Grimm 5x13

Die letzten Grimm-Episoden waren spannend und rastlos, die Episode Silence of the Slams erinnert nun an die Schwächen der Serie, die wohl immer noch nicht ganz ausgemerzt sind. Schade, dass diese Woche eine verlorene ist für Fans von Nick (David Giuntoli) und seinem Team.
Back to Procedural
An den Fall-der-Woche-Geschichten ist im Grunde nichts auszusetzen, meistens bringen sie uns einen bestimmten Aspekt der Wesenwelt näher, im besten Fall fußen sie auf einem interessanten Märchen oder einer Sage. Die Episode Silence of the Slams hat in dieser Hinsicht nicht so viel zu bieten. Die Story von dem Fußabtreter, der sich aufschwingt, auf die Gewinnerseite zu kommen, und dafür einen teuren Preis bezahlen muss, ist schon ziemlich abgegriffen. Die Wahl des Umfelds in den Lucha-Libre-Kämpfen kann noch einige spektakuläre Aufnahmen beisteuern, aber die Sache mit der Maske konnte man schon von den ersten Minuten an kommen sehen.
Der junge Mann, der seinen Platz in der Welt verbessern will, der alte, mit einer mysteriösen Kultur verbundene Mann, der ihm diesen Aufstieg anbietet. Und letztendlich die Maske, von der er so oft gewarnt wird, sie nicht außerhalb des Rings aufzusetzen. Was er dann natürlich doch tut, woraufhin sie beginnt, seine Seele zu fressen und ihn zum Mörder macht. Der Größenwahn hat sein Leben zerstört.
Der Fall der Woche ist aus zahlreichen Klischees zusammengeschustert und das macht die Sache noch zäher, als sie ohnehin schon ist. Denn wieso zur Hölle kümmert sich kaum jemand mehr um den magischen Stab, den Nick und Monroe (Silas Weir Mitchell) unter Lebensgefahr aus dem Schwarzwald geborgen haben. Auch die anderen Storylines, die doch gerade erst Fahrt aufgenommen hatten, werden weitgehend links liegen gelassen. Früher war diese Taktik eine von den Grimm-Machern gern genutzte Strategie, um den eigentlichen Plot hinauszuzögern. Ein Schritt in der größeren Story bedeutete meistens zwei Schritte zurück durch unzusammenhängende Kriminalfälle. Und wir mussten immer dran bleiben, um nichts zu verpassen, eine manchmal ziemlich miese Aktion.
Das Wichtigste in Kürze
Denn zwischen den Polizeiermittlungen werden immer wieder kurze, aber nicht unwichtige Szenen eingestreut. In Silence of the Slams zum Beispiel das kurze, aber ganz unterhaltsame Aufeinandertreffen von Renard (Sasha Roiz) und Eve (Bitsie Tulloch), die ja auch eine lange gemeinsame Vergangenheit haben. Und natürlich die Ankündigung, dass der neue Bürgermeisterkandidat und Adalind (Claire Coffee) sich endlich auf die Suche nach ihrer Tochter machen!
Das ist eine große Sache, denn der ganze Plot um das Kind mit royalen Hexenbiestgenen ist irgendwo zwischen einem Grimm-Hexenbiest-Baby und dem Geheimnis der Schlüssel verloren gegangen, aber nicht aufgelöst worden. Die Suche dürfte Adalind auch eine neue Perspektive auf ihre Situation geben. Ihre größte Angst ist im Moment, dass Nick sie rausschmeißen könnte, wenn er erfährt, dass sie wieder zum Hexenbiest wird. Sie begeht den Kardinalfehler und hält es geheim vor ihm, was die Beziehung der beiden verdammen sollte. Ein Happy End für den Grimm und das Hexenbiest fühlt sich immer seltsamer an. Schade ist das natürlich für Klein Kelly, aber sie teilt ihr Schicksal mit Halbschwester Diana. Vielleicht erinnern die Autoren sich ja an die Funken, die zwischen Meisner (Damien Puckler) und Adalind einst flogen.
Auf der Suche nach Diana werden die neuen alten Fähigkeiten für Adalind ziemlich gelegen kommen. Und das könnte ihr zeigen, dass es nicht ihre einzige Möglichkeit ist, still im Loft abzuwarten, ob Nick sich für sie entscheidet.
Eve hat das schon hinter sich. Sie ist nicht weiter an dem Verlobungsring interessiert, sie hat eine andere Mission gefunden. Zu Beginn wirkte es ärgerlich, sie so einfach zurückkommen zu lassen, aber Rache-Eve hat sich als ziemlich interessante Figur gezeigt und da darf man dann auch ein Auge zudrücken.
Fazit
Am Ende der Episode Silence of the Slams nehmen sie den Mörder fest. Das ist der unspannende Teil dieser Grimm-Story. Nick und sein Team verstören uns damit, dass sie sich nicht weiter um den heiligen Stock oder andere unübliche Vorgänge der letzten Tage kümmern. Stattdessen nutzen sie alle Kräfte, um Morde aufzuklären, als ob es keine anderen Ermittler in der Stadt gäbe.
Immerhin die einstigen Randerscheinungen halten die große Story aufrecht. Eve trifft sich mit Renard, der sich wiederum entscheidet, sein Kind zu suchen. Doch dieser Seite gönnen die Serienmacher nur kurze Szenen. Schöner wäre eine genau gegenteilige Zeitaufteilung.
Die einzige wirklich gute Szene, die Nick bekommt, kann man ganz am Ende sehen, als er sich hinsetzt und die Bibliothek seiner Vorfahren weiterführt. Statt immer nur der zu sein, der von der Erfahrungen der anderen profitiert, gibt er kommenden Grimm-Generationen endlich auch etwas an die Hand. Gute Idee, es könnte ja immerhin sein eigenes Kind sein, dass das Familienunternehmen übernimmt.
Verfasser: Serienjunkies.de am Samstag, 19. März 2016Grimm 5x13 Trailer
(Grimm 5x13)
Schauspieler in der Episode Grimm 5x13
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?