Harry Wild Staffel 1 Episodenguide: Alle Folgen im Überblick!

Harry Wild Staffel 1

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Die Professorin für englische Literatur, Harriet „Harry“ Wild (Jane Seymour), hat gerade ihre letzte Vorlesung hinter sich gebracht und tritt ihren wohlverdienten Ruhestand an. Allerdings fühlt sich die Neu-Rentnerin zu jung für das alte Eisen und langweilt sich. Als ihr Sohn Charlie (Kevin Ryan), der als Polizist bei der Garda in Dublin Morde aufklärt, versehentlich eine Akte offen herumliegen lässt, sieht Harry ihre Chance gekommen.

Sie schnüffelt in dem sensiblen Dokument herum und erkennt, dass der Killer offenbar ein Theaterstück nachahmt. Als sie Charlie davon erzählt, weist er sie jedoch barsch zurück. Also begibt sich die quirlige Ex-Professorin selbst auf Spurensuche und gerät schon bald in Schwierigkeiten. Gut, dass ihr der Teenager Fergus (Rohan Nedd) zur Seite steht, der sie kurz zuvor aus einer Notlage heraus überfallen hat und nun seinen Fehler wieder gutmachen will.

Mit ein wenig Hilfe von Harrys Kneipenkumpel Glenn (Paul Tylak) und einer guten Spürnase löst das ungleiche Duo den Fall und mischt sich von nun an immer wieder in Charlies Ermittlungen ein. Der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten, doch bis Harrys Detektiv-Hobby gewaltigen Ärger mit Assistant Commissioner Mitchell-Tiernan (Ciera O'Callaghan) nach sich zieht, ist es nur eine Frage der Zeit.

Original

ZDF und Szymon Lazewski/Zoe Productions DAC/AcornTV
ZDF und Szymon Lazewski/Zoe Productions DAC/AcornTV - © ZDF und Szymon Lazewski/Zoe Productions DAC/AcornTV

Cosy-Crime-Serien aus dem Commonwealth bringen es in Deutschland inzwischen auf eine beachtliche Fangemeinde. Ohne die in vielen Bereichen heute schon typisch überzogenen Gewaltorgien darf sich der geneigte Zuschauer entspannt zurücklehnen, um sich auf die Figuren, die kniffligen Elemente des Falls und den skurrilen Humor des jeweiligen Krimis einzulassen. Viele der beliebten britischen, irischen oder auch australischen Shows basieren dabei auf literarischen Vorbildern. Die Hauptfigur in Endeavour (Endeavour) entstammt beispielsweise der Feder des Schriftstellers Colin Dexter.

Die Grantchester-Fälle des anglikanischen Landpfarrers Chambers (später Davenport) und seines Freundes DI Keating schrieb der englische Autor James Runcie in Form von mehreren Kurzgeschichtenbänden nieder. Die Abenteuer seines katholischen Kollegen Father Brown dachte sich wiederum, Gilbert Keith Chesterton aus und DCI „Barnaby“ (lest hier mehr über die britische Erfolgsserie) ermittelt dank der blühenden Fantasie von Caroline Graham.

Die Liste ließe sich noch ein Weilchen fortführen, es gibt jedoch gewisse Ausnahmen von dieser Regel. Harry Wild gehört offenbar zu eben jenen spezialgelagerten Sonderfällen des Cosy-Crime, in denen eine Figur nicht aus Romanen oder Kurzgeschichten bekannt ist.

Die Stoffentwicklung ruhte auf den Schultern des Briten David Logan, der als Creator und Drehbuch-Autor bisher nicht unbedingt durch riesige Erfolge aufgefallen wäre. Und doch gelang es ihm, mit der irischen emeritierten Literaturprofessorin und ihrem jungen Begleiter Fergus ein Ermittlerduo mit Seltenheits- und Wiedererkennungswert zu schaffen.

Ein ungleiches Paar

ZDF und Szymon Lazewski/Zoe Productions DAC/AcornTV
ZDF und Szymon Lazewski/Zoe Productions DAC/AcornTV - © ZDF und Szymon Lazewski/Zoe Productions DAC/AcornTV

Logan zeichnet Harry als hochintelligente Frau, die ihren Ruhestand nicht herbeigesehnt hat und sich zu jung dafür fühlt, in ihrem stillen Kämmerchen zu versauern. Lieber feiert sie mit ihren Kollegen den Abschied von der Universität und lässt sich auf einen prickelnden One-Night-Stand mit dem neuen Archäologieprofessor ein. Als sie zufällig die Akte eines Mordfalles zu Gesicht bekommt, die ihr Sohn Charlie unachtsam herumliegen lässt, erwacht ihr Interesse.

Natürlich hat sie absolut recht mit ihren Schlussfolgerungen, stößt allerdings auf erheblichen Widerstand und den Unwillen Charlies, ihr zuzuhören. Das ist ein durchaus übliches Klischee im Wohlfühlkrimi (zum Beispiel Miss Fisher's Murder Mysteries, Father Brown), das hier aber Sinn ergibt. Harriet ist eben keine neue „Miss Marple“, die ohnehin Krimis über alles liebt und nur darauf wartet, sich in den nächsten Fall zu stürzen. Sie steckt ihre Nase aus Trotz und Neugier in fremde Angelegenheiten, was zu einigen amüsanten Situationen führt, die den acht Geschichten oft genug einen humoristischen Unterton verleihen.

