Doctor Who 5x08

Inhalt
Amy kann ihre EnttÀuschung kaum verhehlen: Sie hatte sich auf einen Ausflug nach Rio gefreut, stattdessen landet sie mit dem Doktor und ihrem Freund Rory in einem kleinen Ort in Wales - im Jahr 2020. Sie beobachten, wie die zehn Jahre Àlteren Versionen von Amy und Rory ihnen aus der Ferne zuwinken. Doch das interessiert den Doktor weniger als das blaue Gras, das auf dem Friedhof des Ortes wÀchst. Oder der Bohrturm, der in der NÀhe errichtet wurde.
Ein Forschungsteam unter Leitung von Dr. Nasreen Chaudhry und Tony Mack hat es geschafft, einen neuartigen Bohrkern bis zu 21 Kilometer ins Erdinnere zu treiben. Doch etwas ist nicht in Ordnung: Mo, der Leiter der Nachtschicht, ist verschwunden. An seiner Stelle ist auf dem GelĂ€nde ein unerklĂ€rliches Erdloch aufgetaucht. Der Doktor nimmt ungefragt die Ermittlungen auf. Gleichzeitig wird Rory, den man aufgrund der TARDIS fĂŒr einen Polizisten hĂ€lt, auf dem Friedhof mit dem RĂ€tsel konfrontiert, dass Leichen aus GrĂ€bern verschwunden sind, die von oben unberĂŒhrt waren.
Der Doktor erkennt sehr schnell, dass es sich um eine Form der Bio-Programmierung handelt, durch die das Erdreich Organismen in die Tiefe zieht. UnglĂŒcklicherweise kommt diese Erkenntnis fĂŒr Amy zu spĂ€t: Ein Loch tut sich im Boden auf, welches sie der ErdoberflĂ€che entreiĂt. Der Doktor ist nicht in der Lage, sie festzuhalten. Festentschlossen, seine Begleiterin zurĂŒckzuholen, stellt er jedoch fest, dass etwas aus der Tiefe nach oben kommt. WĂ€hrend die menschlichen Forscher ins Erdreich gebohrt haben, hat sich etwas anderes seines Weg hinauf gebahnt.
WĂ€hrend der Doktor, Rory, Nasreen, Tony sowie dessen Tochter und Enkelsohn in einer Kirche Zuflucht nehmen, entdecken sie, dass ĂŒber dem GelĂ€nde eine Art elektromagnetische Glocke liegt, die nicht nur alle Funksignale unterbindet, sondern auch eine etwaige Flucht unmöglich macht. Sie sind also Gefangene. Der Doktor verspricht, die EntfĂŒhrten zurĂŒckzubringen. Doch sein erster Plan scheitert: Er hatte Ăberwachungskameras ĂŒber das GelĂ€nde verteilt installieren lassen, um die Eindringlinge aus dem Boden aufzuspĂŒren. Doch diese unterbrechen kurzerhand die Stromversorgung.
Es kommt noch schlimmer fĂŒr den Doktor: Tonys Enkelsohn macht sich (obwohl der Doktor in diesem Moment eigentlich auf ihn hĂ€tte aufpassen mĂŒssen) davon, um noch etwas aus seinem Haus zu holen - und wird von den Fremden geschnappt. Ausgestattet mit einer speziellen Sonnenbrille, die WĂ€rme registriert, macht sich der Doktor auf die Suche. Und stellt fest, dass die Eindringlinge aus dem Erdreich KaltblĂŒter sind, was ihm einen ersten Hinweis darauf gibt, um wen es sich dabei handelt.
TatsĂ€chlich gelingt es dem Doktor und Rory eines der Wesen zu schnappen und gefangen zu setzen. Und der Doktor hatte mit seiner Vermutung Recht: Es sind die Silurians; reptilienartige, intelligente Lebensformen, die es lange vor uns auf der Erde gab. Als sie glaubten, der Erde drohe eine Katastrophe, hatten sie sich unter die Erde zurĂŒckgezogen.
