Falling Skies 5x04

Breaking Pope
Das Ende der letzten Folge hatte es bereits ĂŒberdeutlich klargemacht: John Pope (Colin Cunningham) hat der Verlust von Sara (Mira Sorvino) mitgenommen und er gibt Tom Mason (Noah Wyle) die Schuld dafĂŒr. FĂŒr den Fall, dass der Zuschauer das bereits vergessen hat, werden wir in den ersten Minuten von Pope Breaks Bad direkt noch einmal daran erinnert.
Aber, bevor es an die Kritik gehen soll, noch einmal kurz zur Figur Pope selbst: In den ersten Staffeln war er es stets, der sich nicht gut mit den anderen arrangieren konnte. Zusammen mit seinen âBerserkernâ bat er Tom immer wieder Paroli, obwohl er eigentlich doch ein guter war, der ebenfalls den Invasoren gegenĂŒber Widerstand leistete - nur eben auf seine Art, die sich meistens als inkompatibel mit Toms Vorgehensweise zeigte. In den letzten Staffeln hat sich die Situation zwischen Pope und Tom verĂ€ndert und John hat öfter als sonst sehr brav mitgespielt, wenn Tom irgendwelche Anweisungen gab.
Man könnte sagen, die Figur wĂ€re etwas verweichlicht, aber richtiger ist wohl, dass er sich einfach irgendwann mit Toms Art abgefunden hat - denn die Erfolge von seinen PlĂ€nen blieben schlieĂlich nicht aus und jede Staffel wurde ein gröĂeres Problem aus dem Weg gerĂ€umt. Obendrein konnte Pope auch des Ăfteren den anderen aus der Klemme helfen, so dass es zwischen Mason und ihm zu gegenseitigem Respekt kam - auch wenn sich beide nie so ganz grĂŒn wurden.
Diese Woche Ă€ndert sich die Lage - als Folge von Saras Tod letzte Woche - und wir sollen glauben, dass Pope nun uneingeschrĂ€nkt auf Kriegspfad mit Tom geht. So weit, so okay. Wir sind es gewohnt, dass John dem âgroĂen Tom Masonâ Widerworte gibt und dass diese sich jetzt drastischer anhören, ist kaum verwunderlich. NĂŒchtern und argumentativ betrachtet wird aber wohl kaum ein Zuschauer der Meinung sein, dass Popes Verhalten angebracht ist. Gleich mehrmals und von verschiedenen Figuren wird ihm erklĂ€rt, dass die vergangenen TodesfĂ€lle bedauerlich sind, aber bei dem Kampf gegen die Espheni auch zu erwarten waren.

John hat sicherlich einen Punkt, wenn er meint, dass Tom seinen Kindern zur Hilfe geeilt wĂ€re, wenn sie an Saras Stelle gewesen wĂ€ren - was Tom auch zugibt. Nur hĂ€tte Tom dabei - genau wie Pope es musste - auf den LKW verzichtet und wĂ€re zu FuĂ aufgebrochen, wĂ€hrend die anderen versucht hĂ€tten, die Skitter-BrutstĂ€tten zu vernichten (zumindest sagt er das - und nach allem, was wir ĂŒber ihn wissen, können wir ihm auch glauben).
Jetzt gelingt es Pope zwar schnell, wieder ein paar Leute um sich zu versammeln. Allen voran (und nebenbei bemerkt auch die einzige verbliebene Figur in Johns Umfeld, die wir etwas besser kennen) Anthony (Mpho Koaho), der nach einem hitzigen GesprĂ€ch mit Weaver (Will Patton) ebenfalls sauer (weil unbewaffnet) ist und sich somit fĂŒr Popes Argumente leicht zugĂ€nglich erweist. Aber die groĂen Aussprachen - egal, ob vor versammelter Mannschaft oder in der Kopf-an-Kopf-Diskussion mit Tom oder Anne (Moon Bloodgood) - verliert John Pope haushoch. Sein ganzer Gram scheint daher zu rĂŒhren, dass Tom seine drei Sprösslinge noch hat, wĂ€hrend er nun mit Sara alles verloren hat, wofĂŒr es sich zu kĂ€mpfen lohnte. Dabei vergisst er natĂŒrlich, dass Lexi (Scarlett Byrne) ebenfalls ihr Leben lassen musste - andererseits stand er nie auf gutem FuĂ mit ihr und hat ihr bis zuletzt nicht ĂŒber den Weg getraut.
