Gotham 1x11

Gotham 1x11

Gotham kehrt aus der Midseason-Pause zurück und führt wie gewohnt ein paar neue, für Batman-Fans bekannte Charaktere ein. Dabei schafft es vor allem der Schurke der Woche, ein großes Mysterium um seine Person aufzubauen.

Ben McKenzie und Christopher Heyerdahl in „Gotham“ / (c) FOX
Ben McKenzie und Christopher Heyerdahl in „Gotham“ / (c) FOX

Vor der Mid Season ließ uns das Finale der Episode Lovecraft mit einem wichtigen Karrierewechsel für Jim Gordon (Ben McKenzie) zurück. So wurde dieser vom Oberbürgermeister Aubrey James (Richard Kind) degradiert, um fortan als Wärter im Arkham Asylum zu arbeiten. Die Episode Rogues' Gallery setzt dabei natürlich die Etablierung bekannter „Batman“-Charaktere fort, jedoch wird nicht ganz klar, warum bereits so früh ein solcher Titel für eine Episode wie diese verwendet wird.

O, wonder! How many goodly creatures are there here!

Zu Beginn sehen wir, wie Jim über eine Theateraufführung in Arkham wacht. Dabei wird nicht irgendein Stück gegeben, sondern eine Inszenierung von Shakespeares „Der Sturm“. In der Rolle des Prospero ist dabei der Insasse Jack Gruber (Christopher Heyerdahl) zu sehen, welcher darüber hinaus auch das größte Rätsel dieser Episode aufstellt. So dreht sich der Fall der Woche um einen Insassen, der Elektroschocks benutzt, um Experimente mit seinen ebenfalls inhaftierten Kollegen durchzuführen.

So wird als Erstes der als „Frogman“ bekannte Robert Jones (Mark Pettograsso) derart mit Elektroschocks behandelt, dass er kein Wort mehr von sich geben kann. Mag der Name auch in das Superheldenraster fallen, scheinen Anspielungen auf mögliche „Batman“-Charaktere wie Mister Toad eher unwahrscheinlich. Dafür wird mit Aaron Helzinger (Kevin McCormick) ein wesentlich eindeutiger „Batman“-Bösewicht eingeführt, wobei der Begriff Bösewicht hier mit Vorsicht zu genießen ist.

Kevin McCormick als Aaron Helzinger in %26bdquo;Gotham%26ldquo; © FOX
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So ist Helzinger den Comickennern besser als „Amygdala“ bekannt, der ab und an zum Gegenspieler Batmans wird. Dies liegt vor allem daran, dass er manchmal gewalttätige Ausbrüche bekommt, da ihm aufgrund medizinischer Experimente seine Amygdala entfernt wurde. Dieses Kerngebiet des Gehirns ist unter anderem für die Entstehung von Angst verantwortlich und trägt eine wichtige Rolle bei der emotionalen Bewertung und Wiedererkennung von Situationen und der Analyse von potentiellen Gefahren. In Gothams Version stellt Helzinger das gelungenste Beispiel der Schocktherapie Grubers dar. Darüber hinaus wird erklärt, dass er nicht lügen könne. Ob er wie seine Comicvorlage seine Amygdala bereits verloren hat, bleibt dabei noch unbekannt.

Dagegen scheint Grubers Charakter einem anderen Charakter zu ähneln, nämlich Hugo Strange. Nicht nur wurde bereits zuvor verkündet, dass Strange im Laufe der ersten Staffel noch nach Gotham City kommen soll, auch die charakteristische Brille und der Bart sind bereits deutlich zu sehen. Natürlich gibt er hier einen anderen Namen an, doch das könnte entweder zu dem Spiel gehören, das er mit Jim und den anderen Angestellten führt oder einer anderen Version der Comicvorlage zugrunde liegen, wie es bereits bei Copperhead der Fall war.

O brave new world. That has such people in't.

Mag die Elektroschocktherapie nicht ganz der Vorlage entsprechen, so benutzte Strange in den „Batman“-Comics zumindest konzentrierte Blitze, um einen Nebel zu erzeugen und Banken auszurauben. So fern scheint der Vergleich also nicht zu liegen. Während Shakespeare offenlässt, ob es seinem Prospero gelingt, aus seinem Exil zurückzukehren, so schafft es Gruber am Ende, gemeinsam mit Helzinger aus der Irrenanstalt auszubrechen. Wir können somit noch einiges von diesem Charakter erwarten...

Darüber hinaus gibt es auch einen weiteren Hinweis auf einen potentiellen Joker, jedoch diesmal nur in akustischer Form. So ist bei der Flucht der Arkham-Insassen eine laute, äußerst schrille Lache zu hören, welche einen Hinweis auf einen späteren Joker darstellen könnte. Natürlich sind diese Hinweise ebenfalls mit Vorsicht zu genießen.

Morena Baccarin als Dr. Leslie Thompkins in %26bdquo;Gotham%26ldquo; © FOX
Morena Baccarin als Dr. Leslie Thompkins in %26bdquo;Gotham%26ldquo; © FOX

Als letzter neuer Charakter aus dem Batman-Universum wird noch Dr. Leslie Thompkins (Morena Baccarin) eingeführt, welche in den Comics neben Alfred (Sean Pertwee) eine wichtige Bezugsperson für Bruce (David Mazouz) darstellt. Sie arbeitet in der Abteilung der weiblichen Insassen in Arkham und hält große Stücke auf Jim. Somit könnte über ihn auch die Verbindung zu dem späteren schwarzen Ritter hergestellt werden. Wer sich darüber hinaus noch einmal alle bisherigen etablierten „Batman“-Bösewichte in Gotham anschauen möchten, für den haben wir eine Liste zusammengestellt „64161“.

