĂŒllung ihres Abkommens mit dem politischen Teufel höchstpersönlich - ihrem Ehemann Frank (Kevin Spacey).

Go where the thunder is

Ein willfĂ€hriger Handlanger ist schnell gefunden, um den Stein ins Rollen zu bringen. Auf der Nationalversammlung der Demokraten in Atlanta votiert der Abgeordnete aus Kentucky mit einer einzigen Stimme fĂŒr Claire, was zunĂ€chst keine hohen Wellen schlĂ€gt, sehr wohl aber zum Plan des prĂ€sidentiellen Ehepaares gehört. NatĂŒrlich bleibt Claire vor der Presse in ihrer Behauptung standhaft, keinerlei AnsprĂŒche auf das Amt der VizeprĂ€sidentin zu hegen. Die stimmberechtigten Delegierten sollten weiterhin Außenministerin Catherine Durant (Jayne Atkinson) das Vertrauen aussprechen.

Hinter den Kulissen lĂ€uft indes das gegenteilige Spiel. Claire-Marionette Blythe (Reed Birney) verrĂ€t einem Reporter, dass nicht Durant die wichtigste Spielerin in der Lösung der Russland-Krise war, sondern Claire. Die Aussage geschieht zwar inoffiziell, reicht aber doch aus, um die GerĂŒchtekĂŒche zum Brodeln zu bringen. Den nĂ€chsten Stich versetzen die Underwoods mit dem Gewinn der meisten Delegiertenstimmen in Texas, dem Heimatstaat von Claire. Hier erweist sich die aus frĂŒheren Episoden bekannte Celia Jones (LisaGay Hamilton) als willfĂ€hrige Komplizin.

WĂ€hrend sich die Demokraten auf höchster Ebene also gegenseitig zerfleischen, macht Will Conway (Joel Kinnaman) seinem Ärger ĂŒber die geringe MedienprĂ€senz Luft. Hier deutet sich bereits an, was sich im Laufe der Episode noch bestĂ€tigen wird: In Sachen weinerlicher Selbstsucht steht Conway seinem Widersacher in nichts nach. Ehefrau Hannah (Dominique McElligott) hat schließlich die Idee, den Underwoods das Rampenlicht zu stehlen. Gemeinsam mit seinem Vizekandidaten Brockhart (Colm Feore) baut sich Will vor dem Kongresszentrum der Demokraten auf und verlangt sofortige LösungsvorschlĂ€ge fĂŒr die ICO-Krise im Nahen Osten.

Zwei Drohnen aus Camp Underwood: Leanne (Neve Campbell; l.) und Tom (Paul Sparks; M.) © Netflix
Zwei Drohnen aus Camp Underwood: Leanne (Neve Campbell; l.) und Tom (Paul Sparks; M.) © Netflix

Auf Geheiß von Claire ĂŒberrascht ihn Frank mit einem GesprĂ€chsangebot. Jedoch ziehen sich die beiden nicht zurĂŒck, um eine ernsthafte politische Diskussion zu fĂŒhren, sondern um Handyspiele auszuprobieren. Beide machen sich ĂŒber ihre WĂ€hlerschaft lustig und mokieren sich darĂŒber, wie Ă€tzend es sei, sich den Massen zu stellen. AmĂŒsiert plaudern sie ĂŒber die Tatsache, dass sie politisch gar nicht so weit voneinander entfernt sind - Underwood als Demokrat aus einem traditionell republikanischen Bundesstaat und Conway als das genaue Gegenteil.

It's only pride

Als sich Conway zu einem TelefongesprĂ€ch in den Nebenraum verzieht, lĂ€sst sich Frank auf ebenjenes Niveau herab, das er seinem GegenĂŒber kurz zuvor noch attestiert hatte. Er versucht doch tatsĂ€chlich mittels eines Plastikbechers, Conway zu belauschen. Als das nicht funktioniert, bittet er Leanne (Neve Campbell) darum, Conways Telefon anzapfen zu lassen, was die jedoch rundheraus ablehnt. So bekommt Frank nicht mit, dass Conway und Durant gemeinsame Sache machen. Wie gut es doch tut, wenn den Underwoods zumindest gelegentlich ein bisschen Gegenwind ins Gesicht blĂ€st.

An anderer Stelle ergibt sich derweil eine eigenwillige Dynamik. Der mit einem dauerhaften Schlafzimmerblick und damit vergleichbarer GemĂŒtslage ausgestattete Autor Tom Yates (Paul Sparks) wurde ja kĂŒrzlich erst zum Redenschreiber der Underwoods berufen, fĂŒhrt sich gegenĂŒber seinen Kollegen aber schon auf, als sei ihm das Schreibzeug von Thomas Pynchon persönlich in die Wiege gelegt worden. Bald durchschaut er den Plan der Underwoods, was ihn aber nicht sonderlich zu beunruhigen scheint. Im Gegenteil - am Ende bekommen wir eine ErklĂ€rung dafĂŒr, warum er so gerne Zeit mit Claire verbringt. Ob sie Ă€hnliche GefĂŒhle hegt, lĂ€sst sich da noch nicht sagen - wahrscheinlich wartet sie seine „speech to end-all speeches“ ab.

Im Gegensatz zu dieser Harmonie brodelt es an anderer Stelle in Camp Underwood. Doug Stamper (Michael Kelly) deutet kurz an, dass eventuell ein Herz in seiner Brust schlagen könnte, bevor er Seth Grayson (Derek Cecil) abermals damit beauftragt, Schmutz ĂŒber seine innerparteiliche Konkurrentin Leanne auszugraben. Der stimmt vordergrĂŒndig zu, fĂ€hrt jedoch eine andere Strategie und lĂ€sst Leanne ganz ehrlich wissen, wer ihm im Nacken sitzt: „Either you're gone, or I am.

Das Politdrama House of Cards biegt mit Parteitag gemÀchlich auf die Zielgerade der vierten Staffel ein. Mal sehen, ob es in den ausstehenden Folgen noch spannender wird.

Verfasser: Axel Schmitt am Freitag, 29. April 2016
Episode
Staffel 4, Episode 9
(House of Cards 4x09)
Deutscher Titel der Episode
Parteitag
Titel der Episode im Original
Chapter 48
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 4. MĂ€rz 2016 (Netflix)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 29. April 2016
Autor
Frank Pugliese
Regisseur
Robin Wright

Schauspieler in der Episode House of Cards 4x09

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