Doctor Who 5x12

Doctor Who 5x12

Der Doktor findet heraus, was sich hinter der Pandorica verbirgt. Und das ist bei weitem noch nicht die einzige unangenehme Überraschung, die auf ihn im ersten Teil des Staffelfinales wartet.

Der Doktor (Matt Smith) folgt der Spur der Pandorica / (c) 2010 BBC
Der Doktor (Matt Smith) folgt der Spur der Pandorica / (c) 2010 BBC

Inhalt

Vincent van Gogh hat also doch noch ein weiteres Gemälde angefertigt. Doch besagtes Bild, dessen Ursprung in seinen Träumen lag, war seinem Geisteszustand alles andere als förderlich. Kein Wunder, dass er sich trotz - oder, wie man jetzt wohl sagen muss, gerade wegen - seiner Begegnung mit dem Doktor das Leben genommen hat. Zu sehen, wie das wundervolle Gefährt des Doktors, die TARDIS, explodiert, wäre wohl für jeden, der den Time Lord kennt und schätzt, zu viel gewesen.

Über einige Stationen mit alten Bekannten aus der fünften Staffel - Churchill, Liz Ten - gelangt jenes letzte Bild van Goghs schließlich in den Besitz von Dr. River Song, die sich kurzerhand selbst aus dem Gefängnis entlassen hat - und den Doktor mittels einer Nachricht, die sie ihm in einer prähistorischen Steinformation hinterlassen hat, nach Britannien während der römischen Besatzungszeit lockt. Sie zeigt ihm und Amy das Bild von van Gogh, das den Titel „Die Pandorica öffnet sich“ trägt - und eine Reihe von Orts- und Zeitangaben enthält.

Auf diese Weise gelangen der Doktor, River und Amy nach Stonehenge. Und tatsächlich: Unter der steinzeitlichen Anlage befindet sich eine Höhle, in der ein Steinquader ruht. Doch die Ruhe trügt: In Wahrheit ist die Pandorica schon dabei sich zu öffnen. Wie der Doktor und River durch eine Reihe von Scans bestätigen, enthält das Objekt eine Vielzahl von komplizierten Verschlussmechanismen, die - einer nach dem anderen - auf gehen. Der Legende nach enthält die Pandorica einen blutrünstigen Krieger, das gefährlichste Wesen des Universums.

Während sie noch überlegen, worum es sich dabei handeln könnte, nehmen ihre Probleme bereits rapide zu. Denn die Steinanlage von Stonehenge ist eine Art Notfall-Sender, der jetzt nur ein Signal durch Raum und Zeit von sich gibt: „Die Pandorica öffnet sich.“ Und dieses Signal lockt eine ganze Reihe von Schaulustigen an: Darunter Daleks, Cybermen, Sontaraner, Judoon, Sycorax und viele andere. Allein steht der Doktor einer solchen Übermacht dann doch ziemlich hilflos gegenüber. Deshalb lässt er River aus einem naheliegenden römischen Feldlager Hilfe holen. Und diese kommt keinen Augenblick zu spät. Haben die Cybermen doch offensichtlich eine Art Wächter zurückgelassen, der sich Amys zu bemächtigen versucht, am Ende aber von einem römischen Centurio mit einem Schwert durchbohrt wird.

Bei diesem Centurio handelt es sich um keinen Geringeren als Rory. Amy erkennt ihn nicht. Und der Doktor versteht nun erst recht nicht mehr, was überhaupt vor sich geht: Immerhin hatte der Riss in Cold Blood doch Rorys Existenz komplett ausgelöscht. Rory selbst ist ihm da leider auch keine große Hilfe: Denn er weiß nur, dass er auf einmal als Römer wieder aufgewacht ist.

Dem Doktor gelingt es, die feindlichen Raumschiff-Flottten für eine Weile zu verscheuchen. Er hofft, dass es ihm die nötige Zeit gibt, damit River in der Zwischenzeit die TARDIS in das unterirdische Gewölbe bringen kann. Doch die TARDIS tut so gar nicht das, was River will. Sie landet vor Amys Haus - am 26. Juni 2010. River entdeckt nicht nur Brandspuren vor dem Haus, die auf ein dort gelandetes Raumschiff hinweisen. In Amys Zimmer findet sie zwei Bücher, die sie in Erstaunen versetzen: „Die Legende von Pandoras Büchse“ und einen Bildband über die Römer in Großbritannien.

River warnt den Doktor, dass alles, was ihnen begegnet ist, aus den Erinnerungen von Amy zu stammen scheint. Doch die römischen Soldaten sind mehr als nur Illusionen, wie der Doktor sehr schnell feststellt: Es sind Duplikate aus Plastik. Oder mit anderen Worten: Autons!

