Doctor Who 7x06

Doctor Who 7x06

Wer träumt nicht von weißen Weihnachten? Dieser Schnee kommt jedoch aus dem Weltall und ist höchst gefährlich. Nur ein Mann könnte die Erde zu Weihnachten retten. Doch er zeigt überhaupt kein Interesse daran. Wer kann das ändern?

Neues Traumpaar: Matt Smith und Jenna-Louise Coleman in „Doctor Who“. / (c) BBC
Neues Traumpaar: Matt Smith und Jenna-Louise Coleman in „Doctor Who“. / (c) BBC

Das passiert im Doctor Who-Weihnachtsspecial The Snowmen:

Weihnachten 1892: In London tauchen wie aus dem Nichts Schneemänner auf, die niemand gebaut hat. Madame Vastra (Neve McIntosh), ihre Gattin Jenny (Catrin Stewart) und ihr sontanarischer Gehilfe Strax (Dan Starkey) verfolgen die Spur des außerirdischen Schnees, der über telepathische Eigenschaften verfügt, bis zu dem finsteren Doctor Simeon (Richard E. Grant), der in seinem Great Intelligence Institute gemeinsam mit einer großen Glaskugel voller Schnee (im Original gesprochen von Ian McKellen, „Der Hobbit“) einen finsteren Plan ausheckt.

Vastra und ihre Gang versuchen den Doctor (Matt Smith) für den Fall zu interessieren. Doch der Doctor steht auf dem Standpunkt, dass ihn das alles nichts länger angeht. Er residiert mit der TARDIS über den Wolken - und ist fest entschlossen, sich nicht mehr in irgendwelche Rettungsaktionen für die Erde oder das Universum hineinziehen zu lassen. Das beginnt sich erst zu ändern, als er die Bekanntschaft mit der jungen, attraktiven Clara (Jenna-Louise Coleman) macht, welche ein Doppelleben als Barfrau und Gouvernante führt - und in ihrem zweiten Beruf auf einen rätselhaften Teich stößt, unter dessen gefrorener Oberfläche eine recht rabiate Amtvorgängerin von ihr lauert...

Clara Oswin Oswald

Als Jenna-Louise Coleman ihren zuvor streng geheim gehaltenen Gastauftritt in Asylum of the Daleks als Oswin Oswald absolviert hat, hätte die Verwirrung unter den Zuschauern kaum größer sein können. War nicht vorher durchgesickert, dass Coleman die neue Companion des Doctors spielen - und dass diese Clara heißen sollte? Wie passt das zusammen? Doctor Who-Chefautor Steven Moffat trug in den vergangenen Tagen zur weiteren Verwirrung bei, indem er der Radio Times sagte, dass Oswin und Clara nicht die gleiche Person sind. Dabei war Colemans Auftritt in „Asylum“ doch eigentlich viel zu markant und ihr in die Kamera gesprochenes „Remember Me“ viel zu auffällig, als dass es sich dabei nur um einen dahingeworfenen Gag handeln konnte.

Nach The Snowmen wissen wir: Oswin und Clara sind zwar nicht die gleiche Person, aber ganz offenkundig die gleiche Figur, die in unterschiedlichen Inkarnationen dem Doctor begegnet. Sie sieht nicht nur immer wieder gleich aus, sondern hat auch immer wieder die gleichen Eigenschaften: Die gleiche Neugier, die gleiche Intelligenz, den gleichen spitzen Humor - und die gleiche Vorliebe für Soufflés. Was dahintersteckt, ist momentan noch ein Geheimnis und wird wohl - wie der Trailer für das kommende Jahr nahelegt - den übergreifenden Frage- und Handlungsbogen für die zweite Staffelhälfte bilden.

