Doctor Who 7x11

Doctor Who 7x11

Der Doctor und Clara unternehmen eine Reise zum Mittelpunkt der TARDIS. Reisen bildet ja, wie man so schön sagt. Und so erfährt Clara etwas aus einem Buch in der Schiffsbibliothek, das der Doctor gerne von ihr ferngehalten hätte.

Beeindruckende Szenerie: im Mittelpunkt der TARDIS. / (c) BBC
Beeindruckende Szenerie: im Mittelpunkt der TARDIS. / (c) BBC

Das passiert in der Doctor Who-Folge Journey to the Centre of the TARDIS:

Die Brüder Gregor (Ashley Walters) und Bram van Baalen (Mark Oliver) sowie ihr Android Tricky (Jahvel Hall) sind interstellare Lumpensammler, die mit ihrem Raumschiff alles im All auflesen, was noch irgendwie verwertbar ist und ausgeschlachtet werden kann. Dabei nehmen sie es nicht immer so genau, ob die betreffenden Gegenstände vielleicht noch durch ihren Besitzer im Gebrauch sind. So wie etwa die blaue Box, die an ihnen vorüberfliegt - und die sie mit einem Magnetstrahl an Bord holen.

Die TARDIS wird dadurch ziemlich übel mitgenommen. Der Doctor (Matt Smith) und Clara (Jenna-Louise Coleman) werden getrennt. Clara erwacht in einem Gang der TARDIS und versucht, einen Weg zurück zur Brücke zu finden. Dabei erkundet sie allerlei Räume an Bord, wie etwa die Bibliothek, und stößt auf eine unheimliche Kreatur, die ihr nachstellt. Der Doctor macht sich unterdessen auf die Suche nach Clara - und nötigt die drei Schrottsammler, ihm bei dieser Aufgabe zu helfen...

Überladen

Steve Thompson ist ein toller Autor, das hat er bei Sherlock mehr als genug unter Beweis gestellt. Was er jedoch aus Journey to the Centre of the TARDIS gemacht hat, das lässt einen als Zuschauer doch eher verwirrt zurück. Der Rezensent hat sich die Folge im unmittelbaren Anschluss noch mal anschauen müssen, weil er sich nach dem ersten Betrachten schlicht nicht sicher war, ob er sie überhaupt verstanden hat.

Dieser Eindruck der Verwirrung rührt nicht zuletzt daher, dass die Folge eklatant überladen ist: Claras kompliziertes Verhältnis zur TARDIS und die Frage danach, was es mit der Companion auf sich hat, der Zeitriß, die Zeit-Zombies, die Zeitlupen-Explosion, die diebischen Schrottsammler, deren Familiengeschichte auch noch nebenbei erzählt wird, und und und. Das ist einfach alles ein bisschen zu viel. Und das Endergebnis dementsprechend sehr durchwachsen.

Die positiven und negativen Aspekte der Episode können im Folgenden nur sehr kursorisch abgehandelt werden.

Positiv

Die Idee mit den Schrottsammlern als solches. Dass die TARDIS, welche 1963 in der Pilotfolge von Doctor Who erstmals auf einem Schrottplatz zu sehen gewesen ist, nun wiederum auf einem Schrotthaufen landet, ist natürlich gerade im Jubiläumsjahr ein sehr schöner Einfall.

Vom Design her atmet das Schrottsammler-Schiff den Geist guter, alter 80er Jahre Science Fiction im Stile von „Aliens“. Dazu passt natürlich auch die Rockmusik. Visuell aufregend und musikalisch voller Energie ist der Handlungsrahmen per se schon mal sehr unterhaltsam gewählt.

Negativ

Ohne all zu politisch korrekt klingen zu wollen: aber ein bisschen deprimierend ist es schon, dass es offensichtlich in ferner Zukunft wieder die dunkelhäutigen Männer sein werden, welche den Unrat wegräumen - und in nicht ganz astreine Geschäfte verwickelt sind. Diesen Eindruck erweckt die Folge jedenfalls durch das massierte Auftreten der drei dunkelhäutigen Schrottsammler.

Positiv

Claras Gang durch die TARDIS, welcher uns früher erwähnte Einrichtungen wie etwa den Swimming Pool oder die Bibliothek erstmals mit eigenen Augen sehen lässt. Vor allem die Bibliothek ist natürlich super - mit der in Gläsern aufbewahrten Encyclopedia Gallifrey (deren Stimmen-Mix unter anderem auch die von Timothy Dalton alias Rassilon beinhaltet) und dem großen Geschichtswälzer „The History of the Time War“, der Clara eine Information verrät, die dem geneigten Whovian die Gänsehaut über den Rücken laufen lässt: „So, that's Who.