Begleitet wird sie von dem Teenager Fergus, dem der Autor eine tolle Backgroundstory an die Hand gibt. Er ist klug, aber rebellisch und auf dem besten Wege, sich sein Leben zu verbauen, als er Harry kennenlernt. Um einen fiesen Kredithai auszuzahlen, der seine kleine Schwester bedroht, überfällt er die Professorin, zeigt aber bald, dass er ein gutes Herz und ein Gewissen hat.

So unterschiedlich die beiden auch sind, sie verbindet der Wunsch, etwas aus ihrem Leben zu machen und so wird aus ihnen das vielleicht derzeit ungewöhnlichste und erfrischendste Ermittlerpaar des Genres. Natürlich hält hier das übliche Schema Held/Sidekick her, um die Funktion der Hauptfiguren zu definieren. Neu ist indes die völlig andere Tonlage, in der die beiden agieren und sich ergänzen.

Whodunit?

Klasse ist ebenfalls, dass sich die Serie nicht nur auf das altbekannte Whodunit-Prinzip verlässt, um den Zuschauer zu fesseln. In der ersten (When Harry Met Fergus), dritten (When Minemeat) und vierten Episode (When An Unhappy Happy Is A Dangerous Thing) kennen wir den Täter oder wissen zumindest, wie er aussieht, womit ein Hauch von „howcatchem“ (von How catch them?) In die Geschichten Einzug hält.

In Folge zwei (When Samurai Plague Doctor Kills for Kicks) ist uns wiederum von Anfang an der Grund für die Tat bekannt. Ihren Spannungsbogen bezieht die Story daraus, dass sich der Drahtzieher erst nach etwa der Hälfte der Laufzeit offenbart. Der fünfte Teil, A Corps in My Soup, bedient sich dann der klassischen Whodunit-Variante und so weiter. So weiß das Publikum vor dem Beginn einer neuen Episode nie, welchen Kniff die Geschichte als Kernspannungselement vorlegt.

Auf der Habenseite verbuchen lässt sich weiterhin, dass Harrys Taten nicht ohne Konsequenzen bleiben, wie es etwa bei Agatha Raisin (hier die Kritik zum Auftakt der vierten Staffel) und Miss Fisher der Fall ist. Ihre ständige ungefragte Einmischung in die Ermittlungen ihres Sohnes führt nicht nur zur ein oder anderen gefährlichen Situation, sondern gleich dazu, dass zum Ende der Staffel großer Ärger ins Haus steht. In einer Folge entfernt sich die Serie sogar ein wenig von ihrem angenehm humorvollen Unterton und offenbart recht düstere, fast schon Thriller-artige Züge.

Seymour rockt es

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ZDF und Szymon Lazewski/Zoe Productions DAC/AcornTV - © ZDF und Szymon Lazewski/Zoe Productions DAC/AcornTV

Trotz dieser großen Bandbreite präsentiert sich Harry Wild als wundervoll stimmiges und homogenes Gesamtkonstrukt, das in jeder Hinsicht Spaß macht. Mitzuverdanken ist diese Tatsache ohne Frage der tollen schauspielerischen Leistung von Jane Seymour. Die routinierte Darstellerin verleiht ihrer Figur Klugheit, Würde, Neugier, Lebensfreude und sogar eine gewisse Sexyness und Strahlkraft. Harriet ist überaus sympathisch, wenn auch manchmal vielleicht etwas derbe und skurril, doch immer ehrlich und glaubwürdig.

Ein großes Lob gebührt ebenso Jungtalent Rohan Nedd, dessen Darstellung des Fergus einen wundervollen Kontrapunkt zur eigentlichen Heldin setzt. So unterschiedlich die beiden Charaktere auf den ersten Blick erscheinen, im Grunde ähneln sie sich in vielen Belangen.

Hinzu kommt, dass die Chemie zwischen Seymour und Nedd stimmt und das Publikum so keinerlei Zweifel an dem Mentoren-Schüler-Status der beiden hegt. Stuart Graham als Ray Tiernan, Kevin Ryan als Charlie und Paul Tylak, der den etwas zwielichtigen, aber doch netten Glenn aus Harriets Stamm-Pub mimt, komplettieren gemeinsam mit einigen anderen gut gewählten Nebendarstellern den Cast.

Fazit

Die erste Staffel der Serie Harry Wild - „Mörderjagd in Dublin“ traut sich was. David Logan nimmt die Grundprinzipien der Fallkonstruktion für Krimis, wirft sie in einen Topf, und rührt daraus ein wohlschmeckendes Cosy-Crime-Stew mit Spaßfaktor. Eine alternde, aber lebensfrohe Professorin mit einem Youngster ein Team bilden zu lassen, ist erfrischend anders, obwohl sich das Genre insgesamt gesehen wohltuend treu bleibt. Harry Wild nimmt sicherlich einige Charakterzüge der bekanntesten Wohlfühlkrimihelden in sich auf, entwickelt aber doch ein wundervolles Eigenleben mit der richtigen Mischung aus Spannung, Humor und Finesse. Da freut man sich auf die zweite Staffel.

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Hier abschließend noch der englische Trailer zur Serie „Harry Wild“, die beim ZDF zu sehen ist:

«Harry Wild» Trailer

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