Fear the Walking Dead 5x07

© zenenfoto aus der „Fear The Walking Dead“-Episode „Still Standing“ (c) AMC
In Fear the Walking Dead ist der Helferkomplex einiger Figuren sehr stark, dabei vergessen sie manchmal sogar, dass auch ihr eigenes Leben etwas wert ist. Das verdeutlicht die aktuelle Episode Boden unter den Füßen eindringlich. Es geht merklich in Richtung Halbstaffelfinale, das nächste Woche ansteht.
Charlie (Alexa Nisenson) und Strand (Colman Domingo) versuchen ihr bestes, um die sich anbahnenden Untoten nicht umzubringen oder selbst zum Zombiefrass zu werden. Dazu lockt Charlie die Beißer fort und der Ballonstoff wird als kleine Falle benutzt, um sie einzukesseln. Morgan (Lennie James) ist zwar in der Nähe, sollte aber nicht ohne Anzug viel weiter ins Strahlengebiet vordringen.
All life is precious
Also macht er einen Umweg und landet im verlassenen Zuhause von Grace (Karen David), wo er einen fahrbaren Untersatz und einen weiteren Anzug findet. Nebenbei bemerkt er auch, dass vielleicht bei Grace noch nicht alles hoffnungslos verloren ist und versucht wieder sie zu überzeugen, sich der Gruppe anzuschließen, wenn sie mit dem Generator und dem Kraftwerk fertig ist. Problem ist nur, dass der Generator nicht reicht, um Zeit zu gewinnen und die Kernschmelze somit in 12 bis 24 Stunden bevorsteht. In dieser Zeit muss auch der Flieger startklar sein.
Aber neben den Propellern, die zumindest durch Strand und Charlie per Ballon gebracht worden, mangelt es nun auch an Kerosin, worum sich Althea (Maggie Grace) und June (Jenna Elfman) kümmern. Sie klettern dafür noch mal die Felswand hoch und nutzen die Zeit, um sich über ihre privaten Angelegenheiten zu unterhalten. June erzählt Al etwa, wie es war von John (Garret Dillahunt) getrennt gewesen zu sein. Al erzählt derweil vom kurzen Liebes-Intermezzo mit Isabelle (Sydney Lemmon) und ihren komplizierten Gefühlen und ihrem Liebeskummer, weil sie sie wahrscheinlich nie wieder sehen wird oder mit jemanden über sie sprechen darf. Aber auch die Erinnerung an das, was man hatte, kann sehr schön sein und Motivation genug, um weiterzumachen.

