Fear the Walking Dead 3x12

Fear the Walking Dead 3x12

In der Fear the Walking Dead-Folge Brother's Keeper (Des Bruders Hüter) kommt es zu einer ziemlich heftigen Überraschung. Denn die Untoten schlagen dieses Mal zu, weil jemand sie gegen die Ranch aufbringt.

Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Brother's Keeper“ / (c) AMC
Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Brother's Keeper“ / (c) AMC
© zenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Brother's Keeper“ / (c) AMC

Inmitten der Staffel überrascht Fear the Walking Dead mit der Folge Brother's Keepers mit einem Kapitel, das auch als Staffelabschluss hätte herhalten können. Denn durch eine große Untotenherde ist die gesamte Gruppe in Gefahr und wir müssen Abschied von einer Figur nehmen, die zuletzt eine große Rolle spielte.

Wir bleiben Troy

Troy (Daniel Sharman) schlägt sich in der Wildnis durch, führt Tagebuch und röstet Schlangen. Bis ihm eine alte Redewendung („God helps those who help themselves“) offenbar den Geistesblitz beschert und bald sehen wir den von Raben zerfressenen Ranchmitbewohner und dessen Ausrüstung wieder. Wir wissen seit seinem Debüt, dass Troy tief verwurzelte psychologische Störungen hat, die sich in sadistischen Tiermorden und später auch mörderischen Experimenten an Menschen entladen. Sein Exil trägt nicht dazu bei, dass er wieder gesundet. Stattdessen nutzt er seine eine Pistolenkugel und das von ihm gefundene militärische Equipment, um eine immer größer werdende Untotenherde auf die Spur der Ranch zu bringen. Denn es mögen viele Wege nach Rom führen, aber nur einer zur und von der Brokejaw-Ranch. Schon bald ist das von ihm unterstützte Chaos perfekt und alle schweben in Lebensgefahr.

Not Kuh-l!

Nick (Frank Dillane) und Co sind damit beschäftigt, einige Untote zu beseitigen, die vom Vieh angelockt werden. Ein Problem ist dabei, dass die Kühe nicht genug Wasser haben und kurzerhand beschlossen wird, viele von ihnen als Schlachtvieh zu benutzen, bis sich die Situation ändert. So hat man zwar Jerky für ein Jahr, aber man muss sich fragen, ob man bei Bedarf neue Tiere zur Verfügung hätte. Immerhin werden ein paar Milchkühe am Leben gelassen - somit dürften das Frühstück und der Kaffee gerettet sein. Während Jake (Sam Underwood) die Entscheidung bereut, sind Nick und Alicia (Alycia Debnam-Carey) dafür - wegen der Umstände, mit denen man kämpft.

Jake hält es innerlich nicht mehr in der alten Heimat aus und er bietet Alicia einen Ausweg an. Er kennt ein paar alte Prepper-Quartiere in Richtung Nordwesten. Doch Alicia tut es ihrer Mutter Madison gleich und will bleiben. Nicht nur für sich, sondern auch für die anderen Menschen, die es zu retten gilt.

Währenddessen diskutieren Ofelia (Mercedes Mason) und Crazy Dog (Justin Rain), also die Deputys von Walker, darüber, was passiert, wenn Madison und Taqa nicht von ihrer Wasser-Reise zurückkehren. Jake wird als schwacher Anführer eingestuft, weswegen die beiden Verantwortung übernehmen müssen und auch Nick unter der Gruppe respektiert wird. Es ist erstaunlich, wie oft der Exjunkie in diese Rolle rutscht und meistens auch sehr fähig ausfüllt. Wobei klar ist, dass sich Anführer mit der Zeit die Finger schmutzig machen müssen...

