Gotham 1x13

Gotham 1x13

Nachdem Jim Gordon in der letzten Episode wieder zurück ins GCPD kam, muss er sich diese Woche um seine zurückgewonnenen Kollegen kümmern. Während der Fall der Woche dieses Mal den spannenderen Teil bietet, lässt die Serie Fish Mooney immer noch nicht vom Haken.

Ben McKenzie und Robin Lord Taylor in „Gotham“ / (c) Fox
Ben McKenzie und Robin Lord Taylor in „Gotham“ / (c) Fox

In der Episode Welcome Back, Jim Gordon widmet sich Gotham einem Fall der Woche, der zwar für Comickenner recht früh eindeutige Hinweise in sich birgt, dabei jedoch seit langem mal wieder etwas authentischer die Korruption innerhalb der GCPD beleuchtet. Während Maroni (David Zayas) und Falcone (John Doman) diese Woche aus unerklärbaren Gründen pausieren dürfen, schafft es Fish Mooney (Jada Pinkett Smith) sich aus den Fängen eines ominösen Folterers namens Bob (Michael Eklund) zu retten.

Flass, Gordon, Gordon, Flass

Der Fall der Woche dreht sich um zwei Morde, die - wie Jim (Ben McKenzie) wieder einmal überraschend schnell herausfindet - sich nicht nur um Drogengeschäfte drehen, sondern ihre Wurzeln auch noch im GCPD schlagen. Dabei gerät vor allem Detective Arnold Flass (Dash Mihok) ins Kreuzverhör, den wir bereits in der letzten Episode What the Little Bird Told Him zu Gesicht bekamen. Während er sich nämlich in bester High-School-Manier über unseren Lieblingsquizmaster Edward Nygma (Cory Michael Smith) und dessen Ambitionen, Kristen Kringle (Chelsea Spack) von sich zu überzeugen, lustig macht, hat er selbst anscheinend so manchen Dreck am Stecken.

Kenner des DC-Comics sollten sich dabei nicht wundern, denn Arnold Flass ist dort bereits für seine Korruption innerhalb des GCPDs bekannt. Auch in Gotham scheint er tief verstrickt zu sein, ob das dabei wie in der Comicvorlage durch den von Peter Scolari dargestellten Commissioner Loeb gedeckt wird, bleibt abzuwarten.

Während vor allem Bullock (Donal Logue) versucht, Jim davon abzuhalten, lässt dieser sich jedoch wie zuvor nicht sonderlich von Arnold beeindrucken und nimmt diesen schnurstracks fest. Am Ende der Episode stellt er jedoch bei einem Treffen mit Derek Delaware (Niko Nicotera) fest, dass dieser anscheinend auch Druck auf seine Kollegen ausübt. So bittet Delaware nach Arnolds Gefangenname darum, dass Jim seine Familie verschonen soll - er würde alles dafür tun.

Ich weiß, dass ich mich in meinem letzten Review vor allem negativ darüber äußerte, dass Gotham den Spagat zwischen Krimi-, Gangster-, Bösewichten- und Coming-of-Age-Geschichte nicht wirklich meistern kann und deshalb etwas ausdünnen sollte. Dabei beziehe ich mich vor allem auf eine recht unauthentische und vorhersehbare Plotentwicklung. Ich habe mich bereits davon verabschiedet, comichafte Typiken wie Schießereien ohne ernsthafte Wunden oder Jims lineare Ermittlungsweisen auszuklammern. Was ich vielmehr damit meine, ist das Gefühl, dass sich Geschichten oder Charaktere nicht nur aus einer oder zwei Episoden ergeben und dann nie wieder auftauchen, oder nur benutzt werden, um den eigentlichen Grundplot hinzuhalten.

Dazu gehören für mich vor allem Veränderungen der Grundkonstellationen, wie die Versetzung Jims nach Arkham, die zunächst als äußerst bedeutungsschwer aufgebaut werden, nur um ein paar Episoden später wieder nichtig zu sein. Natürlich gibt es so manche, auf lange Strecke verändernde Elemente, die darin auftauchen, nichtsdestotrotz wird die Spannung, die versucht wird, darum aufzubauen, meistens leider nicht gehalten.

