Gotham 2x09

Nachdem Theo Galavan (James Frain) in der letzten Episode hinter schwedische Gardinen gebracht wurde, zieht sich die heutige Episode mit einem Ă€uĂerst monotonen Racheplot seiner Schwester Tabitha (Jessica Lucas) in die LĂ€nge, wĂ€hrend Bruce (David Mazouz) davon abgehalten wird, irgendetwas zu tun. Zum GlĂŒck gibt es noch das neue Traumpaar Nygma (Cory Michael Smith) und Cobblepot (Robin Lord Taylor), das die Episode noch zu retten weiĂ.
Piano wire... That guy's a Pro!
Der Hauptplot der Episode dreht sich also weiterhin um potentielle Attentate auf Jim Gordon (Ben McKenzie). Nachdem bereits dessen Ex-Freundin Barbara (Erin Richards) an diesem Plan scheiterte, darf sich nun Tabitha an dem Gegner Galavans versuchen. Sie gibt dabei den Attentatsauftrag an eine mysteriöse Lady (Michelle Gomez) weiter, die zumindest Fans von Doctor Who erfreuen könnte.
So darf sich Gomez wieder einmal in stilvoller Kleidung um das Böse einer Serie kĂŒmmern und schickt nacheinander verschiedene Schergen der magischen Zahl drei aus. Diese dĂŒrfen sich nacheinander die ZĂ€hne an Jim, Barnes (Michael Chiklis) und Co. ausbeiĂen, die sich passenderweise in Galavans Wohnung verstecken. Neben einem unbedeutenden Klavierseitenhipster und einem noch unbedeutenderen zweiten AttentĂ€ter lĂ€utet der dritte Todesbote ein weiteres Glöckchen der Batman-Bösewichte-Welt.

Er stellt nĂ€mlich die Gotham-Version des aus den Comics bekannten Widersachers Flamingo dar, der seit 2007 zu den eher kleineren Bösewichten gehört. Auch die von Raul Castillo dargestellte Version ist vor allem durch zwei Merkmale gekennzeichnet: seinen Hunger nach menschlichen Gesichtsteilen und der Farbe pink, die sich natĂŒrlich zum jetzigen Zeitpunkt noch subtiler als in der spĂ€teren Version aufzeigen lĂ€sst.
DafĂŒr darf uns der Gotham-Flamingo am Ende noch einmal von seiner vielversprechenden Zukunft ĂŒberzeugen, indem er ein weiteres Mitglied der „Strike Force“, Officer Parks (Ashlei Sharpe Chestnut), durch seinen Hunger einsatzunfĂ€hig macht. Sicherlich wird in der nĂ€chsten Folge deren bisher unbekannter Partner „Officer Recreation“ auf tragische Art und Weise ebenfalls aus dem Dienst treten ...
I need your advice, Mr. Penguine.
Zum GlĂŒck schafft es dagegen der Nebenplot um Edward Nygma und âPinguinâ Cobblepot, den wesentlich interessanteren Teil der Episode darzustellen. Wir erfahren, dass Nygma den Unterweltkönig irgendwie auĂer Gefecht gesetzt hat und bis in seine Wohnung brachte, um dessen Wunden zu pflegen. Doch nicht nur physisch, vor allem mental verhilft er dem eigentlich mĂ€chtigsten Mann Gotham Citys wieder auf die Beine.
Ich muss zugeben, dass mir der ganze Teil um den plötzlich durch EmotionalitĂ€t paralysierten Cobblepot nicht wirklich gut gefĂ€llt und dessen raschen Aufstieg in der ersten Staffel etwas weniger glamourös macht. Nichtsdestotrotz könnte ich mich an das neue Traumpaar der Bösewichte durchaus gewöhnen. Nygma findet in Cobblepot endlich einen Mordsbruder im Geiste, dem er sein wahres Ich anvertrauen kann, und Cobblepot bekommt dafĂŒr die Vorteile seiner neuen Situation prĂ€sentiert.