Stolz, Vorurteil und Zombieherden

Nick belastet derweil die Lüge, mit der er lebt und mit der sich seine Familie ihre Position auf der Ranch erschlichen hat. Sein Gefühl ist, dass er ähnlich krank sein könnte wie Troy. Allerdings stimmt das nur bedingt: In ihm schlummert kein sadistisches Monster und seine Entscheidungen beruhen meistens auf Konsenswünschen oder Konfliktvermeidung. Dabei ist er häufig rationaler als Mutter Madison, die auch bisweilen schon irrationale Entscheidungen aus einem Bauchgefühl heraus trifft (siehe Stands Rettung).

Allerdings bedeutet Nicks Herz auch, dass er in der Casa Troy eine Schwachstelle hat. Als er sich ihm zur Seite stellte, riskierte er die Verbannung. Als er sich nun anschleicht, um die Gruppe vor der Herde zu warnen, die er selbst aufgestachelt hat, gibt er ihm die Möglichkeit zur Flucht oder Unterschlupf. Vielleicht sieht Nick in Troy einen Junkie. Einen, der nicht aufhören kann, anderen Wesen wehzutun. Der glaubt, dadurch seinen Beitrag zu leisten. Nur eben mit tödlichen Folgen. Im Prinzip ist Troy schon seit seiner Einführung in Staffel drei als Gruppenmitglied untragbar. Weil er jedoch der Sohn des Patriarchen war, wurde er geduldet und weil er trotz aller Monstrositäten immer mal wieder geholfen hat, fällt das nicht nur Nick, sondern auch Madison schwer. Der Zuschauer sieht das bestimmt anders und fragt sich, wie viel man ihm noch durchgehen lässt. Im Vergleich zu Troy war Travis' Sohn Chris beispielsweise ein Engel, einer von der nervigen Sorte, aber immerhin einer, dessen Verhalten dann unterbunden wurde.

Bei Alicia und Jake stellt sich für letzteren die Frage, ob die Beziehung der beiden echt oder nur eine Taktik ist. Immerhin eine legitime Frage, ob so mancher Ereignisse, derer wir Zeuge wurden oder die im Lauf der Zeit noch an die Oberfläche kommen. Doch so weit würde Alicia nicht denken - ihre Gefühle sind echt und sie hält Jake für den letzten guten Mann, den sie kennt.

Nick verliert derweil keine Zeit und weiht Jake und Alicia über Troys Besuch und dessen Botschaft ein und Troy hat auch schon eine Idee, wo er stecken könnte. Jake will sofort aufbrechen und Nick ihn nicht allein auf seinen gefährlichen Bruder treffen lassen. Er hält seine Worte für eine Warnung, liegt damit diesmal aber falsch. Jake kennt ihn schon sein Leben lang und weiß, dass er nicht aufhören kann, auch in diesem Zustand der Isolation nicht. Die Herde ist gewaltig, auch wenn das CGI der Bedrohung nicht ganz gerecht wird und hier mit Sandböen auch versucht wird, einiges zu kaschieren.

Troy lenkt sie mithilfe Explosionen und Schüssen immer weiter in Richtung Ranch und verspricht sich offenbar dadurch, dass er seinem Bruder hilft. Doch er begreift nicht, dass das der Untergang von allen sein könnte.

Es entbrennt ein Konflikt, bei dem Jake seinen Bruder aus dem Verkehr ziehen möchte, aber Nick das nicht zulassen kann. So trägt er Mitverantwortung, dass er beim Sturz zu den Untoten gebissen wird und zunächst seinen Arm verliert. Während Troy wieder einmal mit dem Leben davonkommt, trifft es Jake also und auf der Ranch beginnt der Kampf ums nackte Überleben.

Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Brother%26#039,s Keeper“ /
Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Brother%26#039,s Keeper“ / - © AMC

Gemeinsam kann man es schaffen?

Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Brother%26#039,s Keeper“ /
Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Brother%26#039,s Keeper“ / - © AMC

Alicia weiht Ofelia über ihren Kenntnisstand ein und schnell sehen die Verbliebenen ein, dass eine Bewaffnung notwendig wird. Denn im Angesicht der Gefahr bleibt kein Grund für Streitigkeiten oder die Informationen, dass die Herde auf Troys Mist gewachsen ist. Mit den Wohnwagen wird derweil eine Barriere errichtet, die aber von der schieren Masse der Untoten überwunden wird, etwa durch Unten-drunter-durchkrabbeln oder Umstoßen der Vehikel.

Relativ schnell müssen sie damit klarkommen, dass der Kampf aussichtslos und der Rückzug angebracht ist. Was von der Gruppe übrigbleibt, schlägt und schießt sich also den Weg ins Vorratslager, in dem sie jedoch quasi eingesperrt sind und hoffen müssen, dass Nick und Troy etwas einfällt, wobei man die Rückkehrer Madison, Walker und Strand auch nicht vergessen sollte. Hier hatte ich persönlich schon fast einen Eingriff der drei erwartet - etwas, das die Mutterserie The Walking Dead wahrscheinlich gemacht hätte.

Spontan fällt mir jedenfalls keine offensichtliche Lösung ein, wie man Herr des Problems werden könnte und ob die Ranch danach noch bewohnbar ist. Eine Option wäre der Umzug oder die Asylsuche beim Staudamm, der dann in Staffel vier ein Spielort sein könnte - oder man lässt sich etwas anderes einfallen. Wie werden sehen. Sollte Troy die Staffel überleben, wäre ich sehr überrascht, besonders nach dieser Aktion.

Besonders Alycia Debnam-Carey hat mir diesmal schauspielerisch sehr gut gefallen. Ihr verzweifelter Kampf, die Hoffnung auf eine Wendung und in Jake und die Annahme der Anführerschaft hat sie überzeugend herübergebacht.

Fazit

Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Brother%26#039,s Keeper“ /
Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Brother%26#039,s Keeper“ / - © AMC

Die Idee der Herde haben wir im „TWD“-Franchise nun schon öfter gesehen und besonders in „FtWD“ kommt sie immer wieder zum Einsatz und wird gerne als Massenvernichtungswaffe benutzt. Trotzdem hat mir die Folge Brother's Keepers gefallen, denn sie bringt die betroffene Figur an ihre Grenzen und schafft es, Gefahr für alle Beteiligten zu suggerieren, was schon länger bei Fear the Walking Dead nicht mehr der Fall war. Schneller als in der Mutterserie wurden die Menschen zur eigentlichen Gefahr und wenn die Mischung Sadist plus Herde lautet, kommt etwas durchaus Faszinierendes dabei heraus - und ich habe die zweite Hälfte mit Anspannung verfolgt.

Warum Nick Troy jedoch immer und immer wieder rettet und dabei andere in Gefahr bringt, die ein Überleben verdient hätten, wird sich irgendwann noch rächen. Gleichzeitig schafft man so Drama, das eben nicht immer nach vorgeschriebener Staffeldynamik verlaufen muss.

Gespannt kann man auch auf die Reaktion von Madison und Walker sein, die von einer der schlimmst möglichen Varianten erwischt werden, wenn sie es wieder nach Hause schaffen. Sollte Walker etwa davon erfahren, wer die Herde aufgewiegelt hat, dürften die Tage der Clarks auf der Ranch gezählt sein, außer es gelingt ihnen schon wieder eine List...

Trailer zur Episode This Land Is Your Land (3x13) der Serie Fear the Walking Dead:

Verfasser: Adam Arndt am Montag, 25. September 2017

Fear the Walking Dead 3x12 Trailer

Episode
Staffel 3, Episode 12
(Fear the Walking Dead 3x12)
Deutscher Titel der Episode
Des Bruders Hüter
Titel der Episode im Original
Brother's Keeper
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 24. September 2017 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 25. September 2017
Autor
Wes Brown
Regisseur
Alrick Riley

Schauspieler in der Episode Fear the Walking Dead 3x12

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