Gotham 2x16

Gotham 2x16

Gotham macht mit Prisoners einen Zeitsprung von ein paar Wochen und bietet neben der Inhaftierung Jim Gordons vor allem zwei große Überraschungsmomente. Derweil muss sich Oswald mit der korrupten Familie seines neuen Vaters auseinandersetzen.

Jim (Ben McKenzie) kämpft sich durch den F-Block. / (c) FOX
Jim (Ben McKenzie) kämpft sich durch den F-Block. / (c) FOX

Mit Prisoners setzt Gotham erst nach einem Zeitsprung von mehreren Wochen an die letzte Episode an und fokussiert dabei die Entwicklungen zweier Charaktere. Während Jim Gordon (Ben McKenzie) dabei an Tim Robbins aus „Die Verurteilten“ erinnert, muss sich Oswald Cobblepot (Robin Lord Taylor) in bester Edgar-Wallace-Manier mit den intriganten Spielweisen eifersüchtiger Familienmitglieder herumschlagen.

The Gothshank Redemption

Was Gotham wirklich gut beherrscht, ist ein gut in Szene gesetzter Episodenbeginn. Diesmal wird uns in diesem gezeigt, wie Jim sein elendiges Leben zu den Chorgesängen zu Scalas Coverversion von Lambs „Gorecki“ hinter schwedischen Gardinen verbringt, bis ihm schließlich die Verlagerung in den als „The World's End“ bekannten F-Block bevorsteht. Wer sich bis dato gefragt hat, wie es wohl um Leslie (Morena Baccarin) und das gemeinsame Kind bestellt ist, wird gleich mit einer bitteren Nachricht Bullocks (Donal Logue) konfrontiert: Leslie hat das Kind verloren und ist nicht mehr auffindbar.

Szenenfoto aus der %26bdquo;Gotham%26ldquo;-Episode %26bdquo;Prisoners%26ldquo; © FOX
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Sollte sich diese Kunde bewahrheiten und nicht nur als Botschaft an Jim dessen Abnabelung von Leslie beschleunigen, würde dies Edward Nygmas (Cory Michael Smith) Gräueltaten aus der letzten Episode weiter verschlimmern, vor allem, wenn man bedenkt, dass Edward Jim nur aufgrund einer Investigationsmotivation aus dem Weg geräumt hatte und keine direkte Bedrohung verteidigen musste. Doch wie bereits zuvor angedeutet ist es vor allem Bullock, der alles daran setzt, zumindest die Haftbedingungen für Jim etwas zu erleichtern oder ihn gar aus dem Gefängnis zu befreien.

Im Zuge dessen sieht er sich gezwungen, Carmine Falcone (John Doman) um Hilfe zu bitten, dessen überraschender Gastauftritt den zweiten Paukenschlag der Episode darstellt. Konnte dieser vor seinem letzten Auftritt im Finale der ersten Staffel vor allem dann glänzen, wenn seine altersmüde Sichtweise auf die korrupten Belange Gothams durchschien, so funktioniert diese Charakterseite auch in seiner Wiederkehr überraschend gut. Die insgesamt recht ruhig und düster angelegte Episode bekommt durch Domans ebenso ruhige Spielweise einen weiteren Ton geliefert, der sich hervorragend in das Gesamtbild einbringt.

Währenddessen trifft Jim auf ein paar Häftlinge, die leider aufgrund seiner vorherigen Arbeit im „GCPD“ zu Insassen wurden und dementsprechend recht sauer auf den einstigen Vorzeigepolizisten sind. Dieser Plot führt lediglich dazu, dass Jim in dem jungen Peter „Puck“ (Peter Mark Kendall) ein junges Bürschchen findet, das von der rauen Seite des Lebens geschützt werden soll. Hierbei wird die Parallele zu dem Verhältnis zwischen Andy Dufresne (Tim Robbins) und Tommy (Gil Bellows) aus „The Shawshank Redemption“ sehr deutlich, welche dadurch gesteigert wird, dass letzterer ebenfalls die Moral des Protagonisten rettet und dafür am Ende selbst draufgehen muss.

