Doctor Who 5x11

Inhalt
Craig Owens hat keine großen Ambitionen im Leben: Am liebsten sitzt er mit einer guten Stück Pizza vor dem Fernseher. Und hätte dabei sehr gerne häufiger seine gute Freundin Sophie an seiner Seite, für die er mehr empfindet, als er bereit ist, ihr zu gestehen. Was schade ist, denn so erfährt er nicht, dass sie ihm ebenfalls Geühle zärtlicher Natur entgegenbringt.
Für jemanden, der so durchschnittlich ist, hat Craig ungewöhnlich viel mit Außerirdischen zu tun. Was er aber natürlich selbst nicht weiß. Er ahnt nicht, dass der alte Herr, der in der Wohnung über ihm lebt, Passanten von der Straße zu sich nach oben in die Wohnung lockt, wo ihnen ein schreckliches Schicksal droht. Lediglich die lauten Geräusche und eine wie Schimmel aussehende Substanz, die durch die Decke dringt, erscheinen ihm etwas merkwürdig.
Und dann ist da noch der zweite Außerirdische in seinem Leben, von dem Craig zunächst nicht weiß, dass er ein Außerirdischer ist: Sein neuer Untermieter, der sich ihm einfach nur als „der Doktor“ vorstellt. Dieser hat sich deshalb bei ihm einquartiert, um mehr über den geheimnisvollen Nachbarn in der zweiten Etage zu erfahren, dessen Machenschaften so massive Auswirkungen auf den Zeitvortex haben, dass die TARDIS nicht richtig materialisieren kann - und samt Amy im Vortex verloren zu gehen droht.
Der Doktor versucht, sich als ganz normaler Mensch zu tarnen. Ahnt dabei jedoch nicht, wie er seinem Mitbewohner Craig jede Gelegenheit nimmt, gegenüber Sophie zu glänzen - egal ob beim Fußball, auf der Arbeit oder beim romantischen Abend zu zweit. Überall funkt der Doktor dazwischen. Craig ist schießlich so entnervt, dass er seinen Hausgenossen am liebsten wieder auf die Straße setzen würde, was der Doktor nur durch zwei Kopfstöße zu verhindern weiß, die Craig eine Ahnung dessen vermitteln, wer der Doktor in Wahrheit ist - und was er hier auf der Erde macht.
Schnell wird beiden bewusst, dass dem Doktor ein Fehler unterlaufen ist, als er Sophie den Floh ins Ohr gesetzt hat, dass sie alles werden und überall hingehen könnte. Denn tatsächlich träumt Sophie davon, sich in Afrika um Affen zu kümmern. Der Wunsch, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen, bringt sie in große Gefahr: Denn der Nachbar von oben interessiert sich nur für die Menschen, die weit weg wollen. Nur diese sind für seine Zwecke geeignet.
Das bekommt auch der Doktor zu spüren, als er zusammen mit Craig in die obere Wohnung eindringt. In Wahrheit ist dort nämlich gar keine Wohnung. Vielmehr hat dort ein Raumschiff geparkt, das die Illusion erzeugt, als gäbe es eine zweite Etage des Hauses. Die Automatik des Schiffe sucht in Gestalt verschiedener Hologramme einen neuen Piloten des Schiffes.
Beim Versuch, eine der angelockten Menschen mit der Konsole zu verbinden, hat es schon zahlreiche verbrannte Leichen gegeben. Nun startet das Schiff einen neuen Versuch mit dem Doktor. Was nur durch Craig und Sophie unterbunden werden kann, die gemeinsam in der Lage sind, die Konsolen anzufassen, ohne dass ihnen dabei etwas passiert. Weil sie überhaupt nicht wegwollen. Und das liegt natürlich daran, dass sie sich beide lieben - und nichts als zusammensein wollen. Was sie sich nun auch endlich gestehen.
Das Schiff implodiert, aber der Doktor und das glückliche Liebespaar schaffen es, vorher zu entkommen. Glücklich mit seiner Liebsten vereint ist es Craig nun auch egal, wo sie leben. Solange er nur bei Sophie ist. Herzlich verabschieden sich die beiden vom Doktor, der sogar einen Schlüssel behalten darf. Gut, dass er während seiner ganzen Zeit in der Wohnung nicht hinter den Kühlschrank geschaut hat. Denn dort hätte er einen Riss erkennen können, der in dem Augenblick anfängt sich zu öffnen, als Amy beim Doktor die kleine Schachtel mit Rorys Verlobungsring findet...
Kritik
In vielerlei Hinsicht ist Graham Roberts, der Autor von The Lodger die Antithese zu Chefautor Steven Moffat. Der Unterschied zwischen den beiden ist einmal folgendermaßen sehr schön auf den Punkt gebracht worden: Während sich Moffat aus seiner Kindheit vor allem an Doctor Who als eine Gruselserie erinnert - und seine Folgen in diesem Geiste schreibt, erinnert sich Roberts an die Serie vor allem wegen ihres Humors, was sich wiederum in der Art niederschlägt, wie er für Doctor Who schreibt.
Er ist so etwas wie der Komödienspezialist der Serie. Nachdem ihm Richard Curtis jedoch in der Vorwoche mit Vincent and the Doctor sein Glanzgebiet, die Doktor-trifft-auf-eine-historische-Berühmtheit-Folge (The Shakespeare Code, The Unicorn and the Wasp), abgenommen hat, verlagert sich Roberts diesmal auf die Romantic Comedy in Kombination mit viel „Fish out of the water“-Humor.
Dabei darf man - wie in der Folge von Curtis - keine all zu großen Ansprüche an die SciFi-Geschichte stellen. Diese ist zum einen nicht gerade besonders originell. Zum anderen voller Ungereimtheiten: Warum sind die Medien nicht voller Berichte über vermisste Personen in dem Gebiet? Das hätte sicherlich Einfluss auf die Bereitschaft der Menschen, einfach so auf einen vagen Hilferuf über eine Gegensprechanlage zu reagieren. Und ist es nicht seltsam, dass das Schiff zwar irgendwie in der Lage ist zu erkennen, ob die Menschen, die es anlockt, von Fernweh gepackt sind, es aber nicht merkt, dass der Doktor - und damit der „ideale Pilot“ - im Haus ist?
Das ist eindeutig eine Schwäche der Folge. Der wiederum ihre große Stärke gegenübersteht: Lässt man sich auf The Lodger nämlich als Komödie, dann bietet sie köstliche Unterhaltung - angefangen bei der Papiertüte, in der der Doktor - ganz und gar „unverdächtig“ - seine Miete bündelweise überreicht bis hin zum romantischen Finale, welches in der kollektiven Aufforderung mündet: „Kiss the Girl!“
Matt Smith und James Cordon (Gavin & Stacey), der Darsteller von Craig, geben ein fantastisches Duo ab, welches sich sehr gekonnt die Bälle zuwirft. Apropos Bälle: Matt Smith darf in der Folge seine Kunst am runden Leder demonstrieren. Hatte er doch eigentlich Profi-Fußballer werden wollen, bevor eine Rückenverletzung ihn dazu zwang, eine andere Karriere einzuschlagen.
Fazit
Zum letzten Mal darf in dieser Staffel etwas gelacht werden. Denn das Lachen dürfte uns - und vor allem dem Doktor - in der nächstenn Woche schnell vergehen, wenn sich die Pandorica öffnet...
Verfasser: Christian Junklewitz am Montag, 14. Juni 2010(Doctor Who 5x11)
Schauspieler in der Episode Doctor Who 5x11
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