Falling Skies 3x09

Bereit zum Gegenangriff
Nachdem die Espheni letzte Woche ihren Energieschild in Betrieb genommen haben, macht sich Charleston zum Gegenschlag bereit. Tom (Noah Wyle) kehrt zurĂŒck. Er war wirklich in Boston und hat den Trip nach Charleston mit einem Boot zurĂŒck gelegt - immer noch ein weiter Weg, aber wenigstens nachvollziehbarer als wenn er zu FuĂ wieder ins Lager spaziert wĂ€re. Er hat auch gleich ein Update bereit, was den Angriff angeht: Statt das vorherige Ziel anzugreifen, sollen die Truppen um Weaver (Will Patton) sich Karens (Jessy Schram) Turm bei Boston vornehmen - damit wĂŒrde man nicht nur die Kommandostruktur der Espheni (Karen ist schlieĂlich der neue âOverlordâ der OstkĂŒste) schwĂ€chen, sondern auch ein leichter einzunehmendes Ziel angreifen, denn Karens Verteidigung mangelt es an Treibstoff.
Somit wird erklÀrt, weshalb Tom so leicht entkommen konnte. Allerdings wÀre es nett gewesen, wenn letzte Woche wenigstens ein tatenlos herumstehender Mech gezeigt worden wÀre.
Tom zeigt dabei eindeutige Rachemotive gegen Karen, die ihm letzte Woche die (angeblichen) Leichen von Anne (Moon Bloodgood) und dem Baby prĂ€sentiert hat und legt diese verĂ€nderte Einstellung allen (auch seinen Söhnen) gegenĂŒber offen dar. Gleichzeitig begegnet er dem Misstrauen von Weaver und Pope (Colin Cunningham) sehr eindeutig: Falls er von Karen mit einem Bug ausgestattet wurde und er sich entsprechend merkwĂŒrdig verhĂ€lt, sollen sie ihn erschieĂen. Es ist nicht allzu schwierig, Toms neue Sichtweise nachzuvollziehen, auch wenn die VerĂ€nderung nun sehr rasch aufgetreten ist.
Ort der Angst
Das titelgebende Wort XibalbĂĄ, stammt aus der Maya-Mythologie und bezeichnet einen âOrt der Angstâ, genauer genommen ist damit die neunstufige Unterwelt der Maya gemeint (die man allerdings nicht mit der Hölle gleichsetzen sollte). Und die Stadt verwandelt sich in einen solchen Ort der Angst: Gerade als der Zuschauer meint, Charleston wĂŒrde nun zum Gegenschlag aufbrechen, explodiert das GebĂ€ude der Volm. Von den auĂerirdischen VerbĂŒndeten ĂŒberlebt nur Cochise (Doug Jones), wird aber schwer verletzt. Als wenig spĂ€ter noch dank Lourdes (Seychelle Gabriel) der gröĂtenteils unterirdische Kommandokomplex von Charleston hunderte Einwohner unter sich begrĂ€bt, ist das Chaos komplett und Weaver und Pope haben alle HĂ€nde voll zu tun, die VerschĂŒtteten zu bergen.
Eine nicht unbedingt vorhersehbare Wendung der Ereignisse setzt hier ein und es bleibt abzuwarten, wie es nĂ€chste Woche weitergehen wird. Vermutlich werden die Einwohner von Charleston nĂ€chste Woche zum Angriff blasen und die dritte Staffel von Falling Skies wird im Zuge dessen mit einem weiteren groĂen Cliffhanger enden.
Cochise
Der uns am besten vertraute Volm bekommt diese Woche eine weitere Gelegenheit, uns seine menschliche Seite zu prĂ€sentieren. Zwar ist er die meiste Zeit auf der Krankenstation, aber seine GesprĂ€che zum Anfang und zum Ende der Episode mit Tom geben einen guten Einblick in die Figur. Sehr verstĂ€ndlich sind seine EindrĂŒcke und die Verzweiflung und Resignation als der Rest seiner Leute durch die Explosion umgekommen sind.
Damit wird der Eindruck gefestigt, dass die Volm den Menschen durchaus wohl gesonnen sind und das Misstrauen von Weaver und Pope gegenĂŒber seiner Spezies unbegrĂŒndet ist. Ob es dabei bleibt oder ob die Volm sich doch noch als Feinde prĂ€sentieren werden, die lediglich mit den Espheni konkurrieren, sollte trotzdem weiterhin als offen betrachtet werden. Ein Twist bietet sich hier geradezu an.
