Gotham 1x18

Gotham 1x18

In der Episode Eyeryone Has a Cobblepot widmet sich Gotham den korrupten Polizisten des GCPD sowie den besonderen Operationen des Dr. Dulmacher. Während der erste Plot ein paar interessante Fährten liegt, verwirft der zweite die bisher gelegten.

Jeffrey Combs als Office Manager in „Gotham“ / (c) Fox
Jeffrey Combs als Office Manager in „Gotham“ / (c) Fox

Die heutige Episode Everyone Has a Cobblepot dreht sich mal wieder um die Korruption innerhalb des GCPD und nimmt den Fall um Arnold Flass (Dash Mihok) wieder auf. Während der Fall der Woche sich somit um den Werdegang von Jim Gordon (Ben McKenzie) dreht und sich Bruce (David Mazouz) und Alfred (Sean Pertwee) etwas ausruhen, verwirft der Plot um Fish Mooney (Jada Pinkett Smith) leider wieder jegliche Konsequenzen aus der letzten Folge und setzt deren langweiligen, dominanten Weg der Macht fort.

I'm like the phoenix.

Nachdem ich mich in der vergangenen Folge tatsächlich von der Augenszene Fish Mooneys überraschen ließ und bereits die Konsequenzen dessen in Form einer von mir gewünschten Augenklappe ernstnahm, schafft es Gotham diese Woche, sogar das Entfernen von ganzen Körperteilen aufzuheben. So wacht Miss Mooney in einem Krankenbett auf und muss nach dem Entfernen ihres Augenverbandes feststellen, dass sie nun ein blaues linkes Auge besitzt. Doch Dr. Dulmacher (Colm Feore) scheint noch mehr Wunder der Medizin in petto zu haben.

Wem die rasante Heilung durch die Implantation eines völlig fremden Sehorgans noch nicht absurd genug ist, dem wird noch der in der vergangenen Episode, Red Hood, etablierte Office Manager (Jeffrey Combs) mit einem gänzlich neuen Körper präsentiert: Dulmacher hat einfach mal seinen Kopf auf einen Frauenkörper umtransplantiert. Ob Produzent Bruno Heller nur versucht, durch Absurdität von den dramaturgischen Schwächen Gothams abzulenken? Am Ende haben wir jedenfalls einen der größten WTF-Momente der bisherigen Staffel zu Gesicht bekommen.

Jada Pinkett Smith in %26bdquo;Gotham%26ldquo; © Fox
Jada Pinkett Smith in %26bdquo;Gotham%26ldquo; © Fox

Fish selbst schafft es natürlich, sich am Ende wieder einmal da zu befinden, wo sie sich in ungefährt jeder Episode hinarbeitet: an der Spitze. Sie macht einen Deal mit Dulmacher und bietet ihm an, für Organnachschub aus dem Keller zu sorgen, wenn sie seine rechte Hand werden darf. Natürlich geht dieser Plan von vorne bis hinten auf, auch wenn sich die Klinik auf einer verlassenen Insel zu befinden scheint. So sehr ich es auch begrüße, dass Charaktere etabliert werden, die ohne ihren Comichintergrund an Bedeutung gewinnen, so schade ist es andererseits auch, dass ausgerechnet der misslungene Charakter Mooneys der einzige zu sein scheint, der diesem Kriterium entspricht.

My Cobblepot didn't come back.

Der Fall der Woche weiß dagegen zumindest bezüglich so mancher Figuren- und Konstellationsentwicklung zu überzeugen. So erfährt Jim nicht nur, dass die Anklage gegen den von ihm hinter Gitter gebrachten Kollegen Arnold Flass mit Hilfe von Commissioner Loeb (Peter Scolari) fallen gelassen wurde, sondern dass dieser Flass auch noch als neuen Präsidiumspräsidenten nominieren möchte. Doch Flass bekam seine Freiheit nicht irgendwie, sondern durch eine Aussage von Harvey Bullock (Donal Logue), über dessen Charakter wir in dieser Episode etwas mehr erfahren dürfen.

So erwähnt Bullock, dass nicht jeder wie Jim seinen Kriminellen vor dem Tod bewahrte. So zeigt er den zweischneidigen Scheideweg von Gordon und Cobblepot (Robin Lord Taylor) auf. Denn während die Entscheidung, Oswald am Leben zu lassen, einerseits langsam zu dessen Machtaufstieg führt, bringt sie Jim andererseits in die Position, der einzige nicht korrumpierbare Polizist des GCPD zu sein. Da wir jedoch erfuhren, dass Oswald genau deshalb Jim aussuchte, um seinen Mord vorzutäuschen, entsteht eine Verbundenheit der Schicksale, die einem Batman-Prequel durchaus gerecht wird. Thematisierungen von moralischen Unterschieden wie diesen und Verknüpfungen von Einzelschicksalen gehören zu einer der seltenen Stärken der Serie.

