
Nach langer Wartezeit feiert Falling Skies am Sonntag mit einer Doppelfolge Premiere beim amerikanischen Sender TNT. Bereits im Vorfeld erhielt SERIENJUNKIES.DE® die Möglichkeit, sich die ersten beiden Episoden, die in den USA den Serienpiloten bildeten, anzuschauen. Aber worum geht es eigentlich in der US-Serie Falling Skies?
Die Serienprämisse
Die Welt liegt in Trümmern und leidet an den Folgen einer Alien-Invasion. Etwa sechs Monate sind vergangen, seit Aliens der Menschheit einen schweren Schlag verpasst haben. Große Teile der Bevölkerung wurden ausradiert, Infrastrukturen zerstört und die zivilisierte Welt existiert nicht mehr. Nur wenige hunderte Überlebende, die es geschafft haben, sich den Alien-Spähern zu entziehen, leben wie Vagabunden in den Überresten des zerstörten Amerikas.
Der Fokus der Serie liegt auf einem Verbund von Überlebenden in der Nähe der amerikanischen Stadt Boston, Massachuchetts, die sich mit Guerillakämpfern verbünden und durch das Land ziehen, in der Hoffnung die Aliens eines Tages zu vertreiben. Doch viel wichtiger ist zunächst, das eigene Überleben zu sichern.
Die wichtigsten Figuren
Falling Skies erzählt die Geschichte dieser Rebellengruppe, ihren Kampf ums Überleben und ihren Drang, ihre Familien wieder zu vereinen. Einer der Anführer dieser Rebellen ist der ehemalige Geschichtsprofessors Tom Mason, welcher vom früheren Emergency Room-Darsteller Noah Wyle verkörpert wird. Der Familienvater hat durch die Invasion einen seiner drei Söhne an die Aliens verloren. Denn diese können mithilfe von Parasiten, die sich ans Rückenmark haften, die Menschen zu willenlosen Sklaven machen. Als jedoch Hoffnung besteht, dass sein Sohn noch gerettet werden könnte, wird dies ein neues Ziel der Gruppe.
Unterstützt wird er dabei von der Kinderärztin Anne Glass, in deren Rolle Moon Bloodgood schlüpft, die bereits durch die Serien Journeyman und Burn Notice bekannt wurde. Die Figur Anne Glass genoss zwar eine Ausbildung zur Kinderärztin, muss aber aufgrund der Ressourcen-Knappheit und fehlender Alternativen Lazarettärztin sein.
Will Patton (The Agency - Im Fadenkreuz der C.I.A.) spielt den grimmigen Anführer der Guerillakriegergruppierung namens 2nd Mass, der die wenigen Überlebenden nach seinen bescheidenen Möglichkeiten zu beschützen versucht - was, angesichts der ständigen Bedrohung durch die Aliens und die Nahrungsmittelknappheit nach dem Strukturzusammenbruch, eine große Herausforderung darstellt.
Drew Roy spielt Hal Masons ältesten Sohn und möchte nicht länger tatenlos zusehen, wie die Aliens die Oberhand gewinnen. Darum schließt er sich der Rebellengruppe an, mit dem Ziel, seinen jüngeren Bruder wieder aus den Fängen der Eroberer zu befreien. Diesen erblickt er nämlich eines Tages in der Gewalt der Aliens. Sein Problem ist seine Impulsivität, denn er möchte ihn am liebsten sofort befreien, denkt dabei jedoch nicht an das Wohl der Gruppe.
Der Serienpilot
Die beiden Einstiegsepisoden Live and Learn und The Armory führen den Zuschauer in die trostlose Welt nach der Alien-Invasion ein. Und dies, obwohl die erste Szene dem Zuschauer einen Hoffnungsschimmer erhaschen lässt. Denn anhand von handgemalten Kinderbildern wird die aktuelle Situation der Menschheit dargestellt. Und wo Kinder sind, da ist auch eine Zukunft. Oder doch nicht? Die Aliens scheinen die Welt fest im Griff zu haben und thronen bedrohlich im Hintergrund in ihrer stets präsenten Zentrale. Nur wenige hunderte Menschen haben überlebt, die Nahrungsmittel sind stets knapp und hart umkämpft. Außerdem führen die Aliens ein strenges Regime: Menschen werden zu willenlosen Dienern degradiert.
Auffälligkeiten und Auseinandersetzungen rufen Drohnen auf den Plan, die die Bedrohungen hart und effizient neutralisieren sollen. Das führt dazu, dass die Menschen nie lang an einem Ort verweilen können. Denn überall lauert die Bedrohung durch die außerirdischen Imperialisten, aber auch unabhängige Rebellengruppen sorgen für Ärger, den sich die Gruppe nicht leisten kann. Was die Überlebenden sich jedoch nicht leisten können, ist Streit untereinander. Es heißt: entweder dem Widerstand anschließen oder sterben.
