Falling Skies 4x03

Falling Skies 4x03

In der Folge Exodus der US-Serie Falling Skies steht ein Fluchtversuch an, dessen Durchführung auf den ersten Blick auf sehr wackeligen Beinen steht. Gleichzeitig werden in der Episode einige Handlungsstränge zusammengeführt.

Im Kindercamp - Folge Exodus der Serie „Falling Skies“ / (c) TNT
Im Kindercamp - Folge Exodus der Serie „Falling Skies“ / (c) TNT

Im Kindercamp

Sheila (Matreya Scarrwener) ist zurück, und sie hat tatsächlich ihre Eltern und deren Gruppe verraten. Die Gehirnwäsche, die der Teamführer (Dakota Daulby) und seine Kollegen an den Kindern durchführen, ist also durchaus von Erfolg gekrönt, was vor allem Matts (Maxim Knight) Freundin Mira (Desiree Ross) zu denken gibt. Da ist es wenig verwunderlich, dass sie sich einen Bolzenschneider besorgt und die Absicht hat, aus dem Lager zu fliehen. Doch eine Zimmerdurchsuchung nach dem vermissten Werkzeug führt schließlich dazu, dass der Klassenprimus Matt - ganz der Vater - Mira in Schutz und den Diebstahl auf sich nimmt. Damit wird die Lage für Matt jetzt brenzlig, denn es liegt die Vermutung nahe, dass die Erziehung der Kinder nicht nur mit dem Aufsagen der Regeln vonstatten geht. Ein Glück, dass Cochise (Doug Jones) gegen Ende der Folge am Lager ankommt.

Dieser Handlungsstrang ist zwar nach wie vor der, der am wenigsten Interesse weckt, aber ein Ende scheint mit der Ankunft von Cochise absehbar zu sein. Man verspürt jedenfalls keine große Lust, noch mehrere Wochen dabei zuzusehen, wie Matt seinem Plan folgt, durch einen normalen Klassenabschluss dem Lager zu entkommen - was jetzt ohnehin nicht mehr klappen dürfte.

Chinatown

Maggie (Sarah Carter) ist diese Woche nun endgültig wieder die Person, die wir die letzten drei Staffeln kennengelernt haben. Nachdem Ben (Connor Jessup) ihr vom Treffen zwischen Lexi (Scarlett Byrne) und dem Espheni erzählt hat, greift sie sich kurzerhand ein paar Waffen, die sie in weiser Voraussicht versteckt hatte, und stellt Lexi zur Rede - was auch Lourdes (Seychelle Gabriel) nicht verhindern kann.

Interessanterweise gibt es keinen großen Aufschrei, als Lexi vor versammelter Mannschaft bekannt gibt, sich tatsächlich mit dem Espheni getroffen zu haben und als Brücke zwischen beiden Spezies zu fungieren. Es ist anzunehmen, dass sie es tatsächlich ehrlich meint. Immerhin gab es monatelangen Frieden in Chinatown - und das scheint Eindruck bei ihrem Gefolge hinterlassen zu haben. Selbst Maggie steckt ihre Waffen vorläufig wieder weg, auch wenn sie garantiert ihre Zweifel hat. Aber selbst wenn Lexi es ehrlich meint, bleibt die Frage, ob es auch von Seiten der Espheni ein ernsthaftes Anliegen ist, die paradiesischen Zustände in Chinatown aufrechtzuerhalten - und genau dort liegt der Knackpunkt, mit dem die Autoren noch eine Weile spielen können.

Das mutmaßliche Ergebnis wird nach allem, was wir bisher gesehen haben, wohl sein, dass die Espheni keineswegs auf Friede, Freude, Eierkuchen setzen. Und dann wird Lexi sich entscheiden müssen - und ihre Funktion als Brücke einbrechen. Welche Seite in ihr dann gewinnt - Espheni oder Mensch - ist offen. Vor allem nach dem, was wir durch Annes (Moon Bloodgood) Erinnerungen zu sehen bekommen.

Creepy Moment

So sehr die Serie auch stellenweise den Eindruck erweckt, ein Spaß für die ganze Familie zu sein: Die Szene aus Annes Traum war alles andere als kinderfreundlich und ein verstörender Moment. Wir bekommen also (endlich) eine Erklärung dafür, weshalb Lexi ihre Fähigkeiten hat und die Espheni als einen Teil von sich bezeichnet. Und das ist in der Tat wortwörtlich zu nehmen, wie Dr. Kadar (Robert Sean Leonard) letzte Woche bereits äußerte. Außerdem gibt es an der Stelle einen kleinen Gastauftritt von Jessy Schram.

