Gotham 3x01

Das Ende der zweiten Staffel des Batman-Prequels Gotham brachte einige Änderungen für die Stadt des Verbrechens mit sich. Kollege Henning Harder bemerkte zum Ende der Staffel bereits, dass die Serie weg von den verfehlten Ursprüngen der Cop-Serie hin zu einer Erzählung mit vielen, möglichst abstrusen Bösewichten möchte. Durch den Ausbruch der Opfer von Hugo Stranges (BD Wong) Experimenten aus Indian Hill haben die Macher es nun geschafft, eine möglichst große Anzahl an verrückten Gestalten in die Stadt zu bringen, ohne die Entstehungsgeschichte jeder einzelnen beleuchten zu müssen. Wohin uns diese Monstervielfalt führen wird, bleibt abzuwarten.
Status Quo
Ein loser Faden der letzten Staffel wird direkt zu Beginn der Episode aufgegriffen: Das Schicksal von Leslie Thompkins (Morena Baccarin). Doch offenbar wussten die Autoren am Ende der Staffel nicht, was sie mit dem Charakter vorhaben, denn das Schicksal von Jim Gordons (Ben McKenzie) großer Liebe wird in einer unwürdigen halben Minute zusammengefasst. In einem der ältesten Klischees der Filmgeschichte steht Jim vor der Haustür Leslies, selbstredend mit Blumen in der Hand, um zu ihr zurückzukommen. Und natürlich hat seine Herzensdame einen neuen Verehrer, den er durchs Fenster sieht und deshalb entmutigt umkehrt. Mein Augenrollen konnte man vermutlich durch die gesamte Redaktion sehen.

Doch dafür sehen wir Jim den Rest der Episode von einer ungewohnten Seite: Er ist plötzlich zum knallharten Kopfgeldjäger geworden, der die ehemaligen Insassen von Arkham wieder einfängt. Mehrmals betont er dabei, dass ihn das Schicksal der Stadt nicht mehr interessiere - und bringt daraufhin unmittelbar Dr. Peabody (Tonya Pinkins) in Gefahr, die in direkter Konsequenz ihr Leben verliert. Es fällt schwer, Jim Gordon solches Verhalten abzukaufen, auch wenn der dark Jim eigentlich eine ganz interessante Wende bringt.
Dazu kommt ein neues love interest für den Ex-Polizisten: Valerie Vale (Jamie Chung) interessiert sich als Reporterin sehr für die Monster, die die Stadt überrennen. Insbesondere Fish Mooney (Jada Pinkett Smith) hat das Interesse der Journalistin geweckt.
Fish is back - yay?
Die Rückkehr der eigentlich Ende der ersten Staffel verstorbenen Fish Mooney war eine der mekrwürdigsten Entscheidungen der Kreativen hinter „Gotham“. Das extreme overacting von Pinkett-Smith war bereits in der ersten Staffel nur schwer zu ertragen, doch immerhin scheint sie sich meiner Empfindung nach zumindest ein wenig zurückzuhalten. Die Monstertruppe rund um den ehemaligen Gangsterboss scheint der Hauptgegner von Jim Gordon in der ersten Hälfte der dritten Staffel zu sein.

Immerhin gibt es in der Gruppe ein paar interessante Bösewichte. Ein mir unbekannter Widersacher kann jeden bei Berührung etwas altern lassen, was zum leicht konstruierten, aber doch irgendwie raffinierten Übergang der alten Poison-Ivy-Darstellerin Clare Foley zur neuen Darstellerin (Maggie Geha) führt.
Ein weiterer Zugang in den Kader der Bösewichte ist Man-Bat. In den Comics handelt es sich hier um Dr. Kirk Langstrom, einen Fledermausforscher, der durch ein missglücktes Serum zur Man-Bat wird. Dem Aussehen des Bösewichts in „Gotham“ nach scheint die neue Man-Bat allerdings keinen solchen wissenschaftlichen Hintergrund zu besitzen.
The Story of Bruce
Interessant fängt dann zumindest die Geschichte um den jungen Bruce Wayne (David Mazouz) an. Der kehrt gemeinsam mit Alfred (Sean Pertwee) von einer sechsmonatigen Reise zurück, auf welcher sie es sich offenbar zur Aufgabe gemacht hatten, die Hintergründe des Court of Owls aufzuklären, der hinter den Geschehnissen von Indian Hill steckte. In einem ziemlichen Badass-Moment ruft Bruce dann den Vorstand zusammen, um mit der Unterstützung von Alfred den Anwesenden zu erklären, dass er seine Firma vom Einfluss der Owls befreien möchte.
Doch natürlich bekommen diese davon Wind und schicken ihren Talon - in den Comics der Assassine und Beschützer des Courts - um den jungen Bruce zu entführen. Mal wieder. Es bleibt abzuwarten, ob das eine Dummheit des jungen Waynes war, oder doch ein raffinierter Plan, um die Hintergründe der Macht, die die Stadt zu beherrschen scheint, aufzudecken.

Ach, und dann ist da ja noch Bruce Doppelgänger. Doppelgänger, egal in welcher Serie, sind eigentlich nie eine gute Idee. Die Verwechslungsgeschichten nerven, und schon jetzt bereite ich mich darauf vor, die Einführung von Bruce 2.0 irgendwann einmal als den jumping the shark-Moment der Serie zu beschreiben.
Fazit
Better to Reign in Hell... ist kein perfekter, aber ordentlicher Einstand in die neue „Gotham“-Staffel. Die Neukonstellation der Charaktere gefällt mir, auch wenn mit Fish Mooney nicht gerade mein liebster Charakter der Serie in dieser Staffel wohl eine wichtige Rolle spielen wird.
Verfasser: Benedikt Pichl am Mittwoch, 21. September 2016Gotham 3x01 Trailer
(Gotham 3x01)
Schauspieler in der Episode Gotham 3x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?