Doctor Who 7x07

„They call him the mad monk.“ / „They shouldn't. He is definitely not a monk.“
Das passiert in der Doctor Who-Episode The Bells of Saint John:
Der Doctor (Matt Smith) hält sich im Jahr 1204 in einem Kloster in Cumbria auf, wo er darüber nachdenkt, wie er Clara Oswald (Jenna-Louise Coleman) aufspüren kann. Da ruft diese auf einmal in der TARDIS an. Er merkt das zunächst allerdings gar nicht, sondern glaubt vielmehr, sie wäre falsch verbunden. Denn die Frau am anderen Ende der Leitung hat Probleme mit ihrer Internet-Verbindung - und scheint zu glauben, dass der Doctor die Support-Hotline ist.
Ein falscher Klick reicht aus, um Clara in große Schwierigkeiten zu bringen. Sie verbindet sich aus Versehen mit einem mysteriösen WLAN-Netzwerk, dem schon viele Menschen vor ihr zum Opfer gefallen sind: Über das WLAN hackt das Netzwerk das Gehirn seiner Opfer und lädt ihren Geist ins Internet herunter. Der Doctor kann Clara zwar retten. Damit erweckt er jedoch die Aufmerksamkeit von Miss Kizlet (Celia Imrie), die gemeinsam mit ihrem Team für einen geheimnisvollen Hintermann die WLAN-Operation leitet...
Die WLAN-Falle
In The Bells of Saint John stellt Doctor Who-Showrunner Steven Moffat mal wieder seinen ganzen Ideenreichtum unter Beweis: Schon die grundlegende Prämisse der Folge - dass Menschen über eine WLAN-Verbindung das Bewusstsein geklaut werden kann - ist von bestechender Brillanz: Er nimmt etwas so Simples wie WLAN, das inzwischen ganz selbstverständlich zum Alltag vieler Menschen gehört, und lädt es mit Schrecken auf.
Ideenproduzent
Auch sonst ist die Folge randvoll mit originellen Einfällen bestückt: die Mitarbeiter von Miss Kizlet, deren Gehirne gehackt wurden und deren Persönlichkeitsmerkmale via iPad hoch- und runtergeregelt werden können; die Tatsache, dass ausgerechnet die bedenkenlose Preisgabe von Informationen auf Facebook einen entscheidenden Beitrag zur Auflösung leistet; und dann auch ganz viel, das nicht direkt mit dem Haupthandlungsstrang in Verbindung steht: etwa der Umstand, dass der Doctor nach der Landung der TARDIS bei hellem Tageslicht mitten in London erst mal so tut, als wäre er ein Zauberkünstler, der gerade einen Trick vorgeführt hat - und nun mit seinem Hut (natürlich handelt es sich um einen Fes!) herumgeht und Münzgeld einkassiert. Irgendwo ist es geradezu naheliegend - aber das sind ja häufig die Dinge, auf die man zunächst gar nicht kommt.
Gerade auf dem Hintergrund dieser Ideenfülle ist es ein bisschen enttäuschend, dass Moffat für das Finale der Folge auf das Doppelgänger-Motiv zurückgreift, welches doch nun wirklich in der sechsten Staffel hinreichend abgefrühstückt worden ist. Das ist dann aber auch schon der einzige größere Kritikpunkt an der Episode. Das - und vielleicht noch die Seelenruhe, mit der Clara dem Doctor zu Beginn begegnet. Wenn jemand so aufdringlich an der Tür lärmt und später vor dem Haus campiert, würden die meisten jungen Frauen wohl an einen Stalker glauben und die Polizei rufen. Auch der Schluss, den der Doctor vornimmt, dass jemand der keine Ahnung von WLAN (Internet als Technik) hat, dann auch nichts von Twitter (Internet als kulturelle Technik) versteht, ist - gelinde gesagt - etwas wacklig.
Alte Bekannte
Davon einmal abgesehen ist das Verhältnis des Doctors zu Clara genau so witzig, spritzig und vergnügsam, wie wir es schon in Asylum of the Daleks und The Snowmen kennen gelernt haben. Die beiden haben eine wunderbare Chemie. Umso schöner ist es allerdings, dass auch die vorangegange Companion des Doctors nicht vergessen wird - und das Buch, über das sich Clara und ihr Schützling austauschen, von einer gewissen Amelia Williams stammt. Auch ein anderer Name kann dem geneigten Steven-Moffat-Fan bekannt vorkommen: Die Familie, für die Clara als Nanny aushilft, heißt Maitland, hat allerdings wohl abgesehen vom Namen sonst nichts weiter mit Patrick Maitland (Ben Miles) aus Coupling zu tun.
Dass die Große Intelligenz aus The Snowmen noch mal später eine Rolle spielen würde, war bereits abzusehen. Dass wir jedoch so schnell ein Wiedersehen mit Richard E. Grant erleben, kam dann allerdings doch ein wenig überraschend. Offenbar soll die Große Intelligenz als wiederkehrende Gegenspielerin in der zweiten Staffelhälfte fungieren, während wir gleichzeitig gemeinsam mit dem Doctor dem Rätsel auf die Spur zu kommen versuchen, was es mit Clara Oswald auf sich hat.
Wer ist Clara?
The Bells of Saint John erweckt den starken Eindruck, dass die Clara, die wir hier kennen lernen, die „ursprüngliche“ Clara ist. Die Clara, die sich [quotem=Run You Clever Boy And Remember] für das WLAN-Passwort gemerkt hat und die hier überhaupt erst die PC-Fähigkeiten erworben hat, die sie in Asylum of the Daleks befähigt haben, die Daleks zu hacken. Wie sie und die spätere(n) Clara(s) auch immer zusammenhängen.
Wer ist die Frau im Laden?
Gleichzeitig wirft die Episode eine andere große Frage auf: Wer verbirgt sich hinter „der Frau im Laden“, die Clara die Telefonnummer der TARDIS gegeben hat? Ohne sie hätten der Doctor und Clara ja in The Bells of Saint John überhaupt nicht zusammengefunden. Doch wer ist sie?
Fazit
Kleinere Schwächen können nicht die Freude darüber trüben, dass der Doctor endlich wieder da ist! „48169“

(Doctor Who 7x07)
Schauspieler in der Episode Doctor Who 7x07
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?