Doctor Who 5x09

Eldane: „Shush now, Restac! Go, and play soldiers!“
Inhalt
Der Doktor und Nasreen haben die unterirdische Stadt der Silurians entdeckt. Aber es dauert nicht lange, da werden sie selbst entdeckt - und gefangen genommen. Damit gelingt ihnen unabsichtlich, wofür sie eigentlich hergekommen sind: Denn Amy und Mo können die momentane Verwirrung, die durch das Eintreffen des Doktors bei den Silurians entstanden ist, für ihre Flucht nutzen. Dabei stößt Mo auf seinen Sohn Elliot, der völlig regungslos in einer Kammer an einigen Apparaturen hängt. Mo ist fest entschlossen seinen Sohn zu befreien. Wenn es sein muss mit Waffengewalt.
Der Doktor, der gerade noch rechtzeitig einer für ihn tödlichen Dekontamination entgehen konnte, hat es derweil auf silurianischer Seite mit zwei sehr unterschiedlichen Verhandlungspartnern zu tun. Da ist zum einen Restac, die militärische Kommandantin, die fest davon überzeugt ist, dass der Doktor und Nasreen Teil einer Invasionsstreitmacht sind. Und da ist zum anderen Malokeh, der Arzt und Wissenschaftler, der nicht an eine Invasion glaubt - aber doch darauf hinweisen muss, dass die Bohrarbeiten der Menschen drauf und dran sind, die Sauerstoffblase der Silurians zu zerstören.
Nach wie vor ist der Doktor entschlossen, eine Verhandlungslösung zwischen Menschen und Silurians herbeizuführen. Doch Restac will ihn als ein Zeichen der silurianischen Entschlossenheit hinrichten. Zusammen mit Nasreen, Mo und Amy. Die beiden letztgenannten sind ihr durch einen misslungenen Befreiungsversuch in die Hände gefallen.
An der Oberfläche hat Ambrose, Elliots Mutter, inzwischen die Nerven verloren. Nachdem sie gesehen hat, was die Silurians ihrem Vater angetan haben, geht sie zu Alaya - und will diese zwingen, ihr eine Möglichkeit zu nennen, wie Tony gerettet werden kann. Als Alaya nicht reden will, sie sogar provoziert, beginnt sie die Silurian mit einem Taser zu foltern. Bis Alaya an den Folgen der Folter stirbt. Dumm nur, dass sich kurze Zeit später Restac über einen Computer meldet und die Gefangene der Menschen zu sehen wünscht. Was die Situation noch verschärft: Alaya war Restacs Schwester.
Rory, Tony und Ambrose wollen Restac nicht sagen, dass Alaya tot ist. Und können ihr die Gefangene natürlich auch nicht zeigen. Deshalb ordnet die Kommandantin die sofortige Exekution des Doktors und seiner Leute an. Doch bevor der Befehl ausgeführt werden kann, tritt Malokeh auf den Plan - an seiner Seite Eldane, der wohl so etwas wie einer der Stammesältesten ist. Und über die Autorität verfügt, den Erschießungsbefehl zu widerrufen. Tatsächlich lässt sich Eldane sogar auf vom Doktor vermittelte Verhandlungen mit Nasreen und Amy als Botschafterinnen der Menschheit ein. Es geht um die Frage, wie sich Menschen und Silurians den Planeten in Zukunft teilen könnten.
Der Doktor bittet inzwischen Rory, Ambrose und Tony gemeinsam mit Alaya über die Transport-Plattformen der Silurians nach unten zu kommen, um den Austausch perfekt zu machen. Malokeh holt derweil Elliot aus dessen Kammer, wo ihn der Arzt zu Studienzwecken eingeschlossen hatte, um mehr über die Menschen und ihr Wachstum zu erfahren.
Rory und die anderen kommen nach unten. Doch sie können den Silurians nur den Leichnam von Alaya bringen. Der Doktor ahnt sofort, wie brenzlig die Lage ist. Noch schlimmer wird alles nur noch dadurch, dass Restac inzwischen ihre Soldaten aus dem Winterschlaf aufgeweckt - und Malokeh getötet hat. Und auf Rache sinnt, als sie ihre tote Schwester findet.