Jim schnappt sich derweil seinen juristischen Freund Harvey Dent (Nicholas D'Agosto), um über Loebs ehemaligen Kollegen Charley Griggs (Michael J. Burg) erst auf eine falsche, vor asiatischen Klischees strotzende, Fährte gelockt zu werden und schließlich mit der Hilfe Oswalds in einem verlassenen Haus zu landen, das das düstere Geheimnis Loebs hütet. Doch als Ausgleich für diesen wichtigen Hinweis steht Jim nun in Oswalds Schuld, was sicherlich noch im Laufe der Staffel aufgegriffen wird.

Jim Gordon (Ben McKenzie) und Harvey Dent (Nicholas D%26#039;Agosto) in %26bdquo;Gotham%26ldquo; © Fox
Jim Gordon (Ben McKenzie) und Harvey Dent (Nicholas D%26#039;Agosto) in %26bdquo;Gotham%26ldquo; © Fox

Bullock, Gordon und Cobblepot finden schließlich über ein äußerst gewaltbereites altes Ehepaar die Tochter Loebs. Miriam Loeb (Nicholle Tom) wird nicht nur auf dem Dachboden des Hauses eingesperrt, sie hat auch noch das Leben ihrer eigenen Mutter auf dem Gewissen. Oswald kümmert sich auf perfide Art und Weise um die Beseitigung der Zeugen, Gordon um seinen Erzfeind Loeb. Jim lässt ihn trotz seiner Missetaten in seinem Sessel sitzen und bekommt dafür zweierlei Belohnungen: die Akte Bullocks und die Nominierung zum Präsidiumspräsidenten anstelle von Flass.

Währenddessen zieht auch Edward Nygma (Cory Michael Smith) seine Schlüsse aus der Rückkehr seines Nebenbuhlers Arnold Flass und wagt einen weiteren Versuch, Miss Kringle (Chelsea Spack) für sich zu gewinnen, der natürlich mal wieder scheitert. Bruce und Alfred lecken nach dem Anschlag auf den Butler ihre Wunden und geben eine Falschaussage bei Gordon ab. Der wieder einmal überzogen erwachsene Besuch Selina Kyles (Camren Bicondova) - „Kid, you're out of your mind!“ - zeigt uns, dass unsere „Cat“ doch ein bisschen Herz hat und versucht, Bruce davon abzubringen, bezüglich des Messerschwingers auf eigene Faust zu ermitteln.

Amusing, no?

Während sich der Plot um Fish Mooney mittlerweile nicht nur in Monotonie verliert, sondern auch noch an Absurdität gewinnt, ist es dieses Mal der Fall der Woche, der die Episode Everyone Has a Cobblepot dominiert. Das liegt zum einen an der durchaus interessanten Verwicklung der Korruption im GCPD, die von Commissioner Loeb ausgeht, zum anderen an den charakterlichen Nuancen, die Bullock und Loeb verliehen werden.

Peter Scolari als Commissioner Loeb in %26bdquo;Gotham%26ldquo; © Fox
Peter Scolari als Commissioner Loeb in %26bdquo;Gotham%26ldquo; © Fox

Ich wage es trotz der erheblichen Plotentwicklungsschwächen der gesamten Staffel zu hoffen, dass die neuesten Wendungen wie die Nominierung Gordons und das gelöschte Strafregister Bullocks sich nicht im Sand verlieren oder negiert werden und endlich mal adäquate Konsequenzen nach sich ziehen. Der gesamte Strang um Flass, Loeb und die Korruption der GCPD gehört dabei insgesamt zu einem der stringentesten der Serie, und das düstere Geheimnis Loebs war zwar nicht besonders überraschend, jedoch seinem Charakter entsprechend. Am Ende bildet Everyone Has a Cobblepot eine solide Episode, die sich etwas mehr um die Köpfe der GCPD kümmert, jedoch nicht so richtig an Fahrt gewinnt.

Trailer zur kommenden Episode von „Gotham“:
Verfasser: Henning Harder am Dienstag, 3. März 2015

Gotham 1x18 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 18
(Gotham 1x18)
Deutscher Titel der Episode
Leichen im Keller
Titel der Episode im Original
Everyone Has a Cobblepot
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 2. März 2015 (FOX)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 23. Juli 2015
Autor
Megan Mostyn-Brown
Regisseur
Bill Eagles

Schauspieler in der Episode Gotham 1x18

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?