Grimm 3x15

In der Episode Once We Were Gods werfen wir an der Seite der Ermittler einen Blick in die Vergangenheit der Wesen. Dieses Mal nehmen die Grimm-Autoren sich die Kultur des alten Ägyptens vor und deuten Anubis, den Gott der Totenriten um. Doch die Geschichte führt uns noch weiter in unbekannte Gefilde, unter anderem mischen der Wesenrat und eine sizilianische Geheimorganisation mit.
Geopferte Götter
Als Freund des Grimm hat man nicht einmal Zeit, seine eigene Hochzeit zu planen. Als eine jahrtausendealte Mumie in Portland gefunden wird, tauchen zwei Anubis-Wesen in der Stadt auf, ermorden einen Sicherheitsmann bei dem Versuch, die Mumie zu stehlen. Soweit der Ausgangsfall, der Nick (David Giuntoli), Hank (Russell Hornsby), Monroe (Silas Weir Mitchell) und Rosalee (Bree Turner) auf einen Trip in die Vergangenheit und Kultur der Wesen schickt. Die Umdeutung von Geschichte, Märchen und Mythen in Wesen-Kultur trägt in der Episode Once We Were Gods wieder einmal zu bester Fernsehunterhaltung bei. Eine Mumie mit hundeförmigem Kopf, altägyptische Götter und eine Racheorganisation aus Sizilien - die Grimm-Autoren nehmen Bilder und Geschichten, von denen sie annehmen dürfen, dass ihr Publikum damit mindestens eine vage Kenntnis verbindet und basteln daraus eine interessante Geschichte um ihre ganz eigene Wesenwelt, garniert mit einem Kriminalfall.
In dieser Episode passt in dieser Hinsicht alles zusammen. Kreaturen mit menschlichen Gliedmaßen und einem Hundekopf gehören wohl zu den ersten Dingen, die einem einfallen wenn man an das alte Ägypten denkt. Die Serienautoren leisten ihren Teil der Recherche und streuen Begriffe ein, die man sicher schon mal gehört hat, Anubis, Gott der Totenriten, steht dabei im Zentrum dieses Episode. Wir haben also eindrucksvolle Bilder mit einbalsamierten Hundewesen, die Atmosphäre hervorrufen und eine Geschichte um den Gott der Totenriten, der bestattet werden soll, Mythen werden hier zu Wesenmythen umgedeutet. Wir erfahren, dass Wesen einst als Götter verehrt wurden und gleichzeitig gefoltert und geopfert wurden.
Doch damit noch nicht genug, in der Episode Once We Were Gods herrscht geradezu ein Überschuss an Informationen über die Wesenkultur. Beati Paoli ist in Wirklichkeit ein Mythos um eine mittelalterliche Sekte mit möglicherweise realen Wurzeln, die für die Armen kämpfte und von der Cosa Nostra als Ursprungsgeschichte genutzt wird. In der Grimm-Welt wird daraus eine Geheimorganisation, die Rache übt an denen, die Wesengeschichte zerstören und versucht, altes Unrecht geradezurücken, indem sie unter anderem geopferte Wesen wie die Mumie aus Museen stehlen und nach ihren Riten bestatten.
Aus allen Blickwinkeln
Die Grimm-Gruppe bietet uns verschiedene Sichtweisen wenn es um das Aufeinandertreffen der Wesen- und der Menschenwelt geht. In der Episode Once We Were Gods wird uns das gleich in zwei Storys gezeigt. Auf der einen Seite haben wir das Mumienproblem, in dem Monroe und Rosalee emotional reagieren, weil es ihre eigene Geschichte, ihre Kultur ist. Nick und Hank entscheiden sich dafür, in dieser Sache mit den beiden und dem Wesenrat zusammenzuarbeiten und die Mumie zu stehlen, damit sie nach Wesenriten bestattet werden kann. Das können beide nur dadurch rechtfertigen, dass es sich um eine Ausnahme handelt. Nicks Moral ist durch seinen Grimm-Status immer wieder geprüft worden und bisher hat er jedes Mal einen Ausweg gefunden. Dieses Mal sind wieder alle mehr oder weniger zufrieden: Die Polizei hat ihren Mörder, die Wesen haben die Bestattung ihres Ahnen.
Unterdessen kämpft Wu (Reggie Lee) immer noch mit der Erinnerung an die Ereignisse im Haus seiner Freundin. Bisher stellt sich die Gang noch gegen Hanks Vorschlag, Wu in das Geheimnis einzuweihen. Dafür passiert etwas positiv Überraschendes: Juliette (Bitsie Tulloch) besucht Wu und gibt ihm durch ihre Worte neue Zuversicht. Sie spricht mit ihm über die Zeit, als sie nicht wusste, was um sie herum vorgeht und zeigt ihm einen Lösungsweg auf ohne zu viel zu verraten. Die Vernachlässigung der Figur Juliette in den ersten beiden Staffeln hängt wohl vielen noch nach, es ist daher immer schön zu sehen, dass sie einen Weg findet, sich als eigenständige Figur in eine Geschichte einzubringen.
Wus Problem scheint fürs Erste gelöst, es sei denn, er versteckt, was wirklich in ihm vorgeht. Doch auch das Aufeinandertreffen der Wissenschaftlerin und des Anubis-Wesens zeigt, dass das generelle Problem bleibt: Wie soll Nick mit denjenigen umgehen, die einen Blick in die Wesenwelt erhaschen ohne die ganze Wahrheit zu kennen?
In Europa ist Viktor (Alexis Denisof) Adalind (Claire Coffee) und Meisner (Damien Puckler) auf den Fersen während Renard (Sasha Roiz) von Portland aus versucht, die Lage unter Kontrolle zu halten. Es ist ja schön, dass die Grimm-Autoren diese Story nie so ganz vergessen, aber so richtig interessant ist es bis jetzt auch nicht. Man darf aber darauf hoffen, dass die kleinen Szenen das große Aufeinandertreffen der Handlungsstränge vorbereiten und wenn das passiert, dann werden wir vielleicht dankbar sein, dass die Grimm-Autoren uns über Adalind und Renard auf dem Laufenden gehalten haben, auch wenn die Szenen im Moment oft wie störende Einschübe wirken.
Fazit
Ein interessanter und ohnehin schon mythischer Aufhänger, das alte Ägypten, wird in der Episode Once We Were Gods zu einer spannenden Geschichte um Wesenkultur. Je mehr die Gruppe um Nick zusammenwächst, desto interessanter werden die Diskussionen darüber, wie mit dem Aufeinandertreffen der beiden Welten umzugehen ist.
Verfasser: Serienjunkies.de am Montag, 17. März 2014Grimm 3x15 Trailer
(Grimm 3x15)
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