Grimm 2x15

Grimm 2x15

Mr. Sandman kommt nach Portland - Doch statt schöner Träume bringt er Horror und Schmerzen. Team Grimm muss alle Kräfte mobilisieren um gegen dieses ungewöhnliche Wesen zu bestehen. Dabei begeben sich alle in große Gefahr.

Nick (David Giuntoli) gerät in Gefahr in der Serie „Grimm“. / (c) NBC
Nick (David Giuntoli) gerät in Gefahr in der Serie „Grimm“. / (c) NBC

Das angeworbene Horror-Element kommt in der Serie Grimm oft zu kurz. So richtig schockierend ist ein Fall, den Nick (David Giuntoli) und Hank (Russell Hornsby) bearbeiten selten. Viel interessanter sind in der Regel die Entwicklung der Charaktere und das Eintauchen in die Welt der Wesen. Die Episode Mr. Sandman schafft es als erste Episode in der zweiten Staffel alle drei Elemente zusammenzubringen: Sie entwickelt das Team Grimm und die einzelnen Figuren weiter, sie bringt Einsichten in die Wesen-Welt, sie hat einen spannenden Fall, der endlich einmal echte Horror-Elemente enthält. Und ganz nebenbei behält sie auch den Handlungsbogen um Juliette (Bitsie Tulloch), Renard (Sasha Roiz) und die royale Familie im Blick.

Teamgeist

Aus Nick, Hank, Monroe (Silas Weir Mitchell) und Rosalee (Bree Turner) ist über die Zeit ein großartiges Team geworden, das am besten ist, wenn alle in den Fall der Woche integriert sind. In dieser Hinsicht lässt die Episode Mr. Sandman nichts zu wünschen übrig. Monroe hält das Comedy-Level aufrecht, Nick gibt den tapferen Ritter, Rosalee bringt ihr Know-How ein und Hank darf hin und wieder große Augen machen angesichts der unglaublichen Dinge, die ihm und dem Zuschauer immer wieder erklärt werden.

Die Aufteilung innerhalb des Teams Grimm ist eigentlich klar: Hank und Nick sind die echten Cops, Rosalee und Monroe sind das Wesen-Paar. Die Episode Mr. Sandman mischt diesen Status Quo fröhlich auf und schenkt uns dadurch einige amüsante Szenen, in denen Nick und Rosalee zusammenarbeiten sowie Hank und Monroe als Team auftreten. In Sachen Renard kommen die vier jedoch nur gemeinsam weiter.

Der Mysteriöse

Monroe fasst das, was über Renard bekannt ist, zuschauerfreundlich zusammen. Er ist teils royal, teils Hexenbiest und versucht Nick auf seine Seite zu ziehen. Doch seine Motive liegen nach wie vor im Dunkeln. Renards kurzer Auftritt in der Episode Mr. Sandman gibt wenig preis, doch eins ist klar: Seine Obsession für Juliette ist noch nicht ausgestanden. Doch er versucht es. Dass er dagegen kämpft, Nick seine Verlobte auszuspannen wirft immerhin ein mildes Licht auf ihn. Die Möglichkeit, dass seine Motive mit Nicks zusammenpassen und Renard zum Team Grimm stößt, ist also zum Glück weiterhin offen.

Auch Adalind (Claire Coffee) hat nur einen Kurzauftritt in dieser Grimm-Episode, doch dieser hat es in sich: Sie offenbart, dass entweder Renard oder sein Bruder der Vater ihres ungeborenen Kindes ist. Und sie bringt sich in Stellung, um aus ihrer Position das Beste zu machen. Doch wie bei Renard weiß man nach wie vor nicht, was genau ihr Ziel ist.

Die Gastspiele von Renard und Adalind zeigen eines: Die Serie Grimm hat in der zweiten Staffel endlich einen zufriedenstellenden Weg gefunden, die Fälle der Woche zu erzählen, ohne ganze Teile des episodenübergreifenden Plots komplett aus den Augen zu verlieren.

