Fear the Walking Dead 4x02

Fear the Walking Dead 4x02

In der Fear-the-Walking-Dead-Episode Another Day in the Diamond werden die ersten Lücken geschlossen, die der Staffelauftakt hinterlassen hat. Wir sehen, wie und wo Madison Clark und ihre Freunde und Familie nach der Staudammexplosion heimisch geworden sind. Doch eine neue Gefahr lauert schon in unmittelbarer Nähe.

Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Another Day in the Diamond“ / (c) AMC
Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Another Day in the Diamond“ / (c) AMC
© zenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Another Day in the Diamond“ / (c) AMC

Die neue Ära von Fear the Walking Dead geht in der Episode Another Day in the Diamond weiter. Zumindest in der zweiten Episode der vierten Staffel wird dabei mit den Zeitebenen gespielt. Der Großteil der Episode spielt sich einige Zeit nach dem Staudammvorfall ab, der das Schicksal der Clarks sowie Strand (Colman Domingo) ungewiss ließ. Madison (Kim Dickens), Nick (Frank Dillane), Alicia (Alycia Debnam-Carey) und der wieder aufgetauchten Luciana (Danay Garcia) geht es nach dem Trauma wieder gut. Sie haben einen Alltag, der aus Arbeit und Überleben besteht, etabliert - und zwar in einem Baseball-Stadion in Texas. Der Diamond feiert gerade einjähriges als Zufluchtsort. Es gibt Vorräte, Waffen, Strom und fließend Wasser. Eigentlich das, worauf man in so einer Welt hinarbeitet, sofern es keine verfeindeten Parteien gibt.

Madison ist der Boss

Madison hat das Sagen und nimmt auch gerne fremde Menschen auf, wenn diese aussehen, als könnten sie Hilfe gebrauchen, was für die junge Charlie (Alexa Nisenson) gilt, die offenbar bei einem Überfall auf ihr Camp ihre Familie verloren hat, aber dafür nicht so gerne reden möchte und damit in Madisons Beuteschema passt. Denn wenn ihre Familie in Sicherheit ist, kann sie ihren Helferkomplex ausweiten und anderen helfen. Das hat sie in den Staffeln zuvor bereits bewiesen. In wenigen Minuten wird Madison, die in Staffel drei schon fast zur Schurkin geworden war, rehabilitiert und wirkt wieder sympathisch wie zu Beginn der Serie. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie ihre Fortschritte als Überlebende verlernt hat, jedoch hat sie eine richtige Balance gefunden zwischen Stärke, Empathie und Härte, was im Gespräch mit Charlie deutlich wird. Allerdings kann in einer solchen Welt zu viel Vertrauen auch schnell ausgenutzt werden, wie man später noch sieht...

Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Another Day in the Diamond“
Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Another Day in the Diamond“ - © AMC

Was Madison nicht abgelegt zu haben scheint, ist ihre Sturheit, denn sie bleibt fast die ganze Nacht wach, um das Stadion zu bewachen, aber auch, um Konstruktionsarbeiten fortzusetzen. Für Charlie möchte man auf die Suche nach ihren Verwandten gehen, auch wenn das bedeutet, den festgelegten Umkreis zu verlassen, der als ungefährlich gilt. Wahrscheinlich ist dieser Bereich erschlossen und in Walkie-Talkie-Reichweite. Dass Unheil im Anmarsch ist, bringt Nick ins Spiel, denn die Ernte scheint von Schädlingen befallen zu sein und obwohl die Vorratskammer gut gefüllt ist, bringt der Eigenanbau eine Sicherheit, auf die man nicht verzichten sollte, denn man weiß nie, wann es eng werden könnte...

Diamond in the rough

Die Organisation im Diamond scheint durchdacht zu sein. Es werden Verabredungen getroffen, Regeln festgelegt und Taktiken besprochen, wenn man einen Ausflug macht. Dazu gibt es Wachen und Ablenkungen, wenn Untote in der Nähe sind. Der Baseball-Böller gehört zu den cleveren Ideen, die das Stadion ausnutzen. Die Überlebenden kommen in den Kommentatorenkabinen oder VIP-Suits unter, die außerdem etwas höher liegen, so dass die Untoten nur schwer herankommen. Es wurde also an viele Kleinigkeiten gedacht.

