Grimm 5x03

In der Episode Lost Boys gerät mal wieder ein Mitglied unseres Teams in Gefahr - dieses Mal trifft es Rosalee (Bree Turner). Doch die weiß sich zu wehren und wirkt keinen Moment so, als wenn ihr Leben gefährdet sein könnte.
Occultatum Libera
Wie es in Portland immer so ist, erwischen Nick (David Giuntoli) und Hank (Russell Hornsby) stets die Kriminalfälle mit Wesenbezug und darunter diejenigen, die mit ihrer eigenen größeren Storyline zusammenhängen. In der Episode Lost Boys finden die Täter jedoch das Team und nicht andersherum. Rosalee gerät ins Visier einer Bande auf sich alleine gestellter Kinder und wird von ihnen entführt, um als neue Mutter zu wirken. Damit die Mordermittler aber nicht ganz außen vor sind, wird schnell eine Geschichte zusammengeschustert, in der genau diese Kinder bereits eine andere Frau entführt hatten, deren Leiche kurz zuvor auftauchte.
Rosalee zieht die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich, weil sie Verständnis und Mitgefühl zeigt. Es ist wohl nicht nur Monroes Sichtweise, dass man mit dieser Haltung öfter mal den Kürzeren zieht. Doch das Traumpaar der Serie einigt sich schnell auf eine Sichtweise, sie sind beide Softies, besonders, wenn es den jeweils anderen betrifft. So weit ist das eine gut zu vertretende Einstellung, zu den eigenen Lieben besonders nachsichtig zu sein.
Doch der Fall dieser Grimm-Episode zeigt uns, wohin es führt, wenn jeder nur vor seiner Haustür kehrt. Die verlorenen Jungs finden in der Gesellschaft keinen Platz und werden schließlich von den Gegnern abgefangen. Sie haben keine andere Wahl, als sich den einzigen anzuschließen, die sie wahrnehmen und auf sie eingehen. Auch wenn das ein mörderischer Haufen von Wesen ist, die offenbar auf eine große Revolution hinarbeiten.
Sicher, Rosalee und Monroe (Silas Weir Mitchell) kann man keinen Vorwurf machen. Selbst nach der Entführung versucht die Ladenbesitzerin noch, für die Kinder da zu sein. Doch der Umfang, in dem sie das tut, reicht nicht aus. Es ist das System, das krankt. Jedes Kind hat es als Wesen schwer und solche, die keine Einführung durch Eltern und Geschwister in diese seltsame Welt bekommen, sind fast schon dazu verurteilt, zu straucheln.
Sie haben keine Lobby und keine emotionale Unterstützung im System. Ihre Startchancen sind noch schwieriger als die anderer Waisenkinder. Der Fall der kleinen Wesen, die keine Ahnung haben, was sie eigentlich sind, kann einen zum Nachdenken bringen.
Der Schlachtruf der mysteriösen Organisation mit dem Klauensymbol lautet „occultatum libera“, was Monroe bereits in der Episode Clear and Wesen Danger mit „Befreie, was versteckt ist“ übersetzt hat. Nach allem, was wir uns bisher zusammenstückeln können, sind sie die Gegenposition zu der ebenfalls geheimen Organisation, der Chavez (Elizabeth Rodriguez) und Meisner (Damien Puckler) angehören. Von letzterem haben wir bis vor kurzem angenommen, dass er exklusiv mit der Resistance gegen die Royals kämpft. Doch das Schlachtfeld in der Wesenwelt hat sich in dieser Grimm-Staffel verändert. Nun stehen rätselhafte Feinde einander gegenüber. Nick und sein Team landen irgendwo in der Mitte, allerdings im Moment mehr aufseiten von Meisner.
Noch wissen sie ja auch nicht, dass Trubel (Jacqueline Toboni) von genau dem gefangen gehalten wird. Ebenso, wie uns die jeweiligen Ziele der Parteien noch unklar sind.
Doch die Klauengang, so könnte man annehmen, hat es darauf abgesehen, die Wesen an die Macht oder zumindest aus der Deckung zu bringen. Chavez hatte ja während der Rekrutierungsversuche bei Trubel darauf hingewiesen, dass sie verdeckt innerhalb des Systems operieren. Arbeiten sie mit dem Wesenrat zusammen? Alles, was wir von ihnen wissen, klingt so, als wenn sie den Status quo einfach erhalten möchten, aber für eine bessere Vernetzung eintreten.
Nick macht seit drei Staffeln nichts anderes im kleinen Format. Er entscheidet fallabhängig, ob er jetzt Polizei- oder Grimm-Maßstäbe anlegt. Er lernt immer mehr Wesen kennen und baut sein und auch deren Netzwerk damit weiter aus. Doch den verlorenen Kindern haben weder er noch diejenigen um Meisner geholfen. Für sie ist die Geheimhaltung ein Desaster, das sie durchs System rasseln lässt.
Doch so, wie uns die Klauenleute gerade präsentiert werden und so, wie sie sich mit ihren Massenmorden auch selbst verhalten, kann man kaum Partei für sie ergreifen. Ihr Schlachtruf von Freiheit scheint eigentlich Eroberung zu bedeuten. Sie wollen nicht nur an die Öffentlichkeit, sie wollen keine Toleranz, sie greifen direkt nach der Macht. Plus: Ihre Rekrutierungsangewohnheiten machen sie natürlich auch nicht gerade sympathischer. Aber dasselbe kann man im Moment ja leider auch von Meisner und den seinen sagen.
Fazit
Die Episode Lost Boys führt uns weiter in einen geheimnisvollen Konflikt, bei dem wir und Nick die beteiligten Parteien bisher nur schemenhaft wahrnehmen. Die Klauengang tritt gegen die Posse von Meisner an, offenbar geht es darum, ob die Wesen weiter in ihrer eigenen Welt leben wollen oder nicht. Die Art, wie die Grimm-Macher uns das Puzzle über Kriminalfälle zusammensetzen lassen, ist ziemlich spannend und geschieht vor allem in einem überraschend angenehmen Tempo.
Promo zur nächsten Episode, „Maiden Quest“ (5x04), der US-Serie „Grimm“:
Verfasser: Serienjunkies.de am Samstag, 14. November 2015Grimm 5x03 Trailer
(Grimm 5x03)
Schauspieler in der Episode Grimm 5x03
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