Die Pandorica öffnet sich. Und es ist nichts drin - außer einem Platz, auf dem der Doktor von den Autons festgeschnallt wird, während sich die Höhle mit Daleks, Cybermen, Sontaranern und anderen Aliens füllt, die sich freimütig dazu bekennen, dem Doktor mit der Pandorica eine Falle bereitet zu haben: Sie wissen, dass die Risse in der Raum-Zeit das Resultat der Explosion der TARDIS sind. Diese wollen sie durch die Gefangennahme des Doktors verhindern. In der irrigen Annahme, dass er der einzige mögliche Pilot der TARDIS ist.

River gelingt es, das Schiff des Doktors notzulanden, doch die Türen lassen sich nicht öffnen. Mit einer Art Starthilfe-Verkabelung gelingt es ihr dann zwar doch. Allerdings steckt die TARDIS scheinbar in Gestein fest. Und nicht nur das: Die Konsole des Schiffs explodiert!

Amy und Rory haben sich unterdessen außerhalb der Höhle miteinander unterhalten. Amy beginnt, sich an ihren ehemaligen Verlobten zu erinnern. Doch was eine romantische Wiedervereinigung sein könnte, endet tragisch. Denn Rory ist ebenfalls ein Auton - so sehr er auch dagegen ankämpft. Er schießt - beinahe unwillentlich - Amy nieder, die in seinen Armen stirbt.

Der Stern im Universum wird zur Supernova. Über die Erde breitet sich Stille...

Kritik

Was für ein Cliffhanger! Der Doktor - gefangen in der Pandorica, von einer Allianz seiner ärgsten Gegner in die Falle gelockt. River - eingeschlossen in einer TARDIS, die unter fremder Kontrolle zu stehen scheint. Und Amy - getötet vom Plastik-Double ihres Verlobten. Autor Steven Moffat hat also einiges zu tun, um das alles in der kommenden Woche irgendwie aufzulösen.

The Pandorica Opens (1) war auf jeden Fall ein angemessen spektakulärer Auftakt für das Finale von Staffel fünf. Wie schon zu Beginn von The Time of Angels gelingt Moffat eine grandiose Eröffnungssequenz, die mit einem einzigen kühnen Geniestreich die gesamte bisherige Staffel zusammenbindet.

Der Ausflug nach Stonehenge gibt der Folge den nötigen epischen Rahmen. Und mit den Szenen, die unterhalb der Steinanlage spielen, empfiehlt sich Moffat seinem ehemaligen Chef Steven Spielberg eindeutig als Autor für „Indiana Jones“. Die Handlung schreitet rasant voran - und bietet dabei genug Gelegenheiten für spannende wie humorvolle Momente (hier besonders: die Wiederbegegnung Rorys mit dem Doktor). Einzig die Kapriole mit dem einarmigen Cyberman scheint ein wenig aufgesetzt. Vor allem, weil sie nur sehr wenig zur eigentlichen Handlung beiträgt.

Doch das sei Moffat verziehen. Denn dafür offenbart er in den letzten zehn Minuten wieder einmal sein ganzes erzählerisches Können, als er eine spektakuläre Wende nach der anderen dem Zuschauer entgegenschleudert: Die ganze Zeit über (sogar noch in der Folge selbst) hat Moffat in uns die Erwartungshaltung geweckt, dass irgendein unvorstellbar schreckliches Monster in der Pandorica drinsteckt. Dass es sich in Wahrheit um eine Falle für den Doktor handelt, die von einer Allianz seiner größten Feinde ersonnen wurde, ist ein sehr schöner Kniff. Nicht minder effektiv ist die Volte, dass Rory nicht wirklich Rory, sondern ein Auton ist.

Kommt Rory als der „echte“ Rory noch mal zurück? Ist Amy wirklich tot? Wessen Stimme kündet an Bord der TARDIS vom Hereinbrechen der Stille? Hat noch irgendjemand dabei an den Dream Lord denken müssen? Was steckt hinter dem rätselhaften Verhalten der TARDIS? Wie kommt der Doktor aus seiner prekären Lage wieder heraus?

Fragen über Fragen, die nächsten Samstag sicher eine Antwort finden werden. Schließlich ist dann auch für uns der 26. Juni 2010. Und das heißt, dass The Big Bang (2) ansteht. Ein Titel, wie er verheißungsvoller nicht sein könnte!

Schöne Casting-Notiz am Rande: Als römischer Kommandant ist in „The Pandorica Opens“ Clive Wood zu sehen, der in Steven Moffats erster TV-Serie „Press Gang“ den Verleger Matt Kerr gespielt hat.

Verfasser: Christian Junklewitz am Montag, 21. Juni 2010
Episode
Staffel 5, Episode 12
(Doctor Who 5x12)
Deutscher Titel der Episode
Böser Wolf (1)
Titel der Episode im Original
The Pandorica Opens
Länge der Episode im Original
43 Minuten
Erstausstrahlung der Episode in Großbritannien
Samstag, 19. Juni 2010 (BBC One)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 25. Januar 2012
Autor
Geogia Engel
Regisseur
Toby Haynes

Schauspieler in der Episode Doctor Who 5x12

Darsteller
Rolle

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