Gotham 1x19

Das Finale der ersten Staffel von Gotham rückt zwar immer näher, doch Spannung ist leider auch nach der langen Pause noch nicht wirklich in Sicht. Während sich Jim (Ben McKenzie) und Bullock (Donal Logue) einem charmanten Serienmörder widmen, jagen Cats und Bats nach Alfreds altem Kriegskumpanen. Fish (Jada Pinkett-Smith) darf sich auf ihre letzten Tage noch einmal von ihrer guten Seite zeigen. Und Oswald schnürt derweil langsam die Fäden, die er für einen Mord an Maroni (David Zayas) ziehen will.
See you around, Doc.
Nachdem bereits bestätigt wurde, dass wir Jada Pinkett-Smiths Darstellung der Grand Dame mit dem wohlklingenden Namen Fish Mooney in der kommenden zweiten Staffel nicht mehr zu Gesicht bekommen werden, scheint sie sich nach der langen Pause von ihrer gutmütigen Seite zeigen zu dürfen. Indem sie einen Ausbruch aus Dulmachers (Colm Feore) Klinik mit einem perfekt platzierten Helikopter inklusive einer netten Bootsanbindung plant, bekommt sie die Chance, die Schwachen zu unterstützen und die Starken auszuspielen.
So wirft sie die harten Jungs des Kellers den harten Jungs der militärischen Bewachung zum Fraß und flieht selbst zusammen mit Kelly (Dashiell Eaves) und Co. zum Helicopter, den sie glücklicherweise natürlich auch fliegen kann, was für eine ehemalige Militärlaufbahn sprechen könnte. Am Ende wird sie jedoch mit einem letzten Schuss, wie von Dulmacher bereits angedroht, in den Bauch getroffen. Könnte das bereits der Anfang vom Ende sein?
We're all in this together.
Derweil darf unser Minisuperheld weiter in Sachen Anschlag auf Alfred (Sean Pertwee) ermitteln. Er klammert bewusst Jims Hilfe aus und macht sich auf eigene Faust auf die Suche nach dem messerstechenden Kameraden Reggie (David O'Hara), den er in einem Waffengeschäft vermutet. Doch wenn sich Brucy schon mal in die düsteren Gefilde Gotham Citys bewegt, kann natürlich sein Love-Buddy-Irgendwann-Bösewichtin-Interest Selina Kyle (Camren Bicondova) nicht weit sein.
Die beiden finden den zwielichtigen Attentäter namens Payne schließlich in einem heruntergekommenen Haus, wo er sich seine „Medizin“ verabreicht hat. Cats und Bats nutzen diese aus, um aus ihm herauszubekommen, wer hinter dem Attentat steckt. Am Ende kommt es schließlich zu einem äußerst breit inszenierten Moment, in dem sich Bruce und Selina moralisch voneinander entfernen. Während der junge Master zögert, Reggie aus dem Fenster zu stoßen, übernimmt das kleptomanische Straßenkind gerne diesen Part.
Mr. Ogre is ready to see you.
Der Fall der Woche dreht sich um die Gastrolle des aus Heroes bekannten Milo Ventimiglia: um einen Serienmörder, der anscheinend auf äußerst perfide Art versucht, sein gebrochenes Herz zu reparieren. In Rückblenden, die aus unerklärlichen Gründen mit Filmrollenüberblendungen gerahmt werden, sehen wir, wie dieser das Opfer der Woche in seinen Bann zieht und schließlich nicht mehr laufen lässt.
Stattdessen wird die Dame seiner Wahl zu einer Zwangsehefrau, die gefesselt dazu gezwungen wird, es dem jungen Schönling recht zu machen. Als das leider nicht ganz so funktioniert, sehen wir, dass sie sich in die Reihe der bisherigen Mordopfer einreihen und den Löffel abgeben muss. Bei dem Ogre handelt es sich wohl eher nicht um eine Variante des Ogre aus den Comics, der vor allem durch seine physische Stärke auffällt und unter dem Namen Michael Adams bekannt ist, sondern um einen eigenen Charakter des gleichen Namens. Warum dieser jedoch verwendet wird, wurde bisher noch nicht deutlich.
Jim, Bullock und der ihnen äußerst unterwürfige Edward Nygma (Cory Michael Smith) finden derweil heraus, dass es sich bei dem Fall um ein rotes Tuch für jeden GCPD-Polizisten handelt, da der Oger sich vor allem Angehörige von Polizisten aussucht, die in seinem Fall ermitteln. Bei genauerer Betrachtung wird dabei deutlich, dass der junge, ambitionierte Polizist, der Jim den Auftrag gab, von Commissioner Loeb (Peter Scolari) gesandt wurde, um Jim zu verletzen. Was dieser natürlich mit einer Wut entbrannten Racherede beantwortet.
Fingers are a musician's best friend.
Zuletzt bleibt noch der Lieblingsbösewicht der Gotham-Fangemeinde, Oswald Cobblepot (Robin Lord Taylor), der natürlich auch ein Stück vom Nebenplotkuchen bekommt, um seine Machtposition weiter auszubauen. So sucht er eine kleine Spielunke auf, die er seinem Imperium einverleiben möchte, um in dieser den Mafiosi Sal Maroni zur Strecke zu bringen. Doch zuvor muss er sich mit der Inhaberin der Kneipe gutstellen, die leider nicht mit Geld zu locken ist, sondern moralische Ansprüche verfolgt.
Also zieht unser Emo-Nasenschnabel aus und findet den musizierenden Tunichtgut von Freund, den die Tochter der Kneipenlady in ihr Herz geschlossen hat, um diesen von ihrer Seite zu ziehen. Doch der scheint reinen Herzens zu sein, was die Folter noch schwieriger macht. Also kommt Oswald auf die wahnsinnig innovative Idee, einem Musiker doch tatsächlich die Finger zu nehmen, was auch schnurstracks funktioniert. Am Ende bekommt die Besitzerin ihre Tochter und Oswald seine Bar und alle sind glücklich. Hach!
Fazit
Auch nach der langen Pause gewinnt Gotham nicht wirklich an Fahrt, was immer noch daran liegt, dass die Plots überzeichnet, vorausschaubar und schlichtweg einfallslos sind. Es wird sich in fast allen Plots weiter im Kreis gedreht, sei es um im Untergrund, im GCPD oder bei der Entwicklung von Bruce und Selina. Mag der Fall der Woche mit seinem nur in Rückblenden dargestellten Serientäter für Gotham-Verhältnisse auch ungewohnt erzählt werden - warum sich dieser Plot über mehr als eine Episode strecken muss, wird leider nicht klar. Auch der Titel, der sicherlich eine Anspielung auf die Comicreihe „Birds of Prey“ ist, scheint eher willkürlich denn passend gewählt zu sein. Am Ende bleibt mal wieder eine Episode, die man ebenso schnell vergessen wie gesehen hat. Hoffentlich ändert sich das zum Staffelfinale noch.
Verfasser: Henning Harder am Dienstag, 14. April 2015Gotham 1x19 Trailer
(Gotham 1x19)
Schauspieler in der Episode Gotham 1x19
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