Ambrose und Tony haben für diesen Fall jedoch vorgesorgt: Sie haben die Bohrautomatik wieder eingeschaltet. Entweder die Silurians lassen sie mit Mo und Elliot an die Oberfläche zurückkehren - oder die Bohrung geht in 15 Minuten weiter. Restac glaubt an einen Bluff und will Ambrose erschießen lassen. Das kann der Doktor jedoch verhindern. Nachdem es ihm gelungen ist, zahlreiche Waffen der Silurians mit seinem Sonic Screwdriver unbrauchbar zu machen, treten er, Amy und die anderen die Flucht durch die unterirdischen Gänge an. Dabei landen sie schließlich in einem Kontrollraum.
Der Doktor will den Bohrturm mit einem Energieimpuls zerstören. Dazu müssen sie jedoch rechtzeitig die TARDIS erreichen, um aus dem Gefahrenbereich zu kommen. Das Problem: Der Raum, in dem sie sich befinden, ist von silurianischen Soldaten umzingelt. Doch Eldane weiß eine Lösung: Ein Not-Programm, welches in den Gängen für die Silurians toxische Gase freisetzt. Der Doktor trifft mit Eldane eine Vereinbarung: Er soll den Weckmechanismus seines Volkes auf 1000 Jahre einstellen. Bis dahin sollen die Menschen einen Weg gefunden haben, wie sie den Planeten mit seinen früheren Bewohnern teilen können.
Tony, der nur durch die Silurians gerettet werden kann, entschließt sich, unter der Erde zu bleiben - und ebenfalls in den Winterschlaf zu gehen. Nasreen bleibt bei ihm. Wegen ihrer Gefühle für ihn. Und weil sie endlich dort ist, wo sie immer hin wollte. Der Doktor und die anderen machen sich, nachdem Eldane ihnen den Weg frei geräumt hat, auf den Weg zur TARDIS.
Doch bevor Amy, Rory und der Doktor einsteigen können, entdecken sie einen Riss in der Höhlenwand, der genau denjenigen entspricht, denen sie schon zuvor begegnet sind. Der Doktor ist überzeugt: Wenn es sich dabei um das Resultat einer Explosion in der Zeit handelt, dann muss es auch so etwas wie Trümmer geben. Er greift mit einem Taschentuch hinein und holt etwas heraus. Wie sich herausstellt, hätte er sich nicht so lange mit dem Riss aufhalten sollen. Denn Restac schleppt sich, obwohl sichtlich von dem toxischen Gas geschwächt, heran - und schießt auf den Doktor. Doch Rory fängt den Schuss für ihn ab.
Er kann nicht glauben, dass das passiert. Schließlich hatte er sich doch an der Seite von Amy gesehen - als ihre zukünftigen Entsprechungen. Doch das alles gilt in der Nähe des Risses nicht mehr. Er wird von dem Licht des Risses umfangen. Amy will unbedingt bei ihm bleiben, doch der Doktor zerrt sie in die TARDIS. Er ermahnt sie, sich immer an Rory zu erinnern. Doch die Kraft des Risses ist zu groß. Als sie wieder auf der Erdoberfläche angekommen sind, hat sie ihren Verlobten bereits vergessen. Der Doktor erinnert sich noch. Und ist unruhiger denn je. Denn das Trümmerteil, das er aus dem Riss geholt hat, ist ein Stück der TARDIS...
Kritik
Cold Blood (2) knüpft nahtlos dort an, wo The Hungry Earth (1) aufgehört hat. War die erste Folge dieses Zweiteilers jedoch vorwiegend eine Horrorgeschichte, stand in der Fortsetzung vor allem die politische Allegorie im Vordergrund: Der Doktor versucht einen Frieden zwischen zwei Parteien zu vermitteln, die beidermaßen Anspruch auf den gleichen Planeten (= das gleiche Land) haben. Dabei geht es um die ganz grundlegende Frage: Wie können sich verschiedene Gruppen bei immer knapper werdenden Ressourcen die Lebensgrundlagen teilen?