Das ist vielleicht nicht vollkommen konsistent mit dem, was wir bisher über den Namen des Doctors gehört haben; so führt es ja ein bisschen den Plot der sechsten Staffel ad absurdum; denn warum sollten die Silence ein so großes Aufheben um die „allererste“ Frage („Doctor Who?“) machen, wenn die Antwort darauf bereits in den Geschichtsbüchern steht? Aber vielleicht handelt es sich ja auch um eine TARDIS-Sonderedition. Passend, dass sich der Name des letzten Time Lords in einem Geschichtsbuch finden lässt, ist es auf jeden Fall.

Negativ

Also, jetzt mal ganz abgesehen von der Frage, warum der Doctor zu Beginn plötzlich außerhalb der TARDIS liegt, während Clara irgendwo anders auf dem Schiff verschüttet worden ist, obwohl sich doch beide gemeinsam im Kontrollraum befunden haben: Wieso um alles in der Welt ist der Doctor nicht in der Lage, Clara mit Hilfe der TARDIS selbst aufzuspüren? Wieso kann er zwar das Ventilationssystem im Kontrollraum in Betrieb nehmen und die giftigen Gase absaugen, nicht aber auf dem Rest des Schiffes?

Sich die drei Schrottsammler an Bord zu holen, sogar noch unter dem Zwang eines (wenn auch nur vorgetäuschten) Zerstörungs-Countdowns, klingt wie die so ziemlich schlechteste Idee, auf die man nur kommen kann. Natürlich versucht einer der drei etwas mitgehen zu lassen, was nur zu unnötigen Komplikationen mit der TARDIS führt, die auf einmal solche Mätzchen anstellt wie bestimmte Räume ins Unendliche zu wiederholen. Die Schrottsammler sind der Suche nach Clara mehr hinder- als förderlich, was sich im Grunde auch von Beginn an so abzeichnet. Um so seltsamer, um nicht zu sagen: konstruierter wirkt das Verhalten des Doctors.

Positiv

Der Clara-Handlungsstrang macht einen Schritt nach vorne, indem der Doctor seine Begleiterin erstmals direkt mit ihren beiden „Vorgänger-Versionen“ konfrontiert; sie weiß aber offenbar wirklich nicht, wovon er spricht. Tatsächlich jagt er ihr damit sogar eine Heidenangst ein.

Was immer hinter dem Clara-Rätsel steckt, es ist nichts, was ihr zum jetzigen Zeitpunkt schon bewusst ist.

Negativ

Irgendwie muss sich Steve Thompson gedacht haben: Ohne Monster wäre es doch kein richtiges Doctor Who, also müssen noch irgendwelche Monster her. Und so laufen an Bord der TARDIS Zeit-Zombies herum, welche die die Menschen verfolgen und attackieren, ohne dass jetzt wirklich genau klar wird, was eigentlich hinter diesen Zombies steckt. Ja, es scheinen zukünftige Versionen der Menschen zu sein, aber im Grunde bleibt die Geschichte hier sehr vage. Die Szene im Energiezentrum, als zwei Zombies erst in die Tiefe gestoßen werden, bevor sich Gregor und Tricky selbst in Zombies verwandeln, ist nachgerade unverständlich.

Ich bin ja sehr für rätselhafte SciFi-Phänomene. Aber das hier ist einfach nur noch Wirrnis.

Fazit

Eine grandiose Folge, was die Serien-Rückbezüge angeht. Wer genau hinhört, kann an einer Stelle unter anderem den neunten Doctor Christopher Eccleston als eines der stimmlichen Zeit-Echos in der TARDIS vernehmen; Eleven zitiert derweil mehr oder minder unverhohlen den Werbeslogan von Doctor Who bei der Rückkehr im Jahr 2005: „The Journey of a Lifetime!“ - „The Salvage of a Lifetime“.

Eine ziemlich verheerende und verwirrende Folge, was den völlig überladenen und undurchsichtigen Plot angeht. Journey to the Centre of the TARDIS kann der TARDIS-Folge des letzten Jahres, The Doctor's Wife, nicht mal im Ansatz das Wasser reichen.

Trailer zu Folge 7x11 „The Crimson Horror“

Verfasser: Christian Junklewitz am Montag, 29. April 2013
Episode
Staffel 7, Episode 11
(Doctor Who 7x11)
Deutscher Titel der Episode
Das Herz der TARDIS
Titel der Episode im Original
The Crimson Horror
Erstausstrahlung der Episode in Großbritannien
Samstag, 4. Mai 2013 (BBC One)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 10. Juli 2013
Regisseur
Mat King

Schauspieler in der Episode Doctor Who 7x11

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