Falling Skies 3x05

Mason und Pope
In At All Costs wurde der Zuschauer mit der Gewissheit zurĂŒck gelassen, dass beide Flugzeuge - das von Hathaway (Stephen Collins) und das von Mason (Noah Wyle) - auf der Flucht vor den Espheni abgeschossen wurden. Zumindest bei einem Absturz gab es zwei Ăberlebende: Tom Mason und John Pope (Colin Cunningham). General Bressler (Matt Frewer) hatte weniger GlĂŒck, dĂŒrfte vom Zuschauer aber auch nicht groĂartig vermisst werden. Das Schicksal von Hathaway und dessen Crew bleibt vorerst ungewiss.
Was in diesem Handlungsstrang folgt, hĂ€tte ein schönes Team-up zweier sehr unterschiedlicher Figuren werden können. HĂ€tte. Es hat zunĂ€chst den Anschein, dass Pope und Tom sich nĂ€her kommen. Vor allem Popes Charakter bekommt dabei mehr Hintergrundgeschichte und auch ĂŒber Toms Vergangenheit und Kindheit gibt es einige Informationen. Die gemeinsame Camping-Erfahrung lieĂ jedenfalls hoffen, dass die beiden Figuren auf dem Weg zurĂŒck nach Charleston ein freundschaftliches VerhĂ€ltnis bekommen wĂŒrden. WĂ€re da nicht Popes Scherz mit der Schlange gewesen. Vielleicht ist Tom nur ein Morgenmuffel, aber seine Reaktion passt ĂŒberhaupt nicht zu dem, was wir bisher von ihm zu sehen bekamen und erfahren haben. Nicht nur, dass die beiden sich prĂŒgeln. Falls die Skitter nicht aufgetaucht wĂ€ren, hĂ€tte der Zuschauer einen Kampf auf Leben und Tod zwischen den beiden messerschwingenden Kontrahenten bekommen. Es verwundert zwar nicht, dass Pope nur eine kurze Lunte bis zum Gewaltausbruch hat, aber Tom?
Schön in Szene gesetzt war hingegen die Verfolgungsjagd mit den Skittern und dass sich wenigstens einer der beiden beim Sprung in den Fluss (der gar nicht so tief aussah) eine Verletzung zugezogen hat. Allerdings bleibt der Streitfaktor zwischen den beiden die ganze Zeit erhalten und daran ist komischerweise ebenfalls Tom schuld, der in dieser Folge mehr als einmal âout-of-characterâ spielt - bis sie schlieĂlich gemeinsam mit dem von Pope gefundenen Wagen zurĂŒck nach Charleston gelangen können. Am Ende in Charleston stehen beide Figuren sich wieder so gegenĂŒber, wie sie vor Search and Recover angefangen haben. Schade.
Die Suche nach Anne und Alexis
Um es gleich vorweg zu nehmen: Anne (Moon Bloodgood) und ihr Alien-Mensch-Hybrid-Baby werden noch nicht gefunden. Vermutlich hat sich Moon Bloodgood zu dieser Zeit der Dreharbeiten in Mutterschaftsurlaub begeben, so dass sie noch etwas lĂ€nger fehlen wird. Dr. Kadar (Robert Sean Leonard) klĂ€rt allerdings die Masons, Weaver (Will Patton) und Toms Stellvertreterin Marina Peralta (Gloria Reuben) ĂŒber seine Testergebnisse auf und schlĂ€gt vor, auch andere neugeborene Kinder von Charleston auf auĂerirdisches Erbgut zu untersuchen. Dazu aber spĂ€ter mehr.
Weaver muss Marina zunĂ€chst ĂŒberreden, um wenigstens einen kleinen Suchtrupp zusammen zu stellen. Mit von der Partie sind Matt (Maxim Knight), Hal (Drew Roy) und Maggie (Sarah Carter), Ben (Connor Jessup) und Jeanne (Laci J. Mailey). Was die Suchaktion angeht, besteht diese hauptsĂ€chlich aus melodramatischen Szenen, nachdem die kleine Gruppe die Leiche einer Frau aufgefunden und bestattet hat. Man merkt förmlich, dass die Autoren nicht so recht wussten, was sie machen sollten und sich dann fĂŒr die melancholische Karte entschieden haben (die letzte Trauerfeier liegt ja auch âschonâ zwei Folgen zurĂŒck). Das Auge des aufmerksamen Zuschauers nimmt dabei Hal in den Fokus, der sich in Anbetracht seiner neu entdeckten Persönlichkeit aus den persönlichen GesprĂ€chen weitestgehend raus hĂ€lt und beim Auffinden der Skitter-Spuren sichtlich nervös wird. Bemerkt wird dieses Verhalten aber nur von Maggie und wirklich draus gemacht wird am Ende nichts. DafĂŒr darf Matt als jĂŒngster der BrĂŒder das Ă€ngstliche Kind geben, was nicht alleine sterben will.