Morgan kann Grace, durch die Botschaft von Eastman überzeugen („Jedes Leben ist kostbar“), während sie ihm deutlich macht, dass sein eigenes Leben ebenfalls kostbar ist und man nicht nur anderen, sondern sich selbst helfen und das eigene Leben leben sollte.
Olly Olly Oxen Free
Alicia (Alycia Debnam-Carey) schnetzelt sich den Weg frei, um zu Annie, Max, Dylan und Co. zu gelangen, die wieder einmal fortgelaufen sind und die Gefahr der Lage einfach nicht begreifen wollen, während Dickkopf Alicia auch nicht einfach eine ganze Gruppe von Jugendlichen ihrem sicheren Tod durch eine atomare Katastrophe überlassen will. Es ist schließlich der kleine Dylan, der sie abholt uns ins Camp bringt, aber sie muss dort Annie überzeugen und erzählt dabei die Geschichte, wie sie ihre aktuelle Waffe (der Gewehrlauf) nach dem Tod von Madison zu ihrer Stammwaffe machte, mit der sie schon zahlreiche Untote erledigt hat. Es mag zwar für die Kinder riskant klingen, in das Flugzeug zu steigen, aber die Strahlung würde sie sehr bald auch schon zum Tode und dann wahrscheinlich einem qualvollen, verdammen.
Alicia erzählt außerdem von ihren Gründen, warum sie so hartnäckig ist, denn sie meint, dass sie Buße für einige schlimme Taten leisten muss. Natürlich kommt es zur Beinahe-Katastrophe, als Annie und Max unter den Untoten sind und sich ihre Befestigung löst, sodass die ängstlichen Jugendlichen sie direkt zum Tor des Camps beim Baumhaus leiten. Also will Alicia ihnen Zeit verschaffen, während sie einen alternativen Weg nach unten finden und erledigt alle Beißer die Ärger suchen. Eine Schreckminute erlebt sie, als sie einen Untoten mit Dosimeter um den Hals erwischt und dessen Blut abbekommt. Es scheint so, als hätte sie da schon mit ihrem Leben abgeschlossen und festgelegt, dass sie nicht ins Flugzeug steigen würde. Allerdings deuten die Zeichen darauf hin, dass es ein Fehlalarm sein könnte. Spätestens Grace dürfte per Strahlenmesser Aufschluss dazu geben. Denn Grace lässt sich von Morgan überzeugen, dass auch ihr Leben noch lebenswert ist und verschafft allen zwar so viel Zeit wie möglich, bringt sich jedoch nicht um jeden Preis um, sondern folgt, wie schon die Jugendlichen dem Ruf der Gruppe, um Passagier der Strand-Air zu werden, die aber noch flott gemacht werden muss. Die Autoren der Folge tragen dabei reichlich dick auf, was Schicksal und Zufälle angeht, die hier allesamt klappen mussten, damit alle wegkommen. Hier geht es um Propeller, Kerosin, das Timing mit dem Generator und dem Kraftwerk, die Kinder und der Suche nach Sherry, zu der ich gleich noch komme.
Im Endeffekt klappt davon doch so ziemlich alles, auch wenn es ganz schön viele „Wenn“ und „Aber“ sind, aber daran muss man sich wohl nach gut zehn Jahren „TWD“-Franchise einfach anfreunden. Die Handlung und ihre dramatische Zuspitzung verläuft halt oft in Häppchen von acht Episoden, in denen Figuren immer wieder irrational werden (wie oft sind die Camp-Kids in der Zeit weggelaufen) oder es immer wieder versuchen andere zu überzeugen (Alicia und Morgan bei Kindern und Grace).
To Infinity and Beyond!
John und Dwight (Austin Amelia) befinden sich größtenteils außerhalb der Walkie-Reichweite vom Rest und besonders von June, hören aber kurze Zeit Bruchstücke einer Botschaft. Es steht fest, dass die Zeit knapp wird. Wobei John weiterhin rumdruckst, was die Wahrheit über Sherry angeht. Er hat zwar ihren Brief bei sich, wartet aber erst eine Situation ab, als der Truck nicht anspringt, um Dwight reinen Wein einzuschenken. Denn beim ersten Mal bringt Dwight Johns Suche nach June ins Spiel, die ihn auch eine ganze Weile beschäftigt hat und die er nicht ohne weiteres Aufgegeben hat, nur weil sie sich in die Länge gezogen hat.
Als er dann mit der Wahrheit und dem Brief rausrückt, sieht Dwight ein, dass es an der Zeit ist, John zu helfen. Denn anders als bei Sherry ist ein Wiedersehen mit June durchaus möglich und man klammert sich nicht einfach an Strohhalme der Hoffnung. Dwight ist erwachsen genug, um die Dramatik der Lage einzuschätzen und immerhin nicht trotzig die Suche auf eigene Faust fortsetzen, was man ihn wohl schon hoch anrechnen muss. Immerhin hat John ihm insgesamt ein wenig neue Hoffnung und Motivation zum Leben gegeben und dem Wunsch Sherrys folgend, soll er sich ja ohnehin ein neues Ziel suchen. Wer weiß, irgendwann findet er sie zufällig vielleicht doch noch. Es wäre jedenfalls der passende Mini-Cliffhanger eines Midseason-Finals.
Die Camp-Jugendlichen lernen derweil Strand und Charlie kennen, wobei Dylan merkt, dass es Charlie war, der einst die Kopie von „Der kleine Prinz" gehörte. Dann sind ja fast alle, wo sie sie sein sollten oder zumindest auf den Weg dahin, bis auf Alicia, die eine Horde Untertoter hinter sich herlockt, zumindest bis ein Fliegeralarm respektive Zivilschutzalarm ertönt, der die Aufmerksamkeit der Beißer auf sich zieht und Alicia vielleicht die Flucht ermöglicht. Morgan möchte jedenfalls ihre Position wissen und könnte sie einsammeln.
Fazit

Kommen unsere notorischen Helfer mit dem Leben davon und rechtzeitig genug aus der Gefahrenzone? Noch muss das Flugzeug flugtauglich gemacht und alle irgendwie zum Truckstop gebracht werden, damit man rechtzeitig vor der absoluten Kernschmelze wegkommt. Ob Morgan und Alicia tatsächlich lernen, sich auch selbst zu helfen, muss sich dann im Midseason-Finale zeigen. Ich glaube jedenfalls nicht daran, dass Alicia dem Tode geweiht ist. Ein Opfer schließe ich aber nicht aus, vermag aber aktuell nicht zu sagen, wenn es treffen könnte. Diesmal ist die Folge ein wenig weniger stark auf Einzelne fokussiert und in meinen Augen ohne große High- und Lowlights, außer man zählt die Sprunghaftigkeit der Jugendlichen, die etwas mühselig sein kann. Mehr als solide ist das alles aber nicht.
Hier kannst Du „Fear the Walking Dead: 5. Staffel im Stream“ bei Amazon.de kaufen
Verfasser: Adam Arndt am Montag, 15. Juli 2019Fear the Walking Dead 5x07 Trailer
(Fear the Walking Dead 5x07)
Schauspieler in der Episode Fear the Walking Dead 5x07
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?