Doctor Who 5x05

Bischof: „Do you trust this man?“
River Song: „I absolutely trust this man!“
Bischof: „So, he is not some kind of a mad man then?“
River Song: „I absolutely trust him.“
Inhalt
Am Ende von The Time of Angels hatte der Doktor seine Begleiter angewiesen, in die Luft zu springen, sobald er das Zeichen dazu gibt. Dann hatte er auf die in der Luft schwebende Gravitationsbarke geschossen.
Am Anfang von Flesh and Stone finden sich der Doktor, Amy, River sowie der Bischof und seine Leute auf der „Nase“ der Byzantium wieder, die nach wie vor Energie und damit ein künstliches Gravitationsfeld besitzt. Dadurch, dass der Doktor das mitgebrachte Gravitationsgerät zerstört hat und sie alle in die Luft gesprungen sind, gelang es ihnen in den Anziehungsbereich des Schiffs zu geraten.
Der Doktor findet einen Weg in die Byzantium, doch die Engel sind ihnen dicht auf den Fersen. Engel Bob kündigt an, dass die Engel die Herrschaft über Zeit und Raum antreten werden. Der Doktor widerspricht: Dafür reiche die Energie, die die Engel der Byzantium entziehen, nie im Leben aus. Für diese Bemerkung erntet der Doktor ein scheußliches Geräusch, welches Bob als das Lachen der Engel identifiziert: Der Doktor habe ja gar keine Ahnung, welche Energie an Bord des Schiffes präsent sei.
Da entdeckt der Doktor den Riss. Es ist ein Riss von der exakt gleichen Form, wie er ihn in Amys Kinderzimmer vorgefunden hatte. Er weiß nicht, was es mit diesem Riss auf sich hat - außer, dass sein Auftauchen ein extrem ungutes Zeichen ist. Für Amy ist es sogar noch schlimmer: Das, wovor sie als Kind am meisten Angst hatte, nämlich der Riss, ist zurückgekehrt.
Doch sie selbst muss sich schon sehr bald um etwas ganz anderes Sorgen machen: Denn, ohne dass sie es selber merkt, lässt sie in ihre Worte Zahlen einfließen: Zehn... neun... acht... Ein Countdown! Der Doktor fragt Bob, was es damit auf sich hat. Die erschreckende Antwort: Die Engel sind dabei, Amy zu übernehmen. Sie hat in die Augen eines Engels gesehen. Und ihr eigener Sehnerv funktioniert jetzt wie der Bildschirm in der Folge zuvor: Ein Bild von einem Engel wird zu einem Engel. Der Countdown, den die Engel nur deshalb initiiert haben, um Amy Angst zu machen, gibt an, wann es soweit sein wird.
Da die Engel wieder auf dem Vormarsch sind, schickt der Doktor die anderen in einen Kunstwald, der auf dem Schiff angelegt wurde, um unter anderem für den nötigen Sauerstoff zu sorgen. Er selbst will die Engel aufhalten, wird von ihnen jedoch geschnappt, allerdings nicht getötet, da sie viel zu sehr vom Riss gebannt sind. Der Doktor klärt sie jedoch darüber auf, dass sie sich von der Energie des Risses überhaupt nicht ernähren können, da es reine Zeitenergie ist, das Feuer vom Ende des Universums.
Es gelingt dem Doktor aus seinem Jacket zu schlüpfen - und den Engeln zu entkommen. Im Wald ist Amy inzwischen zusammengebrochen. Ihre Lebenszeichen werden schwächer. Sie ist dabei zu sterben, da sich der Engel in ihr breit macht. Da kommt dem Doktor der rettende Einfall: Amy muss ihre Augen schließen, da der Engel bislang nur in ihrem Sehnerv existiert. Tatsächlich stabilisiert sich ihr Zustand, nachdem sie die Augen geschlossen hat.
