Grimm 5x06

Lange waren wir gewohnt, dass erst mal eine halbe Staffel ins Land ziehen muss, bis in der Serie Grimm überhaupt was passiert. Doch das ist nun Vergangenheit, die Episode Wesen Nacht legt so gut vor, dass man die Zeit nach der Winterpause gar nicht abwarten kann.
Geister der Vergangenheit
Die Autoren geben sich alle Mühe, uns an die Novemberprogrome 1938 in Deutschland zu erinnern: eingeschlagene Ladenscheiben, geplante Krawalle gegen bestimmte Kaufleute und an die Wand gemalte Zeichen. Was damals Judensterne waren, sind nun die Krallen der Wesenaufrührer. Mehr erfahren wir über die Vorgänge von Trubel (Jacqueline Toboni) im Laufe der Episode. Und das muss man erst einmal sacken lassen. Wir fassen zusammen: Die eine Partei des Konflikts nennt sich „Hadrian's Wall“ (wohl nach dem römischen Grenzbefestigungssystem auf dem Gebiet des heutigen Großbritanniens) nennt. Es ist eine supergeheime Regierungsorganisation, von der kaum jemand weiß. Zu ihr gehören Chavez (Elizabeth Rodriguez), Meisner (Damien Puckler) und nun auch Trubel selbst. Sie kämpfen einen Untergrundkrieg gegen die Wesen, weltweit. Und sie wollen Menschen wie Nick (David Giuntoli) auf ihrer Seite haben. Die Wesen, gegen die sie antreten, treten jedoch auch gegen andere Wesen an. An dieser Stelle haben wir noch keine verbindlichen Informationen, können aber in Monroes kleiner Geschichtsstunde Zuflucht suchen. Denn damals, der Réveillon-Aufstand in Paris 1789, das war ein Wesenkonflikt, in dem Wesen gegen ihre Artgenossen angetreten sind. Ähnliches scheint sich nun in der Serie Grimm wieder abzuspielen. Unser sympathischer Geschichtslehrer weiß nur leider noch nicht, dass er neuerdings Teil von Weltereignissen sein wird. Immerhin scheinen die Wesen hinter der Portland-Anschlagsreihe speziell an Monroe (Silas Weir Mitchell) interessiert zu sein. Das hat er nicht verdient nachdem er ja erst kürzlich ins Visier rassistischer Wesen geraten ist. Vielleicht war es ja auch die Wolfsangel-Storyline, mit der die „Grimm“-Autoren sich möglicherweise selbst inspiriert haben. Während Monroes damalige Entführer eher wie eine Splittergruppe aus stehengebliebenen Hinterwäldlern wirkten, sind die neuen Gegner offenbar auf hoher Ebene international vernetzte Kriminelle, die ihre Ziele mit den Ideen deutscher Nationalsozialisten umsetzen wollen. Die Geschichte wiederholt sich, auch wenn man es nicht auf den ersten Blick erkennt. In jeder Hinsicht ist dieser Satz, den wir dieses Mal von Monroe hören, sehr wahr.
Um was eigentlich gekämpft wird, ist ebenfalls noch nicht explizit gesagt worden, aber nach dem Wahlspruch der Ladenangreifer, dass das was versteckt ist, an die Oberfläche kommen muss, darf man davon ausgehen, dass sie die Herrschaft der Wesen über die Menschen anpeilen. Angepasste Wesen wie Monroe und die Ladenbesitzer sind ihnen da natürlich ein Dorn im Auge. Aber wie können diese Vorgänge eigentlich dem Wesenrat entgehen oder hat Rosalee (Bree Turner) einfach ihre Quellen verloren, dass sie von nichts weiß?
Nachdem wir nichts Definitives über die Motive und Ziele der beiden gegnerischen Seiten wissen, wissen wir auch nicht, auf wessen Seite wir eigentlich stehen sollen. Der erste Reflex geht natürlich zu HW, schließlich versammeln sich dort mittlerweile Trubel und Meisner, von denen wir wissen, dass sie in der Regel hehre Ziele haben.
Was zur Hölle passiert hier?
Und in der Episode Wesen Nacht kommt noch jemand dazu, der erst einmal aussieht wie Juliette (Bitsie Tulloch) mit einer Perücke und der Nick und seine Gang aus einer Falle rettet.
Dass die ehemalige Grimm-Freundin vielleicht nicht ganz so tot ist wie gedacht, kann man sich schon denken, als Trubel seltsam auf die Frage reagiert, was sie mit Juliettes Leiche getan haben, extrem seltsam reagiert. Juliette kämpft also auf Seiten der Guten, oder so ähnlich. Sie scheint sich auch sonst ziemlich verändert zu haben.
Was also ist davon zu halten? Juliette sei tot, war uns von den Serienmachern versichert worden. Natürlich, dem ist nicht zu galuben, das ist ja das Spiel. Doch sie nun als andere Person zurückkommen zu lassen, kann schon nervig werden. Aber wie alles hängt es von der eigenen Einstellung ab. Mit der Figur Juliette als Nicks Freundin, der Tierärztin, haben die Autoren sich in eine Ecke geschrieben, aus der sie nicht mehr herauskamen. Nun haben sie die Reißleine gezogen und sich dieser Figur entledigt, um eine neue ans Licht zu zerren. Vielleicht ein billiger Ausweg. Aber auch einer, der besser ist als weiterhin dem Elend um Juliette zu zu sehen. Ich freue mich über die neue Juliette bisher, was auch immer hinter ihr steckt. Im Moment ist sie eine willkommene Überraschung in einer Story, die ohnehin gerade sehr spannend ist.
Auf der anderen Seite scheint diese Sache auch zu versichern, dass Adalind und Nick nicht wortlos in eine Affäre rutschen. Dank Trubel können wir auch vermuten, dass Adalind selbst mehr Interesse an Meisner hat als an Nick. Das wäre meine persönliche Lieblingslösung, denn anders als vermutet, gefällt mir der Charakter Adalind sehr gut. Was aber nicht heißt, dass ich eine Romanze zwischen ihr und Nick begrüßt hätte. Meisner hingegen wäre ein wunderbarer Partner.
Fazit
Wesen Nacht ist eine der spannendsten Grimm-Episoden in letzter Zeit. Und es gibt einfach alles, ein Fall, der uns mehr über die Wesenwelt erzählt, eine übergreifende Story und auch für die anderen fällt genügend eigenständiger Plot ab, zumindest für Renard (Sasha Roiz) und seinem neuen Politikinteresse und er ist ja auch der einzige, der zählt. Also zum Jahresende eine perfekte Grimm-Episode. Das einzig Nervige ist die Zeit, die es dauert, bis es weitergeht.
Verfasser: Serienjunkies.de am Samstag, 12. Dezember 2015Grimm 5x06 Trailer
(Grimm 5x06)
Schauspieler in der Episode Grimm 5x06
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