Haven 3x06

Haven 3x06

Eine Haus-Besetzung darf man in Haven durchaus wörtlich nehmen. Schlimm wird es nur, wenn der von den Troubles heimgesuchte Verursacher seit 27 Jahren eine Rechnung mit Audreys Alter-Ego offen hat.

Spiegelein, Spiegelein an der Wand... / (c) SyFy
Spiegelein, Spiegelein an der Wand... / (c) SyFy

In Autorenkreisen gibt es das sogenannte „Idiot auf dem Speicher-Prinzip“. Dies kommt bevorzugt in Horrorfilmen zum Einsatz, wenn blauäugige und leichtsinnige Akteure sich in dunkler Nacht in einem einsamen Gebäude in einen Situation begeben, bei der der Zuschauer den Ärger schon kilometerweit riechen kann.

In Haven versammelt man hierfür den kompletten Maincast in einem abgelegenen Spukhaus und sorgt mit sich selbstständig machenden Wänden, Türen und vor allem Gegensprechanlagen, für Grusel, Intrigen und die Offenlegung so manch eines Geheimnisses.

Die Idee ist nicht neu, aber es kommt ja bekanntermaßen auf die Umsetzung an.

Und die ist...???

Sperrt man Troubled, Polizei, die neuste Audrey-Inkarnation und eine Therapeutin in ein Haus, das die Materiewerdung eines ehemaligen Trouble-Opfers ist, bedeutet das zunächst einmal Tote. Leider wurden zwei der fünf Opfer zwar nett über den Jordan geschickt, ihr Tod dient aber einzig der Befriedigung des Blutdurstes und nicht der Story.

Dann zwingt man die Protagonisten natürlich zum wilden Herumlaufen, was die Gruppe zwar manipulationsfreundlich aufspaltet, jedoch in hohem Maße der eigentlich weitreichenden Erfahrung unserer Profis trotzt.

Ausgerechnet in einer solchen Situation Audreys (Emily Rose) Erinnerungen an ihr Leben als Lucy aufblitzen zu lassen, mag zwar in die Geschichte passen, allerdings verliert sich deren Tragweite ein wenig im Chaos des Moments.

Der Versuch, Audreys Gefühle durch die Paarung Nate/Jordan (Lucas Bryant, Kate Kelton) wieder zu erwecken, ist zwar gut gemeint, scheitert aber an der wenig überzeugenden Schauspielleistung, zu der sich das Trio offensichtlich kollektiv entschlossen hat.

Leider nicht nur das Trio! Iain Glen - ja, der Ser Jorah Mormont aus Game of Thrones - lässt sich als Roland Holloway zu einem amerikanischen Akzent hinreißen, der erschreckend peinlich klingt. Unglücklicherweise ist sein Spielplatz auch ausschließlich auf ein Spiegelbild reduziert, über das der Troubled, der zum eigenen Haus mutierte, mit der Umwelt kommuniziert.

Und auch hier liegt irgendwie der Hund begraben.

27 Jahre lang hat dieser Holloway als Haus verbracht, nachdem Lucy ihm vor 27 Jahren nicht helfen konnte. Und pünktlich zu Halloween, will der Teufel es haben, dass die Neu-Inkarnation jener Lucy ihm erneut in die Bretter läuft!? Und obwohl der „Hausgeist“ seine Räume nach Belieben verändern kann, hindert er Audrey auch beim zweiten Mal nicht daran den Raum zu finden, in dem seine mumifizierte Familie liegt, die dank ihm lieber den Freitod gewählt hat. Und, wie kann solch eine Materiewerdung eines Menschen ahnen, wann es die Gegensprechanlage einschalten muss, damit das passende Gegenüber die Geheimnisse der anderen mithören kann?

Wenigstens auf eine wichtige Frage gibt es eine Antwort. „Colorado Kid“ heißt James Cogan (Steve Lund) - ganz nebenbei erwähnt. Hallo!!! War dessen Identität nicht einmal der treibende Rote Faden der Serie?

Und dabei fing alles eigentlich mit einem Insider-Lacher an.

Audrey, die auf der „gesitteten“ Halloween Party des Haven Harold versucht ihre Nichtkostümierung zu rechtfertigen:

Audrey: „I could have dressed as a cheerleader...

Claire (Bree Williamson) (im Haven High Outfit): „I'm a vampire slayer!

Die besten Lines dieser Folge allerdings hatte - mal wieder - Duke.

Crocker zu Detektive Bowen (Dorian Missick), der, nachdem die Eingangstür verschwunden ist, seine Waffe zückt und auf die Fenster zielt.

Duke:„Seriously? A ghost just removed the front door ... and you think shooting at the windows is gonna help?

Bowen: „Ghost!? Anything else you people wanna let me in about what goes around here? Mermen, Aliens, Dracula?

Duke: „We´re not sure about Dracula.

Zum Schluss bleibt allerdings noch ein ungewöhnlicher Lichtblick. Nein, nicht der leidenschaftliche Kuss zwischen Nate und Jordan. Die Tatsache, das Audrey ihrer Natur trotzt und das Spukhaus in Brand setzt.

Fazit

:

Wie Nate so schön sagt, nicht alles ist Schwarz oder Weiß, Gut oder Böse. Diese Folge Haven gehört in die Grauzone. Frei nach dem Motto - wer's mag. Und so manch leuchtender Phönix hat sich schon aus der grauen Asche erhoben.

Verfasser: Tanja Paidar am Montag, 14. Januar 2013
Episode
Staffel 3, Episode 6
(Haven 3x06)
Deutscher Titel der Episode
Der Herr im Haus
Titel der Episode im Original
Real Estate
Erstausstrahlung der Episode in Kanada
Freitag, 26. Oktober 2012 (Syfy)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 10. Januar 2013
Autor
Brian Millikin
Regisseur
Jason Priestley

Schauspieler in der Episode Haven 3x06

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?