John wird sogar regelrecht vorgefĂŒhrt, als Tom ihm die Waffe in die Hand drĂŒckt und ihn auffordert, ihn zu erschieĂen. Auch Anne zeigt sich von Popes Drohungen unbeeindruckt, nachdem Anthony sie von den anderen fortgelockt hat. Witzigerweise zeigt sie ihm dabei sogar den Weg auf, den wir schlieĂlich im Cliffhanger der Woche zu sehen bekommen: Pope entfĂŒhrt Hal (Drew Roy) und hat vor, ihn vor Toms Augen umzubringen, bevor er schlieĂlich Papa Mason erschieĂen will. Die gröĂtmögliche Rache, die der neue John Pope sich jetzt vorstellen kann.
Noch mal: John kann noch so viele Namen von verstorbenen Figuren nennen - inklusive des Redshirts Ryan (Chris McNally) in dieser Woche. Sein Vorgehen wirkt trotzig und stur und ist nach den ganzen verlorenen Aussprachen ein einziger unnötiger Konflikt, den er, nebenbei bemerkt, nur verlieren kann (schlieĂlich sind die Masons - wie Pope selbst noch ein paar Folgen zuvor erwĂ€hnt hat - unsterblich). Letztlich wirken die Charakterwandlung und damit auch die neue Frisur, die Pope sich verpasst, nur noch lĂ€cherlich.
Das ist schade, denn es wĂ€re nicht sehr schwer gewesen, den Wandel sowie die dramatischen Aspekte des Konflikts besser darzustellen. So hĂ€tte Pope beispielsweise seinen Zorn auf Tom weniger deutlich zur Schau stellen und erst nach und nach - durch kleinere AufmĂŒpfigkeiten, Intrigen oder nicht befolgte Anweisungen - seine Rache ausleben können. Aber scheinbar wollen die Autoren den Konflikt zwischen Pope und Mason direkt nĂ€chste Woche endgĂŒltig lösen (wetten, dass Pope den KĂŒrzeren zieht?) und brechen deshalb in dieser Episode auf Teufel komm raus den neuen, bösen John Pope vom Zaun. Aber was lĂ€sst sich bei dem Titel âPope Breaks Badâ auch schon anderes erwarten?
Neue VorrÀte
FĂŒr den Aufbruch nach Washington mĂŒssen selbstredend erst noch VorrĂ€te besorgt werden. Benzin ist knapp, Waffen und Munition werden ebenfalls benötigt und so muss man sich zunĂ€chst Gedanken darĂŒber machen, woher man das Zeug nehmen will. Matt (Maxim Knight) hat eine Lösung parat und das ist auch so ziemlich die einzige Funktion, die er diese Woche erfĂŒllt.

Und was fĂŒr ein Vorratslager die 2nd Mass dabei ausfindig macht... Man sollte meinen, die Gegend wĂ€re schon lange geplĂŒndert worden. Doch nein, nicht allzu weit vom Lager entfernt finden unsere Protagonisten reichlich von dem, was sie benötigen. Sogar ein paar Walkie-Talkies und ein extrem starkes FunkgerĂ€t finden sie. Und Weaver bekommt obendrein hinter Tor Nummer drei noch sein Traumauto spendiert.
Da macht sich wieder der aktuelle Trend bemerkbar: Ein Problem wird (neu) vorgestellt und kurz darauf gibt es eine Lösung, die mal eben aus dem Hut gezaubert wird. Gut, Ryan hatte nicht so viel GlĂŒck und erwischte hinter seinem Tor den Zonk (in Form der gleichen Tierchen, die letzte Woche an Sara herumgeknabbert haben). Aber er ist da schon irgendwie selbst schuld - schlieĂlich ist es kein Problem, schneller als die fliegenden Viecher zu laufen (wie Tom mehrmals eindrucksvoll beweisen darf). Und hĂ€tte er sich ein FlĂ€schchen Pfefferspray mitgenommen, hĂ€tte er nicht einmal laufen mĂŒssen.
Etwas lĂ€cheln (oder facepalmen, je nachdem) lieĂ sich auch, als Dingaan (Treva Etienne) versuchte, mit dem neu entdeckten FunkgerĂ€t Kontakt zu anderen Gruppen aufzunehmen. Bei seinem Akzent wird ihn ohnehin kaum einer verstanden haben (sein Deutsch war zumindest schrecklich). Ganz zu schweigen davon, dass die Reichweite des GerĂ€tes die anvisierten LĂ€nder nur schwerlich erreichen dĂŒrfte. Aber es wird tatsĂ€chlich kurz Kontakt zu einer anderen Widerstandstruppe hergestellt und nebenbei erfahren wir auch, dass neben Washington noch andere GroĂstĂ€dte der Welt einen blinden Fleck auf dem Radar der Volm hinterlassen.
