Fuller House 1x13

Fuller House 1x13

Die ersten 13 Episoden von Fuller House sind ausgestrahlt. Damit ist die erste Staffel beendet, eine zweite Staffel hat Netflix aber bereits bestellt. Doch wie hat die Hommage bisher abgeschnitten?

Cast der Netflix-Serie „Fuller House“ / (c) Netflix
Cast der Netflix-Serie „Fuller House“ / (c) Netflix

Wie im ersten Review schon angedeutet, ist Fuller House nichts für Ersttäter. Es darf bezweifelt werden, dass Menschen, die die Ausgangsserie Full House nicht mochten, es auch nur über die ersten 10 Minuten hinausschaffen. Ebenso ist eher nicht zu erwarten, dass jüngere Zuschauer mit dem Format wirklich etwas anfangen können. Es ist schon sehr 80er, sehr Schulterpolster und noch mehr Haarspray.

Nostalgie - und dann?

Die Frage ist nun, ob die Serie weiterhin auf der Nostalgie-Welle reiten kann oder nicht. Reicht es aus, nur (wenn auch gute und viele) Anspielungen auf die Vergangenheit zu machen und ab und an einen ursprünglichen Erwachsenen als Gastdarsteller einfliegen zu lassen, um das wieder gefundene Publikum zu behalten? Oder wird das Ganze ab Folge fünf langsam langweilig?

Machen wir uns nichts vor, wirklich komplex ist die Handlung auch in den ersten 13 Folgen nicht geworden. DJ (Candace Cameron Bure) wirft sich wieder ins Datingkarussell, hat gleich zwei Männer an der Angel und wird nebenbei Teilhaberin der Tierarztpraxis. Kimmy (Andrea Barber) bändelt wieder mit ihrem Ex an und steht vor der Entscheidung, ihn nochmals zu heiraten. Stephanie (Jodie Sweetin) pendelt zwischen JetSet und Familie hin und her und weiß nicht so richtig, was sie tun soll. Und die Kinder Ramona (Soni Nicole Bringas), Jackson (Michael Campion, Max (Elias Harger) und Tommy (Dashiell Messitt, Fox Messitt) schlagen sich mit all dem herum - wahlweise in der Pubertät, im Kleinkindstadium oder irgendwo dazwischen.

Die Tanners in %26bdquo;Fuller House%26ldquo; © Netflix
Die Tanners in %26bdquo;Fuller House%26ldquo; © Netflix

Das hört sich nicht wirklich spannend an - und das ist es auch nicht. Aber gerade das ist eine Sache, weswegen ich Fuller House auf eine sehr seltsame Art und Weise mag. Und weswegen ich glaube, dass sie noch eine zweite Staffel verdient hat.

Denn sieht man mal von Serien ab, die über den Disney Channel laufen und deren Zielpublikum junge Menschen zwischen 9 und 13 Jahre sind, kranken für meinen Geschmack zu viele Shows daran, dass sie nach den ersten witzigen und entspannenden Folgen plötzlich „meaningful“ werden. Die Charaktere sollen sich auf Teufel komm raus weiterentwickeln. Mehrere Ebenen verweben sich ineinander und ein Twist jagt den nächsten. Sei es iZombie, Lost Girl, Marvel's Agent Carter oder ganz heftig, Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. Nach den ersten wunderbar witzigen, schön anzusehenden Episoden passiert immer irgendwas, was ganz, ganz schrecklich Verworren- und/oder Trauriges. Man kann die Uhr danach stellen, dass Leichtigkeit und vor allem Humor sich sehr schnell verabschieden.

Nicht dass diese Serien dann schlecht würden, ganz bestimmt nicht (ok, außer Lost Girl, das wurde unterirdisch), oft haben sie gute Drehbücher und werden durchaus spannend. Aber sie wandeln sich zu etwas anderem, etwas, was man eben nicht mehr nebenher schauen kann, etwas, auf das man sich konzentrieren muss.

Diese Gefahr besteht bei Fuller House mit Sicherheit nicht. Wirklich ernste Twists würde die Serie auch nicht überleben. Aber genau das wissen die Produzenten auch. Das geben weder das Genre noch das Drehbuch und - seien wir ehrlich - wahrscheinlich auch nicht die Darsteller her.

Aber warum sollte man es dann schauen?

Alles was man will, ist das Publikum zu unterhalten. Und das schafft die gesamte Crew sehr gut. Man merkt, wie viel Spaß die Darsteller miteinander haben. Über weite Teile der Staffel spürte man, dass sie genau da sein wollten, wo sie waren und dass sie mit Leib und Seele dabei waren. Wenn so etwas rüber kommt, dann ist das sehr viel wert.

Dazu kommt natürlich der Volltreffer bei den Darstellern der Kinder beziehungsweise bei Klein-Tommy, die gute Schnitt-Technik, mit der die passenden Gesichtsausdrücke des Kleinen eingefangen wurden. Die Schauspieler haben einfach was an sich, was sie liebenswert macht.

Team Tommy oder Team Michelle? © Netflix
Team Tommy oder Team Michelle? © Netflix

Zugegeben, zwischendurch, so ab Folge vier bis sechs, bestand die Gefahr, dass die Moral mit dem Holzhammer in die Köpfe der Zuschauer eingedonnert wird, und so ganz ist er während der restlichen Folgen auch nicht wieder im Schrank verschwunden. Aber er schwebt nicht mehr überlebensgroß im Raum, sondern wird dankenswerterweise etwas dosierter eingesetzt.

Wenn man über den Holzhammer hinwegsehen kann - irgendwas ist ja immer - dann ist Fuller House die perfekte Guilty Pleasure Serie für die Generation 30+. Etwas, das jeder Serienjunkie haben sollte.

Fazit

Wenn man als Zuschauer damit leben kann, dass die Show das ist, was sie nun mal ist, nämlich ein harmloses Familienvergnügen einer heilen Welt, in der es eher wenig Entwicklung, dafür aber viel Raum zum Abschalten und Lachen gibt, dann wird man auch die zweite Staffel schauen. Es wäre kein Weltuntergang, wenn Netflix sie nicht bestellt hätte, aber es freut mich sehr, dass ich nächstes Jahr wieder in eine Welt eintauchen darf, in der alles ganz bestimmt wieder gut wird.

Die zweite und dritte Generation der Tanner-Familie in %26bdquo;Fuller House%26ldquo; © Netflix
Die zweite und dritte Generation der Tanner-Familie in %26bdquo;Fuller House%26ldquo; © Netflix
Verfasser: Sabine Stevenson am Donnerstag, 3. März 2016
Episode
Staffel 1, Episode 13
(Fuller House 1x13)
Deutscher Titel der Episode
Es liegt was in der Luft
Titel der Episode im Original
Love is in the Air
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 26. Februar 2016 (Netflix)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 26. Februar 2016
Autor
Jeff Franklin
Regisseur
Joel Zwick

Schauspieler in der Episode Fuller House 1x13

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