Sicherlich kommt die am Ende der Episode wiedererlangte Freiheit recht rasch daher und vielleicht hätte man sich diesem Erzählzwang auch etwas länger widmen können, dennoch hat es Gotham diesmal etwas besser geschafft, den zeitlichen Verlauf der Ereignisse zueinander zu positionieren, so dass man nicht sofort das Gefühl bekommt, dass Jim nur auf Stippvisite inhaftiert war. Auf der anderen Seite bleibt zu hoffen, dass dies nicht dazu führt, dass diese kleine Reise ebenso schnell vergessen wird, wie sie passiert ist.

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Eiskalte Pinguine

Der Zeitsprung wird zudem durch einen sich langsam findenden und endlich etwas ruhiger gewordenen Oswald Cobblepot gestärkt. Wir sehen, wie dieser in der Zwischenzeit ein kleines Heim in dem Schoß seines Vaters Elijah van Dahl (Paul Reubens) finden konnte und müssen nun dabei zusehen, wie dieses in intrigante Klischees à la Edgar Wallace oder „Eiskalte Engel“ getränkt wird. Wie sich nämlich herausstellt, hat der gute Elijah noch eine weitere Familie mit seiner Ehefrau Grace (Melinda Clarke), da diese ihre beiden eigenen Kinder Sasha (Kaley Ronayne) und Charles (Justin Mark) mit in die Ehe gebracht hatte.

Diese sehen in dem blutsverwandten Neuankömmling natürlich eine ziemliche Konkurrenz heranwachsen und setzen alles daran, diese wieder zu vertreiben. Doch während Medikamente gegen Lutschbonbons ausgetauscht und Drinks mit nebligen Giften vermischt werden, wird das Band der beiden Supernasen immer dicker. So erfahren wir, dass bereits Elijahs Vater mit mentalen Problemen und Gewaltausbrüchen zu kämpfen hatte und Oswalds Verhalten somit auch ein bisschen genetisch bedingt zu sein scheint.

Und natürlich muss sich genau dann der geliebte Vater aus dem Leben verabschieden, als er gerade noch das Testament zu 100 Prozent auf Oswald umändern wollte. Wie bereits in meinem letzten Review verfällt dieser Plotteil anscheinend weiterhin dem bereits bekannten Muster, dass Oswald durch einen vorausschaubaren Verlust wieder zurück auf den Weg der Kriminalität getrieben werden soll, welcher durch die Paarung der überzeichneten und klischeehaften Verhaltensweisen seiner fiesen Stieffamilie nicht besser wird.

Fazit

Gotham reduziert seine Verstrickungen diese Woche auf die beiden Charaktere Cobblepot und Gordon und schafft es dabei leider nur, einen von beiden richtig in Szene zu setzen. Vor allem die emotionale Einleitung in die Episode, der überraschende Kindesverlust und der passende Gastauftritt Domans schaffen es wirklich, Shawshank nach Gotham zu bringen. Die Charakterzeichnungen erfüllen zwar ab und an so manches Gefängnisklischee und auch Bullocks Chumbawamba-Monolog zum Wiederaufstehen nach dem Sturz fühlt sich nicht wirklich originell an, dafür schafft es vor allem Jim, ein bisschen Charakterfarbe zu erhalten, nachdem bereits zuletzt der Charakter Bruce (David Mazouz) etwas besser beleuchtet wurde.

Doch leider bietet der Handlungsstrang um Oswald und Elijah weder einen einzigen überraschenden Moment noch irgendwelche Entwicklungen, die nicht nach bekannten Mustern intriganter Charaktere gestrickt werden. Hier heißt es wohl weiterhin abwarten, bis Cobblepot den Mörder seines Vaters findet und damit sicherlich wieder auf den Pfaden des Bösewichts wandern darf. Allerdings füllt Nygma derzeit die Rolle des Superschurken wesentlich besser aus und bringt bei mir keinen Wunsch hervor, diesen Rang an Cobblepot abzutreten.

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Verfasser: Henning Harder am Dienstag, 29. März 2016

Gotham 2x16 Trailer

Episode
Staffel 2, Episode 16
(Gotham 2x16)
Deutscher Titel der Episode
Am Ende der Welt
Titel der Episode im Original
Wrath of the Villains: Prisoners
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 28. März 2016 (FOX)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 15. September 2016
Autor
Danny Cannon
Regisseur
Scott White

Schauspieler in der Episode Gotham 2x16

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