A Companion to Remember

Keine Frage ist dagegen, dass Clara Oswin das Zeug zu einer ganz großen Companion mitbringt. Was sich in Asylum of the Daleks schon angedeutet hat, kommt in The Snowmen voll zur Entfaltung: Jenna-Louise Coleman und Matt Smith haben eine fantastische Chemie zusammen. Zugleich bringt Clara eine Energie mit, die sie auf Anhieb zu einem ebenbürtigen Gegenüber macht. Sie ist frech, hartnäckig, voller Neugier und Abenteuerlust. Als der Doctor sich ihr zu entziehen versucht, da setzt sie seiner Kutsche nach und fährt einfach kurzentschlossen auf dem Dach mit. Ein Verhalten, das man sonst auch gut und gerne vom Doctor selbst erwarten würde. Furchtlos steigt sie Leitern in nichts und Wendeltreppen in den Himmel hinauf (welch großartige visuelle Einfälle!). Sogar innerhalb einer Inkarnation lässt sie sich nicht in ihrer Identität festlegen, was in einem Doppelleben als Barfrau und Gouvernante resultiert. Sie steckt - ähnlich wie der Doctor - voller Geheimnisse. Und ist nicht minder wortgewandt als er. Egal ob es - wie in Madame Vastras Test - darum geht, die richtigen Ein-Wort-Antworten zu finden. Oder sich mit dem Time Lord Rededuelle in Warp-Geschwindigkeit zu liefern.

In Liebesdingen ist Clara sehr zupackend und entschlussfreudig. Wenn ihr einer gefällt, dann schnappt sie sich ihn einfach. Ihr Verhältnis zum Doctor hat damit auf Anhieb etwas sehr Erotisches. Es ist nicht die große unerfüllte Romanze wie bei Rose (Billie Piper), sondern mit sehr viel mehr - fleischlichem - Knistern verbunden. „You are going to have to take that clothes off!“ So schnell wie Clara hat wohl noch keine Companion den Schlüssel zur TARDIS in die Hand gedrückt bekommen...

Lange Rede, kurzer Sinn: Es macht einfach unglaublich viel Spaß, ihr und dem Doctor zuzusehen. Und die Vorfreude auf die neuen Folgen im Frühjahr ist dank des Weihnachtsspecials noch mal signifikant gestiegen!

Doch auch die früheren Companions des Doctors sind nicht vergessen. So ist es sehr schön, dass das Schlüsselwort, welches den Doctor aus seiner Apathie reißt, „Pond“ lautet. Und man mag so gar nicht an einen Zufall glauben, dass Clara zu Beginn im Pub „The Rose & Crown“ arbeitet.

Schneematsch

Etwas ins Hintertreffen gerät dagegen die eigentliche Geschichte von The Snowmen. Die Grundidee mit dem außerirdischen Schnee, der auf Gedanken und Träume reagiert, ist ja sehr schön. Und die spitzzähnigen Schneemänner gehören zu den furchteinflößendsten Monstern bei Doctor Who seit Langem. Gerade weil sie von ihrem Design her so simpel sind. Es ist eine kleine Variation (die spitzen Zahnreihen), die aus der Winterfreude eines jeden Kindes einen Albtraum macht.

So weit, so gut. Die Story über den außerirdischen Schnee, der sich mit menschlicher DNA zu verbinden versucht, ist allerdings nur mäßig spannend. Daran können auch der stimmliche Gastauftritt von Ian McKellen und der als Behelfs-Scrooge eigentlich unterforderte Richard E. Grant wenig ändern.

Letztlich ist die Gefahr, um die es geht, allerdings auch nebensächlich. Denn es geht ja nur darum, dass es eine Gefahr für die Erde gibt - und dass der Doctor wieder dazu motiviert werden muss, sich nach dem niederschmetternden Verlust, den er erlitten hat, wieder aufzurichten und für die gute Sache zu kämpfen.

Fazit

Oh ja, wir werden Clara in Erinnerung behalten! Jenna-Louise Coleman legt einen grandiosen zweiten Auftritt als die rätselhafte neue Companion des Doctors hin. Ex-Commander Strax ist - abgesehen von seiner Granatenfixierung - wirklich zum Knuddeln. Der überarbeitete Vorspann und das neue TARDIS-Design wirken beide ein bisschen retro, fügen sich damit aber natürlich sehr gut in das anbrechende Jubiläusjahr ein. Und Doctor Who ist trotz eines nur mäßig spannenden Hauptplots ein durch und durch unterhaltsamer Höhepunkt dieser Weihnachtszeit.

Verfasser: Christian Junklewitz am Mittwoch, 26. Dezember 2012
Episode
Staffel 7, Episode 6
(Doctor Who 7x06)
Deutscher Titel der Episode
Die Schneemänner
Titel der Episode im Original
The Bells of Saint John
Erstausstrahlung der Episode in Großbritannien
Samstag, 30. März 2013 (BBC One)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 26. Dezember 2012
Regisseur
Saul Metzstein

Schauspieler in der Episode Doctor Who 7x06

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