Gotham 1x20

© rin Richards und Milo Ventimiglia in âGothamâ / (c) Fox
Mit Under the Knife wird der Fall um den als âOgreâ bekannten Serienmörder (Milo Ventimiglia) weitererzĂ€hlt, wĂ€hrend Bruce (David Mazouz) und Selina (Camren Bicondova) sich fĂŒr einen Charity Ball mit besonderem Namen schick machen und der introvertierte Forensiker Edward Nygma (Cory Michael Smith) einen wichtigen Charaktermoment bekommt. Allein Clubbesitzer Cobblepot (Robin Lord Taylor) enttĂ€uscht mit seinem langsamen Racheplot diese Woche.
No Riddles
Gotham setzt mit Under the Knife zwar einerseits den anscheinend doch etwas gröĂeren Fall um den Ogre fort, lĂ€sst es dabei jedoch nicht aus, mal wieder die ganz groĂe Foreshadowing-Keule zu schwingen. So bekommt der RĂ€tsel stellende Forensiker Nygma endlich einen Grund, die moralische Kehrtwende vollziehen zu dĂŒrfen, indem er seine angebetete Miss Kringle (Chelsea Spack) auf ein paar Blessuren untersucht, die von ihrem derzeitigen Liebhaber Officer Dougherty (Zachary Spicer) stammen.

Nachdem jedoch seine EinschĂŒchterungsversuche ins Leere laufen, lauert unser moralisch Ă€uĂerst ambitionierter zukĂŒnftiger Fragensteller dem RĂŒpel auf und greift schlieĂlich zum Messer, mit dem er erst unfreiwillig und schlieĂlich aus Ăberzeugung den Polizisten ersticht. Dieser Charaktermoment wird dabei auf typische Gotham-Weise durch das Blitzlichtgewitter der ratternden StraĂenbahn unterlegt.
Sort of a roommate, she comes and goes.
Doch nicht nur Ed, auch Selina darf sich moralisch weiter in Richtung ihres zukĂŒnftigen Alter Egos entwickeln, nachdem sie in der letzten Episode Beasts of Prey zur Mörderin wurde. WĂ€hrend Bruce schwer mit dieser Tatsache zu kĂ€mpfen hat und natĂŒrlich jetzt bereits schwört, nie jemandem das Leben zu nehmen, schreckt Catsina davor nicht zurĂŒck. Doch noch wenden sich die beiden Freunde nicht voneinander ab, sondern planen ihren nĂ€chsten, gemeinsamen Coup auf einem Charity Ball von Wayne Enterprises, der vor allem fĂŒr deutsche Zuschauer einen weiteren plumpen Foreshadowing-Moment verzeichnet.
So findet der Ball ausgerechnet in der sogenannten Fledermaus Gallery statt, als ob ein gewisser Wayne mal irgendetwas mit FledermĂ€usen zu tun haben wird... Allerdings bleibt unserem Mini-Bats nicht viel Zeit, sich mit den Tierchen auseinanderzusetzen, da er als Ziel natĂŒrlich Sid Bunderslaw (Michael Potts) hat, dem er seinen Anschlag zu verdanken hat. In einem Ă€uĂerst plumpen Ablenkungsmanöver stiehlt Selina ihm den SchlĂŒssel - weiter kommen die beiden Jungermittler erst einmal nicht.
Stattdessen darf sich Babsi (Erin Richards) mal wieder blicken lassen und von ihrer ach so dĂŒsteren Seite zeigen, indem sie sogar den fiesen Serienmörder in Sachen dĂŒsterer Charakter in den Schatten stellt. Zwar scheint dieser das Interesse an ihr zu verlieren, als er erfĂ€hrt, dass sie nicht mehr mit Jim (Ben McKenzie) zusammen ist. Er kann sich jedoch trotzdem nicht ganz von ihr verabschieden. Am Ende betreten die beiden gemeinsam seine kleine SM-Stube.

Nachdem in der letzten Episode nicht ganz klar wurde, woher dagegen der Name des Ogres kommt, erfahren wir in dieser Episode, dass er aufgrund seines ehemaligen ĂuĂeren diesen Titel trĂ€gt (welches er sich entfernen lieĂ und nun als unbekannter Mann durch Gotham City wandeln kann). Warum sich ausgerechnet dieser Plot sogar noch auf eine weitere Episode ausstreckt, wird dabei jedoch nicht ganz klar. Zwar schafft es Ventimiglia, einen der gelungeneren Bösewichte darzustellen, so richtig an Spannung gewinnt dieser Fall jedoch auch nicht.
Wohin mit dem Cobbleplot?
WĂ€hrend Fish Mooney (Jada Pinkett-Smith) diese Woche mal pausieren darf, ĂŒbernimmt derweil der korrupte Clubbesitzer Oswald den Part der wohl langatmigsten Racheplanung der Episode. So erfahren wir, dass er ein paar weitere MĂ€nner anheuert, um Maroni (David Zayas) auf die Pelle zu rĂŒcken, wĂ€hrend dieser sich an die alte Frau Kapelput (Carol Kane) heranmacht und damit droht, der guten Seele von den dĂŒsteren Machenschaften ihres Sohnes zu erzĂ€hlen. Am Ende darf Oswald seinen schlechten Charakter noch einmal kurz bestĂ€tigen, indem er einen unwichtigen Blumenlieferanten Maronis um die Ecke bringt.
Fazit
Nur noch zwei Episode der ersten Staffel von Gotham stehen uns bevor, doch so richtig an Fahrt gewinnt die Serie immer noch nicht. WĂ€hrend es diese Woche vor allem Edward Nygma ist, der einen charakterlichen Sprung nach vorne macht, wird sich der Fall der Woche aus unerfindlichen GrĂŒnden noch eine weitere Woche fortsetzen dĂŒrfen. Die groĂen, alles umfassenden Machenschaften ruhen derweil. Denn wĂ€hrend Oswalds Rachefeldzug sich nur Ă€uĂerst trĂ€ge fortbewegt, setzen Fish und Falcone komplett aus.
Mag der Fall um den Ogre auch gar nicht so schlecht inszeniert sein - aber warum wir uns ausgerechnet auf der direkten Grade zum Staffelfinale mit diesem auseinandersetzen mĂŒssen, wĂ€hrend so mancher Batman-Bösewicht in dieser Staffel wesentlich schneller abgefrĂŒhstĂŒckt wurde, leuchtet derzeit nicht ein. Es fehlt einfach immer noch an einem durchgehenden roten Faden.

So ist es kein Wunder, dass es vor allem die Nebenplots von Bruce und Edward sind, die die Episode tragen, obwohl sie wesentlich weniger Screentime als Jims Fall einnehmen. Dieses Ungleichgewicht von QuantitĂ€t und QualitĂ€t der einzelnen ErzĂ€hlstrĂ€nge gehört neben den wirklich plumpen und viel zu breit inszenierten Foreshadowings zu den gröĂten SchwĂ€chen der Serie. Mag der Vergleich zu einer Dramedyserie wie Better Call Saul auf inhaltlicher Ebene auch nicht ganz passen, so sehen wir in dieser zumindest, wie man es schafft, einen spannenden Plot zu erzĂ€hlen, auch wenn das Ziel bereits gröĂtenteils bekannt ist. Die bevorstehenden Entwicklungen des Batman-Universums reichen jedoch nicht als Grundpfeiler der Spannung aus.
Trailer zur kommenden Episode âThe Anvil or the Hammerâ: Verfasser: Henning Harder am Dienstag, 21. April 2015Gotham 1x20 Trailer
(Gotham 1x20)
Schauspieler in der Episode Gotham 1x20
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