Fish, Pinguin, Pinguin, Fish

Während der Fall der Woche das diese Woche durch die Etablierung von Flass in der letzen Episode sowie die Thematisierung der Korruption im GCPD etwas besser gelingt, enttäuschen dagegen vor allem die beiden Plots um Bruce (David Mazouz) und Selina (Camren Bicondova) sowie die Kabbeleien zwischen Fish und Oswald (Robin Lord Taylor). Während die ersten beiden eine einfache Teenagerstory erzählen, in der Bruce das Herz gebrochen wird und Ivy Pepper (Clare Foley) mit ihrem grünen, zerbrochenen Regenschirm noch einmal zeigen kann, wie verrückt sie ist, wirft zumindest die Folterszene Mooneys ein paar Fragen auf. So könnte es hier mal wieder so manchen Hinweis geben, wer eventuell der spätere Joker sein könnte.

So trägt der Folterer den Namen Bob, der zwar keinen allzu großen Hinweis bietet, jedoch unter Umständen auf den Charakter „Bob the Goon“ (Tracey Walter) aus Tim Burtons „Batman“ von 1989 hinweist. Dieser ist dort einer der wichtigsten Handlanger des Jokers. Während nach der Schießerei in der letzten Episode nicht sonderlich klar wird, wer die Folter Mooneys veranlasst hat (wobei es naheliegt, dass es Falcone selbst war), ist nicht ganz klar, zu wem der hiesige Bob gehören könnte. So gab es bereits Gerüchte, dass sich sogar Oswald selbst als Joker herausstellt „64965“, wobei nach der heutigen Namensdebatte um Fish und ihr mal wieder überzogen-verrücktes Spiel sogar sie denkbar wäre.

Nach einer kleinen „Wem gehört der Club?“-Geschichte inklusive Oswalds Mutter (Carol Kane) betritt schließlich der im Namen Falcones agierende Victor Zsasz mal wieder die Bühne. In gewohnter Lahmgeherei und mit seinen schlechten Schießkünsten bekommt er zwar Butch (Drew Powell) in seine Finger, lässt aber Mooney entwischen, die sich nicht nur erst einmal aus der Stadt entfernt, sondern sich auch noch mit Küsschen von Bullock verabschiedet.

Fazit

Gotham schafft es in der heutigen Episode Welcome Back, Jim Gordon genau da wieder anzusetzen, wo Jim bereits vor seinem Ausflug nach Arkham City stand: beim Kampf gegen die interne Korruption des GCPD. Während dabei der Fall der Woche zwar nicht spannend, jedoch zumindest informativ ist. Besonders der Schlussdialog zwischen Gordon und Delaware zeigt auf, dass da noch wesentlich mehr hinter der Fassade lauert, als wir bisher mitbekommen haben. Es bleibt zu hoffen, dass der Skandal von Flass' Verhaftung nicht im Nichts verpufft, sondern ernsthafte Konsequenzen mit sich zieht.

Ich weiß, ich meckere viel über dieser Serie. Aber das hat auch seine Gründe. Zu den bereits angesprochenen, viel zu deutlichen Verweisen der einzelnen Charaktere auf ihre späteren, potentiellen Alter Egos kommt dabei vor allem das Gefühl auf, dass hier einfach ein einfacher Plot unnötig in die Länge gezogen und dabei als anspruchsvoll verkauft wird. Das wird besonders in dem ständigen Gerangel zwischen Fish, Oswald, Falcone, Maroni und wie sie alle heißen deutlich. Rache folgt auf Rache, Attacke auf Gegenattacke. Jedoch wird dabei nie jemand wirklich ins Aus gebracht. Ich weiß, dass es in Comics durchaus üblich ist, Charaktere am Leben zu lassen, um weiterhin viel mit ihnen erzählen zu können, jedoch wird es schwierig, das als korrupteste Stadt der Welt etablierte Gotham City dabei ernstzunehmen, sodass die Serie am Ende mehr werden kann als ein einfaches „Muppets Babies“ des Batman-Universums, wie es mein werter Kollege Felix Böhme so schön beschrieb.

Trailer zu der kommenden Episode The Fearsome Dr. Crane:
Verfasser: Henning Harder am Dienstag, 27. Januar 2015

Gotham 1x13 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 13
(Gotham 1x13)
Deutscher Titel der Episode
Willkommen zurück, Jim Gordon!
Titel der Episode im Original
Welcome Back, Jim Gordon
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 26. Januar 2015 (FOX)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 18. Juni 2015
Autor
Megan Mostyn-Brown
Regisseur
Wendey Stanzler

Schauspieler in der Episode Gotham 1x13

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