Kritik
Die neue Serie Falling Skies startet vielversprechend. Wenn man die US-Serie mit anderen Stoffen vergleichen müsste, wäre sie eine Mischung aus The Walking Dead und dem Spielberg-Film „War of the Worlds“ („Krieg der Welten“). Denn „Falling Skies“ bietet dem Zuschauer eine Survival-Horrorserie, gemischt mit einer Alien-Invasions-Story. Wird man zunächst mit der Einführung von recht vielen Figuren ein wenig überfordert, hat man spätestens in der zweiten Episode eine emotionale Bindung zu ihnen aufgebaut. Der Serienpilot endet mit einem Cliffhanger, der den Zuschauer bei der Stange hält und zum Wiedereinschalten anregt. Denn nun möchte man auch wissen, ob das gesteckte Ziel erreicht wird.
Insgesamt fühlt sich der Serienpilot atmosphärisch wie ein Steven-Spielberg-Film an, und das, obwohl er nur als Produzent tätig ist. Einige Spielbergsche Markenzeichen sind jedoch ohne Frage vorhanden. Etwa das Verstecken vor einer Bedrohung in einem Vorratsraum (siehe „Jurassic Park“), die Neutralisierung von Menschen durch mächtige Laser (siehe „Krieg der Welten“) oder der Hoffnungsschimmer, der durch Kinderdarsteller getragen wird (siehe „E.T“). Bei Spielberg stirbt die Hoffnung zuletzt, denn auch wenn die Situation aussichtslos erscheint, so gibt es am Ende doch meistens eine glimpfliche Lösung und ein Happy End. Wie das in einer fortlaufenden Serie funktioniert, wird sich zeigen.
Der Vergleich mit der AMC-Zombieserie The Walking Dead drängt sich aufgrund der Thematik und des dystopischen Settings auf. Man ersetzt Zombies durch Aliens und erhält eine ähnliche Grundstimmung. Was die neue TNT-Serie der Zombieserie The Walking Dead voraushat, ist der überzeugendere Cast. Denn vom schauspielerischen Talent her sind Noah Wyle, Moon Bloodgood und Will Patton den etwas hölzern agierenden Kollegen der Zombieserie um Längen voraus. Dafür hat die von Steven Spielberg unterstützte Alienserie leichte Schwächen im Spannungsaufbau, weil die Handlung etwas vorhersehbar strukturiert ist - ein weiteres Spielberg-Markenzeichen. Hier wäre etwas mehr Unkonventionalität und der eine oder andere Twist durchaus bereichernd.
Darüber hinaus sind die Effekte verständlicherweise nicht ganz auf dem gewohnten Spielberg-Spielfilm-Niveau, auch wenn sie für Fernsehverhältnisse ordentlich rüberkommen, führt dies zu ganz leichten Abzügen in der B-Note.
Auch der Vergleich mit der Neuauflage der ABC-Serie V sei hier kurz gestattet. Denn der Alienserie mit Elizabeth Mitchell ist Falling Skies in allen Belangen deutlich überlegen. Spannung, Cast, filmische Atmosphäre und Aufbau müssen sich also nicht hinter der Networkserie verstecken. Fans von Alien-Invasionen, Survival-Horror, aber auch solche der überzeugenden Darsteller sollten also bald einen Blick in diese neue Serie wagen.
Fazit
TNT liefert mit Falling Skies eine Alien-Invasion-Serie auf hohem Niveau ab. Die Serie startet durchaus packend und vielversprechend. Der Cast ist überzeugend und die Effekte können sich sehen lassen. Der Serienpilot erreicht mit einem Cliffhanger, dass man als Zuschauer erfahren möchte, wie es weitergeht.
Wie wird die Suche nach dem Sohn der Mason Familie fortgesetzt? Wann feiern die Überlebenden erste Erfolge gegen die außerirdischen Invasoren? Wenngleich diese Frage das Interesse der Zuschauer weckt, bleibt zu wünschen, dass die Antworten darauf nicht allzu vorhersehbar ausfallen. Denn obwohl sich die Serie wie eine Mischung aus Alien-, Kriegs- und Familiengeschichte präsentiert, muss das nicht heißen, dass sie gänzlich vorhersehbar ausfallen muss.
Falling Skies ist zumindest im Serienpiloten das, was V oder The Event gerne wären. Nämlich: ein Serial mit einer klaren Struktur, faszinierenden und sympathischen Figuren, die zudem über entsprechendes schauspielerisches Talent verfügen, um die Figuren überzeugend auf den kleinen Bildschirm zu bringen. Darüber hinaus bietet die Serie eine cinematische Präsentation und (fast) ebenso filmreife Effekte. Hoffentlich kann das gute Niveau in den weiteren Episoden der zehnteiligen ersten Staffel gehalten werden.
Glücklicherweise müssen deutsche Zuschauer nicht lange auf die Lizensierung der Serie warten, denn TNT Serie strahlt die Serie bereits fünf Tage nach der US-Premiere (die Deutschlandpremiere erfolgt also am 24. Juni 2011) aus.