Family Law 1x01

© Global Television Network
Das passiert in der „Family-Law“-Episode „Sins of the Fathers“
Nach einem unerfreulichen Alkoholzwischenfall nimmt die für drei Monate suspendierte Anwältin Abigail Bianchi (Jewel Staite) in der Kanzlei ihres Vaters Harry (Victor Garber) den Dienst wieder auf. Doch der hat strenge Regeln aufgestellt, so muss sich Abigail beispielsweise den kritischen Blicken ihrer Halbschwester, der Psychologin Lucy (Genelle Williams) unterziehen und widmet sich nun dem Familienrecht statt wie bisher Schadenersatzfällen. Als das Teenagermädchen Rosie die Praxis betritt und um Hilfe bei der Suche nach ihrem Vater bittet, wittert die Anwältin eine Chance.
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Familienprobleme
Wenn Sins of the Fathers den Ton der Anwalts-Dramedy Family Law definiert, dann erwartet uns in den zehn Episoden der ersten Staffel eine große Portion Kurzweil mit einem Schuss Familiendrama. Im Fokus der Serie steht die von Jewel Staite (Stargate Atlantis, Firefly) gespielte Anwältin Abigail Bianchi, die sich aufgrund ihrer Alkoholprobleme ins berufliche Abseits katapultiert hat. Nachdem sie volltrunken eine Nacht in ihrem Auto verbrachte, tauchte sie angeschlagen bei Gericht auf und übergab sich auf humorige Weise auf den Schoß des gegnerischen Anwalts.
Nach einer dreimonatigen Suspendierung landet sie ausgerechnet in der Kanzlei ihres Vaters Harry, in der auch Abigails Halbgeschwister Daniel (Zach Smadu) und Lucy arbeiten. Da die drei von unterschiedlichen Müttern stammen, sind sich die Svensson-Sprösslinge nicht sonderlich nah, was naturgemäß zu einigen spaßigen Szenen führt. Doch auch das Verhältnis zwischen Abigail und ihrem Dad ist durchaus angespannt, obwohl er ihr einen Job verschaffte und dafür sorgt, dass wie wieder als Anwältin Fuß fassen kann.
Einfach geht anders
Interessanterweise macht es die junge Frau ihren Mitmenschen nicht unbedingt leicht, sie zu mögen. Den Beziehungsproblemen mit ihrem väterlichen Teil der Familie begegnet sie beispielsweise in „Family Law“ mit einer großen Portion Sturheit und Arroganz. Darüber hinaus hat sie eine zynische Ader, die immer wieder für bissige Sprüche sorgt.
Dennoch ist sie klug, selbstbewusst und eine liebende Mutter, die verzweifelt versucht, nach ihrem Fauxpas und dem Rauswurf aus dem gemeinsamen Haus durch ihren Mann Frank (Luke Camilleri) ihren beiden Kindern wieder näher zu kommen. Diese Charakterisierung ist einerseits öfter mal für eine spaßige Überraschung gut, verleiht der Hauptfigur aber auch eine gewisse Substanz, durch die die Pilotfolge sich nicht allein auf ihre Comedy-Elemente verlassen muss, eine gute Idee.
Abigails erster Fall
Genau diese Tatsache führt zu ihrem ersten Fall in Family Law, denn ihr Vater hat die Spezialistin für Schadenersatzfälle zum langweiligen Familienrecht verdonnert, was Abigail zunächst gar nicht behagt. Dank Lucy lernt sie allerdings das Teenagermädchen
Rosie Gyurkovich (Audrey Smallman) kennen, die ohne männliches Elternteil aufgewachsen ist und nun ihren unbekannten Vater sucht.
Gegen den Willen ihrer Schwester reißt sie den Fall an sich und macht Rosies Erzeuger tatsächlich bald darauf ausfindig. Es handelt sich um den Bauunternehmer Mark Bridger, den sie wenig einfühlsam über die neue Lebenssituation informiert. Von nun an geraten die Dinge leicht aus dem Ruder. Zunächst macht sich Mark in einer kurzen, aber humoresken Szene aus dem Staub, übernimmt jedoch bald darauf darauf die Verantwortung für die Vaterschaft und beginnt, das Mädchen mit Geschenken zu überhäufen.
