Fear the Walking Dead 3x11

© zenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „La Serpiente “ / (c) AMC
Das liebe Thema Wasser ist in der Serie Fear the Walking Dead ein ständiger Begleiter und es verwundert in der Retrospektive schon ein wenig, dass die Mutterserie dieses Problemfeld quasi ausgeblendet hat. Zumindest wurde dem Komplex nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt wie beim Ableger von der Westküste.
Wasser ist Leben!
Die Episode La Serpiente zeigt nun, dass das Schicksal mehrerer Gruppen von einem Deal abhängt, den Madison (Kim Dickens) glaubt durch Victor Strand (Colman Domingo) einfädeln zu können. Qaletaqa Walker (Michael Greyeyes) beäugt diese Zweckgemeinschaft und Freundschaft hingegen die ganze Zeit über äußerst kritisch und ist bereit, die Rancher schlimmstenfalls zu verbannen.
Mit ihrem Truck trifft das Trio zunächst auf eine Straßensperre der Untoten, die Strand aber mit einem Beeper aus dem Weg räumen kann. Der Mann scheint jedenfalls wirklich sehr schnell darin zu sein, sich Verstecke, Bunker oder Hintertüren zunutze zu machen und offenzuhalten. Doch, um zum Damm zu kommen, gilt es, den beschwerlichen Weg durch die Kanalisation zu gehen, wo stinkende Untote warten, die auseinandergenommen werden müssen. Madison vertraut ihm, Walker wünscht sich wahrscheinlich, woanders zu sein und bereut, dass sie sein Gold eingetauscht hat, um ihn bei sich zu haben. Dennoch begleitet der Anführer der Red Hat Nation die beiden Vertrauen aber durch die dunklen und engen Gassen, die auch den Zuschauern das Anschauen der Aktion erschweren. Vielleicht ist das aber auch besser so, denn das, was man vom Marsch durch die braune Suppe erkennt, sieht unappetitlich genug aus.
Die Zweifel an Victor, der auffällig viel in Redewendungen spricht, scheinen berechtigt, denn er improvisiert mit Halbwissen rund um Symbole, die die Leute von Proctor benutzen, um den Weg zu markieren. Immerhin gibt es so die Möglichkeit, zu klären, dass der Damm mithilfe Daniels (Ruben Blades) organisiert wird, während Madison die Information teilt, dass Ofelia (Mercedes Mason) Teil von Walkers Gruppe und dementsprechend in Sicherheit ist. Zufällig findet sich so auch das Augensymbol leichter, das den Weg weist.
Bevor irgendwer jedoch irgendwohin kann, muss ein Untoter beseitigt werden, der den Weg verstopft und es liegt an Madison, ihn auszuschalten und zu zerlegen. Dieser kleine Splatterexkurs dürfte seit langem eine der unangenehmsten Szenen für Zartbesaitete sein, denn die Kombination aus Schnetzeln und Exkrementen sorgt für einiges Unbehagen - nicht nur bei den Figuren.
Königin des Wassers

Beim Staudammteam sorgt Daniel für Unruhe oder besser gesagt sein nervöser Finger am Abzug, der führt nämlich zur Verletzung von Everardo. So trifft das Trio aber auf Daniel, der zunächst auf Strand schießt, ehe sich Madison zu erkennen gibt und ihm versichert, dass Ofelia noch lebt und in Sicherheit ist - dank Walker. Madison verliert wenig Zeit und bringt direkt das Wasser ins Spiel. Allerdings spielt Lola (Lisandra Tena) nicht wie gewünscht mit. Vielleicht eine Auswirkung von Daniels Ansprache vor einigen Folgen. Lola möchte vordergründig die lokalen Menschen mit Wasser versorgen - und die werden immer aggressiver und militanter. Sie fürchtet, dass die Stimmung noch schlimmer wird, wenn sie einen „Gringo“ damit ausstattet, bevor sie den Landsleuten hilft.
Madison, die das Verhandeln für die Ranch-Nation-Union übernimmt, macht prinzipiell gute Angebote: Vieh, Benzin oder Waffen bietet sie an gegen die 10.000 wöchentlichen Gallonen, die sie braucht. So schnell lässt sich ein Kompromiss aber nicht finden. Daniel mahnt zur Vorsicht und ist eigentlich bei Madison, denn die Stimmung kann sich explosionsartig drehen, wenn sie keine Abwehrmaßnahmen implementiert. Ihr anderer Berater mit medizinischer Expertise rät jedoch dazu, den Staudamm für alle zu öffnen und Gott den Rest machen zu lassen. Dagegen argumentiert Strand beim Verarzten von Everardo jedoch, dass es bei diesen Temperaturen direkt verdunsten würde, was niemandem wirklich hilft.
Die Situation ist also festgefahren und soll möglichst ohne Blutvergießen oder feindliche Übernahme entspannt werden. Lola respektiert die Meinung von Daniel und erkennt, dass er den Deal einfädeln will, weil er Madison vertrauen kann und sicherlich auch als Gegenleistung für die Versorgung seiner Tochter. Inzwischen ist er der Meinung, dass es vielleicht sogar besser wäre, wenn Ofelia denkt, er sei tot. Allerdings erfährt er im Gespräch mit Walker, dass der stolze Anführer aus ihr genau das gemacht hat, was Daniel nicht wollte: eine Kriegerin, die bereit ist, andere zu vergiften, um das eigene Volk zu retten.