Der Doktor will zusammen mit River Song zum primären Flugdeck aufbrechen, um dort „ein Ding“ zu tun, von dem er selbst noch nicht genau weiß, was es eigentlich ist. Der Bischof und seine Leute sollen in der Zwischenzeit die immer noch geschwächte Amy vor den herannahenden Engeln beschützen. Doch der Bischof will mit dem Doktor und River mitgehen. Dem erstaunten Doktor erklärt der Geistliche schließlich, dass River Song eine Strafgefangene ist, die in seine persönliche Obhut und Aufsicht gegeben wurde.
Amy hat große Angst, weil der Doktor sie - schon wieder - verlässt. Doch er verspricht ihr zurückzukommen. Und er bittet sie, sich daran zu erinnern, was er ihr als Kind gesagt hat. Sie will wissen, was er damit meint. Doch er meint nur, dass es nicht darauf ankäme, was er gesagt habe, sondern nur darauf, dass sie sich erinnere!
River Song versteht nicht, wie dieser Riss das Ende des Universums sein kann. Der Doktor erläutert, dass es irgendwann, irgendwo zu einem großen Knall käme, der einen Riss in der Zeit verursache, welcher sich sowohl in die Vergangenheit wie auch in die Zukunft erstrecke. Ein Scan, den er vorgenommen hat, zeigt sogar, wann dieser Knall stattgefunden haben werden wird.
Der Riss auf dem Schiff wird immer größer, so dass er sogar den Engeln Angst zu machen scheint. Was sie jedoch nicht davon abhält, sich den Bischof in einem günstigen Moment zu greifen. Der Doktor will ihn noch retten, doch der Geistliche besteht darauf, dass der Doktor ihn verlässt, weil er nichts mehr tun könne. Der Engel hat einen festen Griff um seinen Hals. Schließlich muss der Doktor einsehen, dass der Bischof verloren ist. Dieser warnt ihn noch, bevor der Doktor geht, dass er River Song nicht trauen dürfe. Sie habe einen „guten Mann“ getötet, einen Mann, der für viele ein Held gewesen sei.
Amy steht unterdessen immer noch im Wald. Die Engel haben sich, nachdem der Riss größer geworden ist, zurückgezogen. Der Anführer der klerikalen Soldaten schickt zwei seiner Leute los, um den Riss zu erforschen. Als sie nicht zurückkommen kann er sich nicht einmal an deren Namen erinnern, geschweige denn, dass er sie ausgesandt hat. Er schickt auch noch seinen letzten Begleiter zum Riss - und wieder das gleiche Spiel. Amy dagegen erinnert sich, sie erinnert sich, dass diese Männer existiert haben. Schließlich geht auch der Anführer zum Riss - und kehrt nicht wieder zurück.
Amy ist allein im Wald. Und darf die Augen nicht öffnen, weil sie sonst stirbt. Da meldet sich der Doktor bei ihr und instruiert sie, wie sie ihren Kommunikator als Abstandsmesser benutzen kann, um - mit akustischen Signalen geleitet - durch den Wald zum primären Flugdeck zu finden. Unterwegs stößt sie natürlich auch auf Engel, denen jedoch nicht klar zu sein scheint, dass sie sie nicht sehen kann, weshalb sie sich nicht rühren, als Amy blind vor sich herstolpernd um sie herum manövriert.
Erst als Amy tatsächlich stolpert und zu Boden fällt, wobei sie ihren Kommunikator verliert, geht den Engeln ein Licht auf und sie beginnen sich zu bewegen. Im letzten Augenblick gelingt es River den Notfall-Transporter des Schiffes zu aktivieren und Amy aus der brenzligen Situation „herauszubeamen“. Der Doktor hat inzwischen festgestellt, das nur ein „kompliziertes Raum-Zeit-Ereignis“ den wachsenden Riss - zumindest temporär - versiegeln kann. Er selbst wäre als altgedienter Zeitreisender so ein kompliziertes Raum-Zeit-Ereignis.