Etwas irritierend war auch, dass die Suchaktion abgebrochen wird als sie endlich Spuren von Anne vorfinden. HĂ€tten sie nicht wenigstens (vorsichtig, versteht sich) auskundschaften sollen, wo diese Spuren hin fĂŒhren? Zumindest Ben und Weaver hĂ€tten noch ein StĂŒckchen weiter gehen können, bevor sie sich zum RĂŒckzug entscheiden und von Charleston aus die Rebellen-Skitter und deren Spione im Skitterlager aktivieren (was man ohnehin von Anfang an hĂ€tte machen können).
Marina Peralta
Marina war bis jetzt lediglich eine blasse Nebenfigur und bekommt in dieser Episode mehr zu tun. ZunĂ€chst einmal sollte wohl angemerkt werden, dass sie ein Auge auf Weaver geworfen zu haben scheint. Ob sich daraus noch etwas ergibt, dĂŒrfte - auch nach Jeannes Hinweis - zweifelhaft sein.
Interessant ist allerdings, dass sie Kadar hinter Toms RĂŒcken Fotos von der Maschinerie zeigt, die die Volm bauen. Und der gute Doktor findet heraus, dass die Maschine mit mehr Energie versorgt wird als sie eigentlich brĂ€uchte - obwohl er nicht weiĂ, was die Volm dort genau bauen (dieser Punkt lĂ€sst sich leicht kritisieren, denn so lange er nicht weiĂ, ob dort ein âToasterâ oder ein âBackofenâ gebaut wird, kann er kaum RĂŒckschlĂŒsse darauf ziehen, wie viel Energie das fertige GerĂ€t brauchen wird). Aber wir vertrauen mal auf sein Urteil und betrachten die Anlage der Volm weiterhin skeptisch.
Marina macht sich mit dieser Aktion natĂŒrlich verdĂ€chtig, der Spion zu sein. Nicht nur, dass sie heimlich hinter der Maschine der Volm herforschen lĂ€sst, sie strĂ€ubt sich anfangs auch gegen die Suche nach Anne. Sollte sie vielleicht der Spion im Lager sein? Mit Blick auf die Aktionen des Spions (zum Beispiel die Reaktion von Manchester auf seinen Mörder) dĂŒrfte es jedenfalls Sinn ergeben.
Eine andere - etwas abwegigere - Möglichkeit fĂŒr den Spion ergibt sich durch Kadars Ergebnisse in Bezug auf die anderen Neugeborenen von Charleston, bei denen der DNA-Test negativ verlĂ€uft: Wenn die anderen Babys in Ordnung sind, liegt das Problem dann vielleicht bei Tom? Er war schlieĂlich lange Zeit an Bord eines Espheni-Raumschiffs. Zeit genug, ihn körperlich zu verĂ€ndern. Er muss dabei auch gar nicht mal ein Spion sein, vielleicht ist es nur ein Teil des Espheni-Plans, wie Jeanne ihn gegenĂŒber ihrem Vater erwĂ€hnt: Wenn die Overlords die Menschen nicht kĂ€mpferisch besiegen können, probieren sie es vielleicht durch Hybdrid-Nachkommen der Menschheit. Das wĂ€re eine ErklĂ€rung, die auch zum bisherigen Verhalten der Espheni passen wĂŒrde - wenn schon die Kinder durch Harnesse in Skitter verwandelt werden können, gibt es bestimmt auch eine Technologie, die den menschlichen Nachwuchs von Geburt an manipulieren kann.
Fazit: Ein groĂer Teil der Episode Search and Recover fĂŒhlt sich wie eine FĂŒllfolge an. Die Möglichkeit, das VerhĂ€ltnis zwischen Tom Mason und John Pope zu verbessern, wird nicht wirklich wahrgenommen und von Anne gab es nichts zu sehen. Es gibt Einblicke in die GemĂŒtszustĂ€nde des Suchtrupps, aber dabei ist nichts, was den Zuschauer verwundern oder ĂŒberraschen könnte. DafĂŒr wird uns mit Marina eine Figur vorgestellt, die vielleicht böses im Schilde fĂŒhrt. Mit Blick auf die bisherigen Episoden der dritten Staffel macht sich leichte EnttĂ€uschung breit und die spiegelt sich auch in der Wertung wieder: 2,5 von 5 Sternen.
Verfasser: Christian SchÀfer am Dienstag, 2. Juli 2013(Falling Skies 3x05)
Schauspieler in der Episode Falling Skies 3x05
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?