Der Doktor will mit der gefangenen Silurian, die sich nach einigem Zögern schlieĂlich als Alaya vorstellt, die Freilassung der gefangenen Menschen aushandeln. Doch Alaya ist so gar nicht in diplomatischer Laune: FĂŒr sie war der Bohrversuch der Menschen ein Angriff auf das Lebenserhaltungssystem der Silurians, den sie mit aller HĂ€rte zurĂŒckschlagen wollen. FĂŒr sie sind die Menschen nichts anderes als „Affen“, die es zu töten gilt.
Der Doktor kann verstehen, warum sie das so sieht. Er will jedoch trotzdem nicht aufgeben - und eine friedliche Lösung finden. Dabei muss er sich auch insbesondere Tony entgegen stellen, der die Idee aufbringt, man könne die Silurian ja schlieĂlich auch aufschneiden, um nachzusehen, welche Schwachstellen die Wesen haben. Der Doktor ermahnt die Menschen, sich von ihrer besten Seite zu zeigen, was insbesondere wohl Tony ziemlich schwer fallen wird - ist er doch von einem Silurian getroffen und mit einer grĂŒnlichen Substanz kontaminiert worden.
Der Doktor will sich mit der TARDIS auf den Weg unter die Erde machen, um mit den Silurians zu reden. Nasreen begleitet ihn, was er - zunÀchst - widerwillig akzeptiert. Viele Kilometer tiefer entdeckt der Doktor, dass er einem schwerwiegenden Irrtum erlegen ist: Er hatte damit gerechnet, einen kleinen Stamm Silurians vorzufinden, stattdessen haben sie es mit einer ganzen Zivilisation zu tun.
Apropos aufschneiden: Die Silurians haben, was das angeht, bei ihren Gegner weniger Bedenken. Eine Erfahrung, die auch Amy droht, als sie unter der Erde erwacht - und sich offenbar einem silurianischen Arzt gegenĂŒbersieht...
Kritik
Chris Chibnall, der Autor von The Hungry Earth (1), ist wĂ€hrend der ersten zwei Staffeln von Torchwood der Chefautor des Spin-Offs gewesen. Hatte er in dieser Zeit vielleicht auch nicht immer ein glĂŒckliches HĂ€ndchen bei der Auswahl der DrehbĂŒcher, so muss man ihm trotzdem attestieren, dass er ein absoluter Könner ist, wenn es darum geht, packende Horrorgeschichten zu ersinnen, die dem Zuschauer echt unter die Haut gehen. Ich sage nur Countrycide.
In The Hungry Earth (1) gelingt es ihm, eben diese Horrorspannung auch in Doctor Who zu entfalten: Die Angst, den festen Halt unter den FĂŒĂen zu verlieren und buchstĂ€blich vom Erdboden verschlungen zu werden, wird auf geschickte Weise kultiviert, indem es gleich innerhalb der ersten Minuten nicht nur das sprichwörtliche Red Shirt, sondern auch Amy erwischt. Zugleich bĂŒĂt der Doktor - vor allem in der zweiten HĂ€lfte der Folge - erheblich an Vertrauenspunkten als Universal-Retter ein, als nicht nur sein kleiner Big-Brother-Plan misslingt, sondern ihm ĂŒberdies auch noch eine verhĂ€ngnisvolle Unaufmerksamkeit unterlĂ€uft.
Die soziale Botschaft, die die Folge vermittelt, ist zwar nicht mehr ganz taufrisch. Fans des klassischen „Raumschiff Enterprise“ kennen sie aus „Horta rettet ihre Kinder“. Und in frĂŒheren Doctor Who-Folgen mit den Silurians dĂŒrfte sie wohl Ă€hnlich prĂ€sent gewesen sein. Trotzdem zeigen gerade einige aktuelle weltpolitische Konflikte, wie wichtig es ist, dass diese Geschichte immer wieder erzĂ€hlt wird: Daraus, dass um ein StĂŒck Land gestritten wird, folgt nicht, dass eine der beiden Seiten deshalb notwendigerweise „böse“ ist; Friedensstiftung wiederum hat nur eine Chance, wenn der Friedensstifter bereit ist, die Perspektive beider Seiten einzunehmen.
Der Trailer zu Cold Blood (2) verrÀt uns allerdings schon, dass dem Doktor dabei wohl einige Hindernisse im Weg stehen werden.
Verfasser: Christian Junklewitz am Montag, 24. Mai 2010(Doctor Who 5x08)
Schauspieler in der Episode Doctor Who 5x08
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?