Our revels now are ended.

Neben dem Fall der Woche, der es Jim erlaubt, seine Beziehung zum GCPD auszunutzen und Harvey Bullock (Donal Logue) in seiner lockerleichten Manier glänzen lässt, drehen sich die Nebenplots natürlich auch weiterhin um die Machtspielchen zwischen Maroni (David Zayas), Falcone (John Doman) und Fish Mooney (Jada Pinkett Smith). So reizt Oswald (Robin Lord Taylor) in einem recht unbedeutenden Plot seine Grenzen unter Maroni aus und landet schließlich im Gefängnis des GCPD, nur, um am Ende wieder auf Geheiß von Maroni freigelassen zu werden.

Währenddessen versucht nun auch Saviano (John Enos III), an dem Thron Falcones zu sägen und berät sich deshalb mit Fish, die ihn zusammen mit ihrem Zeigefinger davon abzubringen versucht. Sie schickt Butch (Drew Powell) aus, damit dieser ein Wort mit Saviano redet und ihn davon überzeugen soll, auf Mooneys Seite zu wechseln. Dieser Plot hat meiner Meinung nach großes Entwicklungspotential, da das erste Mal eine Verbindung innerhalb der Mafia aufgezeigt wird, die halbwegs authentisch wirkt.

Robin Lord Taylor als Oswald Cobblepot in %26bdquo;Gotham%26ldquo; © FOX
Robin Lord Taylor als Oswald Cobblepot in %26bdquo;Gotham%26ldquo; © FOX

So versucht Saviano, Butch auf seine Seite zu ziehen, da sie gemeinsam aufgewachsen sind. Der immer treue, gut gelaunte Butch scheint daraufhin dieses Angebot abzuwägen und entscheidet sich leider am Ende der Episode dafür, Saviano aus dem Weg zu räumen. Da dessen Charakter bisher leider keine allzu große Bedeutung hatte, verebbt dieser Plot ebenfalls in Überflüssigkeit. Während ein Betrug Butchs die gesamte Konstellation wesentlich interessanter und undurchsichtiger gestaltet hätte, wird somit nur die Machtposition Mooneys ausgebaut.

Neben dem Plot zwischen Barbara (Erin Richards) und Montoya (Victoria Cartagena), der zwar die düstere Seite von Jims Freundin zeigt, jedoch in seiner Kürze nicht sonderlich spannend wirkt, sehen wir noch Cat (Camren Bicondova), wie diese Ivy (Clare Foley) aus der Gosse rettet und ausgerechnet in Jims Wohnung unterbringt. Woher sie weiß, dass diese leer steht, sei mal dahingestellt. Wir erfahren nicht nur, dass die zukünftige Poison Ivy sich vegan ernährt, sondern sehen ihr auch dabei zu, wie sie selbstverständlich auf Barbaras Anruf reagiert und diese an der Nase herumführt. Beides wirkt äußerst unnötig und überzogen.

Fazit

Gotham hat auch nach der Mid Season das gleiche Problem, welches die Serie zuvor innehatte: ein klares Ungleichgewicht. So werden einfach derart viele Charaktere und Plots pro Episode aufgemacht, dass es leider nicht gelingt, all diesen gerecht zu werden. Gerade bei einem Titel wie Rogue's Gallery, der im „Batman“-Universum für die Vielzahl der Bösewichte steht, erwartet man einfach mehr als eine typische Folge. Warum sich die Episode mit einem solchen Titel schmückt, ist zum jetztigen Zeitpunkt noch nicht klar.

Mag der Fall der Woche durchaus Spannung erzeugen, so gibt es einfach eine zu große Anzahl an Plot- und Drehbuchschwächen, um diese über mehr als eine kurzweilige Geschichte zu tragen. Es bleibt zu hoffen, dass Jim etwas länger in Arkham verweilen darf und der Ausbruch Grubers nicht nur dazu dient, ihn wieder ins GCPD zu verfrachten. Während dieser Plot derzeit zu den interessanteren gehört, ist es vor allem das Machtspiel der Mafia, welches einfach nicht an Fahrt gewinnt. Hier würde ich mir wünschen, dass Butch etwas mehr Gewicht bekommen würde, da sein Spiel zu einem der Höhepunkte dieser Episode gehörte.

Ivy (Clare Foley) und Cat (Camren Bicondova) in %26bdquo;Gotham%26ldquo; © FOX
Ivy (Clare Foley) und Cat (Camren Bicondova) in %26bdquo;Gotham%26ldquo; © FOX
Verfasser: Henning Harder am Dienstag, 6. Januar 2015

Gotham 1x11 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 11
(Gotham 1x11)
Deutscher Titel der Episode
Unter Strom
Titel der Episode im Original
Rogues' Gallery
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 5. Januar 2015 (FOX)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 2. April 2015
Autor
Sue Chung
Regisseur
Oz Scott

Schauspieler in der Episode Gotham 1x11

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