Doch der Doktor muss sich am Ende gar nicht selbst opfern. Obwohl ausgerechnet die Engel dies von ihm verlangen. Denn eins haben die Engel übersehen: Sie entziehen der Byzantium die Energie, um sich zu regenerieren. Damit sorgen sie aber auch für einen Ausfall der Gravitation, was das einzige ist, was ihnen angesichts der Anziehungskraft des Risses Bodenhaftung verliehen hat. Als die Gravitation des Schiffes endgültig ausfällt, schaffen es der Doktor, River und Amy sich festzuhalten. Die Engel werden jedoch in den Riss gesaugt - und versiegeln ihn. Für Amy hat das den angenehmen Nebeneffekt, dass sie die Augen wieder öffnen kann, weil auch der Engel in ihrem Kopf nie existiert hat.
Wieder zurück am Strand wird River Song von bewaffneten Geistlichen in Handschellen abgeholt. River hofft jedoch darauf, dass sie ihrer Verdienste wegen begnadigt wird. Der Doktor spricht sie auf das an, was der Bischof ihm erzählt hat. Und River bestätigt, dass sie „den besten Mann“ getötet hat, den sie jemals kannte. Doch das sei eine Geschichte, die nicht erzählt werden könne; sie müsse erlebt werden.
Amy hat dem Doktor dagegen etwas zu erzählen. Sie lässt sich von ihm nach Hause fliegen, wo sie ihm ihr Hochzeitskleid zeigt. Am nächsten Morgen wird sie ihren Freund Rory heiraten. Allerdings habe sie sich darüber Gedanken gemacht, wen sie eigentlich wolle. Und mit diesen Worten fällt sie auch schon über den Doktor her, der ihre Avancen abzuwehren versucht. Gleichzeitig wird ihm jedoch klar, dass Amy im Zentrum von allem steht. In ihrem Zimmer ist er erstmals dem Riss begegnet. Und am kommenden Tag soll sie vor den Traualtar treten. Am 26. Juni 2010, um genau zu sein. Das Datum, an dem der besagte große Knall passieren soll, der den Riss überhaupt erst verursacht...
Kritik
Selten war eine Dreiviertel Stunde Fernsehen so dermaßen kurzweilig wie Flesh and Stone, der Abschluss des Zweiteilers aus der vergangenen Woche. In einer Folge, die einen Riss in der Zeit zum Gegenstand hatte, ist auch dem Rezensenten jedes Zeitgefühl abhanden gekommen ist: Die Folge war vorbei, da hätte er schwören können, dass maximal erst die Hälfte der Episode vergangen ist. Es gibt wahrlich Schlimmeres, was man von einer TV-Serie sagen kann.
Die Folge lieferte flott, manchmal vielleicht sogar etwas zu flott erzählte Unterhaltung, die einer klaren Struktur folgte, dabei jedoch viel Raum für originelle Einfälle und köstliche Dialoge bot. Zu den besten, weil gruseligsten Momenten der Episode gehörte sicherlich Amys blindes Vortasten durch den Wald. Galt es in Blink, der preisgekrönten ersten Folge über die Weeping Angels, die Augen niemals zu schließen, kehrte Autor Steven Moffat hier den erzählerischen Spieß um, indem Amy ihre Augen nicht öffnen darf - oder sie stirbt.
Diejenigen, die Moffats Vorgänger Russell T Davies vorgeworfen haben, etwas zu frei mit Dingen wie Handlungslogik und Kontinuität umzugehen, werden konsterniert feststellen, dass auch Moffat sich hier bisweilen ziemlich große Freiheiten herausnimmt: In Blink war gesagt worden, dass die Weeping Angels einen „Quantenverschluss“ (quantum lock) als Verteidigungsmechanismus benutzen, wodurch sie zu Stein werden, sobald man sie anschaut.