Tränentrinker

Der Fall der Woche gehört zu den stärksten, die die Serie Grimm bisher gezeigt hat. Die Idee eines Wesens, das sich von den Tränen seiner Opfer ernährt, ist absurd-ekelhaft genug, um Interesse zu wecken. Die Umsetzung ergibt Sinn und ist spannend, denn auch wenn die Opfer überleben, sind sie blind, garantiertes Happy-End nicht in Sicht. Der Kampf gegen den Jinnamuru Xunte Andre (Kieren Hutchison, One Tree Hill) ist gruselig, absurd-komisch (dank Monroe) und spannend.

Nur dass es für Nick gut ausgehen würde, das kann man sich natürlich denken. Doch die Verbindung des Falles mit einer neuen Kraft für Nick ist eine weitere gute Idee in dieser Episode. Was er konnte und wodurch Nick sich als Grimm von einem Menschen unterscheidet, ist bisher nicht ganz deutlich geworden. Auch er selbst hat sich noch nicht entschieden, was er in erster Linie ist: Cop oder Grimm. Das wurde gerade erst wieder in der Episode Natural Born Wesen deutlich. Doch auch wenn sie selten in den Mittelpunkt rückt, ist Nicks doppelte Identität immer wieder präsent.

Kehrtwende

Einen großen Schritt macht auch der Plot um Juliette. Von ihrer Obsession für Renard ist keine Rede mehr, doch sie hat ein anderes Problem: Sie halluziniert. Doch dies derart undeutlich, dass der Plot um Juliette über weite Strecken der Episode Mr. Sandman der mit Abstand schwächste ist. Da kann auch Rosalee nicht mehr helfen. Alles, was seit der ersten Staffel mit Juliettes Figur passiert ist, war so undeutlich und vage, dass die seltsamen Erscheinungen schnell auf die Nerven der Zuschauer fallen können. Sie kann sich nicht entscheiden, was sie will, sie kann sich nicht erinnern, kommt nicht richtig vorwärts.

Mit Juliettes Entwicklung hatten wir es nicht ganz einfach. Doch das Ende dieser Grimm-Episode verspricht endlich die lange überfällige Kehrtwende: Es ist eine Vision von Nick, die will, dass sie die Wahrheit erfährt. Das könnte dazu führen, dass sie ihr Nick-Gedächtnis zurückbekommt. Und diese Übersicht könnte aus Juliette endlich wieder eine Figur machen, die eigenständige Entscheidungen treffen kann und deren Repertoire sich nicht mehr mit Hilflosigkeit und Zickigkeit erschöpft.

Fazit

Die Serie Grimm hatte eine Schwäche: Sie konnte sich lange nicht entscheiden, ob sie lieber Fälle der Woche erzählen wollte oder das Augenmerk auf die Verwicklungen um die royale Familie. Daraus resultierte, dass mit Hingabe aufgebaute Entwicklungen zwischen den Fällen der Woche oft über mehrere Episoden komplett verschwanden. Um dann plötzlich wieder aufzutauchen.

Mittlerweile haben die Serienmacher einen Weg gefunden, alle wichtigen Entwicklungen in einer Episode unterzubringen. Und das geht in der Episode Mr. Sandman wunderbarerweise nicht einmal auf Kosten des Falles der Woche. Die Idee eines Horror-Sandmannes ist alles andere als neu, aber auf Originalität in dieser Hinsicht dürfte die Serie Grimm es auch nicht abgesehen haben. Die Umsetzung der Geschichte innheralb des Systems der Wesen-Welt funktioniert halt sehr gut.

Doch das Herz der Episode ist die Teamarbeit um den Grimm. Es macht einfach Spaß, Rosalee, Monroe, Hank und Nick gemeinsam in den Ermittlungen zu sehen. Besonders das Treffen auf einen abendlichen Wein und eine Runde Ratespaß über Renards Motive sollte zu einer Regelmäßigkeit werden.

Verfasser: Serienjunkies.de am Donnerstag, 28. März 2013
Episode
Staffel 2, Episode 15
(Grimm 2x15)
Deutscher Titel der Episode
Der Sandmann
Titel der Episode im Original
Mr. Sandman
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 22. März 2013 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 11. November 2013
Regisseur
Norberto Barba

Schauspieler in der Episode Grimm 2x15

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