Falling Skies 2x01

Falling Skies 2x01

Mit einem neuen Showrunner ist Falling Skies in seine zweite Staffel gegangen. Die Aussichten für die Überlebenden der 2nd Mass sind düster, und die merkwürdigen Zufälle in der Serie werden nicht weniger.

Die Masons in der Fernsehserie „Falling Skies“ / (c) TNT
Die Masons in der Fernsehserie „Falling Skies“ / (c) TNT

Dunkel sieht die Zukunft der Menschheit in der Auftaktepisode der zweiten Staffel der US-Serie Falling Skies aus. Nicht nur, weil die Episode Worlds Apart mit einer nächtlichen Kampfszene anfängt. Nein, seit dem Ende der ersten Staffel sind drei Monate vergangen, und diese bestanden laut den Worten von Captain Weaver (Will Patton) vor allem aus einem zermürbenden Verteidigen der Position der 2nd Mass. Kein Vorankommen gab es, dafür hat die Gruppe der Überlebenden zahlreiche Verluste zu beklagen.

Der Professor

Eine schwere Hypothek hat Showrunner Remi Aubuchon mit dem Schritt von Tom Mason (Noah Wyle) ins Raumschiff der Außerirdischen im Finale der ersten Staffel von Falling Skies übernommen. Daran erkennt man auch ein bisschen die Dramatik des Showbusiness: Egal, wie gut die langfristigen Pläne des bisherigen Showrunners für die Handlung von Falling Skies oder auch nur die Auflösung dieses Schritts von Tom Mason gewesen sein mag: In der Staffelpause wurde das alles durch einen Personalwechsel zur Makulatur.

Und so ist die Auflösung von Masons Besuch bei den ETs letztendlich weder Fisch noch Fleisch, wenn auch geschickt: Durch das Sprachrohr Karen (Jessy Schram) unterhalten sich die Aliens mit Tom Mason. Und während sie einen Einblick in ihre Hand offenbaren, so tun sie das doch in irdischen Metaphern, mit Beispielen aus der irdischen Geschichte. So erhält der Zuschauer die notwendige Exposition, erfährt von den Plänen der Außerirdischen, aber eben nahezu nichts Neues über diese.

Der Prophet des Untergangs?

Durch die Handlungen der Außerirdischen wird klar: Sie haben etwas Besonderes mit Tom Mason vor. Wie so häufig in Fernsehserien fragt man sich nur „Was?“, und noch viel deutlicher „Wieso?“. Was ist der Grund für die Aliens, Tom und eine gemischte Gruppe anderer Überlebender mit scheinbar vergleichbarem Wissen über ihre Absichten aus ihrem Raumschiff zu entlassen, um anschließend alle bis auf Tom niederzumetzeln? Und auch Mason gegenüber deutlich zu machen, dass er genau so gut hätte zur Strecke gebracht werden können, man ihn aber als Boten überleben ließ?

Das Vorgehen der Außerirdischen unterstreicht jedenfalls, was durch den vorherigen Dialog zwischen Mason und deren lokalen Anführer deutlich wurde: Trotz aller großen Töne und der Vernichtung von mehreren Milliarden Menschen zweifeln die Aliens offensichtlich daran, dass ihnen ein endgültiger Sieg gelingen kann. Deswegen müssen sie die Menschen dazu bringen, ihren Widerstand freiwillig aufzugeben. Ob man sich dann später an sein Wort halten würde, die Menschen in einer Art Reservat leben zu lassen, bezweifelt nicht nur Professor Mason.

Wie schon in der ersten Staffel von Falling Skies muss man bemerken, dass die Zufälle in der direkten Handlung um Tom Mason den Suspension of disbelief, das Ausschalten des kritischen Mitdenkens, sehr schwer macht.

Same old, same old

Man sollte meinen, sechs Monate konsequente Kriegsführung und Genozid durch die seltsamen Außerirdischen sei alles, was ein Mensch ertragen kann. Doch nein, weitere drei Monate dieses ständigen Gejagtwerdens bürdeten die Serien-Verantwortlichen der 2nd Mass auf. Und entsprechend gebeutelt wirkt die gemischte Truppe aus Zivilisten und Militärs.

Mittlerweile hat sich der militärische Arm der Überlebenden mit einer gewissen Kaltblütigkeit darauf eingespielt, Patrouillen der Außerirdischen zusammenzuschießen. Das gilt insbesondere für den schon immer mehr als nur leicht soziopathischen John Pope (Colin Cunningham), aber auch für Tom Masons Söhne - den bereits mit 18 sehr erwachsen gewordenen Hal (Drew Roy) und den unter mehr als posttraumatischem Stress leidenden Ben (Connor Jessup).

Something old, something new, something borrowed, ...

Insgesamt erkennt man im Staffelauftakt von Falling Skies durchaus eine veränderte Handschrift. Die Serie erscheint ein gutes Stück dunkler. Das Massaker der Aliens an Toms neuen Bekanntschaften erinnert vermutlich nicht ohne Grund an eine Szene im Film „Gesprenge Ketten“, in denen die Nazis in einer ähnlichen Szene das Feuer auf unbewaffnete Kriegsgefangene eröffnen.

Daneben findet sich die für Falling Skies eher ungewohnte, dauerhafte Präsenz der Leiche in der Szene, in der Tom seine Mitfahrerin kennen lernt - bisher war zwar der Tod in der Serie präsent, aber die Toten auffällig abwesend.

Und schließlich bringt die zweite Staffel für Ben wohl eine Kindersoldaten-Thematik auf die Tagesordnung.

Fazit

Neue Besen kehren gut, aber dieser hat eine Menge Altlasten zu beseitigen: Ob es Falling Skies unter neuer Führung gelingen kann, mit der neuen Staffel einen besseren Gesamteindruck zu hinterlassen als die erste Staffel, bleibt abzuwarten. Erfreulich für den Serienjunkie ist, dass die Serie durchaus erwachsener wirkt. Das liegt allerdings zu einem Gutteil auch daran, dass die Handlung der Episode Worlds Apart sich einerseits mit der Auflösung des Cliffhangers beschäftigt und andererseits die neue Staffel mit reichlich Exposition daherkommt: Man hat einfach keine Zeit für Familienszenen.

Trotzdem hat die zweite Staffel wie vermutlich auch die 2nd Mass noch einen weiten Weg vor sich.

Verfasser: Bernd Michael Krannich am Montag, 18. Juni 2012
Episode
Staffel 2, Episode 1
(Falling Skies 2x01)
Deutscher Titel der Episode
Zwischen den Welten
Titel der Episode im Original
Worlds Apart
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 17. Juni 2012 (TNT)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 22. Juni 2012
Autor
Mark Verheiden
Regisseur
Greg Beeman

Schauspieler in der Episode Falling Skies 2x01

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