Falling Skies 4x10

Falling Skies 4x10

Mit der Folge Drawing Straws verlangt die US-Serie Falling Skies dem Zuschauer vor allem eines ab: Geduld. Im Zeichen des kommenden zweistĂŒndigen Staffelfinales werden einige Vorbereitungen getroffen und gegen Ende gibt es einen, wenn auch nicht ganz gelungenen, Twist.

Tom (Noah Wyle), Dan (Will Patton) und Cochese (Doug Jones) in „Falling Skies“ / (c) TNT
Tom (Noah Wyle), Dan (Will Patton) und Cochese (Doug Jones) in „Falling Skies“ / (c) TNT
© om (Noah Wyle), Dan (Will Patton) und Cochese (Doug Jones) in „Falling Skies“ / (c) TNT

Matt

Wer letzte Woche schon der Meinung war, dass Matt (Maxim Knight) ziemlich dumm gehandelt hat, wird auch in Drawing Straws nicht enttÀuscht. Ja, Heranwachsende weigern sich oft, auf ihre Eltern zu hören, und haben ihren eigenen Kopf. In dieser Hinsicht kommt Matt auch ganz nach seinem Vater, der sich auch nicht von seinen Ideen abbringen lÀsst und stets alle Hebel in Bewegung setzt, um seinen Willen durchzukriegen - notfalls auch auf eigene Faust.

Allen Warnungen zum Trotz und obwohl Tom (Noah Wyle) sich bereits verletzt hatte, als er einige Innereien des Espheni-Schiffs berĂŒhrte, geht Matt also alleine den merkwĂŒrdigen Lichtern an der Treppe nach, die außer ihm niemand beachtet hat. WĂ€re es wirklich so schwer gewesen, die anderen verbal darauf aufmerksam zu machen? Wahrscheinlich schon, denn dann hĂ€tte es keine Fortsetzung des (unnötigen) Vater-Sohn-Konflikts gegeben, der mit den ĂŒblichen Mitteln weiter gefĂŒhrt wird. Aber den Steuerungsmechanismus des „Beamers“ (wie sich die Drohnenschiffe der Espheni nennen) hĂ€tten sie halt auch mit den einfachen Worten „Hey Dad, schau' Dir das mal an“ entdeckt.

Auf zum Mond, aber wer?

Durch einen aufgefangenen Funkspruch lernen die Mitglieder der 2nd Mass ein wenig ĂŒber das Geschehen in der Welt. Die Espheni sind dabei, ihre Ghettos zu leeren und die restlichen menschlichen WiderstĂ€nde aus dem Weg zu rĂ€umen. Der Sprecher warnt seine Hörer, sie mögen sich verstecken, die Lage wĂŒrde immer aussichtsloser.

Auch bei Toms Gefolgsleuten sind daraufhin einige der Meinung, dass es vielleicht besser wĂ€re, diesem Rat zu folgen. Aber eine weitere kurze Ansprache von Tom sorgt dafĂŒr, dass der Plan, die Energiequelle der Espheni auf dem Mond zu bombardieren, fortgesetzt wird. Es stellt sich nach der Entdeckung des Steuerungsmechanismus nur die Frage, wer fĂŒr diese Mission auserkoren wird. Denn eine RĂŒckkehr scheint unwahrscheinlich.

Cochise (Doug Jones) wĂ€re einer der Qualifiziertesten, aber die Technologie des Beamers steht auf Kriegsfuß mit der Volm-Technik und es wĂŒrde die Gefahr bestehen, dass auch Cochise selbst vom Schiff „abgestoßen“ wird und damit die Mission von vornherein scheitert. Also mĂŒssen zwei menschliche Piloten ran. Und wie wĂ€hlt man die aus (und behĂ€lt dabei im Hinterkopf, dass womöglich das Überleben der menschlichen Rasse vom Erfolg der Mission abhĂ€ngt)?

Richtig, es gibt ein Losverfahren unter den Freiwilligen. Statt sich genauer umzuschauen, ob es vielleicht noch einen zweiten wie Dingaan (Treva Etienne) in der Gruppe gibt, der bereits Flugerfahrung hat und sich mehrfach als technisch versiert erwies, darf jeder, der möchte, seinen Namen in den Topf werfen. Oh, halt, natĂŒrlich nicht jeder - Matt bleibt außen vor, schließlich muss der Konflikt mit Tom noch weiter ausgebaut werden.

Losverfahren

Bevor das jetzt alles zu negativ klingt, muss man der Episode allerdings zugutehalten, dass durch das Losen auch ein paar brauchbare Szenen im Lager zu Stande kommen. Da hÀtten wir beispielsweise die Auseinandersetzung zwischen Dan (Will Patton) und Pope (Colin Cunningham), deren VerhÀltnis schon immer etwas komplizierter war und sich durch mehrere Reibereien auszeichnet. So kommt es auch hier schnell zu einer Rauferei, weil Dan vermutet, dass Pope seinen Zettel wieder aus der Losbox genommen hat.

Umso ĂŒberraschender ist Popes GestĂ€ndnis, dass er Toms und Dans Zettel aus der Box genommen hat. Seine ErklĂ€rung darĂŒber, dass er die beiden fĂŒr unverzichtbar fĂŒr die Gruppe hĂ€lt und sie daher nicht an der Wahl teilnehmen sollten, ist ebenso ergreifend wie der Grund, weshalb er sich fĂŒr die beste Wahl hĂ€lt. Nachdem Sara (Mira Sorvino) letzte Woche abgezogen ist, hat er niemanden mehr und ist bereit, sich auf das Himmelfahrtskommando einzulassen.

