Doctor Who 7x10

Das passiert in der Doctor Who-Folge Hide:
Caliburn House ist ein 400 Jahre altes Anwesen, welches von einem Geist heimgesucht wird. Im Jahre 1974 versuchen Professor Alec Palmer (Dougray Scott, „Mission: Impossible II“, Hemlock Grove) und seine Assistentin, das empathische Medium Emma Grayling (Jessica Raine, Call the Midwife), der Spukgestalt auf die Spur zu kommen. Unerwartete Hilfe erhalten sie von den „Ghostbusters“, nämlich dem Doctor (Matt Smith) und Clara (Jenna-Louise Coleman).
Der Doctor gibt sich als Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums aus, der eine Sicherheitsüberprüfung durchführen will. Tatsächlich verfolgt er mit dem Besuch bei Emma ein ganz anderes Motiv. Doch zunächst beteiligt er sich eifrig an der Geisterjagd. Schon bald kommt er jedoch zu dem Schluss, dass sie es überhaupt nicht mit einem Geist zu tun haben...
Kleiner und bescheidener
Nach The Rings of Akhaten ist Hide in dieser Staffel bereits die zweite Folge aus der Feder von Luther-Schöpfer Neil Cross. Nach der audio-visuellen Opulenz von „Akhaten“, der zumindest in der Sicht vieler unserer Leser die Story zum Opfer gefallen ist, kommt „Hide“ deutlich kleiner und bescheidener daher: mit weniger Spezialeffekten, weniger Bombast und einem kleinen, dafür aber hochkarätigen Gast-Cast.
Spuk und Romantik
Im Mittelpunkt der Folge steht eine nette, kleine Spukgeschichte. Nichts, was einem jetzt - wie etwa Blink - den Atem verschlagen würde, aber trotzdem sehr kurzweilig. Und vor allem mit einer sehr schönen Auflösung: dass die Spukgeschichte in Wahrheit die ganze Zeit über auf gleich mehreren Ebenen eine Liebesgeschichte gewesen ist, gibt der Folge einen originellen und zugleich sehr warmherzigen Spin.
Die Rettung ihrer Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Enkelin führt Alec und Emma als Paar zusammen - und beschert uns wieder mal ein Zeit-Paradox, welches der Doctor jedoch großzügig als Nichtigkeit abtut („Ach, das verläuft sich über die Jahrhunderte schon wieder...“). Und am Ende bringt er auch noch zwei liebeskranke, sich vor Trennungsschmerz verzehrende Ungeheuer zusammen. Amor, das wissen wir jetzt, ist also ein Time Lord!
Taschen-Universum
Das „Taschen-Universum“ erinnert in Idee und Umsetzung (das „Medium“, das eine Schwelle herstellt; der daraus resultierende Lichtwirbel; die Verdopplung der Realität innerhalb des zweite (Remember Me). Das kann durchaus ein Zufall sein. Die Parallelen sind trotzdem frappierend.
Ein sehr origineller Einfall ist dagegen die Zeitreise des Doctors vom Anfang der Erde bis zum ihrem Ende, um auf diese Weise einen Zeitraffer-Film von Hilas (Kemi-Bo Jacobs) Ultra-Slowmo-Zeitreise zu erhalten. Zumal diese Aktion auch noch dafür sorgt, dass Clara mit höchstem Befremden reagiert: ihr fällt es schwer, sich vorzustellen, dass sie für den Doctor gleichzeitig noch nicht geboren und auch schon gestorben ist. „Am I a ghost to you?“
Clara
Tja, ob Clara ein Geist ist, das wüsste der Doctor selbst sehr gerne. Fragt sich der Zuschauer am Anfang vielleicht noch, warum sich der Doctor überhaupt in die kleine Geisterjagd einmischt, so wird sein Motiv am Ende deutlich: er wollte Emma aufsuchen, um die Meinung eines Mediums einzuholen, wer oder was Clara ist. Die Antwort, dass sie ein ganz normales Mädchen sei, verblüfft ihn. Weil er eigentlich genau weiß, dass das nicht sein kann. Und warum reagiert die TARDIS so abweisend auf sie? Nur weil sie den Boden mit ihrem Regenschirm volltropft ja bestimmt nicht.
Für die Szene, in der die TARDIS Clara mit einem holografischen Abbild von ihr selbst gegenübertritt, gebührt Jenna-Louise Coleman übrigens ein großes Kompliment: während sie die TARDIS spricht, imitiert sie perfekt die Sprachmelodie von Suranne Jones aus The Doctor's Wife, wodurch sie als TARDIS gleich an Glaubwürdigkeit (qua Kontinuität) gewinnt.
Fazit
Eine Spukgeschichte mit romantischem Ende, die andauernden Nachforschungen des Doctors, was es mit Clara auf sich hat, dazu viele schöne Figuren-Momente sowohl zwischen den beiden als auch mit den Gaststars (etwa das Eingeständnis des Professors, viele Menschen in den Tod geschickt zu haben, wobei die Kamera auf einem Foto des Doctors haften bleibt - und die beiden Figuren damit parallelisiert): Hide ist eine runde Sache. Nicht das ganz große Highlight, aber eine sehr unterhaltsame Dreiviertelstunde Doctor Who.
Trailer zu Folge 7x10 „Journey to the Centre of the TARDIS“
Verfasser: Christian Junklewitz am Montag, 22. April 2013(Doctor Who 7x10)
Schauspieler in der Episode Doctor Who 7x10
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?