Die Argumente, die gegen eine Ko-Existenz von Menschen und Silurians an der Erdoberfläche genannt werden („Was ist, wenn sie anfangen, sich ungezügelt zu vermehren?“) erinnern mit beklemmender Deutlichkeit an manch anhaltenden weltpolitischen Konflikt in der Gegenwart. Und wie in unserer Realität so sind es auch in Doctor Who die Hardliner - diejenigen, die sich überhaupt nicht vorstellen können, dass man mit der anderen Seite einen vertrauensvollen Frieden schließen kann - der Grund für das Scheitern aller Bemühungen. „We don't negotiate with apes!“ - ja, Sätze wie diesen kennen wir auch von unseren Politikern nur all zu gut. Man muss nur „apes“ gegen ein anderes Wort austauschen.
Dabei macht es sich Doctor Who jedoch nicht leicht. Im Gegenteil: Denn beide Antagonistinnen sind im Grunde sehr gut motiviert. Ambrose macht sich Sorgen um ihre Familie, besonders ihren Sohn. Restac will ihre Schwester zurückhaben - und ist voller Trauer, als sie nur noch an deren Leichnam niederknien kann. Trotzdem stellt die Episode klar, dass dieses Angst-haben-um-die-Liebsten zu kurzsichtig ist; dass wir, wenn uns ein Friedensschluss gelingen soll, über diesen Ängsten stehen müssen. Letztlich, so macht Cold Blood (2) deutlich, bleibt uns jedoch vorerst nur die Hoffnung darauf, dass künftige Generationen es besser machen werden.
Angefangen bei der Friedensschluss-Thematik über die neuen Masken der Silurians bis hin zu den Funkenkaskaden, die die Treffer der silurianischen Waffen erzeugen, erinnerte Vieles in Cold Blood (2) an eine Folge von Star Trek. Was, bevor es da zu Missverständnissen kommt, aber keinesfalls negativ gemeint ist. Nachdem Star Trek jetzt schon seit einigen Jahren von den TV-Bildschirmen verschwunden ist, bedient Doctor Who hier geradezu die Sehnsucht, eine derartige Geschichte endlich einmal wieder erzählt zu bekommen.
So gelungen der Plot um die Silurians auch gewesen ist - zum eigentlichen Höhepunkt kam die Folge erst am Ende mit dem erneuten Auftauchen des Zeitrisses. Eigentlich hätte man schon fast damit rechnen können, als am Ende der Zusammenfassung von Teil 1 zu Beginn der Folge der Doktor noch mal mit den Worten zitiert wurde „Nobody is going to die today!“, dass genau das Gegenteil am Ende passieren würde: Rory opfert sich für den Doktor. Und wird durch den Riss aus der Zeitlinie gekegelt. Niemand außer dem Doktor weiß jetzt, dass er überhaupt gelebt hat.
Dass kommt nicht nur sehr überraschend, sondern ist auch ziemlich bewegend. Wenngleich man sagen muss, dass die emotionale Wirkung seines Todes noch etwas größer ausgefallen wäre, wenn wir als Zuschauer längere Zeit mit ihm verbracht hätten - und unsere Bindung an ihn und die Beziehung zwischen ihm und Amy dadurch stärker gewesen wäre. Das ist keine Kritik an Doctor Who per se, sondern eher an der Politik der BBC, nicht mehr als 14 Folgen im Jahr zu produzieren.
Einen regelrechten Gänsehaut-Moment erzeugt Cold Blood (2), als der Doktor das Trümmerteil der TARDIS hervorholt. Damit dürfte nun auch klar sein, was sich hinter The Big Bang (2), dem Titel der letzten Episode dieser Staffel, verbirgt. Der Riss - er ist damit auf einmal sehr viel mehr als nur ein abstraktes Problem, welches das Universum und vielleicht noch Amy betrifft. Die TARDIS ist in Gefahr! Damit ist die Bedrohungslage für den Doktor schon um Einiges persönlicher geworden.
Nächstes Mal geht es jedoch zunächst mit Vincent van Gogh weiter (Trailer auf der nächsten Seite):
Trailer zu „Vincent and the Doctor“
Verfasser: Christian Junklewitz am Montag, 31. Mai 2010(Doctor Who 5x09)
Schauspieler in der Episode Doctor Who 5x09
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?