TrauerbewÀltigung
Apropos Volm. Der Handlungsstrang um Cochise (Doug Jones) und seinen Vater wirkte kĂŒnstlich in die Folge hineintransplantiert. Auch hier gab es wieder das Motto âneues Problem - direkte Lösungâ. Offenbar ist den Machern eingefallen, dass sie es bisher versĂ€umt haben, sich ausfĂŒhrlicher mit den Volm und vor allem Cochise zu beschĂ€ftigen und so haben sie das nun mit der Hauruckmethode nachgeholt.
Wir dĂŒrfen also zusehen, wie Cochise seinen GefĂŒhlen freien Lauf lĂ€sst - GefĂŒhle wie Liebe und Trauer, die den Volm eigentlich fremd sind - wie er von Anne mit UnterstĂŒtzung von Ben (Connor Jessup) gerettet wird und wie sein Vater die Operation nicht ĂŒberlebt.
Der dramatische Aspekt des Todes vom AnfĂŒhrer der Volm tangiert uns dabei leider nicht. Wir konnten bislang nur wenig von Papa Cochise sehen und das, was wir zu sehen bekamen, weckte nicht gerade Sympathien fĂŒr ihn. Sein Tod hinterlĂ€sst bei uns daher bloĂ ein Schulterzucken. Selbst wenn es Cochise erwischt hĂ€tte, hĂ€tte sich wohl das SchockgefĂŒhl in Grenzen gehalten. Es ist auch einfach zu spĂ€t, jetzt noch diverse Rituale wie das exchange of silence zu bringen und die auĂerirdische Rasse nĂ€her zu beleuchten. Solche Dinge hĂ€tten sich frĂŒher angeboten, aber doch nicht jetzt, wo es an die letzten Episoden geht.
Sinn und Zweck der ganzen Aktion war es offensichtlich aber, nicht nur bei Cochise eine Auseinandersetzung mit einem persönlichen Verlust herbeizufĂŒhren. Auch Anne wird klar, dass sie sich mit ihren Verlusten noch nicht nĂ€her beschĂ€ftigt hat, was im Volm-Ritual mit Lexis Gastauftritt auch deutlich wird.
Jetzt sollte man diese dramatischen Aspekte aber nicht vollends zerreiĂen. Es gab durchaus ein paar bewegende Szenen in diesem Handlungsstrang und die Darsteller haben sich schon alle MĂŒhe gegeben, diese auch gut rĂŒberzubringen. Die Frage ist nur, ob das jetzt und in dieser Form nötig gewesen ist. Wie oben bereits erwĂ€hnt, passte es einfach nicht in die momentane Lage hinein, kam aus dem Nichts und wird wahrscheinlich nĂ€chste Woche auch wieder dorthin verschwunden sein.
Dornia
Tom hat diese Woche eine weitere Vision, in der er sehr direkt von der Dornia, die sich ihm wieder als seine verstorbene Frau Rebecca (Jennifer Ferrin) prĂ€sentiert, angesprochen wird. Demnach steht ihm noch eine groĂe Schlacht bevor (vermutlich in Washington) und das Problem der Invasoren dĂŒrfte beseitigt sein. Nichts anderes lieĂ sich ohnehin schon erahnen, aber gut, dass es einmal deutlich erwĂ€hnt wurde.
NatĂŒrlich vermeidet Rebecca es dabei, irgendetwas zu spoilern oder gar Tipps zu geben, wie Tom diese letzte groĂe Schlacht meistern sollte. Stattdessen verfĂ€llt sie wieder in die ânormaleâ Art der Kommunikation und warnt ihn - Hal befindet sich in Gefahr.
Wie schon beim letzten Mal, als Rebecca Warnungen aussprechen durfte, kommt dieser Hinweis zu spĂ€t. Tom hĂ€tte wohl so oder so festgestellt, dass Hal nicht mehr da ist. Eine Warnung wĂ€re sinnvoll gewesen, bevor Hal ĂŒberhaupt von Pope entfĂŒhrt wurde.
Fazit:
Uff. Im Ansatz war die Folge gar nicht mal so schlecht, aber in der DurchfĂŒhrung lĂ€sst sich eher von einer gescheiterten Episode sprechen. Ab und an lassen sich zwar ein paar gute Momente auf dramatischer Ebene finden und mit dem passenden Blickwinkel lieĂe sich vielleicht auch Popes Wandlung nachvollziehen. Aber letzten Endes bleibt Pope Breaks Bad im unteren Mittelfeld der Serie liegen. Von mir gibt es diese Woche zwei von fĂŒnf Sternen.
Promo zur Episode âNon-Essential Personnelâ (5x05) der US-Serie âFalling Skiesâ:
Verfasser: Christian SchÀfer am Dienstag, 21. Juli 2015Falling Skies 5x04 Trailer
(Falling Skies 5x04)
Schauspieler in der Episode Falling Skies 5x04
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