Madison hat derweil das Problem, dass sie heimatlos wäre, wenn der Wasserdeal platzt. Er droht, sie und alle Rancher rauszuwerfen, ob freiwillig oder mit Gewalt ist ihm egal. Darum bemüht sich Madison auch, bei Lola nachzuhaken und spielt die Kinderkarte, doch sie hat die Verpflichtung einer ganzen Stadt als Gegenargument. Immerhin bietet ihr Lola den Umzug zum Staudamm an, doch Madison fühlt sich, wie sie Victor Strand gegenüber einräumt, bei der Ranch am wohlsten, weil sie das an ihr Heranwachsen erinnert.
Die Schlange schlägt zu - Nieder mit der Wasserkönigin
Da Daniels erneute Warnung vor dem Umschlagen der Stimmung nichts nutzt und Lola ihm anbietet zu gehen, wenn er unzufrieden ist, muss eine neue Lösung her und dafür ist Strand zuständig. Denn Daniel signalisiert ihm, dass er wegschaut, wenn einer seiner Pläne eine Lösung wäre, von der beide Seiten profitieren.
Allerdings steht Daniel auch in ihrer Schuld, denn er hat ihren Schutz geschworen und sie in diese Machtposition gehievt. Zudem ist er der Meinung, dass der Staudamm in wenigen Tagen fallen würde, sollte er gehen - bei Lolas fehlender Bereitschaft, Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen, klingt das durchaus plausibel.

Madison ist schon bereit, zu gehen und hat obendrein Walkers Ultimatum im Nacken. Darum muss sie glauben, dass ein Rauswurf unmittelbar bevorsteht. Hier kommt Victor ins Spiel, der Madison aber nicht sofort in seinen Plan einweiht. Eine fingierte Explosion des Trucks lockt sowohl Untote als auch durstige Wartende an und demonstriert, was passieren kann, wenn die Sicherheitslücke ausgenutzt wird. Diesmal kommen alle glimpflich davon, auch weil Madison, Daniel und Strand anpacken. Aber Lola lässt sich dazu breitschlagen, eine regelmäßige Wasserlieferung gegen Waffen einzugehen. Rechnet man die Gallonen um, sind das mehr als 37.000 Liter, die hier abgeben werden, wobei der Staudamm sicherlich ein Vielfaches davon speichert. Als Handelspunkt wird das Stadion festgelegt und Ofelia soll beim ersten Tausch anwesend sein. Lola hat also die Illusion der Macht und der Verhandlungsposition inne, während Madison fein raus ist - fürs Erste.
Victor hat ein neues Zuhause und auch Walker, den sie im neuen Wassertruck auflesen, wirkt glücklich.

Fazit
Victor „La Serpiente“ Strand hat zugeschlagen und Madison und Co tatsächlich mit ihrer Wasserproblematik geholfen, während auch in der Brokejaw-Ranch durch Alicia in der vorherigen Folge Frieden eingekehrt ist. Friede, Freude und Eierkuchen also? So lange Troy noch im Spiel ist, wahrscheinlich eher nicht.
Der Fokus auf Madison, Strand, Walker, Lola und Daniel hat der Serie gutgetan und eine spannende sowie bisweilen etwas eklige Folge hervorgebracht. Zwar wurde zu ein paar Tricks gegriffen, aber so muss zumindest aus Madisons Camp vorerst wohl niemand ums eigene Leben fürchten.
Interessant dürfte sein, welche Dynamik Strand nun zur Ranch bringt, welchen Einfluss er auf Nick und Ofelia hat und ob der Handel nicht doch noch Schattenseiten haben wird? Gewalt erzeugt eben Gegengewalt? Kommt also bald der nächste Coup gegen den Staudamm?
Trailer zur Episode Brother's Keeper der US-Serie Fear the Walking Dead (3x12):
Verfasser: Adam Arndt am Montag, 18. September 2017(Fear the Walking Dead 3x11)
Schauspieler in der Episode Fear the Walking Dead 3x11
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