Während der Szene im Wald schaut Amy sie nicht an, trotzdem rühren sie sich nicht. Angeblich, weil sie nicht wissen, dass Amy sie nicht sehen kann. Soll das heißen, dass der Quantenverschluss vom Bewusstsein desjenigen abhängig ist, der angeschaut (oder nicht angeschaut) wird? Diesen Eindruck hatte man in der Vergangenheit nicht (insbesondere wenn die sich bei vollen Kräften befindlichen Engel sich in der Zeit eines Lidschlags bewegt haben). Darüber hinaus fällt natürlich auf, dass in einer ganzen Reihe von Szenen die Engel im Blickfeld der jeweils anderen Engel sind, so dass sie sich eigentlich (ebenfalls wie in Blink) damit selbst „Quanten blockieren“. Von ihren neuen, deutlich roheren Tötungsmethoden einmal ganz abgesehen.
Hier scheint Moffat eindeutig der Davies'schen Maxime zu folgen, demnach eine gute Story und starke Bilder wichtiger sind als strenge Logik und Kontinuität.
Der Riss, der zuvor etwas blass gewirkt hatte, weil er von der Story her nicht wirklich gut eingebunden worden ist, hat endlich - in jedem Sinne des Wortes - an Kontur gewonnen. Dass das Schicksal des Universums wieder mit einer Companion des Doktors verknüpft ist, mag nicht jedermanns Sache sein, es ergibt jedoch ein sehr interessantes Rätsel, welches neugierig auf die Auflösung macht.
Daneben dürfen sich alle Zuschauer freuen, die bereits in The Eleventh Hour geahnt haben, dass es auch mit dem Ententeich, auf dem aber keine Enten schwimmen, etwas auf sich haben muss.
Fast wie eine Szene aus Coupling wirkte der Schluss der Folge, als Amy doch tatsächlich versucht, den Doktor zu verführen. Dabei gibt Moffat der Doktor-Companion-Beziehung einen neuen und unerwarteten Spin, da sie ja eben keine Beziehung von ihm will, sondern eher etwas in Richtung One Night Stand/Friends with Benefits im Auge zu haben scheint. Das dürfte mit Sicherheit für einigen Diskussionsstoff sorgen.
Was nun die andere Frau im Leben des Doktors betrifft, so scheinen diejenigen richtig zu liegen, die darauf getippt haben, dass River Song den Doktor tötet. Denn dass dieser mit dem „Helden“ und „besten Mann“ gemeint ist, von dem in der Folge die Rede ist, dürfte wohl klar sein. Nicht klar ist hingegen, ob mit töten wirklich töten (im Sinne von: wir sehen diesen Vorfall dann, wenn Matt Smith aus der Serie aussteigt) gemeint ist - oder es sich nur um einen scheinbaren Tod (so ähnlich wie mit Rose in Doomsday) handelt.
Außerdem ist damit immer noch nicht erschöpfend beantwortet, wer River Song eigentlich ist: Woher kennt sie den Namen des Doktors? In Forrest of the Dead hatte der Doktor ja gesagt, dass es nur eine Gelegenheit gibt, bei der er seinen Namen überhaupt nur nennen könnte. Seine Ermordung kann er damit wohl nicht gemeint haben. Es wäre von River Song dann auch ziemlich unklug gewesen, ihm seinen Namen zu sagen, da sie doch in der betreffenden Folge zunächst einmal sein Vertrauen gewinnen wollte. Und das tut man wohl besser nicht, indem man demjenigen einen Hinweis darauf gibt, dass man seine Mörderin ist.
Es gibt also noch eine ganze Reihe von offenen Fragen. Auf jeden Fall scheint es sehr wahrscheinlich, dass Alex Kingston spätestens im Staffelfinale und zur „Öffnung der Pandorica“ zurückkehren wird.
Verfasser: Christian Junklewitz am Montag, 3. Mai 2010(Doctor Who 5x05)
Schauspieler in der Episode Doctor Who 5x05
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