Apropos Pope: Der zeigt sich diese Woche mit seinen Berserkern von der guten Seite und hilft ohne Aufforderung bei den Bergungsarbeiten. Mit Blick auf vergangene Folgen hĂ€tte man ein neues Wettspiel (wer hat ĂŒberlebt, wer nicht) erwarten können oder dass Weaver ihm erst in den Allerwertesten treten muss, um zu helfen. Es war eine positive Abwechslung, ihn mal ganz freiwillig von seiner guten Seite zu sehen.
Hal und Maggie
FĂŒr Hal (Drew Roy) und Maggie (Sarah Carter) sieht es lange Zeit nicht gut aus, da sie zusammen verschĂŒttet wurden und die Luft knapp wird. Dieser Nebenhandlungsstrang ist weitestgehend der uninteressanteste, denn er dient hauptsĂ€chlich der Beseitigung der persönlichen Beziehungskrise zwischen den beiden. Dass beide gerettet werden, konnte man sich von Anfang an ausrechnen, was die Situation der Spannung beraubt (Hal hört schlieĂlich auf den Nachnamen âMasonâ).
Auf jeden Fall kann davon ausgegangen werden, dass Maggie nun stets an Hals Seite bleiben wird und somit auch beim kommenden Angriff gegen Karen dabei ist. Mal schauen, wie lange der Beziehungsfrieden dabei hÀlt.
Spion und Rettung
Da hat Lourdes sich diese Woche ganz schön verrechnet. Nicht nur, dass sie selbst mit unter den VerschĂŒtteten ist, sie wird am Ende auch noch von Tom entlarvt. Ob man nun anhand der kleinen Bemerkung wirklich darauf schlieĂen kann, dass Lourdes ein Spion ist, lĂ€sst sich bestimmt diskutieren. Aber fĂŒr die Handlung war es sicher förderlich, diese Woche die Katze aus dem Sack zu lassen. Dabei mĂŒssen wir allerdings im Hinterkopf behalten, dass sie zwar nun gefangen wurde, aber noch nicht aus dem Spiel ist. Auch bleibt noch offen, ob es weitere Spione gibt, denn die Bilder von der mehrfach Bug-befallenen Lourdes werden doch verdĂ€chtig oft am Anfang jeder Episode gezeigt.
Auf der Suche nach einem Ausweg treffen Tom und Anthony (Mpho Koaho) auf Dr. Kadar (Robert Sean Leonard), der bekanntlich in den unteren Stockwerken sein Unwesen treibt und diese Woche abermals als Multitalent daher kommt (wir können ihn nun auch als Sprengstoffexperten und nĂ€chste Woche vielleicht als Volm-Waffenexperten bezeichnen). Wobei ein Kritikpunkt dieser Folge von Dr. Kadar aufgezeigt wird als er von einer Freisprengung doch noch abrĂ€t und auf den angeschlagenen Zustand des GebĂ€udes und seiner TrĂ€gerbalken verweist. Wenn man da Anthony mit einer Handgranate hantieren sieht oder den von Lourdes angestachelten Tom, der den Sprengsatz doch noch zĂŒndet, möchte man die HĂ€nde ĂŒber dem Kopf zusammen schlagen. Aber es geht - selbstverstĂ€ndlich - alles gut und es war auch niemand dort mit Bergungsarbeiten beschĂ€ftigt, wo die Explosion einen Weg ins Freie schafft (kurioserweise sah es gröĂtenteils so aus als wenn Weaver und Pope lediglich in den Hof geschleuderte BruchstĂŒcke hin und her bewegen).
Fazit: Eine deutliche Steigerung zur Vorwoche, wobei Journey to Xibalba nebenbei noch einige MĂ€ngel der Vorfolge beseitigt. Trotzdem bleibt es nur beim besseren MittelmaĂ, denn vor allem die Art und Weise, wie am Ende der wahre Spion entlarvt und die VerschĂŒtteten befreit werden, sind eher glĂŒcklich-zufĂ€llige als nachvollziehbare Momente. 3,5 von 5 Sternen scheinen hier angebracht.
Verfasser: Christian SchÀfer am Mittwoch, 31. Juli 2013(Falling Skies 3x09)
Schauspieler in der Episode Falling Skies 3x09
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