Ebenfalls gute Szenen bekommen Anne (Moon Bloodgood) und Tom zusammen, die sich ungewohnt erwachsen ĂŒber ihre Themen austauschen. Dem Zuschauer fĂ€llt es dabei schwer, sich fĂŒr eine der beiden Seiten zu entscheiden - es lassen sich beide Standpunkte nachvollziehen. NatĂŒrlich lĂ€uft es trotz allem aber am Ende darauf hinaus, dass Tom neben dem ehrlich ausgelosten Ben (Connor Jessup) mit an Bord des Beamers gehen wird - jedenfalls, sofern die Mission nicht noch abgeblasen wird, aber mehr dazu spĂ€ter.

Dan und Pope dĂŒrften sich gewundert haben, wie Tom seinen eigenen Namen ziehen konnte. Aber sie erheben vorerst keine EinwĂ€nde, obwohl sie wissen, dass er geschummelt hat. FĂŒr den Zuschauer ist damit eigentlich schon jetzt klar, dass die Mission nicht zu einem Flug ohne Wiederkehr werden wird. Man darf zwar ziemlich gespannt darauf sein, wie der Angriff auf die Mondbasis der Espheni umgesetzt wird, aber es scheint doch recht unwahrscheinlich, dass zwei Hauptcharaktere - noch dazu diese beiden - im zweistĂŒndigen Staffelfinale nĂ€chste Woche den Tod finden werden.

Liebesdreieck

NatĂŒrlich knirscht es auch diesmal wieder zwischen Hal (Drew Roy), Ben und Maggie (Sarah Carter). WĂ€hrend sich der Zorn des Zuschauers anfangs noch gegen Hal richtet, der partout nicht einsehen will, dass an den Beteuerungen von Ben und Maggie was dran sein könnte, liefern uns die Macher noch einmal die gleiche Situation wie letzte Woche. Wieder kommt es zu einem leidenschaftlichen Kuss zwischen Ben und Maggie. Wieder kommt Hal in genau dem Moment dazu. Wieder herrscht dicke Luft. Bravo.

Wenigstens kommt bei Hals Verabschiedung von Ben gegen Episodenende wieder etwas Hoffnung auf, dass dieses Dreieck nicht weiter ausgewÀlzt wird. Bei Hals Bemerkung, dass Maggie am Ende wahrscheinlich Matt heiraten wird, fÀllt es sogar schwer, sich ein kurzes Lachen zu verkneifen (hoffentlich nicht).

Use the light in your mind

Vorbereitung fĂŒr das Staffelfinale bedeutet auch, dass Lexi (Scarlett Byrne) dafĂŒr in Szene gesetzt werden muss. Es ist schon beeindruckend, wie weit ihre KrĂ€fte mittlerweile fortgeschritten sind. Der Rezensent musste dabei unwillkĂŒrlich an die Ausbildung eines gewissen Luke Skywalker denken - wobei „Sith Lord“ aber wohl eher passen dĂŒrfte.

Weniger beeindruckend war hingegen, wie sich dann ihre Meinung ĂŒber die Espheni doch wieder Ă€ndert. Da hat sie also vorher alles mitbekommen, was durch die Invasion der Außerirdischen passiert ist - Kriegszustand, Menschen in Ghettos eingesperrt, Angriff auf Chinatown, Mutation von Menschen, etc. - und hat trotzdem weiterhin an den großen Frieden zwischen beiden Spezies geglaubt. Auch durch die eigene Familie hat sie sich nicht von diesem Glauben abbringen lassen und daran festgehalten, dass ihr Espheni-Papa Gutes im Schilde fĂŒhrt. Und jetzt belauscht sie ein GesprĂ€ch (zugegeben, es war sehr eindeutig) und killt mal eben ihren Lehrmeister?

Es ist zwar nicht so, dass sich dieser Schritt nicht nachvollziehen ließe, denn immerhin wollte er sie umbringen. Dennoch wirkte es ziemlich platt, wie Lexi von jetzt auf gleich die Seiten wechselt. Es wĂ€re weit interessanter gewesen, wenn sie sich mit der eigenen Familie stĂ€rker auseinander gesetzt hĂ€tte und der Prozess des Umdenkens mehr Zeit in Anspruch genommen hĂ€tte. So hielten ihr die beiden Overlords quasi ein Schild vor die Nase, auf dem stand: „Ätsch, wir sind doch böse und wollen keinen Frieden.

Die 2nd Mass kann sich damit ĂŒber tatkrĂ€ftige VerstĂ€rkung im Kampf freuen und die wird wohl auch nötig sein, wenn die vierte Staffel nĂ€chste Woche endet. Vielleicht wird durch Lexi auch die Mission zum Mond um einiges leichter oder gar unnötig („Use the light of your mind - the moon is just a big tree“).

Fazit: Bislang die schwĂ€chste Episode der Staffel, auch wenn hier und dort mal ein paar gute Szenen dabei waren. Es bleibt aber die Hoffnung auf ein spannendes Staffelfinale. Ob Falling Skies das auch liefern wird, sehen wir dann nĂ€chste Woche. FĂŒr diese Folge gibt es von mir 2 von 5 Sternen.

Trailer zum zweistĂŒndigen Staffelfinale

Verfasser: Christian SchÀfer am Dienstag, 26. August 2014

Falling Skies 4x10 Trailer

Episode
Staffel 4, Episode 10
(Falling Skies 4x10)
Deutscher Titel der Episode
Das Los entscheidet
Titel der Episode im Original
Drawing Straws
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 24. August 2014 (TNT)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 16. September 2014
Autor
Josh Pate
Regisseur
Adam Kane

Schauspieler in der Episode Falling Skies 4x10

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?