Strand hat mal wieder ein Geheimnis, weil er ohne wahrscheinlich nicht er selbst wäre. Er hat aber auch dabei geholfen, das Organisatorische auf die Beine zu stellen. Nick hat derweil zu diesem Zeitpunkt in der Erzählung eine neue Form von PTSD, denn er bleibt nach der Staudammexplosion möglichst im Inneren des Stadions, weil ihn die Nahtoderfahrung wohl massiv verstört hat. Dafür ist aber auch seine Freundin Luciana wieder da, bezüglich der er einige Verlustängste hegt. Vergangenheits-Nick ist also keineswegs der todesmutige Draufgänger wie in den ersten drei Staffeln, aber wohl auch kein Suchti.

Darum obliegt es auch Alicia, Strand, Madison und Luciana, eine Reise in die Stadtregion zu machen, in der sie nach verwertbaren Vorräten suchen, eventuell auch Pestiziden für die Agrarprodukte sowie Charlies Gefährten. Vorräte sind Mangelware, dafür entdecken sie ein Banner mit der Aufschrift 457 und die Überreste eines Camps. Für Madison ist es naheliegend, dass dies Charlies Excamp sein könnte. Madison wird derweil von einer Frau bedroht, die sich später als Naomi vorstellt. Man merkt ihr an, dass sie eine Einzelkämpferin ist, die nur bedingt für das Leben in der Apokalypse gemacht ist. Sie weiß sich zwar zu schützen, als sie in ein Silo voller Untoter fällt, traut aber zunächst niemandem, bis unsere Heldengruppe, besonders Madison und Alicia, ihr klarmachen, dass man sie in ihre Gruppe aufnehmen möchte, wenn sie denn will.

Weil der Vorfall rund um Naomi dafür sorgt, dass seine Liebsten länger wegbleiben als angekündigt, überwindet Nick seine Angst oder versucht es zumindest. Denn schon bald hat er Flashbacks an den Staudamm und baut einen Autounfall, wobei ihm jedoch der postierte Scharfschütze und die zurückkehrende Verwandtschaft aus der Patsche helfen. Gut, dass Naomi früher eine Krankenschwester war, denn sie kann sich um Nicks kleine Kopfwunde kümmern. Dabei erfahren wir, dass Madisons Gruppe aktuell aus 47 Menschen besteht.

Die Vultures

Ein ungeschriebenes Gesetz beim „TWD“-Franchise: Gibt es eine sichere Zuflucht, dann gibt es immer auch Neider, die die diese zerstören oder an sich reißen wollen. In diesem Fall ist es eine Gruppe, die wir später als Vultures identifizieren können, deren selbstsicherer Anführer Mel (Kevin Zegers) heißt. Zunächst tauchen sie mit einem Fuhrpark aus Wohnwagen, LKWs und Bussen auf und leiten mit einem Fahrradtrick und Musik die Untoten in einen Anhänger, den sie mit einer 12 besprühen. Madison spricht schließlich mit Mel und fragt ihn, was seine Gruppe möchte. Dabei kommt heraus, dass sie sehr wohl für die Sabotage rund um das Silo verantwortlich waren, auch wenn sie angeblich nur bei einem Ventil nachgeholfen haben.

Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Another Day in the Diamond“
Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Another Day in the Diamond“ - © AMC