Durch das Aufeinandertreffen von Anne und Lexi bahnt sich somit auch eine ordentliche Portion Konfliktpotenzial an. Man kann sich nur schwer vorstellen, dass Anne ihre Waffen ablegen und von Lexis Funktion als Brücke zwischen den Spezies begeistert sein wird. Nach allem, was Anne durchmachen musste, wäre das wohl die unglaubwürdigste Reaktion. Abwarten. Es ließ sich jedenfalls nur schwer ablesen, was Lexi genau empfindet, als sie ihre Mutter sieht.

Flucht aus dem Ghetto

Der Höhepunkt dieser Episode war mit Sicherheit die von Tom Mason (Noah Wyle) geplante Flucht und deren Durchführung. In den ersten Minuten der Folge bereits angeteasert, hat Tom mit den Informationen aus der letzten Episode einen ziemlich tollkühnen Plan ausgearbeitet, der jede Menge Möglichkeiten zum Scheitern hat. Dabei darf sich diesmal Dingaan (Treva Etienne) eine von Toms Geschichtslektionen anhören.

Die Vorbereitungen, inklusive der Szenen zwischen Tom und Hal (Drew Roy) sowie zwischen Tom und Dan (Will Patton), die sich fragen, wo Anne und Jeanne (Laci J Mailey) wohl sind, lassen die Aktion mit Spannung erwarten. Es wird alles auf eine Karte gesetzt. Und selbstverständlich läuft die Sache nicht so rund, wie es geplant war. Ein kleines Stückchen Popcorn-Kino, das durchaus zu unterhalten weiß.

Aber so ganz ohne Kritik geht es dann doch nicht: Da hat es also Toms Besuch auf dem Raumschiff benötigt, um die Energieversorgung der Umzäunung auszumachen? Tja, wer wäre auch schon darauf gekommen, dass diese riesige Säule, die mit dem Schiff der Espheni verkabelt ist, durchtrennt werden muss? Immerhin bietet sich noch die Möglichkeit, dass die Espheni mit Absicht ihren Bildschirmschoner nicht eingeschaltet haben und Tom ganz bewusst die Möglichkeit zur Abschaltung des Zauns präsentiert haben. Der Skitter, der den Flüchtenden am Ende hinterher spioniert, könnte ein Anhaltspunkt dafür sein.

Dann haben wir Pope (Colin Cunningham). In den ersten beiden Episoden der Staffel durften wir ihn erneut von der egoistischen Seite sehen. Und auch hier zweifelt er an Toms Plan und stellt die ganze Aktion in Frage. Am Ende gelingt es aber nur durch ihn (Dingaan wird im ungünstigsten Moment rein zufällig das Klettern unmöglich gemacht), die Energieversorgung zu unterbrechen. Mal wieder hat sich seine Moral geändert. Es macht zwar unheimlichen Spaß, Cunningham in Aktion zu sehen, aber etwas mehr Konsistenz in Bezug auf seinen Charakter wäre wünschenswert.

Zu guter Letzt wäre da noch das ältere Ehepaar, welches kurioserweise hinter Hal und seinen Leuten herhinkt. Sollte man bei einer Fluchtaktion nicht dafür sorgen, für den Fall der Fälle den Rücken der Älteren und Schwachen zu decken? Sicher, hier sollte auf die Emotionen des Zuschauers gedrückt und Drama erzeugt werden. Dazu sollten allerdings Figuren verwendet werden, die bereits bekannt sind. Oder bekommen wir nächste Woche vielleicht zu sehen, wie es ausschaut, wenn eine Person „skitterisiert“ wurde?

Dennoch konnte die Flucht sich sehen lassen und bot einiges an Action und Spannung, was gerne öfter vorkommen darf.

Fazit: Exodus funktioniert mit einigen Abstrichen ziemlich gut. Der neue Showrunner David Eick verfolgt seine Linie konsequent weiter und - sofern man sich damit arrangiert hat - liefert spannende Optionen für den weiteren Verlauf. Die Flucht aus dem Ghetto war ein tolles Stück Fernseh-Unterhaltung und lässt die Handlung zügig voran schreiten, was sich auch von den anderen Plots erwarten lässt. Von mir gibt es diese Woche 4 von 5 Sternen.

Trailer zur Episode „Evolve or Die“ (4x04) der Serie „Falling Skies“

Verfasser: Christian Schäfer am Dienstag, 8. Juli 2014

Falling Skies 4x03 Trailer

Episode
Staffel 4, Episode 3
(Falling Skies 4x03)
Titel der Episode im Original
Exodus
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 6. Juli 2014 (TNT)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 29. Juli 2014
Autor
Josh Pate
Regisseur
Mikael Salomon

Schauspieler in der Episode Falling Skies 4x03

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