Abigail, die bisher durchaus egoistisch gehandelt hat, erkennt allmählich, dass sie das Potential hat, andere Menschen durch ihre Ignoranz zu verletzen. An dieser Stelle setzt der dramatische Teil der Geschichte ein. Auch, wenn die Folge immer wieder lockig flockige Szenen einstreut, die zum Schmunzeln einladen, ist doch unverkennbar, wie unglücklich die Anwältin in Wirklichkeit ist.
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Selbsterkenntnis

So projiziert sie die Situation von Rosies Mutter Jeanette (Jennifer Robertson) auf sich und strebt eine Unterhaltsklage an, die beinahe zur Entfremdung zwischen Mutter und Tochter führt. Erst jetzt erkennt sie, dass sie ihre (selbst-)zerstörerische Seite zähmen muss, wenn sie ihr Leben in den Griff bekommen möchte.
Schließlich strebt sie einen für alle Parteien akzeptablen Vergleich an, allerdings sehr zum Unmut ihres Vaters, dem durch die Einigung ein erkleckliches Honorar durch die Lappen ging.
Dennoch führt die Situation zu einer Aussprache zwischen ihr und ihrem Mann, wodurch ein emotional schön gefilmtes Treffen mit Abigail, ihren Kindern und ihrer Mutter stattfindet, welches die Dinge für sie ins rechte Licht rückt...
Fazit
Die Pilotfolge von „Family Law“ ist vielleicht nicht der ganz große Wurf, versprüht aber Charme. Die erzählte Geschichte verfügt über dramatische Elemente, die mit humorvollen Einlagen durchbrochen sind und so für gute Unterhaltung sorgen. Darüber hinaus bemüht sich Autorin und Showrunnerin Susin Nielsen um interessante Figurenkonstellationen, die zwischen anfänglicher Antipathie, Misstrauen und einer sich langsam entwickelnden Sympathie hin- und herpendeln und das Publikum zunächst darüber im Unklaren lassen, wie sich das ungleiche Patchworkgespann entwickelt.
On top gibt es eine gut aufgelegte Jewel Staite in der Hauptrolle, die sowohl ihre äußerlichen, als auch schauspielerischen Qualitäten ausspielt, um ihrer Figur Leben einzuhauchen. Sicherlich: tiefsinnig ist das Ganze nicht und mit Serien wie Suits, Better Call Saul und For Life gibt es genug unterhaltsame Anwaltsserien auf dem Markt. Dennoch versucht „Family Law“, andere Wege zu gehen, indem Susin Nielsen ihre Heldin fehlerbehaftet, nahbar und vor allem angreifbar zeichnet.
Abigail muss sich erst beweisen, bevor sie in der Firma ihres Vaters wirklich Fuß kann. Dazu gehört auch, Anweisungen zu befolgen. Das aber ist eine große Schwäche der Anwältin, denn ihre Eigensinnigkeit lässt sie immer wieder Grenzen überschreiten, was sie in unnötige Schwierigkeiten bringt. Ein solch figuraler Ansatz gepaart mit einer gesunden Portion Komik hat zweifellos etwas für sich, vor allem, wenn die Hauptfigur so gut gespielt ist wie hier.
Trotzdem bleibt abzuwarten, wie sich die Show entwickelt. Einfach nur einen Fall nach dem nächsten abzuspulen, reicht bei einer so kurzen Staffel nicht aus, um ein großes Publikum für sich zu gewinnen. Progress ist also angesagt und ob die Serie den bietet, werden wir sehen. Vier von fünf Mandanten.
In Deutschland kann man „Family Law“ ab sofort in wöchentlichen Doppelfolgen bei Sky One verfolgen.
Hier abschließend noch der aktuelle Trailer zur nun bei Sky One gestarteten Serie „Family Law“:
Verfasser: Reinhard Prahl am Donnerstag, 21. September 2023Family Law 1x01 Trailer
(Family Law 1x01)
Schauspieler in der Episode Family Law 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?