Ihre Taktik ist durchaus schlau, es gilt nur, kleine Dinge zu manipulieren: Denn die kleine Charlie stellt sich als Spion der Gruppe heraus und so kennen sie nicht nur die Namen einiger Gruppenmitglieder, sondern konnten auch die Ernte sabotieren, wissen, wie es um den Waffenvorrat steht und müssen nun wie die Geier nur auf weitere Fehler warten. Denn offenbar nimmt man nichts von den Lebenden, aber labt sich daran, wenn eine Gruppe tot ist und übernimmt dann deren Hab und Gut. Das alles erinnert in gewisser Weise an Zirkuskünstler und auch die Rastlosigkeit der Gruppe insgesamt. Nun könnten die Menschen aus dem Diamond-Stadion natürlich den ersten Schritt wagen und attackieren, aber das scheint nicht der Stil der hier präsentierten Madison zu sein, besonders, weil sie Charlie wahrscheinlich für ein Opfer der Umstände hält. Dennoch machen es sich die Geier quasi an der Grenze von ihrem Grundstück bequem und harren der Dinge, die da kommen. Mel und Co haben sich offensichtlich darauf spezialisiert und in den Wochen und Monaten seit der Apokalypse gut davon gelebt. Auch eine Zusammenkunft der Gruppen schlägt er vor, aber Madison kennt das Nomadenleben und hat Monate so verbracht, weswegen sie sich das Aufgebaute erhalten möchte und lieber für den Ernstfall aufrüstet. Lucina will das nicht wahrhaben und bringt Charlie eine Kopie von „Der kleine Prinz“ - ob das jedoch etwas an der Situation ändert, ist fraglich.

Now

Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Another Day in the Diamond“
Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Another Day in the Diamond“ - © AMC

Nach dem Zeitsprung scheint etwas vorgefallen zu sein, womöglich und sehr wahrscheinlich waren die Vultures erfolgreich, denn John (Garret Dillahunt), Morgan (Lennie James) und Althea (Maggie Grace) werden von Strand, Luci, Alicia und Nick auf offener Straße überfallen. Althea und ihre Crew wissen jedoch mit dem Namen der Vultures nichts anzufangen, sind aber bereit, dem Quartett zu zeigen, wo sie ihre Markenzeichenflagge gefunden haben. Stellt sich nur die Frage: Wo ist Madison? Ist sie gefangen? Wurde sie zum Opfer der Vultures? Hat sie sich womöglich verbündet? Althea, ihr SWAT-Truck und ihre Begleiter sind sicherlich gute neue Verbündete gegen diese parasitäre Gruppe und natürlich ist sie auch an ihrer Story interessiert.

Fazit

Fear the Walking Dead bleibt auch in der zweiten Folge der vierten Staffel spannend, denn diese stellt uns die neue Lebenssituation der Figuren vor und dabei auch eine neue Bedrohung, mit der sie umgehen müssen. Das Spiel mit den Zeitebenen gefällt mir ebenfalls, weil das ermöglicht, viele aufgeworfene Rätsel mit der Zeit abzuarbeiten. Hoffentlich entwickelt sich die Handlung nicht in die Richtung der Mutterserie The Walking Dead. Man merkt den Machern aber an, dass sie den Fokus wieder mehr auf Zombiebegegnungen legen, gleichzeitig den Familienzusammenhalt betonen und auch menschliche Bedrohungen nicht außer Acht lassen wollen. In den ersten Folgen stimmt die Balance und die neuen Figuren machen neugierig.

Der Crossover-Aspekt ist wahrscheinlich schon wieder passé, was aber nicht schlimm ist - oder vielleicht gibt es sogar einen Masterplan, der irgendwann beide „TWD“-Serien vollends aufeinandertreffen lässt. Man wird sehen. Aktuell macht „FtWD“ jedenfalls weiterhin Spaß beim Anschauen, weil es genug Neues zu entdecken gibt und die Logik nicht völlig über Bord geworfen wird.

Trailer zur Episode Good Out Here (4x03) der US-Serie Fear the Walking Dead:

Verfasser: Adam Arndt am Montag, 23. April 2018

Fear the Walking Dead 4x02 Trailer

Episode
Staffel 4, Episode 2
(Fear the Walking Dead 4x02)
Deutscher Titel der Episode
Ein weiterer Tag im Stadion
Titel der Episode im Original
Another Day in the Diamond
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 22. April 2018 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 23. April 2018
Autoren
Andrew Chambliss, Ian Goldberg
Regisseur
Mike Satrazemis

Schauspieler in der Episode Fear the Walking Dead 4x02

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