Mir ist zwar noch nicht ganz klar, wo zum Beispiel Victor Zsasz (Anthony Carrigan) und Co. hin sind (sodass Oswald ernsthaft in ErwĂ€gung zieht, die Stadt zu verlassen), dafĂŒr scheint seine derzeitige Lage nun endlich aufgehoben zu sein. Wie Nygma richtigerweise aufzeigt, bedeutete der Verlust seiner Mutter (Carol Kane) fĂŒr Oswald nicht nur Schmerz, sondern vor allem auch eine neue Freiheit, die dieser als StĂ€rke einsetzen kann.
Ich bin sehr gespannt, wie weit Gotham dieses neue Duo zusammen agieren lassen wird. Ich hoffe dabei ehrlich gesagt, dass Nygma zu einem festen Bestandteil einer neuen, ernstzunehmenderen Bösewichtselite rund um den Pinguin wird. Wobei ich mir auch vorstellen kann, dass dieser weiterhin lieber auf eigene Faust agiert. Auf jeden Fall können wir jetzt wirklich davon sprechen, den âRiddlerâ vor uns zu haben, was mir bisher sehr zusagt.
Weitere kleine Ausblicke
Der weitere Nebenplot um Bruce zeigt wieder einmal auf, wie sehr der junge Held auf der Stelle tritt. Die ganze Episode hinweg ĂŒberlegt er, wie er die neuesten Informationen ĂŒber die Inhaftierung Galavans in Verbindung zu dem ihm ĂŒberbrachten Angebot setzen soll - und bekommt dabei nacheinander EinflĂŒsse von der immer noch intriganten Silver (Natalie Alyn Lind), dem pĂ€dagogisch verantwortungsvollen Alfred (Sean Pertwee) und der aus dem Nichts erscheinenden Selina (Camren Bicondova) serviert.
Es tut mir wirklich leid, immer wieder darauf rumzuhacken, aber warum kann Bruce nicht endlich weiter in der geöffneten Bat-Höhle voranschreiten, statt eine ganze Episode lang nur zu ĂŒberlegen, was er als nĂ€chstes tun soll. Ich verstehe schon, dass er durch Silver liebestechnisch manipuliert wird. Aber irgendwann mĂŒsste der Rechner in der Höhle doch auch wieder repariert werden oder ĂŒberhaupt sein Interesse erwecken.

DafĂŒr bekommen wir zwei Andeutungen serviert, was weitere Entwicklungen in Gotham City angeht. Die kleinere von beiden besteht aus den Graffiti, die das Lachen des verstorbenen Jerome (Cameron Monaghan) aufgreifen und somit weiterhin die These bestĂ€rken, dass der Joker in Gotham vor allem zu einer sich in der Bevölkerung durchsetzenden Idee wird.
Der gröĂere Ausblick dreht sich um den Templerkult, aus dem Theo und Tabitha stammen. Nicht nur findet Jim in Theos Wohnung ein paar Templerklamotten, am Ende sehen wir, dass die Gruppierung wesentlich stĂ€rker in der Stadt vertreten ist, als bisher angenommen - und auch nicht vor Morden zurĂŒckschreckt. Ein weiteres mögliches Szenario wĂ€re also, dass Theo mit Hilfe seiner geistlichen BrĂŒder aus dem GefĂ€ngnis entflieht, da ich stark bezweifle, ob er seinen ruinierten Ruf wieder zu reparieren vermag.
Fazit
Langsam neigt sich die erste HÀlfte der zweiten Staffel von Gotham dem Ende und scheint sich dabei leider um unnötig in die LÀnge gezogene Entwicklungsgeschichten zu drehen. Weder die Attentatsserie auf Jim (inklusive Charakterhintergrund von Barnes) noch der ganze Plot um Bruce schaffen es, wirkliche Spannung aufzubringen und die Geschichte des inhaftierten Galavans interessant zu ergÀnzen. Das schaffen lediglich die Templer am Ende der Episode.

Doch zum GlĂŒck dĂŒrfen Nygma und Cobblepot als neues Traumpaar ihr Zusammentreffen fortsetzen und dabei zu GeistesbrĂŒdern werden, die die gleiche Idee der Selbstjustiz und Rache verfolgen. Wie lange diese Kooperation anhalten wird, bleibt zwar abzuwarten, unterhaltsam ist sie jedoch allemal. Die Konzentration auf die bisher lang etablierten Bösewichte funktioniert dabei immer noch besser als beispielsweise die relativ unmotivierte Etablierung des Flamingos, der anscheinend Comickenner abgreifen soll, fĂŒr mehr jedoch nicht wirklich reicht.
Trailer zur kommenden Episode von âGothamâ: Verfasser: Henning Harder am Dienstag, 17. November 2015Gotham 2x09 Trailer
(Gotham 2x09)
Schauspieler in der Episode Gotham 2x09
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?